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Dienstag, 4. März 2008

Prêt-à-porter in Paris

Riesige Kristallleuchter, goldene Löwenstatuen, feinster Stuck und monumentale Ölgemälde von Herrscherfamilien: Prunk und Geschichte - wohin der beeindruckte Blick auch wandert. Das Licht ist gedämpft, und aus den Lautsprechern dringt Richard Wagners düsteres, tiefgründiges Klavierwerk „Ankunft bei den schwarzen Schwänen”. Dann, endlich, schreiten die Mannequins in den Raum und präsentieren - auf höchsten Absätzen und mit eiskalten Augen -  Abendrobe, die einerseits modern und tragbar, andererseits von einer derartigen Opulenz ist, dass sich der Zuschauer auf einer Reise ins Zeitalter Napoleons wähnt: Mäntel aus Pfauenfedern, lange Abendkleider aus Satin und Brokat sowie Cocktailkleider mit in voluminöse Falten gelegte Ballonröcke sind zu sehen.

Der Ort, an dem das Designer-Duo Johnny Talbot und Adrian Runhof seine Mode bei den Pariser Prêt-à-porter-Schauen zeigte, hätte kaum geschichtsträchtiger sein können: das Pariser Hôtel de Beauharnais, Sitz der Deutschen Botschaft. Eugène de Beauharnais, der Stiefsohn Napoleons hatte hier einst gelebt, aber auch Otto von Bismarck während seiner Zeit als Botschafter. Und: Richard Wagner, als er in Paris inszenierte und komponierte, unter anderem „Ankunft bei den schwarzen Schwänen.”

„Der Deutsche Botschafter, Peter Ammon, hat uns persönlich angeboten, unser Défilé im Hôtel de Beauharnais zu veranstalten, weil er das Haus neu beleben möchte”, erzählt Adrian Runhof. Der Modeschöpfer und sein Partner nahmen das Angebot überglücklich an (vor ihnen hatten andere Designer vergeblich versucht, die Botschaft als Location für ein Défilé zu gewinnen) und ließen sich beim Entwerfen von der Historie des im Empire-Stil ausgestatteten Gebäudes inspirieren: „Im 19. Jahrhundert fand hier nach vielen Jahren der Langeweile ein grandioser Ballabend statt, von dem ganz Paris noch Monate danach sprach. Beim Entwerfen haben wir versucht uns vorzustellen, wie die Gäste damals ausgesehen haben”, sagt Runhof, der sich intensiv in die Geschichte des Hauses eingelesen hat. Daneben haben sich Talbot Runhof vom Musical „The Sound of Music”, das im Alpenpanorama spielt, beeinflussen lassen. In der Kollektion spiegelt sich das in Tirolerhüten, Kniebundhosen, Federblumen und Edelweiß-Drucken wider.

Das Gesamtergebnis? „Unsere Herbst-/Winterkollektion ist eine Mischung aus opulenten, spielerisch-strengen und schlichten Kreationen, bei denen wir einfach die Farben und Formen sprechen lassen.” So fällt die Selbstanalyse von Adrian Runhof aus. Bei der Schau in der Deutschen Botschaft konnte er übrigens viele prominente Gäste (unter anderem Sabine Christiansen, Nina Ruge und Gudrun Landgrebe) und ausländische Journalisten begrüßen. Nun hofft er auf den internationalen Durchbruch von Talbot Runhof. Die vergangenen Tage stimmen ihn zuversichtlich: „Das Telefon steht kaum noch still.”

Gregor Haschnik,
burda Korrespondentenbüro Paris

     
Fotos: © Ena Press

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Geschrieben von carolin um 08:41 Uhr in News aus Paris

Neues aus dem Leser-Service

Heute möchte ich einmal eine Leserin vorstellen, die ich durch meine Arbeit schon seit vielen Jahren kenne, und die eine wahre Näh-Künstlerin ist, nämlich Sabine Wendler aus Ratingen. Immer wieder begeistert sie mich mit ihren gekonnt gearbeiteten und perfekt auf ihren Typ abgestimmten Kreationen. Darüber hinaus kombiniert sie stets alle Teile stimmig und mit den passenden Accessoires – einfach genial vom Schmuck bis zum Schuh.

Einige ihrer neuesten Modelle möchte ich hier vorstellen. Die lilafarbene Paillettenjacke, topmodisch mit dem schwarzen Gürtel,  hat sie sich nach einem burda „easy fashion“-Schnitt gearbeitet. Lila ist übrigens ihre Lieblingsfarbe, die ihr auch super gut steht! Das exklusive Material entdeckte sie im Dezember beim Christmas-Shopping in New York …. sie konnte einfach nicht widerstehen. Auch nicht bei der changierenden, bestickten Seide, ein Mitbringsel aus Wien. Daraus hat sie sich den wunderschönen Gehrock gezaubert. Beim schicken Kostüm aus Brokat gab’s als modisches Extra einen Einfass aus schwarzem Samtband.

Ganz schön kniffelig fand Sabine Wendler den Designerschnitt von Unrath & Strano, ein bekanntes Designer-Duo aus Berlin (siehe Burda Modemagazin 2/2007).  Ich finde, die Mühe hat sich absolut gelohnt, denn die goldfarbene Jacke (rechts) ist sicherlich ein Highlight ihrer Garderobe. Wie sie mir erzählte, kam hatte sie schon vor vier Jahren persönlichen Kontakt zu Unrath & Strano. Denn sie ließ sich von diesen Designern ein exklusives Abendkleid speziell für den Wiener Opernball anfertigen. Daraus hat sich inzwischen eine Freundschaft entwickelt, derart, dass sie und ihr Mann im Oktober zur Modenschau nach Paris eingeladen wurden. Zusammen mit Klaus Unrath (links) zeigt sie sich im silberfarbenen Unrath & Strano-Kleid! Und bei der After-Show-Party traf sie dann auch noch Eva Padberg –  wow!  Ihr Mann, ein erfolgreicher Rechtsanwalt, ist viel unterwegs und so begleitet sie ihn gern hin und wieder auf seinen Reisen –  natürlich immer mit dem Hintergedanken, besonders schöne und ausgefallene Stoffe mit nach Hause bringen zu können.

Maria Vestner
Leser-Service, Burda Modemagazin

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Geschrieben von carolin um 08:37 Uhr in burda Modemagazin