Samstag, 1. September 2007
Ich mach, was mir passt!
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Diesen Ausspruch mögen Mütter von pubertierenden Kindern sicher ganz und gar nicht, denn hiermit ist dann nicht die exakte Passform gemeint, wohl aber der eigene Stil nach dem man auf der Suche ist. Und jener kollidiert mitunter heftig mit dem "Stil", den die Mütter erhoffen. Dabei geht es neben der Kleidung, die bevorzugt wird, auch häufig um das "Wie und Was" des Alltags.
"Ich mache was mir passt!", ist mein Motto schon seit vielen Jahren und ich teile es mit unzähligen Frauen und auch immer mehr Männern, die nähen. Ich habe dieses Motto nicht er-, sondern vor vielen Jahren hier auf der burda Website gefunden. Die kleine Anne, wie ich eine liebe Kollegin die damals in der burda Moderedaktion arbeitete nannte (sie war jünger, aber größer als ich
), trug auf einem Bild in einem Special zum Thema Maschinensticken eine Jacke mit genau jenem gestickten Slogan auf dem Rücken. Perfekt passte dieser Satz zu dem, was mich seit Jahren antrieb, eigene Kleidung zu nähen. Ich mache, was mir passt! Sowohl meiner Größe und Proportion entsprechend, als auch meinem Stil. Jener ist nicht das, was meine Mutter "schick" findet, auch wenn die Tage meiner Pubertät schon einige Zeit vergangen sind. Aber zu mir passt es. Ein bisschen anders, ein bisschen "Anne eben". Lila und Orange in der Kombination sind mein Markenzeichen. 2003 bin ich mit der Nähmaschinenfirma Janome auf Deutschlandtour gewesen. Nachdem die ersten Termine vergangen waren und in den Foren darüber diskutiert wurde, wie es denn war, ob es sich lohnen würde, dahin zu fahren und überhaupt, wie man denn die Anne Liebler erkennen könnte, schrieb irgendwer, das sei gar nicht schwer: "sie ist lila und orange!". Und dabei blieb es. Ich erwarte nicht, dass diese Kombination allen gut gefällt, aber ich erwarte ein wenig Toleranz, wenn dem nicht so ist.
Es ist mein Stil und ich bin gut wieder zu erkennen und "echt", denn in den Sachen fühle ich mich wohl. Nicht nur, weil ich sie selbst genäht, gehäkelt oder gestrickt habe. Ich habe meinen Stil gefunden und trage und lebe ihn. Das teile ich sehr gern mit ganz vielen kreativen Menschen. Sich selbst verwirklichen und "Passendes" machen zu können, ist eine wunderbare Möglichkeit, den eigenen Weg zu gestalten.
Vor ein paar Tagen kam die neue Ausgabe der Easy Fashion auf den Markt. Ich gebe zu, bei einigen Modellen erkannte ich, nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören. Aber die jungen Mädchen und Frauen, vielleicht auch die Pubertierenden werden sicher begeistert sein. Meine Toleranz ist zwiefelsohne gegeben, wenn ich sie sehe. Die Rückseite der Easy Fashion zeigt ein junges Mädchen, die mit ihrem Outfit auf burda Young Fashion hinweist. Neben ihr steht - Mache einfach, was Dir passt! Es gibt also auch Varianten der Aussage, genauso wie wir Variationen in der Mode schätzen, den Konfektionsgrößenunterschiede haben, es Farb- und Stilrichtungsvorlieben gibt.
Egal, wie wir es formulieren oder was wir tragen - es macht große Freude, es zu tun.
Nähen wir was Passendes!
Viele Grüße,
Anne Liebler
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