Zugegeben, diese Aktion ist gewagt. Erstmals hat man in die „Villa Savoye“, das (gutbesuchte) kleine architektonische Juwel von Frankreichs Architekt Le Corbusier aus den 30er Jahren, moderne Möbel gestellt. Natürlich keine Ikea-Kommode „Billy“, sondern nur ausgesuchtes edlestes Material von Designmöbelerzeuger Vitra. Also z.B. ein perlgraues Sofa von Ronan und Erwan Bourrelec oder auch ein Bücherregal (ohne Bücher) von Maarten van Severen und weiße, irgendwie in der Luft schwebende Küchenlampen von Architekt Frank Gehry ...
Die Operation ist gelungen, der Patient lebt. Heute ist die strahlendweiße Villa nach einer Gesamtrestauration in französischem Staatsbesitz – die Stadt Poissy hatte hier schon 1958 die Abbruchbagger hinzitiert. Daraufhin mobilisierten sich die Architekten, um das Bauwerk zu retten, das heute als perfekte Veranschaulichung von Le Corbusiers Pfahlbau-Architektur gilt.
Übrigens: Der französische Architekt (1887-1965) beschreibt das Wochenendhaus „Villa Savoye“, das er 1930 für den Verwalter einer Versicherungsgesellschaft, Pierre Savoye und dessen Frau Eugènie konzipiert hat, folgendermaßen: „Das Haus ist eine Schachtel in der Luft, inmitten von Wiesen und Obstgärten ...“

Illustrationen: Jean-Philippe Delhomme.
Ausstellung „essayages“ zu sehen bis 30. Juni 2007
Täglich, außer Mo von 10 Uhr bis 18 Uhr
Villa Savoye, 82, rue de Villiers, 78300 Poissy
20 km westlich von Paris, mit der RER (Vorortezug) vom Pariser Stadtzentrum aus zu erreichen.
Doris Barbier-Neumeister,
burda Korrespondentenbüro Paris