Dienstag, 30. Dezember 2008
Die spirituelle Welle
Nach der Biowelle kommt nun die spirituelle Welle! Waren aller Art, Lebensmittel aber auch Beautyprodukte aus dem Kloster (Honig, Seife, Olivenölundundund) - finden zur Zeit reißenden Absatz in Paris. Zum Beweis: Schlange gestanden wird vor dem Laden „Comptoir des Abbayes” im 9. Arrondissement, wo ausschließlich Produkte aus dem Kloster verkauft werden.
Authentizität, Reinheit und Tradition – also Luxus – verkörpert diese spirituelle Ware, die zur Zeit vor allem bei Pariser Bobos sehr gefragt ist. Zum Statussymbol entpuppen sich die Parfums aus dem Kloster von Santa Maria Novella aus Florenz, die man in Paris exklusiv bei Amin Khader in der Luxusmeile rue de la paix bekommt. Auch der Gourmet-Temple per excellence, die Grande Epicerie, führt bereits spirituelle Ware.
Demnächst auch bei Colette?
Wo? Comptoir des Abbayes, 4-6 rue flechier, 75009 Paris
La Grande Epicerie rive Gauche , 24, rue de Sèvres, 75007 Paris
Amin Khader, 1, rue de la paix, 75002 Paris
Doris Barbier-Neumeister,
burda Korrespondentenbüro Paris




Wie heißt es so schön: „Früh übt sich, wer ein Meister werden will” – in diesem Sinne haben es Pariser Kids besonders gut: die können nämlich im Pariser Modemuseum Galliera schon mal testen, ob sie versteckte Talente haben (oder auch nicht ...). Hier werden nämlich regelmäßig Workshops für Kinder zum Thema „Mode & Styling” organisiert. Alle potentiellen Lagerfelds können hier also lernen, wie man ein Bühnen-Outfit bastelt oder auch ein Ballkleid im Empirestil entwirft.
Telefonische Anmeldung unbedingt erforderlich: Tel:00331/56528620
Die Kunst liegt bekanntlich im Detail: Im Zeitalter des ÖKO-Bewusstseins dürfen es für Pariser Kids deshalb auch nur mehr Stoffbeutel sein. Plastiktüten sind verpönt und alle angesagten Label haben zur Zeit den Stoffbeutel (aus meinen Kindertagen) im Programm. Darin verstaut man nicht nur Schulbrot, Apfel und Kekse, sondern auch Gymnastikhose oder gar die Zahnbürste.
Ein kleiner Rundumschlag gefällig? In Paris finden zur Zeit die (bei Kauf gratis mitgelieferten) Stoffbeutel im Sternchen-Design vom Konzeptstore Bonton großen Anklang. Neu im Angebot und ebenfalls bereits sehr begehrt: die bedruckten Stoffbeutel im Retrolook für Schulbrot & Co. der deutschen Designerin Mimilou (Foto rechts), die mit ihren beiden Kids seit 15 Jahren an der Seine lebt. Außerdem sehr en vogue: die Stoffschultaschen von „coq en pate” mit Message „save the water” (Foto links).
Mein Tipp zum Jahreswechsel kommt jetzt schon: 2009 macht bitte Urlaub auf dem Bauernhof! Der Trend für 2009 lautet nämlich schlicht und einfach „Campagne chic” – also Landleben mit Stil. So lautet zumindest die Devise für den Look 2009 im Pariser Kaufhaus Printemps. Zurück zur Einfachheit und wahren Werten heisst es da ... Holz, Leinen, Fell und Leder müssen her.
Sie heißt Juliette Binoche (Foto links) und macht Mode für Kinder: in diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um den internationalen Filmstar, sondern um ihre Cousine, die den gleichen Vor-Namen trägt. Sie und ihre in Indien lebende Freundin Marianne Lechere-Ghosh stecken hinter dem neuen Kinderlabel „Anoop & Leontine”, das zur Zeit in Paris Furore macht.
Die Kreationen im Hippie-Chic, die alle Pariser Bobo-Sprösslinge zur Zeit im Schrank haben, besitzen ein Doppelleben: Einmal im Jahr wir ein Verkauf zugunsten des in Indien stationierten Kinderhilfswerks „Tomorrow's Foundation Kalkutta” veranstaltet , das von den Designerinnen unterstützt und betreut wird.
Christian Lacroix, der Designer aus Arles, beweist uns eindeutig, dass auch ein Tennisschuh Stil haben kann. Der Meister des Barock entwirft für das Sportschuhlabel Gola eine Miniserie von bestickten, glänzenden und bedruckten Tennisschuhen.
Hilfe! Ich hab nichts mehr anzuziehen! Gott sei Dank hab ich eine Freundin namens Amaryllis (ein wahrer Engel), die mir in solchen Situationen regelmäßig aus der Patsche hilft. Amaryllis Joskowicz, ihres Zeichens Personal Shopper, war in einem früheren Leben Primaballerina an der Pariser Oper, hat eine zeitlang in der Modeszene gejobbt, bevor sie sich der Naturheilkunde verschrieben hat.
Ihre Funktion als Personal Shopper kann man à la carte in Anspruch nehmen: 250 Euro kostet es, wenn man einen halben Tag mit ihr durch Pariser Boutiquen zieht, 750 Euro ein „Rundum Styling” inklusive Frisur und Make-up-Tipps, das im Durchschnitt 2 Tage dauert. Ihre Kundinnen: Frauen (Männer nie, woran das wohl liegt???), die an einem Wendepunkt – neuer Job, neuer Mann oder beides – in ihrem Leben stehen und das mit ihrem Look zum Ausdruck bringen wollen.
Das ist ab sofort eindeutig und zweifellos die neue (und ihre erste) Boutique von Stella Mc Cartney in Paris. Sie liegt strategisch günstig im Herzen der Stadt, einen Steinwurf vom Louvre und der Shoppingmeile rue St Honoré entfernt, in den romantischen Gärten des Palais Royal. Hier findet man also ab sofort das komplette Universum der mittlerweile dreifachen Mutter (Miller ist 4, Bailey 22 Monate und Becket knapp 1 Jahr alt, wie macht die das???) – von ihren zarten Dessous in altrosa (siehe Foto links), über ihr Parfum, ihre begehrte Bio-Kosmetika „care” bis zur Mode! Tendenz sexy-cool aber 100 % Bio.
Ich bin zur Zeit etwas verwirrt. Das Thema, Schmuckdesign macht mir Kopfzerbrechen, denn die Infos dazu sind ein bisschen widersprüchlich ... so erfahre ich gerade, dass Ringe in dieser Saison filigran und hauchzart sein müssen. Achso, jetzt verstehe ich: als Kontrastprogramm zur Tendenz „Schmuck in XL” präsentieren sich NUR Ringe in dieser Saison mit Diskretion.
Stadtgespräch in Paris ist zur Zeit der „Carla-Effek”. Zur Erklärung: Die Gitarre ist zur Zeit DAS Accessoire der Saison und entpuppt sich als unumgänglich sowohl in Mode, Deco und Design.
Wie wärs z. B. mit dem Langarm-T-Shirt von „Lili la Tigresse” (Preis: 19 Euro) mit Gitarre und Inschrift „Let’s Rock”, dem Teppich in Gitarrenform aus Wolle von Habitat (Preis: 55 Euro), der Stehlampe in Gitarrenform aus schwarzgelacktem Plastik von Bathroom Graffity (Foto rechts; Preis: 580 Euro) und last but not least der akustischen Gitarre von Chanel (für Sommer 2009; Foto links; Preis: 4500 Euro) und seiner luxuriösen weissen Lederhülle (Preis: 7300 Euro)?
Das Pétit Trianon, Marie Antoinettes kokettes Refugium im Schlosspark von Versailles, wurde nach mehrjährigen Renovierungsarbeiten am 2. Oktober 2008 wieder eröffnet. Hier kann man nicht nur auf den Spuren der „Autrichienne” wandeln und ihren Alltag erahnen (von der Küche mit den klobrigen Holztischen im Untergeschoss bis zum Schlafzimmer mit ihrem Himmelbett und anliegendem
Boudoir im 1. Stock wurde das Palais und sein Mobiliar, das zum Teil von ihr selbst entworfen wurde, originalgetreu restauriert). sondern sich in der anliegenden Museumsboutique mit ihrem Frühstücks-Porzellan, ihrer Lieblingsmarmelade aus Rosenblüten und vielem mehr eindecken.
Zuerst die gute Nachricht: Paris hat ein neues Designhotel (im kosmopoliten Bastilleviertel). Und nun die schlechte Nachricht: bis Februar ist die neue Insiderabsteige schon (fast) ausgebucht!
Bonbonfarben von Bobdesign in der (schneeweißen) Lobby (Foto rechts), und Zimmer (Foto links) mit minimalistischer Ausstattung (Lampen von Artemide, Ipod, Badezimmerausstattung von Branex Design) ... in denen jeweils ein Farbe vorherrscht: lila-rot-grün oder blau, je nach Gemütslage ist da wohl für jeden Geschmack was dabei.
... lautet ab sofort die Devise! In diesem Falle handelt es sich um die neuen ausgelatschten Jeans, genannt „Boyfriend-Jeans”, eine durchaus willkommene Retourkutsche zu den Slims. Zu groß, zu weit und unbedingt „used” (also stone washed) müssen sie sein, die neuen Denims, die zur Zeit in allen höheren Modesphären in Paris Furore machen. Kurz: Sie sollen einfach aussehen, als hätte man sie aus dem Kleiderschrank des großen Bruders geklaut. Schuld daran ist Katie Holmes, die sich vor kurzem in New York mit diesen ausgelatschten Baggy-Denims zeigte. 
Paris ist nicht nur die Hauptstadt der Mode, sondern auch der Gourmandise ... Wie wärs z. B. zur Abwechslung mal mit edler Haute Couture Schokolade? Ein Glücksbringer in Form eines vierblättrigen Kleeblatts ist die Kreation des Designers Franck Sorbier für das legendäre Pariser Café de la paix. Die in diesem Fall verwendete Materie ist jedoch nicht Samt und Seide, sondern feinste schwarze Schokolade aus Venezuela und Orange … denn seine süße Kreation ist zu 100 % essbar.