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Mittwoch, 23. April 2008

Bei los geht's los ...

Um 6 Uhr klingelt erstmals mein Wecker. Mein normaler Tagesablauf beginnt immer um diese Zeit. Ich habe einen Weckrhythmus von neun Minuten und nach dreimaligem weiteren Klingeln stehe ich dann auf, wecke meine Kinder, fahre den Rechner hoch, schmiere Butterbrote und motiviere die noch leicht verträumten, kleinen Herren dazu, ihren Tag auch mit Freude zu beginnen.

Der Mittwoch vor drei Wochen war ganz anders. Um 6 Uhr klingelte auch dieses Mal mein Wecker - aber ich lag nicht in meinem Bett und ich hatte auch keine 27 Minuten „Zeitreserve”. Aufstehen, duschen, Haare machen und die Sachen, welche ich benutzt hatte, wieder zurück in mein Reisegepäck legen. Zur gewohnten Zeit benutzte ich, anders als sonst, wenn ich sie leise anspreche und die Haare aus dem Gesicht streichend mein: "Es ist Zeit zum Aufstehen" flüstere, mein Handy, um einen Weckruf zu wählen. "Hallo", so hörte ich eine verschlafene Stimme. "Hier ist der fröhliche Wecker", antwortete ich. Sie wurden langsam munter und bei mir zu Hause begann der gewohnte Tagesablauf, aber ohne mich. Schön ist es, wenn einen Rituale begleiten und man sich in einem vertrauten Rahmen bewegt. Das macht sicher.

Jenes Gefühl der Sicherheit hatte ich an diesem Tage ganz und gar nicht. Denn nach einem Frühstück im Hotel begab ich mich mit dem Taxi und meinem Reisegepäck zum Kestendamm. Ich war in Offenburg und wir hatten etwas völlig NEUES vor.

Punkt 8 Uhr war ich dann da und konnte im obersten Stock der Fashion Factory das Büro bewundern, das am Tage vorher zum Nähstudio umgebaut worden war. Unser erster DREHTAG begann. Alles, was wir bis zu diesem Tag vorbereitet und besprochen hatten, musste nun umgesetzt werden. Ich für meinen Teil hatte eine Tasche mit Zubehör gepackt, Nähmaschinen verfrachtet und die Idee, was wir denn thematisieren im Kopf. Aber das Drumherum war nicht mein Part und gleich am Anfang sah ich, welche unglaublich gute Vorbereitung geleistet wurde. Das Zimmer sah toll aus. Die Scheinwerfer und Kameras, das Mikro, mit dem ich verkabelt wurde, die Visagistin, die darauf wartete, uns hübsch zu machen. Der Kameramann Chris wartete und vom ersten Moment an stimmte die „Chemie” im Team. Ich lernte meine Gesprächspartnerin kennen und die Auswahl von Karin erwies sich für mich als unbeschreiblicher Glücksgriff. Nacheinander wurden wir geschminkt. Auch das entspricht nicht meinem sonstigen Tagesablauf, aber es hat richtig Spaß gemacht. Mit Lockenwicklern auf dem Kopf wurden die ersten Bilder gemacht und wir alle waren vorfreudig angespannt und neugierig, was wir denn so gemeinsam an
diesem Tag schaffen würden.

"Bei los gehts los" sage ich gern meinen Kindern, wenn es eines Startschusses bedarf. Bei Los ging es dann los und wir brauchten drei Einstiege. Was sagt man denn in eine Kamera und in welche am Besten schauen? Hallo in die Runde /images/emoticons/mozilla_laughing.gif, so schreibe ich manchmal bei Forumseinträgen. „Hallo in die Runde”, so sprach ich es auch hier zum wiederholten Male. Eigentlich, dachte ich, müssen wir das bestimmt wiederholen. Aber auf einmal lief es. Karin und ich wurden ein Filmteam. Ganz viel haben wir geplaudert und nun ist der erste Filmteil online.

Ein komisches Gefühl ist es, sich selbst zu sehen. Voller Herzklopfen habe ich die „Vorpremiere” am heimischen Rechner erlebt. Heute weiß ich, was ich hätte alles anders machen können /images/emoticons/mozilla_laughing.gif, aber in der Spontanität unseres Gespräches ist wirklich zu sehen, wie wir sind. Wir haben keine Rollen gespielt oder ein Drehbuch gehabt. Wir haben uns übers Nähen unterhalten wie man es auch auf Messen tun kann oder bei kleinen Treffen. Über die Schulter hat uns dabei die Kamera geschaut. Und nun können das alle Besucher der Website.

Das Herzklopfen der ersten Online-Sendung übersteigt nun das der ersten Drehminuten. Deshalb wiederhole ich noch einmal: "Hallo in die Runde!" und ergänze - wir alle im Team sind ganz gespannt auf Feedback. Konstruktive Kritik ist sehr willkommen. Und wer im Bereich Offenburg wohnt und auch einmal so schön auszusehen möchte - die Visagistin heißt Andrea Vollmer und man kann sie buchen /images/emoticons/mozilla_wink.gif.

Viele Grüße,
Anne Liebler

 

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Geschrieben von carolin um 15:40 Uhr in Annes Kolumne

Sonntag, 2. März 2008

Schööööööön sein

Als ich ein junges Mädchen war, da hoffte ich immer, sie würde auch mich besuchen:  die Fee mit den drei Wünschen. Zweifelsfrei gehörte bei mir der Wunsch „schön zu sein” dazu. Ich wollte etwas größer sein, einiges schlanker und überhaupt ... /images/emoticons/mozilla_wink.gif
 
Sie kam nicht ... und ich bin heute nicht mehr traurig darüber. Ich bin immer noch klein und mein letztes genähtes Shirt ist aus der aktuellen burda PLUS (rechts). Aber, ich glaube mittlerweile, Schönheit hat nicht nur etwas mit der „Hülle” zu tun, sondern sie kommt, wie viele Menschen sagen, auch von innen. Wenn das eigene Leben rund läuft, dann sieht man das im Gesicht, an den Augen, der Körperhaltung und der Art, dem Tag zu begegnen. Daran muss man aber arbeiten.
 
Nichts destotrotz sehen wir gern „schöne Menschen” an. So wie in der Nacht vom 24. zum 25.02.2008. Sie benutzten den roten Teppich um zur Oscar-Verleihung zu schreiten. Als Erwartungsfrohe, Gäste, Geehrte und gern Gesehene. Traumhafte Kleider und elegante Männer waren zu bewundern. Gern blieben die Träger/innen stehen, damit Fotografen alles gut sehen und dokumentieren konnten. Ich bin ganz sicher, vor dem großen Auftritt war die große Toilette angesagt. Stunden vor dem Spiegel, zupfen hier, richten da. Schminken, Haare stylen und immer wieder der kritische Blick in den Spiegel. Menschen, die erfolgreich sind und selbstbewusst zeigen: <i>Sehe ich nicht gut aus, ist alles schön? </i>
 
Jedoch braucht man nicht nur zur Oscar Verleihung zu fahren, um diese Fragen zu stellen. Ich habe Frauen in meinem Berufsleben kennengelernt, die hatten dieses aber verlernt. Nicht, weil sie nicht mehr schön sein wollten, sondern weil sie in ihrem Alltag nicht mehr „rund” liefen. Oft waren sie zu Hause. Kinder wollten betreut werden, Angehörige gepflegt, oder es gab keine Arbeit mehr. Jedoch auch jene mit zu viel an Arbeit waren dabei. Alles managen zu wollen ging einfach zu Lasten der Zeit, die für einen selber blieb. Irgendwann wurde der Blick in den Spiegel kürzer und die schöne Kleidung wechselte mit der „praktischen” – Jeans und Shirt und man war auch angezogen. Aber zurechtgemacht, so beschrieb das meine Mutter immer, war man nicht.
 
Das bin ich auch nicht immer. Aber dann kommen die Tage, an denen es mir überdeutlich bewusst wird und ich sehr wählerisch vor dem Kleiderschrank stehe, um zu überlegen: „Wie mache ich mich jetzt schön?” Und dann geht der Griff zu den „edleren Sachen”. Bluse und Rock, Accessiores mitten im Alltag. Elegantere Modellangebote gibt es in jedem Modemagazin. Bei der inneren Frage, ob ich das denn „gebrauchen kann”, denke ich an diese Momente und ich bin sicher - nicht so oft, aber eben genau dafür!
 
Mein großer Auftritt unterbleibt, aber wenn dann beispielsweise mein Sohn erstaunt schaut und meint: „Mama, Du siehst heute aber schick aus!”, dann weiß ich, es fällt doch auf. Und dann fühle ich mich bestimmt nicht weniger schön als alle auf dem roten Teppich. Wann war Ihr letzter „großer Auftritt” vor dem Spiegel? Schaffen Sie ihn sich, es lohnt sich, denn dann fühlt man sich soooooooo gut!

Herzliche Grüße, Anne Liebler

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Geschrieben von carolin um 09:59 Uhr in Annes Kolumne

Donnerstag, 7. Februar 2008

Zahnschmerzen und Zeit für Mode

Mir ging es nicht gut seit Anfang Januar. Ein Zahn brauchte länger, bis er mir und meiner Zahnärztin erklärte - ICH bin Ursache für die Schmerzen und Einschränkungen. Dafür machte er das am Ende sehr deutlich und zu Zeiten, die nicht "Zahnarztsprechstundenkompatibel" waren.
Um es kurz zu fassen - ich litt ...

Was tun Frauen gern, wenn sie sich nicht wohlfühlen? Sie gehen shoppen! Zur Ablenkung, inneren Freude und überhaupt ... Die Wege zum Zahnarzt boten sich an /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Auch, weil nach der Suche nach der Ursache und späteren Behandlung die durchaus unschönen Gefühle "frisch" aktualisiert waren und ich mich dringend mit "was Schönem" beschäftigen wollte.
Also führte mich mein Weg ins Getümmel. In Aachen gibt es kleine Boutiquen und große Kaufhäuser. In einem solchen hat auch Bruce Darnell jahrelang als persönlicher Einkaufsberater von Plakaten gelächelt, als er hier wohnte. Das habe ich in der Zeitung gelesen und es motivierte mich, einmal nach der neuen Mode und Spuren von ihm zu schauen. Da in dem Artikel nicht stand, in welchem Kaufhaus, trieb mich auch die Neugier in verschiedene Geschäfte.

Vielen Menschen begegnete ich und oft staunte ich über den Berg Kleiderbügel über dem Arm, mit dem sie in Richtung Umkleidkabine liefen. Manchmal dachte ich – ob es ihnen auch nicht gut geht und deshalb das Shoppen so viel Freude macht? Aber die entspannten Gesichter ließen mich diese Vermutung nicht lange bewahren. Ich glaube, es ist einfach die Lust, schick und modern zu sein. Aus der Vielzahl der Angebote das zusammenzusuchen, was den eigenen Stil repräsentiert. Die Freude am Kleiden, am Komplettieren – es kommen viele Beweggründe zusammen. Shoppen geht Man(n) = Frau anscheinend immer gern, nicht nur, um Stress oder Schmerzen abzubauen.

"Bunt, ja bunt sind alle meine Kleider" fand ich jedoch die Zeilen eines Kinderliedes in mir, als ich die Farben der neuen Frühjahrskollektion sah, die überall präsentiert wird. Wer kennt noch den Stil der neuen Mode in seiner Ursprungszeit? Sie erinnert sehr an die Zeit, als ich jung war, aber es ist alles schöner! Die Materialien sind edler, der Stil raffinierter, die Farben leuchtender. Sie zu sehen, macht Lust auf den kommenden Frühling. Meine Shoppingwünsche waren nicht ausgeprägt, da die Motivation ja eine andere war. In Sachsen nennt man das "biddeln". Ziellos gezielt Geschäfte besuchen und einfach sehen, was es denn so gibt. Einmal probieren hier, ein anderes Mal "fummeln" da oder schauen und begutachten.

 Gekauft habe ich nur eine Weste (rechts). Spaß hatte ich viiiiiiiiiiel mehr. Aber auch die erneuerte Erkenntnis in der Umkleidekabine, dass ich mit meinem 1,59 m und den Kilos meiner "Lebendigkeit" nicht so ganz 100% in die Konfektionsangebote passe. Aber dann strahlte mich ein nicht mehr schmerzgeplagtes Gesicht im Spiegel an - Kein Problem, ich kanns ja selber nähen. Genauso, schöner und definitiv passend.

Ich weiß jetzt, was im Trend ist, nehme Schnitte und lenke mich besser mit Nähen ab. Oder mit Lesen. Zum Beispiel mit besagtem Artikel in der Aachener Zeitung zu Bruce Darnell. Der ist sehr lustig und informiert über die Sendung, die er bald in der ADR moderiert. Auch dabei geht es um Mode und Wohlgefühl.
Ganz viel Spaß hatte ich beim Lesen der folgenden Zeilen /images/emoticons/mozilla_wink.gif: "Der Clock ist tickig." Das soll Darnell bei den Dreharbeiten gesagt haben. Langsam wird es Zeit, die Zeit eilt. Quelle 28. Januar 2008, Artikel von F. Lennertz und Ch. Merkelbach. In der freien "Anne-Übersetzung" heißt das auch: "Die Uhr läuft." Der Frühling kommt bald. Nähern wir uns ihm modisch und nähen dafür etwas Schönes.

Herzliche Grüße! Anne Liebler

PS: Gute Besserung allen Zahngeplagten. Die tickernde Clock heilt alle Wunden und beruhigt auch den unangenehmsten Zahnschmerz. Ganz sicher. Bis dahin braucht man nur Geduld.

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Geschrieben von carolin um 06:56 Uhr in Annes Kolumne

Montag, 21. Januar 2008

Ich habe Träume und die Bitte um Unterstützung

Ja, wer hat die nicht. Sowohl, als auch /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Früher, als ich mit dem Nähen begonnen habe, träumte ich sehr oft von den nähtechnischen Abläufen. Sicher lag das daran, das ich am Abend noch lange über Schnittmuster grübelte oder eigene Ideen überlegte.In der Nacht kam dann so mancher „AHA-Effekt” und ich konnte es am Morgen kaum erwarten, das „Neugelernte” umzusetzen. Gern hätte ich jemanden gefragt, aber es waren keine anderen Hobbyschneiderinnen da. Wie gut haben wir es heute.

Nähen noch im Schlafanzug war nichts Seltenes und ich gebe zu, auch hin und wieder eher aufgestanden zu sein, weil mich die Ideen einfach munter machten. Ich weiß - nicht nur ich mache das. Man braucht nur in den Weblogs hier lesen und dann sieht man, kreative Frauen sind "umtriebig" und sie brauchen scheinbar weniger Schlaf.
Auch beim Surfen gibt es dann „AHA-Effekte”, wenn man quasi lesend über die Schulter schaut und sehen kann, womit und wie dort nähtechnische Probleme gelöst oder kreative Ideen umgesetzt werden. Man hat zwar nicht gefragt – aber bekam viele Antworten und Anregungen.

Die virtuelle Gemeinschaft ist einfach wunderbar. Sie zu ergänzen mit den realen Treffen macht die Community noch „runder”. Von einem neuen Termin dazu träume ich seit einiger Zeit.

Im März diesen Jahres haben wir Gelegenheit. Zeigen, mitmachen, anspornen, schwatzen /images/emoticons/mozilla_wink.gif und vieles mehr – auf der Creativa 2008 in Dortmund.
In der Ausgabe des Creativa Magazins steht dazu: „Alltagsstress ade” heißt es in Halle 6. Denn mit einem Besuch der Creative-Handarbeits-Lounge kann man sich etwas Gutes tun. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der Präsentationen und Workshops beim NÄHEN.

Auf zwei Ständen in diesem Bereich sind wir zu finden. Michael Weinreich, Katja Deck, Urula Hurth, Christa Rolf und ich - Anne Liebler.
Einen festen Workshopplan haben wir und einen zeitfreien Bereich. An jenem bin dann ich und ich biete wieder meine Lieblingsthema an: RETTET die Jeans! Da das ein Mitmachbereich sein wird, zu dem ich auch Hilfe brauche – man könnte ja nun sagen: „Rettet Anne Liebler durch eure Unterstützung”, werden wir das in den Foren diskutieren. Schon jetzt danke ich für jede Hilfe und jeden Besuch vor Ort. Ich hoffe sehr, meine Träume - Nähen weiter beliebt zu machen, werden wahr.

Fünf Tage lang werden wir zeigen, was wir so "drauf" haben. Ganz besonders erwähnenswert an dieser Stelle sind die Workshops von Michael, die sich alle mit den neuen Einzelschnitten aus der neuen Frühjahr/Sommer Kollektion beschäftigen.

Wir sehen uns?
Herzlichst!
Anne Liebler

Der Workshopplan  
Mittwoch, 12.03.2008 10 Uhr - Reißverschlüsse in Jeans einnähen mit Ursula Hurth
12 Uhr - Stoffpuppen für Kleinkinder mit Michael Weinreich
14 Uhr - Korrektes Maßnehmen für individuelle oder gekaufte Schnitte mit Ursula Hurth
16 Uhr - Streifentechnik auf Filmoplast mit Christa Rolf
Donnerstag, 13.03.2008 10 Uhr - Reißverschlüsse in Jeans einnähen mit Ursula Hurth
12 Uhr - Kreative Schürzen mit Michael Weinreich
14 Uhr - Korrektes Maßnehmen für individuelle oder gekaufte Schnitte mit Ursula Hurth
16 Uhr - Streifentechnik auf Filmoplast mit Christa Rolf
Freitag, 14.03.2008 10 Uhr - Korrektes Maßnehmen für individuelle oder gekaufte Schnitte mit Ursula Hurth
12 Uhr - Kreative Taschen mit Michael Weinreich
14 Uhr - Kugeltiere und Kantenhocker aus Fellimitaten mit Katja Deck
16 Uhr - Streifentechnik auf Filmoplast mit Christa Rolf
Samstag, 15.03.2008 10 Uhr - Genähte Accessoires aus der Restekiste mit Katja Deck
12 Uhr - Kreative Taschen mit Michael Weinreich
14 Uhr - Osterkörbchen nähen und verzieren mit Katja Deck
16 Uhr - Streifentechnik auf Filmoplast mit Christa Rolf
Samstag, 15.03.2008 10 Uhr - "Mann" näht wieder! Kurze bis mittellange Hosen mit Michael Weinreich
12 Uhr - Eine Tasche für den Alltag wird zum Unikat mit Katja Deck
14 Uhr - "Mann" näht wieder! Schlafanzug nach Schnittmuster mit Michael Weinreich
16 Uhr - Individuell gestaltete Karten oder Wandbilder aus Stoffresten mit Katja Deck

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Geschrieben von carolin um 06:44 Uhr in Annes Kolumne

Freitag, 21. Dezember 2007

Es lebe das Vorurteil!

Nein, das ist kein erhobener Zeigefinger oder ein herablassender Rat für die Allgemeinheit, sondern die leicht schmunzelnd im Spiegel überbrachte Selbsterkenntnis. Ich habe ja schließlich einiges erlebt und kann davon erzählen. Nicht nur das Erleben ist wichtig, auch das Erfahren. Wie man was macht, welche Technik sich wofür eignet oder wobei das eigene Interesse gänzlich gegen Null strebt, lernt man mit den Jahren.
Näh- und handarbeitstechnisch heißt das beispielsweise bei mir:

Ja - unbedingt!Nein - mag ich nicht
Ich hefte gern, damit ich das erwählte Wunschmodell vorab gut anprobieren und eventuell vorhandene figurbedingte Änderungen abschätzen kann.  
Ich nähe bei transparenten Stoffen gern französische Nähte. 
 Nicht wirklich reizt mich das Nähen von Dessous, aber Hemdchen und Nachtwäsche wiederum ... Ja, da ist das Interesse dann doch da.
Ich stricke gern mit klappernden Nadeln /images/emoticons/mozilla_wink.gif, im Sockenstrickspiel und beim Häkeln sind mir die unterschiedlichen Griffstücke egal.  
Nicht egal ist mir die Form meines Nahttrenners. Ich brauche den mit dem flachen Griff.  


Ich glaube, so kann jeder seine eigene Tabelle erstellen. Ja, aber /images/emoticons/mozilla_laughing.gif – wenn es kein ABER gäbe, wäre diese Kolumnenüberschrift ohne Inhalt – manchmal wandert eine Einschätzung von der einen in die andere Spalte.

So wie bei diesem Beispiel. Vor einiger Zeit war ich zur Neuheitenpräsentation bei einer Firma. Vorgestellt wurde unter anderem auch eine Strickmühle, mit der "Man(n)", Frau und auch Kind ziemlich schnell und unkompliziert in Runden und Reihen stricken kann. Eigentlich ... strickt man nicht, man kurbelt. Das ist nun kein gängiger Begriff für eine Handarbeitstechnik. Ich gebe zu, das Gerät bei der ersten Inaugenscheinnahme belustigt angesehen zu haben. „Nett”, sagt man in einem solchen Fall meist höflich /images/emoticons/mozilla_wink.gif und ich dachte „Das ist doch kein richtiges Stricken”!

Drehen, drehen, drehen und nochmal ... hmm. Es geht rasant schnell, aber außer dass man aufpassen muss, dass der Faden gut abgezogen wird und man weiterdreht, muss man nicht wirklich viel dabei tun. Das kann ermüden. So weit meine Theorie. In den letzten Tagen habe ich Schals gemacht. Einige – und jeden anders bunt. Zum Thema Fußball-EM 2008 und die vertretenen Länder durfte ich mir etwas einfallen lassen. Bei jedem begonnenen Schal kam eine neue Idee. Ach, was war ich froh, dass es schnell ging, bis ich mich ans nächste Teil machen konnte. Meine Ideen musste ich nicht lange "konservieren". Irgendwann am späten Abend stand ich dann drehend am Tisch und begann über mich zu lachen. Die Begeisterung, die mich erfasst hatte, schnell die Ideen umsetzen zu können, hätte ich kaum erwartet. Wie war mein erster Eindruck????! Dabei sind mir dann auch andere Gelegenheiten eingefallen, bei denen nicht nur ich unbewusst ein Schild in die Höhe halte, auf dem steht: ES LEBE DAS VORURTEIL!

Auch im Bereich Nähen sind sie zahlreich vertreten. „Kinder im Teeniealter ziehen nichts Selbstgenähtes mehr an”, ist eines davon! „Nähen ist altbacken” gehört dazu oder „Die Zutaten sind ja soooo teuer, es lohnt sich nicht!” Meine jüngsten Kinder sind 10 und 12 Jahre alt und wir haben uns öfter über das "Schild" unterhalten. "Klamotte bekommt ihre Chance"! Sie ziehen an, was ich ihnen nähe. Dabei höre ich auf ihre Wünsche und dann ist ein Tag Schule angesagt, zum Vorurteilüberprüfen. Wird die Hose, das Hemd oder was auch immer als "uncool" gewertet, dann muss er es nicht mehr in die Schule anziehen. Es passiert ganz selten /images/emoticons/mozilla_laughing.gif und dann werden diese wenigen Sachen in die Freizeitgarderobe verlagert. Die Hosen sind nämlich "gemütlich" - sagt er, auch wenn sie derzeit an seiner Schule nicht "angesagt" sind. Sie passen und halten gut, denn ich hatte mir Zeit genommen und auf Verarbeitungsqualität geachtet. Vorurteile sollte man hin und wieder hinterfragen oder sich einfach auf das, was man meint, nicht zu wollen, probehalber einlassen. Ich war überrascht und belustigt, meine Argumente im Gespräch mit den Kindern dann im Spiegelbild zu sehen /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Auch "älter" lernt man immer wieder was Neues – sogar bei sich selbst /images/emoticons/mozilla_laughing.gif.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen: Nähen, stricken oder gestalten Sie was Schönes /images/emoticons/mozilla_laughing.gif und überdenken Sie mal die eigene Liste der Ablehnungen auf diesem – unserem – Gebiet. Als kleiner Tipp: Es gibt ab Januar einige schöne Kindermodelle bis Gr. 176. Geben Sie den Schnitten, der Strickmühle und den Kinderklamotten eine Chance?

Viele Grüße,
Anne Liebler

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Geschrieben von carolin um 12:03 Uhr in Annes Kolumne

Freitag, 30. November 2007

Heute kein Termin - sagt mein Handy

Ja wie schön /images/emoticons/mozilla_laughing.gif – aber morgen, da treffe ich mich wieder mit den Oecher Wollweibern. Wer meine Kolumne liest, wird den Eindruck haben, ich reise oder ich bin hier unterwegs, Leute zu treffen. Ganz so stimmt es nicht, aber es sind die Höhepunkte, die meinen Alltag prägen. Und darüber erzähle ich dann natürlich gern. Oche ist Aachen auf Platt. Wollweiber, das sind wir. Eine Gruppe von Frauen mit und ohne Kindern, die sich jeweils Dienstag und Freitag für ca. 2 Stunden treffen, um dann gemeinsam Wolle oder anderes mit der Hand, in einer Gaststätte, zu verarbeiten. Jede für sich und natürlich mit verschiedenen Techniken. Alle gemeinsam in einer Runde.

Strümpfe, Pullis, kleine Teddybären, Patchworkblumenteile oder Taschen enstehen. Und nebenbei wird mit Vorliebe geschwatzt, Kuchen genascht und Kaffee oder „Apfelweizen” getrunken. Es gibt keine festen Regeln und keine „Vereinsnotwendigkeit”. Wer kommt, ist da, und wenn man mal nicht teilnehmen kann, bleibt ein Gefühl des Entzugs. Jedenfalls ist das bei mir so. Man müht sich beim nächsten Mal wieder mit dabei zu sein.

Handarbeiten ist IN. Überall in der Mode haben Stricksachen, Gefilztes oder bestickte Elemente Hochkonjunktur. Im Internet gibt es unzählige Strickblogs und den Besitzer/innen ist es wichtig zu zeigen, was sie Neues gemacht haben. Auch hier bei uns auf burdafashion.com ist es so. Haben Sie das schon gesehen? Aber gemeinsam Handarbeiten zu machen und das in der Öffentlichkeit, ist keine alltägliche Sache. Wir bemerken schmunzelnd die Blicke und laden ein, wenn das Interesse sichtbar wird, teilzuhaben und mitzumachen. Da wir einen festen Treff-Rhythmus haben, ist das gut zu merken. Wir sind keine Runde von 40+ Frauen, sondern von jung bis ... Handarbeiten ist nicht altbacken und nicht nur was für alte Leute. Jedoch wissen viele Frauen nicht mehr, wie man was selber macht. Das Wissen über die Technik ist verloren gegangen. Obwohl: Früher /images/emoticons/mozilla_laughing.gif, ja früher hatte man das auch in der Schule, nur man hat es nie mehr gemacht. Gemeinsam aktivieren wir Vergessenes.

Das direkte Gespräch ist mir dabei sehr wichtig. Ich kann meine Ideen zeigen und vorstellen. Dabei geht es mir nicht um Zustimmung oder den Satz: Toll, was du wieder gemacht hast. Viel wichtiger ist die Kritik oder der Hinweis, was ich wie anders machen könnte, wo möglicherweise meine Fanatsie „Purzelbäume” schlägt. Ich weiß, die anderen Wollweiber haben auch Ahnung, und wir wollen gemeinsam voran ommen. Ihr Rat ist mir willkommen.

Lustig finde ich, dass fast alle Wollweiber (und auch sonst habe ich das schon oft erlebt) bei fertiggestellten Sachen, gleich nachdem jene lobend für „gut” befunden wurden, direkt sagen: „Ja, aber an dieser oder jener Stelle bin ich nicht zufrieden!” Und dabei auf Mängel hinweisen, die man nie oder nur ganz selten sehen würde! /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Bei meinem letzten Pulli klappt aus unerfindlichen Gründen der eine umhäkelte Rand des Ärmels nach oben. Das bekomme ich mit Spannen sicher hin ... und das ich einen Strickfehler im Muster erst fand, nachdem ich alles zusammengenäht hatte, verrate ich nicht wirklich gern ...

Aber - er ist das Besondere daran. Der kleine Mangel macht das Unikat aus /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Es ist Handarbeit * Einzigartig * Meine.

Auch wenn die Wollweiber meinen Pulli (Foto rechts) anfangs sehr, sehr kritisch begutachteten, habe ich ihn nun weiter- und fertiggestrickt. Ich habe mich aber ihrem Rat angeschlossen und „das Bunte” unter der Brust enden lassen. Er ist ein Hingucker – so wie wir da in der Gaststätte auch.

Angefangen hat es als Idee von zwei Frauen, die sich im Internet verabredeten. Auch User in unserer Kontaktbörse versuchen das. Es macht Freude, sich aufeinander einzulassen. Man muss nur hingehen /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Die erste Schwelle ist die schwerste, danach kennt man sich!

Ich wünsche viele bereichernde Kontakte.

Herzlichst
Anne Liebler

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Geschrieben von carolin um 07:45 Uhr in Annes Kolumne

Freitag, 9. November 2007

Meine neue Bekanntschaft mit Namen Udo

Seit ein paar Wochen nähe ich Drachen ... Dazu gekommen bin ich wie sprichwörtlich die Jungfrau zum Kind: überraschend /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Mein Jüngster geht in eine Offene Ganztagsschule in Aachen. Das heißt, es gibt eine Nachmittagsbetreuung. Neben dem gemeinsamen Essen und der Hausaufgabenbetreuung werden sehr schöne Kurse angeboten. Tanzen, Theater, Zirkus, Yoga, Kochen, Trommeln und mehr steht auf dem Programm. Das engagierte Team um "Wetti" hat sich Gedanken gemacht, dass die Kinder nicht nur da sein müssen, sondern auch Spaß an und während der Zeit haben. Die Betreuung ist für Erst- bis Viertklässler, und mein Sohn gehört zu den Großen.

Vor ein paar Tagen kam ich ihn abholen, und als mich Renate fragte, ob denn Bill mit mir wegen „dem Nähen” gesprochen habe, ich das verneinte und er mit einem leicht missbilligenden Blick ihrerseits dann förmlich das "Ach ja, jetzt erinnere ich mich!"-Gesicht aufsetzte, kam seine Frage: "Mama, nähen wir mit Drachen?!?" Nähen = IMMER. Ich sagte zu /images/emoticons/mozilla_laughing.gif und jetzt so langsam wird mir das Ausmaß meines freimütigen JAs bewusst. Vorab  - ich bereue es nicht... "Ja" hieß nun konkret Freitag ab eins mit Nähmaschine und Ausrüstung in der Schule erscheinen. Einmalig dachte ich. Meine Frage am Vortag in der OGS bezüglich der Nähgarnfarbe wurde beantwortet mit "bunt", es wäre so viel Material da in vielen Farben. „Viel“ machte mich dann stutzig /images/emoticons/mozilla_laughing.gif.

Nun ja, der Freitag kam und mit ihm begegneten mir das erste Mal Udo (links) und seine großen blauen Plastiksäcke /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Jene, gefüllt mit Industrieabfällen von Ballonseide und Segeltuch hatte er bei den entsprechenden Firmen erbeten und in die Schule gebracht. Udos Hobby ist Drachen zu nähen. Er ist herzkrank und noch nicht wirklich alt. Seinen Beruf kann er nicht mehr ausführen und als „Rentner” zu Hause fiel ihm die Decke auf dem Kopf. Seine Frau arbeitet noch und ist den ganzen Tag nicht da. Er ist ein sehr offener Mann, und als er an die alte Klassenleiterin seiner Tochter (vor über 20 Jahren einmal am Lousberg eingeschult) dachte, rief er in der Schule an und fragte, ob er irgendwas mitmachen könnte, helfend und seine Zeit sinnvoll nutzend. Seither begleitet der gelernte Ingenieur für Elektrotechnik die Hausaufgabenbetreuung. Alle Kinder danken es ihm /images/emoticons/mozilla_laughing.gif, denn Mathe ist mit Udo nur noch halb so schwer. Da offenbar noch Zeit übrig blieb, besuchte er die oben erwähnten Firmen und sammelte Material.

Mit einem selbst erstellten Schnittmuster und einigen praktischen Ideen in der Umsetzung für den Drachenbau kam er dann am ersten gemeinsamen Freitag an, streckte mir und den beiden anderen anwesenden Muttis die Hand entgegen und meinte. "Hallo, ich bin der Udo und wer bist du?" Seine Geschichte und Intention erfuhr ich erst bei weiteren Treffen. Ich bewundere die Entschlusskraft, sich sinnvoll einzubringen. Nähende Männer haben für mich keinen Seltenheitswert, ein "solcher" Udo jedoch schon! Er hat Drachennähahnung, eine ziemlich alte Maschine, ein für mich etwas fragwürdiges Nahtbild und eine lustige Beschreibung der Nähtechniken. Es geht aber nicht um besondere Leistung, sondern darum, dass sie fliegen. Das werden wir gemeinsam testen – nach dem Nähen.

Wir haben uns viel vorgenommen, denn die Plastiksäcke sind groß, mehr als 60 Kinder besuchen die OGS und wenige Mamas haben Zeit oder Geschick an der Nähmaschine.  Also wird pro Mama bestimmt mehr als der eigene Drachen genäht ...

Udo hat es uns ganz simpel vorgemacht, dass man Zeit dafür haben kann, wenn man es will. Ich freue mich heute schon auf einen stürmischen Tag mit leuchtenden Kinderaugen, roten Wangen und buntem Himmel. Danke Udo für diese Idee, mit der Nähmaschine gemeinsame Höhepunkte vorzubereiten!

Anne Liebler 

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Geschrieben von carolin um 07:37 Uhr in Annes Kolumne

Freitag, 26. Oktober 2007

„Mal eben schnell ...”

Wer kennt diesen Spruch nicht. Mal eben schnell nimmt man sich vor, etwas zu schreiben, nähen, kochen, backen. Meist hat man zu wenig Zeit, deshalb muss man ja "schnell" sein. Aber es gibt auch den Satz: "Kannst Du mal eben schnell", auf den viele Hobbyschneider/innen leicht "verschnupft" reagieren, wenn er gepaart ist mit dem Wunsch eine Hose zu kürzen, einen Reißverschluss zu wechseln oder eben mal schnell dieses oder jenes zu nähen... Das ist aber fast ein anderes Thema. Meist, so besagen nicht nur meine Lebenserfahrungen, sind diese Sätze Garant dafür, das es schief geht. Nicht immer, aber doch oft. Mit Ruhe und Bedacht ist das Ergebnis sicherer.

Am vergangenen Wochenende beim Nähen, als ich am Bügelbrett stand und eine Einlage einbügelte, erinnerte ich mich an einen Besuch bei der Firma Freudenberg. Bekannter ist sie, wenn wir den Produktnamen nutzen, der uns vertraut ist. Ich war bei Vlieseline zur Schulung. "Mal eben schnell" konnte kein Thema sein und das ist für mich heute Anlass zum schreiben und in der Erinnerung kramend meine dort erworbenen Kenntnisse weiter zu geben.

Ich war nicht die Einzige zu "Beschulende". Gespannt saßen wir und erfuhren, das Sortiment ist groß und es wird immer Vielfältiger. Aber - jede Einlage wird anders behandelt. Man kann nicht abstrahieren - Vlieseinlage = nasses Tuch = richtig! Die Beschäftigung mit den Anforderungen des jeweiligen Stoffes und der gewählten Einlage ist unerlässlich. Blau am Rand findet man Benutzungshinweise oder wenn man im burda Buch „Nähen leicht gemacht” die Seite 52 aufschlägt und nachließt, wird man ebenso fündig.

Das Know how beim Bügeln /images/emoticons/mozilla_laughing.gif ist wichtig, damit es nach dem Nähen keine Probleme gibt. Mein Tag bei Vlieseline brachte einige Aha Effekte und die stille Überlegung - mache ich es immer richtig? Vor Fehlern ist niemand gefeit, denn Frau Mitsch erzählte, das es oft Anfragen gibt, welche fehlerhafte Vlieseinlagenverarbeitung betreffen. Ganz ganz oft stand das Ursprungsproblem dabei vor dem Bügelbrett. Schrittweise bügeln heißt: Aufsetzen - etwas drücken - Sekunden zählen - aufnehmen, das Bügeleisen ein Stück zur Seite heben und dann das gleiche Prozedere, bis man fertig ist. Feucht aufbügeln heißt nicht, das Dampfbügeleisen zu nutzen. Nass sind dann nur die Dampfpunkte und ringsherum?!? Die Aussage "feucht aufbügeln" heißt wirklich, so wie ich es von meiner nähenden Großmutter mit altem Eisen kenne, einen nassen Lappen neben dem Bügelbrett haben und jenen fast trocken bügeln - natürlich AUF der
Einlage und nicht daneben /images/emoticons/mozilla_laughing.gif.

Es war ein kurzweiliger Vormittag, der dann in einer Diskussionsrunde und einem Besuch im Studio, dort wo die Muster hergestellt werden, endete. Ich habe viel gelernt und freundliche Mitarbeiterinnen der Firma kennengelernt, die mehr als bereitwillig ihr Fachwissen weitergaben. Zusammengefasst: Das "ich nähe mal eben schnell" endet schon an dem Punkt. Schritt für Schritt, egal ob trocken, mit einem feuchten Tuch oder mehrfach langsam über die jeweilige Stelle gleitend aufbügelnd, braucht je nach der Größe des Schnittteiles Geduld. Ich hatte ein Hemd genäht, als ich mich erinnerte. Kragen, Manschetten und Besatz benötigten Vlieseinlage. Schritt für Schritt /images/emoticons/mozilla_wink.gif dachte ich schmunzelnd und ich weiß, jetzt mache ich es viiiiiiiiel besser als vor der Schulung. Durchdachter.

Auf zahlreichen Messen kann man die netten Vorführfrauen von Vlieseline sehen und ich gehöre nicht zu einer privilegierten Gruppe - sie teilen ihr Wissen allen mit, die sich interessiert zeigen. So wie wir hier auf der Website /images/emoticons/mozilla_laughing.gif.

PS: Das Hemd ist gut geworden. Die Einlage hält, das Kind und seine Klasse finden es cool. Weder Blasen noch Ablöseerscheinungen sind zu sehen. Ich hatte mir Zeit genommen...

Viele Grüße
Anne Liebler

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Geschrieben von carolin um 08:12 Uhr in Annes Kolumne

Freitag, 12. Oktober 2007

"Gedanken" beim Zugfahren

Ich fahre gern mit der Bahn. Nicht nur, weil ich dabei arbeiten kann und mich bei Bedarf bewegen, ich keinen Stress habe, was andere Verkehrsteilnehmer tun, keine Baustellen mit endlosen Staus mich unkalkulierbar lange bremsen und ich im Regelfall auch gut, meist pünktlich ankomme. Der Ehrlichkeit halber sei aber zu sagen, dass ich es nicht zu meinen Begabungen zähle, eine gute Autofahrerin zu sein. Ich habe nämlich und das verblüfft viele Mitmenschen keinen Führerschein. Heutzutage... so sagen die Meisten braucht man den doch! Ich nicht /images/emoticons/mozilla_laughing.gif.

Aufgrund meiner zurückliegenden Berichte dürfte es nicht verwunderlich sein, dass gerade die letzten Wochen und Monate Bahnintensiv waren. Die Orte Dresden, Hamburg-Schnelsen und  Offenburg standen unter anderem auf meinen Fahrkarten. Immer wenn ich eine neue Reise beginne, bin ich sehr neugierig, was sie bringen wird. Nicht nur die Messe, das Event oder das Meeting ist interessant. Nein auch die Reise. Ich kann zusehen, wie Mitreisende ihre Zeit verbringen oder bekomme Kontakte, die sich ergeben, wenn man teils stundenlang nebeneinander sitzt und ins Gespräch kommt. Meine Rückreise von der Messe Handarbeit Nord war "spontan". Ich wählte die kürzeste Verbindung und riskierte den Reisebeginn ohne Platzreservierung. Das gestaltete sich unproblematisch, denn die Züge waren nicht vollbesetzt. Einen freien Platz suchend, ging ich durch die Wagons. Bei einem "Mehrangebot" an Plätzen ist "frau ja wählerisch". Als ich dann auf einer Ablage ein Strickzeug liegen sah, nahm ich schräg gegenüber Platz. Selbiges ist nämlich auch für mich ein stetiger Reisebegleiter und oft Anlaß für die ersten Worte. "Das sieht aber kompliziert aus!" wurde ich oft angesprochen, als ich unterwegs Patchworkstrickte oder mit dem Sockenspiel an der Ferse angekommen war. Wir, die Besitzerin des anderen Wollknäuls und ich, lächelten uns immer wieder zu und klapperten vergnügt mit den Nadeln. Ich stricke derzeit an einer Jacke mit einem dezenten Zopfmuster für meinen jüngsten Sohn. Da die Wolle nicht ausreichen wird, werde ich sicher mit Fleeceärmeln komplettieren. Sie hatte eine weinrote Wolle auf einer Rundstricknadel, die lang war und die Anfänge ließen ein Lacemuster erahnen, welches derzeit besonders bei großen Stolen sehr angesagt ist. Immer wieder ging der Blick auf die Arbeit der jeweils anderen Strickerin. Sie saß neben einem ebenfalls jungen Mann, der unseren Blickkontakt auch mit einem Lächeln kommentierte. Als sie sich unterhielten, hörte ich, sie waren keine Deutschen. Erzählt haben wir nicht, aber ich glaube, wir verstanden uns ohne Worte. Respekt war im Blick und Anerkennung das wachsende Strickstück betreffend.  

Bahnfahren ist wie Nähen oder Stricken. Man fängt an einem Punkt an und dann kommt man voran. Manchmal muss man Umwege machen oder man braucht mehr Zeit, als man mal dachte. Auch Unterbrechungen des Weges sind möglich. Hin und wieder sieht man unterwegs Dinge, die man einfließen lassen kann. Als mir klar wurde, dass meine Wolle nicht reichen wird, saß mir im anderen Zug eine junge Frau gegenüber, die eine Materialmixjacke mit gestrickten Ärmeln anhatte. Und da war meine Idee da, so mache ich es auch – nur eben „andersherum”. Die Motivation, die ein wenig gebremst war, kam direkt zurück. Das Bahnfahren bringt mir die Gelegenheit, Strecken zu überwinden und dabei viel auf mich wirken zu lassen.

Man sagt ja immer: „Augen auf im Strassenverkehr”. Das ist ein Rat, die eigene Sicherheit betreffend. Ich wandle es einfach mal ab /images/emoticons/mozilla_laughing.gif: Augen auf beim Unterwegs sein. Es gibt viele Gelegenheiten, neue kreative Ideen und Kontakte mitzunehmen und angenehm an ein Ziel zu kommen, auch dann, wenn es mal länger dauert, als gedacht. Nutzt man die Zeit, ist sie nicht verloren.

Viele Grüße
Anne Liebler

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Geschrieben von carolin um 06:50 Uhr in Annes Kolumne

Freitag, 21. September 2007

Unterwegs in Sachen „technische Weiterbildung”

Ich bin in den letzten Wochen sehr viel unterwegs gewesen. Nach meiner Rückkehr habe ich mich durch Prospekte gelesen, eigene Bilder noch einmal in Ruhe angeschaut und dabei ging mir so manche weitere Frage durch den Kopf. Und weil ich ja gern plaudere, will ich diese Fragen natürlich auch gleich zum Bestandteil meiner Kolumne machen.

Neue Nähmaschinen, Updates und Upgrades, Marken, Software, Verkaufsargumente, Händelerschulungen wären die Stichworte, die meine Reisetätigkeit beschreiben. Den ganzen September geht das noch so. Elna, Janome, brother und Pfaff haben, bzw. laden noch ein, um ihre jeweiligen Neuheiten zu präsentieren. Und ich darf neben  den vielen Händlern, die diesen Einladungen folgen, auch mit gucken und natürlich viele Fragen stellen. In vielen Gesprächen sowohl mit den Herstellern als auch mit den Fachhändlern frage ich stellvertretend und gezielt, weil diese Themen bei uns im Forum unter der Rubrik  "Technische Fragen" (Link ins Forum) erscheinen könnten oder bereits vorhanden sind.  Ganz vorn auf der Beratungswunschliste: "Ich bin auf der Suche nach einer neuen Nähmaschine,
welche ist zu empfehlen?" Jeder Hersteller sagt natürlich als Erstes - die aus UNSEREM SORTIMENT /images/emoticons/mozilla_laughing.gif. Verständlich und gut. Selbstbewusstein dürfen alle Marken haben, denn die Entwicklungen der letzten Jahre sind ausgezeichnet. Mir fällt immer wieder auf, dass die Maschinen sehr individuell auf die jeweiligen Nähwünsche abgestimmt wurden und dadurch alle etwas "Besonderes" haben. Nähen können sie phantastisch, aber welche ist die jeweils Richtige für den Kunden? Dieser kniffligen Frage schicke ich eine typische "Anne-Geschichte" voraus, denn ich habe keine allgemeingültige Antwort, aber eine gedankliche Auseinandersetzung damit, was ich als Nähmaschinenkäufer vorab entscheiden sollte: Wir steigen einmal um von der "Absicht zu nähen" in die "Absicht zu fahren". Beides hat Ziele, für beide Tätigkeiten benötigt man technische Hilfe.....

Eine Autofahrt von Aachen nach Hamburg hat in erster Hinsicht ein Ziel - die Entfernung zu überwinden und anzukommen. ABER, in zweiter Hinsicht will ich wählen, ob ich mit einem alten Auto ohne Klimaanlage, ohne Zentralverriegelung, ohne CD Player (den man aufgrund der Innenraumgeräusche sicher gar nicht richtig hören könnte) und ohne bequeme Polster fahren will, oder ob es mir angenehmer ist, einen Fahrkomfort zu haben, der nachdem das Ziel erreicht íst, auch noch ein besseres Erleben möglich machte. Sicherer und schneller sind die neuen Autos auf alle Fälle auch. Nicht schlecht, oder? Das Ziel, die Strecke Aachen --> Hamburg zu bewältigen, ist der Ausgangspunkt. Das WIE ist eine Frage des Komforts, den ich mir wert bin oder aber auch, zu dem ich in der jeweiligen Lebenssituation in der Lage bin. Alte Autos bringen Zukunftsträume - alte Nähmaschinen sollten das auch tun und damit bin ich gedanklich zurück bei meinen Neuheiten. Ich hoffe, ihr konntet mir folgen.

Nähen kann man auch mit ganz vielen, auch alte und einfachen Maschinen. Die Frage ist WIE und kann sie das leisten, was ich gern möchte. Oftmals ist es so, dass die erfahrenen Hobbyschneiderinnen so ziemlich mit allen Nähmaschinen gut klar kommen. Dort, wo sie nicht das gewünschte Endergebnis haben, setzen sie ihre Erfahrung ein und bereiten vor. Unerwünschte Wellen sind da Stichpunkt oder handgenähte Knopflöcher. Zeit und Erfahrung ersetzen manche technische Neuerung. Was macht man aber, wenn man keine Erfahrungen oder nur sehr wenige hat oder sich die Zeit nicht nehmen kann, sondern sicher und schnell zum Nähziel kommen will? Eine hochwertigere Maschine wählen, wäre meine Antwort. Träume erfüllen dauert mitunter in der Vorbereitung, aber dann ist man glücklich(er).

Gerade jetzt, wo es so viele Neuheiten auf dem Nähmaschinemarkt geben wird, ist es ein spannendes Abenteuer, auch diese Maschinen auszuprobieren und das, was sich die Entwickler so überlegt haben, ganz individuell zu hinterfragen.

Viele Grüße,
Anne Liebler



Geschrieben von carolin um 10:06 Uhr in Annes Kolumne

Samstag, 1. September 2007

Ich mach, was mir passt!

Diesen Ausspruch mögen Mütter von pubertierenden Kindern sicher ganz und gar nicht, denn hiermit ist dann nicht die exakte Passform gemeint, wohl aber der eigene Stil nach dem man auf der Suche ist. Und jener kollidiert mitunter heftig mit dem "Stil", den die Mütter erhoffen. Dabei geht es neben der Kleidung, die bevorzugt wird, auch häufig um das "Wie und Was" des Alltags.

"Ich mache was mir passt!", ist mein Motto schon seit vielen Jahren und ich teile es mit unzähligen Frauen und auch immer mehr Männern, die nähen. Ich habe dieses Motto nicht er-, sondern vor vielen Jahren hier auf der burda Website gefunden. Die kleine Anne, wie ich eine liebe Kollegin die damals in der burda Moderedaktion arbeitete nannte (sie war jünger, aber größer als ich /images/emoticons/mozilla_laughing.gif), trug auf einem Bild in einem Special zum Thema Maschinensticken eine Jacke mit genau jenem gestickten Slogan auf dem Rücken. Perfekt passte dieser Satz zu dem, was mich seit Jahren antrieb, eigene Kleidung zu nähen. Ich mache, was mir passt! Sowohl meiner Größe und Proportion entsprechend, als auch meinem Stil. Jener ist nicht das, was meine Mutter "schick" findet, auch wenn die Tage meiner Pubertät schon einige Zeit vergangen sind. Aber zu mir passt es. Ein bisschen anders, ein bisschen "Anne eben". Lila und Orange in der Kombination sind mein Markenzeichen. 2003 bin ich mit der Nähmaschinenfirma Janome auf Deutschlandtour gewesen. Nachdem die ersten Termine vergangen waren und in den Foren darüber diskutiert wurde, wie es denn war, ob es sich lohnen würde, dahin zu fahren und überhaupt, wie man denn die Anne Liebler erkennen könnte, schrieb irgendwer, das sei gar nicht schwer: "sie ist lila und orange!". Und dabei blieb es. Ich erwarte nicht, dass diese Kombination allen gut gefällt, aber ich erwarte ein wenig Toleranz, wenn dem nicht so ist.
Es ist mein Stil und ich bin gut wieder zu erkennen und "echt", denn in den Sachen fühle ich mich wohl. Nicht nur, weil ich sie selbst genäht, gehäkelt oder gestrickt habe. Ich habe meinen Stil gefunden und trage und lebe ihn. Das teile ich sehr gern mit ganz vielen kreativen Menschen. Sich selbst verwirklichen und "Passendes" machen zu können, ist eine wunderbare Möglichkeit, den eigenen Weg zu gestalten.

Vor ein paar Tagen kam die neue Ausgabe der Easy Fashion auf den Markt. Ich gebe zu, bei einigen Modellen erkannte ich, nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören. Aber die jungen Mädchen und Frauen, vielleicht auch die Pubertierenden werden sicher begeistert sein. Meine Toleranz ist zwiefelsohne gegeben, wenn ich sie sehe. Die Rückseite der Easy Fashion zeigt ein junges Mädchen, die mit ihrem Outfit auf burda Young Fashion hinweist. Neben ihr steht - Mache einfach, was Dir passt! Es gibt also auch Varianten der Aussage, genauso wie wir Variationen in der Mode schätzen, den Konfektionsgrößenunterschiede haben, es Farb- und Stilrichtungsvorlieben gibt.

Egal, wie wir es formulieren oder was wir tragen - es macht große Freude, es zu tun.

Nähen wir was Passendes!

Viele Grüße,
Anne Liebler 

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Geschrieben von carolin um 11:47 Uhr in Annes Kolumne

Sonntag, 19. August 2007

Wir waren virtuelle Malermeister

Heute nun starten wir hier auch mit einer neuen Rubrik. Ich, Anne Liebler darf eine eigene kleine Kolumne schreiben. Als man mir das Angebot unterbreitete, war ich sofort begeistert und sagte zu. Wortstark wie ich mich fühlte. Und nun sitze ich da und es drängt sich mir die Frage auf: Ja und womit fange ich an?

Nun geht es mir so, wie manchmal beim Blättern vom burda Modemagazinen oder beim Betrachten meiner Woll- und Stoffvorräte – die Fülle der Möglichkeiten überfordert mich und ich frage mich, WOMIT fange ich an? Das ist oft eine schwierige Entscheidung /images/emoticons/mozilla_laughing.gif und so hin und wieder verschiebt sie das WANN ins "Später!". Vielleicht fange ich erst einmal mit einer Vorstellung an, denn so vermessen bin ich nicht, zu denken, alle würden mich kennen. Da wir nicht nur mit dieser kleinen Rubrik neu beginnen, sondern wie ihr bereits gemerkt habt, auch mit einer völlig neu strukturierten und schick aussehenden burdafashion.com Website, steht ja nicht mehr geschrieben, wer Anne Liebler denn eigentlich ist. Der alte Text über mich stand über 5 Jahre im Internet und in den 5 Jahren sind wir nicht nur gemeinsam älter geworden, nein wir sind auch gereift, haben uns entwickelt und ein neues Profil für Vieles ist erkennbar. Auch für mich.

Ich bin Anne Liebler, die Hobbyschneiderin des Internets. Noch immer mit Engagement und vielen Ideen hier auf der Seite von burdafashion.com aktiv und präsent. Ich bin in der Online Redaktion die „Standortälteste“. Seit dem Winter 2001 bin ich dabei und alle meine jetzigen lieben Kolleginnen und Kollegen kamen im Laufe der Jahre dazu. Einige Frauen verließen uns – im Regelfall, weil sie in der Mutterrolle große Erfüllung fanden. Alle waren beteiligt, über die Jahre eine Seite aufzubauen, deren deutscher Communitybereich in großen Teilen mit meinem Zutun betreut wird. Wir sind ein festes Team, das sich aufeinander verlassen kann und in dem jeder eine Aufgabe hat, mit der sie oder sich mit einem starken Netzwerkcharakter einbringt, um die Seite lebendig zu machen. Ich, Anne Liebler bin die Onlinemoderatorin hier bei burdafashion.com. Ich bin das sehr gern. Oft denke ich an die Anfänge 2001 und den Onlinestart im Februar 2002. Auch damals stellte sich die Frage – womit fangen wir an? „Kernkompetenzen“ hat der Verlag mit Schnittmustern, Mode und Anleitungen, aber eine Community, einen Userorientierten Service – das war NEU. Die Rubrik Service war der Bereich, in dem ich meine Erfahrungen, meine Ideen und Vorstellungen einbringen durfte. Anfangen hieß die Devise und gemeinsam wachsen. Die Gemeinschaft auf virtuellen Boden zu begründen, war eine spannende Aufgabe und das Forum, der regelmäßige Chat, das waren erste Schritte. Und es wuchs und wuchs... Die Anzahl der Leute, die sich mit Herz, Verstand und Wissen einbrachten, die Besucherzahlen, aber auch die Rubriken wie die User Modell Galerie, der Nähkursbereich, die Kleinanzeigenecke, die Bücherecke, die Fashionpedia, das Fototool, die Präsentationen in russisch, italienisch, französisch und englisch, die Weblogs. Immer wieder kam etwas Neues hinzu. Auch das erinnert an die Auswahl bei den Schnittmustern. Hat man sich entschieden und beginnt, fällt einem beim Nähen immer wieder noch ein kleines Detail hier, eine Veränderung da ein und so werden die Modelle immer vielfältiger, immer individueller. Aber, je mehr Bereiche man hat, desto öfter muss man auch durchsortieren, um den Überblick zu behalten. Hinterher hat man weg- oder verworfen, neu strukturiert und ist voll motiviert, Wiederentdecktes oder Umfunktioniertes zu nutzen.

Jetzt haben wir mit dem „Redesign“ wie man neudeutsch die Ergebnisse des virtuellen Malermeisters und Dekorateurs nennt, eine neue Seite in unserer Websitenentwicklung aufgeschlagen. Nicht alles ist Neu, aber es ist sauber sortiert und „zurechtgemacht“. Um an den Anfang und die Mitte meiner ersten Kolumne anzuknüpfen – fangen wir es einfach an, alles in Besitz zu nehmen. Vertagen wir nicht das WANN durch das WOMIT, sondern beantworten wir es mit einem klaren JETZT. Mit dem ersten Handgriff, der ersten Entscheidung wie Seidenpapier zum Kopieren herauszusuchen, Maßband zu greifen und einmal die „Körperveränderungen“ zu kontrollieren, einen Stoff zu wählen und die Schere. Die Nähmaschine zu richten und eine gute Musik zum Arbeiten einzuschalten, ... oder einen Text zu schreiben, ein Bild hochzuladen, von Matthias einen Weblog zu erbitten, am Wettbewerb teilzunehmen, den Chat zu besuchen oder einfach nur einen anderen, ersten Schritt mit uns in der virtuellen Welt zu gehen.

Ich freue mich auf den Weg und ich freue mich sehr, euch weiter begleiten zu dürfen!

Viele Grüße
Anne Liebler

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Geschrieben von carolin um 10:40 Uhr in Annes Kolumne