Donnerstag, 2. August 2007
Gruft und Glamour auf der Opernbühne

Dass Stardesigner Mode für Prominente entwerfen, ist nichts Neues. Aber dass sich Schmuckdesigner durch eine Operette inspirieren lassen, schon. So kreierte Schmuckdesignerin Miranda Konstantinidou speziell für die Aufführung „Orpheus aus der Unterwelt” eigenartige Gebilde aus Tierextremitäten.
Die funkelnde Schmuckkollektion – aus Gussmetall, schwarzem Strass und Kristallkugeln mit dem Namen „Spell on You” (Zauber auf Dir) – sorgte bereits vor der eigentlichen Operettenpremiere im September für Aufsehen. Wenn man sich die Ketten aus Hühnerfüßen- und köpfen näher betrachtet, bekommt man es mit der Angst. Die Kreationen versprühen eine unbehagliche Mischung aus Gruft und Glamour.
Ganz schön „strange”! – Teuren Designer-Schmuck extra für ein Bühnenstück zu entwerfen. Wer die in Deutschland lebende griechische Designerin und ihr Label Konplott (www.konplott.de) kennt, weiß dass Konstantinidou (rechts) gern Unmögliches miteinander verbindet. Die Angst und die Lust am Vergänglichen und die „ungeheure Kraft” die von Voodoo und vom Tod ausgehen, faszinierte Konstantinidou bei ihrer Arbeit an „Spell on you” besonders. Mit ihrer Knochenkollektion versucht sie Orpheus' Schattenreich mit den angesagten Trendfarben vom Herbst zu verbinden. Die Internationale Modewelt liebt sie dafür. Seit mehr als 20 Jahren hat sie bereits Erfolg. Prominente wie Madonna, Kylie Minogue oder Sarah Connor tragen ihren individuellen Schmuck.
Auf der Wiener Volksbühne trifft aber nicht erst durch Konstantinidous Produkte Vergangenes auf Gegenwärtiges. Auch Kostüme und Darsteller lassen Orpheus' Unterwelt zum Leben erwachen (re.). Am 8. September ist Eröffnungspremiere von „Orpheus in der Unterwelt” an der Volksbühne Wien.
Wer weiß, mal sehen, ob mehr Schmuck-Fans oder doch eher Operettenfans das Stück besuchen.
Mehr Infos zum Stück: Wiener Volksbühne
Steffi Weickert,
Online-Redakteurin



