Wer kennt diesen Spruch nicht. Mal eben schnell nimmt man sich vor, etwas zu schreiben, nähen, kochen, backen. Meist hat man zu wenig Zeit, deshalb muss man ja "schnell" sein. Aber es gibt auch den Satz: "Kannst Du mal eben schnell", auf den viele Hobbyschneider/innen leicht "verschnupft" reagieren, wenn er gepaart ist mit dem Wunsch eine Hose zu kürzen, einen Reißverschluss zu wechseln oder eben mal schnell dieses oder jenes zu nähen... Das ist aber fast ein anderes Thema. Meist, so besagen nicht nur meine Lebenserfahrungen, sind diese Sätze Garant dafür, das es schief geht. Nicht immer, aber doch oft. Mit Ruhe und Bedacht ist das Ergebnis sicherer.

Am vergangenen Wochenende beim Nähen, als ich am Bügelbrett stand und eine Einlage einbügelte, erinnerte ich mich an einen Besuch bei der Firma Freudenberg. Bekannter ist sie, wenn wir den Produktnamen nutzen, der uns vertraut ist. Ich war bei Vlieseline zur Schulung. "Mal eben schnell" konnte kein Thema sein und das ist für mich heute Anlass zum schreiben und in der Erinnerung kramend meine dort erworbenen Kenntnisse weiter zu geben.
Ich war nicht die Einzige zu "Beschulende". Gespannt saßen wir und erfuhren, das Sortiment ist groß und es wird immer Vielfältiger. Aber - jede Einlage wird anders behandelt. Man kann nicht abstrahieren - Vlieseinlage = nasses Tuch = richtig! Die Beschäftigung mit den Anforderungen des jeweiligen Stoffes und der gewählten Einlage ist unerlässlich. Blau am Rand findet man Benutzungshinweise oder wenn man im
burda Buch „Nähen leicht gemacht” die Seite 52 aufschlägt und nachließt, wird man ebenso fündig.
Das Know how beim Bügeln

ist wichtig, damit es nach dem Nähen keine Probleme gibt. Mein Tag bei Vlieseline brachte einige Aha Effekte und die stille Überlegung - mache ich es immer richtig? Vor Fehlern ist niemand gefeit, denn Frau Mitsch erzählte, das es oft Anfragen gibt, welche fehlerhafte Vlieseinlagenverarbeitung betreffen. Ganz ganz oft stand das Ursprungsproblem dabei vor dem Bügelbrett. Schrittweise bügeln heißt: Aufsetzen - etwas drücken - Sekunden zählen - aufnehmen, das Bügeleisen ein Stück zur Seite heben und dann das gleiche Prozedere, bis man fertig ist. Feucht aufbügeln heißt nicht, das Dampfbügeleisen zu nutzen. Nass sind dann nur die Dampfpunkte und ringsherum?!? Die Aussage "feucht aufbügeln" heißt wirklich, so wie ich es von meiner nähenden Großmutter mit altem Eisen kenne, einen nassen Lappen neben dem Bügelbrett haben und jenen fast trocken bügeln - natürlich AUF der
Einlage und nicht daneben

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Es war ein kurzweiliger Vormittag, der dann in einer Diskussionsrunde und einem Besuch im Studio, dort wo die Muster hergestellt werden, endete. Ich habe viel gelernt und freundliche Mitarbeiterinnen der Firma kennengelernt, die mehr als bereitwillig ihr Fachwissen weitergaben. Zusammengefasst: Das "ich nähe mal eben schnell" endet schon an dem Punkt. Schritt für Schritt, egal ob trocken, mit einem feuchten Tuch oder mehrfach langsam über die jeweilige Stelle gleitend aufbügelnd, braucht je nach der Größe des Schnittteiles Geduld. Ich hatte ein Hemd genäht, als ich mich erinnerte. Kragen, Manschetten und Besatz benötigten Vlieseinlage. Schritt für Schritt

dachte ich schmunzelnd und ich weiß, jetzt mache ich es viiiiiiiiel besser als vor der Schulung. Durchdachter.
Auf zahlreichen Messen kann man die netten Vorführfrauen von Vlieseline sehen und ich gehöre nicht zu einer privilegierten Gruppe - sie teilen ihr Wissen allen mit, die sich interessiert zeigen. So wie wir hier auf der Website

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PS: Das Hemd ist gut geworden. Die Einlage hält, das Kind und seine Klasse finden es cool. Weder Blasen noch Ablöseerscheinungen sind zu sehen. Ich hatte mir Zeit genommen...
Viele Grüße
Anne Liebler
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Kolumne
Hobbyschneiderin