Mittwoch, 19. November 2008
Engel oder Dämon?
Elegant sein will ich, und das bis in die Fingerspitzen: So lautet jedenfalls die Devise in diesem Winter, der ja den Handschuh zum Pflichtobjekt erhebt. Das französische Traditionslabel Causse hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt und lanciert unter dem Namen „
Causse Atelier” eine Reihe von Kollaborationen mit namhaften Künstlern. Nach Delfina Deletrez Fendi appelliert Causse nun an die Künste von Lésage, der für das Haus eine kunstvoll bestickte Minihandschuhkollektion entwirft. In schwarz (links) oder weiss (rechts), nach dem Motto Engel oder doch lieber Dämon.
Wo? Die wunderschönen Handschuhe gibts exklusiv bei Handschuhmacher Causse 12, rue de Castiglione, 75001 Paris
Doris Barbier-Neumeister,
burda Korrespondentenbüro Paris
Technorati Tags: Causse Handschuhe Winter Fashion Accessoires Mode Trend




Musthave für Karotte & Co. ist eindeutig der neue Einkaufs-Caddy von Andrée Putman. Als Gegenmittel „zu diesen uns überflutenden hässlichen Plastiktüten” entwirft die Pariser Designerpäpstin nun einen sehr stylischen Einkaufs-Caddy für den Besuch auf dem Wochenmarkt. Das luxuriöse Gefährt, das in Zusammenarbeit zwischen Fréderic Perigot und Andrée Putman, zwei erklärten Ästheten exklusiv für „Perigot” konzipiert wurde, präsentiert sich elegant in anthrazitgrau oder schwarz und kostet 70 Euro.
Zum 40 jährigen Bestehen wird die alte Dame noch einmal so richtig dreist. Ihre neue Sonnenbrillenkollektion (links) für den Sommer 2009 entpuppt sich z. B. als echter Hingucker: die neuen Brillenkreationen könnte man durchaus auch als theatralisch bezeichnen.
Sie präsentieren sich gross, rund und schwarz, zum Teil Perlen – bzw. Spitzen besetzt. 
Der Pariser Gourmettempel „Grande Epicerie” am linken Seine-Ufer ist immer eine Reise wert, denn hier wird sogar der Kauf von ganz normalen Müllsäcken (ja die gibt's dort auch) zum szenischen Event. Zur Zeit jedenfalls ist der Tempel der „Gourmandise” Anlaufstelle für alle Trendsetter: zum absoluten Renner der Saison entpuppen sich die Schoko-Bären inklusive Metalldose von Strick-Ikone Sonia Rykiel (ein Kollektion in limitierter Auflage, 450 g zu 28,50 Euro) sowie der Panettone in der geflochtenen Ledertasche aus Gold (45 Euro für 750g)!
Ich habe mich verliebt! In eine Decke oder ist es doch ein Poncho? Egal. Erklären bzw. analysieren will ich’s trotzdem. Also: Das intelligenteste Kleidungstück der Saison stammt von Globetrotter Serge Bensimon (der es ja wissen muss). Irgendwo zwischen Poncho, Kleid und Kuschel-Decke angesiedelt ist diese schlaue, weiche, wärmende, bodenlange Hülle das ideale Kleidungsstück für Lesestunden am Kamin, überall einsetzbar zwischen Ibiza, Paris, Köln und Megeve.
Der Pferdeschwanz feiert ein glorreiches Comeback! Im Trend zur Zeit in Paris: Haarspangen mit Parissouvenir. Mit diesen schwarzgelackten Haar-Accessoires von Star-Coiffeur Alexandre de Paris bleibt man sicherlich nicht lange unbemerkt. In die breiten Spangen (gibts in 2 Grössen) wurden nämlich sämtliche Pariser Wahrzeichen – also von Eiffeltum bis Triumpfbogen – eingraviert. Kurz: für den chauvinistischen Pferdeschwanz!
Vintageschmuck: Emma François, die erfolgreiche Designerin des PAP Labels Sessun, lanciert nun ihre erste Schmuckkollektion. Die Ketten, Ohrringe und Armbänder werden von der Kreateurin des kultigen Labels aus Marseille aus Vintageschmuck hergestellt, den sie mit Muscheln, Steinen und anderen Fundobjekten von ihrem
letzten Lateinamerika-Urlaub customisiert. Kurz – sie liefert uns so Ideen, wie man seine Urlaubs-Souvenirs mal anders (und vor allem origineller) verarbeiten kann ...
„Thank good I am a Vip” nannte Sylvie Chateigner ihre erste Second-Hand-Boutique im Jahre 1994. Die Jahre vergehen, die Vintage-Mania bleibt! Alle Fans von Second-Hand-Kleidern können nun also aufatmen: „Vintage TGV” heißt ihre neue 200 Quadratmeter große Anlaufstelle für Nostalgiker im Pariser Osten, unweit der Place de la Republique. Hier findet man alles, was in Sachen Vintage Rang und Namen hat – also von Chanel bis Ungaro.
En vogue ist in dieser Saison der Empire-Stil, zumindest im Pariser Modemuseum: „Sous l’Empire des Crinolines” (1852-1870) heißt die große Austellung im Pariser Modemuseum Palais Galliera, die vom 29. November bis 26. April 2009 auf dem Programm steht. Volants, Fransen, Girlanden, Rüschen und vor allem die dazugehörigen Accessoires wie Sonnenschirme, Halstücher, Handschuhe und Stiefel – der Empire-Stil zeichnet sich durch Opulenz aus und wird in dieser großen Ausstellung genauestens unter die Lupe genommen.
Auch die Haute Couture entstand in dieser Epoche: Charles Frederick Worth, der Pionier der Haute Couture, gründet sein Haus im Jahre 1857 in Paris, gleichzeitig boomen bereits die ersten Kaufhäuser wie „Louvre”, „Printemps” und „Bon Marché”. Wen wunderts also, dass die Ball-Saison am Hof von Napoleon III besonders berühmt-berüchtigt war!
Deco-Victims wissen es längst: Auch der Weihnachtsbaum muss sich den neuesten Mode-Trends anpassen. Wer also im Kerzenschein am 24. Dezember mit der Zeit geht, macht vorher einen Stop in der Pariser Deko-Boutique Maisons du Monde. Hier gibt's (fast) alles, was die Tendenz Rock-Chic für den Weihnachtsbaum zu bieten hat – also von der Glitzergitarre bis zur schwarzen Kugel.
Dieses Mal geht's nicht um den Tanz, sondern um den neuen Trend zur LAAAAAAngsamkeit. Nach dem slowfood als Antithese zum Fastfood kommt nun die slowwear. Zur Erklärung: Begonnen hat dieses Phänomen mit der aus Italien stammenden und in Paris sehr präsenten „slowfood-Bewegung”. In der Pariser Nobel-Shoppingmeile rue royale eröffnet nun die erste Boutique mit dem Konzept „slowwear” mit vier renommierten und für Qualität und Tradition bekannten italienischen Marken ihre Pforten: Zanone, Montedoro, Glanshirt und Incotex. 
Musik und Mode sind weiterhin in perfekter Osmose: Diesmal steht der französische Sänger, Maler und Dichter Serge Gainsbourg (1928-1991), die Stilikone per excellence, im Visier. Während sein unverwechselbarer Look weiterhin Generationen beeinflusst (nie waren seine geschnürten Repettos so en vogue wie heute) widmet das Pariser Musikmuseum, la cité de la Musique, dem vielseitigen Künstler und Menschen der dahinter steckte, eine erste große Retrospektive. Seine Tochter Charlotte Gainsbourg stellt ihren Papa in puncto Stil heute in den Schatten ...
Was kommt morgen auf uns zu? Vom 27. November bis 25. Dezember kann man sich unter 
Die Puppe von Corolle erhält einen Kleiderschrank, der selbst hartgesottene Fashion-Victims zum Erblassen bringen wird. Die hippsten Kinderlabels wie u. a. „finger in the nose”, „Bellerose” oder auch „Essentiel” haben der französischen Puppe namens Lucie von Corolle eine neue Garderobe verpasst.
Paris wird immer grüner (diesmal im übertragenen Sinn). Bio boomt und den neuesten Beweis liefert uns die hiesige Modeszene, die sich vergangenes Wochenende im Kulturtemple Louvre ein umweltbewusstes Stelldichein gab. Alle Label, die zur Zeit in puncto fairer Handel und fairer Materie sprich Bio das Sagen haben, waren präsent: von der Architektin Sophie Young mit ihrer flotten Wäsche aus Lenpur (g=9,8) bis zu den Österreichern mit dem vielversprechenden Namen „Göttin des Glücks”.