Mittwoch, 23. April 2008
Bei los geht's los ...
Um 6 Uhr klingelt erstmals mein Wecker. Mein normaler Tagesablauf beginnt immer um diese Zeit. Ich habe einen Weckrhythmus von neun Minuten und nach dreimaligem weiteren Klingeln stehe ich dann auf, wecke meine Kinder, fahre den Rechner hoch, schmiere Butterbrote und motiviere die noch leicht verträumten, kleinen Herren dazu, ihren Tag auch mit Freude zu beginnen.Der Mittwoch vor drei Wochen war ganz anders. Um 6 Uhr klingelte auch dieses Mal mein Wecker - aber ich lag nicht in meinem Bett und ich hatte auch keine 27 Minuten „Zeitreserve”. Aufstehen, duschen, Haare machen und die Sachen, welche ich benutzt hatte, wieder zurück in mein Reisegepäck legen. Zur gewohnten Zeit benutzte ich, anders als sonst, wenn ich sie leise anspreche und die Haare aus dem Gesicht streichend mein: "Es ist Zeit zum Aufstehen" flüstere, mein Handy, um einen Weckruf zu wählen. "Hallo", so hörte ich eine verschlafene Stimme. "Hier ist der fröhliche Wecker", antwortete ich. Sie wurden langsam munter und bei mir zu Hause begann der gewohnte Tagesablauf, aber ohne mich. Schön ist es, wenn einen Rituale begleiten und man sich in einem vertrauten Rahmen bewegt. Das macht sicher.
Jenes Gefühl der Sicherheit hatte ich an diesem Tage ganz und gar nicht. Denn nach einem Frühstück im Hotel begab ich mich mit dem Taxi und meinem Reisegepäck zum Kestendamm. Ich war in Offenburg und wir hatten etwas völlig NEUES vor.Punkt 8 Uhr war ich dann da und konnte im obersten Stock der Fashion Factory das Büro bewundern, das am Tage vorher zum Nähstudio umgebaut worden war. Unser erster DREHTAG begann. Alles, was wir bis zu diesem Tag vorbereitet und besprochen hatten, musste nun umgesetzt werden. Ich für meinen Teil hatte eine Tasche mit Zubehör gepackt, Nähmaschinen verfrachtet und die Idee, was wir denn thematisieren im Kopf. Aber das Drumherum war nicht mein Part und gleich am Anfang sah ich, welche unglaublich gute Vorbereitung geleistet wurde. Das Zimmer sah toll aus. Die Scheinwerfer und Kameras, das Mikro, mit dem ich verkabelt wurde, die Visagistin, die darauf wartete, uns hübsch zu machen. Der Kameramann Chris wartete und vom ersten Moment an stimmte die „Chemie” im Team. Ich lernte meine Gesprächspartnerin kennen und die Auswahl von Karin erwies sich für mich als unbeschreiblicher Glücksgriff. Nacheinander wurden wir geschminkt. Auch das entspricht nicht meinem sonstigen Tagesablauf, aber es hat richtig Spaß gemacht. Mit Lockenwicklern auf dem Kopf wurden die ersten Bilder gemacht und wir alle waren vorfreudig angespannt und neugierig, was wir denn so gemeinsam an
diesem Tag schaffen würden.
"Bei los gehts los" sage ich gern meinen Kindern, wenn es eines Startschusses bedarf. Bei Los ging es dann los und wir brauchten drei Einstiege. Was sagt man denn in eine Kamera und in welche am Besten schauen? Hallo in die Runde
Ein komisches Gefühl ist es, sich selbst zu sehen. Voller Herzklopfen habe ich die „Vorpremiere” am heimischen Rechner erlebt. Heute weiß ich, was ich hätte alles anders machen können Das Herzklopfen der ersten Online-Sendung übersteigt nun das der ersten Drehminuten. Deshalb wiederhole ich noch einmal: "Hallo in die Runde!" und ergänze - wir alle im Team sind ganz gespannt auf Feedback. Konstruktive Kritik ist sehr willkommen. Und wer im Bereich Offenburg wohnt und auch einmal so schön auszusehen möchte - die Visagistin heißt Andrea Vollmer und man kann sie buchen
Viele Grüße,
Anne Liebler
Technorati Tags: Nähen How-To Anne Liebler Hobbyschneiderin




Als ich ein junges Mädchen war, da hoffte ich immer, sie würde auch mich besuchen: die Fee mit den drei Wünschen. Zweifelsfrei gehörte bei mir der Wunsch „schön zu sein” dazu. Ich wollte etwas größer sein, einiges schlanker und überhaupt ...
Bunt, ja bunt sind alle meine Kleider" fand ich jedoch die Zeilen eines Kinderliedes in mir, als ich die Farben der neuen Frühjahrskollektion sah, die überall präsentiert wird. Wer kennt noch den Stil der neuen Mode in seiner Ursprungszeit? Sie erinnert sehr an die Zeit, als ich jung war, aber es ist alles schöner! Die Materialien sind edler, der Stil raffinierter, die Farben leuchtender. Sie zu sehen, macht Lust auf den kommenden Frühling. Meine Shoppingwünsche waren nicht ausgeprägt, da die Motivation ja eine andere war. In Sachsen nennt man das "biddeln". Ziellos gezielt Geschäfte besuchen und einfach sehen, was es denn so gibt. Einmal probieren hier, ein anderes Mal "fummeln" da oder schauen und begutachten.
Im März diesen Jahres haben wir Gelegenheit. Zeigen, mitmachen, anspornen, schwatzen
So wie bei diesem Beispiel. Vor einiger Zeit war ich zur Neuheitenpräsentation bei einer Firma. Vorgestellt wurde unter anderem auch eine 
Nun ja, der Freitag kam und mit ihm begegneten mir das erste Mal Udo (links) und seine großen blauen Plastiksäcke
Wir haben uns viel vorgenommen, denn die Plastiksäcke sind groß, mehr als 60 Kinder besuchen die OGS und wenige Mamas haben Zeit oder Geschick an der Nähmaschine. Also wird pro Mama bestimmt mehr als der eigene Drachen genäht ...
Am vergangenen Wochenende beim Nähen, als ich am Bügelbrett stand und eine Einlage einbügelte, erinnerte ich mich an einen Besuch bei der Firma Freudenberg. Bekannter ist sie, wenn wir den Produktnamen nutzen, der uns vertraut ist. Ich war bei Vlieseline zur Schulung. "Mal eben schnell" konnte kein Thema sein und das ist für mich heute Anlass zum schreiben und in der Erinnerung kramend meine dort erworbenen Kenntnisse weiter zu geben.
Als ich dann auf einer Ablage ein Strickzeug liegen sah, nahm ich schräg gegenüber Platz. Selbiges ist nämlich auch für mich ein stetiger Reisebegleiter und oft Anlaß für die ersten Worte. "Das sieht aber kompliziert aus!" wurde ich oft angesprochen, als ich unterwegs Patchworkstrickte oder mit dem Sockenspiel an der Ferse angekommen war. Wir, die Besitzerin des anderen Wollknäuls und ich, lächelten uns immer wieder zu und klapperten vergnügt mit den Nadeln. Ich stricke derzeit an einer Jacke mit einem dezenten Zopfmuster für meinen jüngsten Sohn. Da die Wolle nicht ausreichen wird, werde ich sicher mit Fleeceärmeln komplettieren. Sie hatte eine weinrote Wolle auf einer Rundstricknadel, die lang war und die Anfänge ließen ein Lacemuster erahnen, welches derzeit besonders bei großen Stolen sehr angesagt ist. Immer wieder ging der Blick auf die Arbeit der jeweils anderen Strickerin. Sie saß neben einem ebenfalls jungen Mann, der unseren Blickkontakt auch mit einem Lächeln kommentierte. Als sie sich unterhielten, hörte ich, sie waren keine Deutschen. Erzählt haben wir nicht, aber ich glaube, wir verstanden uns ohne Worte. Respekt war im Blick und Anerkennung das wachsende Strickstück betreffend.
Ich bin in den letzten Wochen sehr viel unterwegs gewesen. Nach meiner Rückkehr habe ich mich durch Prospekte gelesen, eigene Bilder noch einmal in Ruhe angeschaut und dabei ging mir so manche weitere Frage durch den Kopf. Und weil ich ja gern plaudere, will ich diese Fragen natürlich auch gleich zum Bestandteil meiner Kolumne machen.
Diesen Ausspruch mögen Mütter von pubertierenden Kindern sicher ganz und gar nicht, denn hiermit ist dann nicht die exakte Passform gemeint, wohl aber der eigene Stil nach dem man auf der Suche ist. Und jener kollidiert mitunter heftig mit dem "Stil", den die Mütter erhoffen. Dabei geht es neben der Kleidung, die bevorzugt wird, auch häufig um das "Wie und Was" des Alltags.
Heute nun starten wir hier auch mit einer neuen Rubrik. Ich, Anne Liebler darf eine eigene kleine Kolumne schreiben. Als man mir das Angebot unterbreitete, war ich sofort begeistert und sagte zu. Wortstark wie ich mich fühlte. Und nun sitze ich da und es drängt sich mir die Frage auf: Ja und womit fange ich an?