
Um 6 Uhr klingelt erstmals mein Wecker. Mein normaler Tagesablauf beginnt immer um diese Zeit. Ich habe einen Weckrhythmus von neun Minuten und nach dreimaligem weiteren Klingeln stehe ich dann auf, wecke meine Kinder, fahre den Rechner hoch, schmiere Butterbrote und motiviere die noch leicht verträumten, kleinen Herren dazu, ihren Tag auch mit Freude zu beginnen.
Der Mittwoch vor drei Wochen war ganz anders. Um 6 Uhr klingelte auch dieses Mal mein Wecker - aber ich lag nicht in meinem Bett und ich hatte auch keine 27 Minuten „Zeitreserve”. Aufstehen, duschen, Haare machen und die Sachen, welche ich benutzt hatte, wieder zurück in mein Reisegepäck legen. Zur gewohnten Zeit benutzte ich, anders als sonst, wenn ich sie leise anspreche und die Haare aus dem Gesicht streichend mein: "Es ist Zeit zum Aufstehen" flüstere, mein Handy, um einen Weckruf zu wählen. "Hallo", so hörte ich eine verschlafene Stimme. "Hier ist der fröhliche Wecker", antwortete ich. Sie wurden langsam munter und bei mir zu Hause begann der gewohnte Tagesablauf, aber ohne mich. Schön ist es, wenn einen Rituale begleiten und man sich in einem vertrauten Rahmen bewegt. Das macht sicher.

Jenes Gefühl der Sicherheit hatte ich an diesem Tage ganz und gar nicht. Denn nach einem Frühstück im Hotel begab ich mich mit dem Taxi und meinem Reisegepäck zum Kestendamm. Ich war in Offenburg und wir hatten
etwas völlig NEUES vor.
Punkt 8 Uhr war ich dann da und konnte im obersten Stock der Fashion Factory das Büro bewundern, das am Tage vorher zum Nähstudio umgebaut worden war. Unser erster DREHTAG begann. Alles, was wir bis zu diesem Tag vorbereitet und besprochen hatten, musste nun umgesetzt werden. Ich für meinen Teil hatte eine Tasche mit Zubehör gepackt, Nähmaschinen verfrachtet und die Idee, was wir denn thematisieren im Kopf. Aber das Drumherum war nicht mein Part und gleich am Anfang sah ich, welche unglaublich gute Vorbereitung geleistet wurde. Das Zimmer sah toll aus. Die Scheinwerfer und Kameras, das Mikro, mit dem ich verkabelt wurde, die Visagistin, die darauf wartete, uns hübsch zu machen. Der Kameramann Chris wartete und vom ersten Moment an stimmte die „Chemie” im Team. Ich lernte meine Gesprächspartnerin kennen und die Auswahl von Karin erwies sich für mich als unbeschreiblicher Glücksgriff. Nacheinander wurden wir geschminkt. Auch das entspricht nicht meinem sonstigen Tagesablauf, aber es hat richtig Spaß gemacht. Mit Lockenwicklern auf dem Kopf wurden die ersten Bilder gemacht und wir alle waren vorfreudig angespannt und neugierig, was wir denn so gemeinsam an
diesem Tag schaffen würden.

"Bei los gehts los" sage ich gern meinen Kindern, wenn es eines Startschusses bedarf. Bei Los ging es dann los und wir brauchten drei Einstiege. Was sagt man denn in eine Kamera und in welche am Besten schauen? Hallo in die Runde

, so schreibe ich manchmal bei Forumseinträgen. „Hallo in die Runde”, so sprach ich es auch hier zum wiederholten Male. Eigentlich, dachte ich, müssen wir das bestimmt wiederholen. Aber auf einmal lief es. Karin und ich wurden ein Filmteam. Ganz viel haben wir geplaudert und nun ist der erste Filmteil online.

Ein komisches Gefühl ist es, sich selbst zu sehen. Voller Herzklopfen habe ich die „Vorpremiere” am heimischen Rechner erlebt. Heute weiß ich, was ich hätte alles anders machen können

, aber in der Spontanität unseres Gespräches ist wirklich zu sehen, wie wir sind. Wir haben keine Rollen gespielt oder ein Drehbuch gehabt. Wir haben uns übers Nähen unterhalten wie man es auch auf Messen tun kann oder bei kleinen Treffen. Über die Schulter hat uns dabei die Kamera geschaut. Und nun können das alle Besucher der Website.
Das Herzklopfen der
ersten Online-Sendung übersteigt nun das der ersten Drehminuten. Deshalb wiederhole ich noch einmal: "Hallo in die Runde!" und ergänze - wir alle im Team sind ganz gespannt auf Feedback. Konstruktive Kritik ist sehr willkommen. Und wer im Bereich Offenburg wohnt und auch einmal so schön auszusehen möchte - die Visagistin heißt Andrea Vollmer und man kann sie buchen

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Viele Grüße,
Anne Liebler
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Anne Liebler
Hobbyschneiderin