Freitag, 1. August 2008
Kleider aus Papier
Venedig hat eindeutig mehr zu bieten als Canale Grande, Rialto & Co.: Zum Beispiel wäre da der verschwiegene Palazzo Fortuny, ehemalige Wohn- und Werkstätte von Stoffdesigner, Fotograf, Stylist und Designer Mariano Fortuny (1871-1949). „Un mondo di carta” lautet die Ausstellung, die die belgische Künstlerin Isabelle de Borchgrave zu Ehren Fortunys, ihres Mentors, hier zur Zeit veranstaltet. Die Materie für ihre atemberaubenden Kaftans, Kimonos, Sitzkissen und Abendroben: nicht Seide oder Baumwolle, nicht Nadel und Faden, sondern schlicht und einfach Klebstoff und Papier. Einen würdevolleren Rahmen als dieses gothische Stadtpalais hätte sie für ihre Kreationen ehrlich gesagt auch nicht finden können: Isabelle de Borchgrave sieht diese Hommage deshalb auch mehr als einen Dialog zwischen ihr und dem Meister. Prädikat: absolut sehenswert!
Ausstellung „Un mondo di carta”, Palazzo Fortuny, Campo San Beneto, Venedig, bis 30. November 2008
Achtung! Der Palazzo Fortuny ist vom 18. bis 29. August geschlossen!
Doris Barbier-Neumeister,
burda Korrespondentenbüro Paris
Technorati Tags: Mariano Fortuny Stoff-Design Designer Venedig



