Sonntag, 2. März 2008
Schööööööön sein
Als ich ein junges Mädchen war, da hoffte ich immer, sie würde auch mich besuchen: die Fee mit den drei Wünschen. Zweifelsfrei gehörte bei mir der Wunsch „schön zu sein” dazu. Ich wollte etwas größer sein, einiges schlanker und überhaupt ... ![]()
Sie kam nicht ... und ich bin heute nicht mehr traurig darüber. Ich bin immer noch klein und mein letztes genähtes Shirt ist aus der aktuellen burda PLUS (rechts). Aber, ich glaube mittlerweile, Schönheit hat nicht nur etwas mit der „Hülle” zu tun, sondern sie kommt, wie viele Menschen sagen, auch von innen. Wenn das eigene Leben rund läuft, dann sieht man das im Gesicht, an den Augen, der Körperhaltung und der Art, dem Tag zu begegnen. Daran muss man aber arbeiten.
Nichts destotrotz sehen wir gern „schöne Menschen” an. So wie in der Nacht vom 24. zum 25.02.2008. Sie benutzten den roten Teppich um zur Oscar-Verleihung zu schreiten. Als Erwartungsfrohe, Gäste, Geehrte und gern Gesehene. Traumhafte Kleider und elegante Männer waren zu bewundern. Gern blieben die Träger/innen stehen, damit Fotografen alles gut sehen und dokumentieren konnten. Ich bin ganz sicher, vor dem großen Auftritt war die große Toilette angesagt. Stunden vor dem Spiegel, zupfen hier, richten da. Schminken, Haare stylen und immer wieder der kritische Blick in den Spiegel. Menschen, die erfolgreich sind und selbstbewusst zeigen: <i>Sehe ich nicht gut aus, ist alles schön? </i>
Jedoch braucht man nicht nur zur Oscar Verleihung zu fahren, um diese Fragen zu stellen. Ich habe Frauen in meinem Berufsleben kennengelernt, die hatten dieses aber verlernt. Nicht, weil sie nicht mehr schön sein wollten, sondern weil sie in ihrem Alltag nicht mehr „rund” liefen. Oft waren sie zu Hause. Kinder wollten betreut werden, Angehörige gepflegt, oder es gab keine Arbeit mehr. Jedoch auch jene mit zu viel an Arbeit waren dabei. Alles managen zu wollen ging einfach zu Lasten der Zeit, die für einen selber blieb. Irgendwann wurde der Blick in den Spiegel kürzer und die schöne Kleidung wechselte mit der „praktischen” – Jeans und Shirt und man war auch angezogen. Aber zurechtgemacht, so beschrieb das meine Mutter immer, war man nicht.
Das bin ich auch nicht immer. Aber dann kommen die Tage, an denen es mir überdeutlich bewusst wird und ich sehr wählerisch vor dem Kleiderschrank stehe, um zu überlegen: „Wie mache ich mich jetzt schön?” Und dann geht der Griff zu den „edleren Sachen”. Bluse und Rock, Accessiores mitten im Alltag. Elegantere Modellangebote gibt es in jedem Modemagazin. Bei der inneren Frage, ob ich das denn „gebrauchen kann”, denke ich an diese Momente und ich bin sicher - nicht so oft, aber eben genau dafür!
Mein großer Auftritt unterbleibt, aber wenn dann beispielsweise mein Sohn erstaunt schaut und meint: „Mama, Du siehst heute aber schick aus!”, dann weiß ich, es fällt doch auf. Und dann fühle ich mich bestimmt nicht weniger schön als alle auf dem roten Teppich. Wann war Ihr letzter „großer Auftritt” vor dem Spiegel? Schaffen Sie ihn sich, es lohnt sich, denn dann fühlt man sich soooooooo gut!
Herzliche Grüße, Anne Liebler
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