nowaks Nähkästchen
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Dienstag, 28. Februar 2006

Taschenkauf in Paris: Der Laden, dessen Namen und Adresse ich vergessen habe...

... von dem ich aber noch genau beschreiben kann, wo er liegt. :-D Und der mich auch sehr begeistert hat, so daß ich ihn euch nicht vorenthalten möchte.

Man findet ein riesiges Sammelsurium an Taschen, von der Kindergartentasche über alle möglichen Handtaschenformen bis zum Reisekoffer. Manches kostet fünf Euro und ist keinen mehr wert, aber es gibt auch jede Menge Markenware zum kleinen Preis. Kindergartentaschen von Samsonite Sammies fangen unter zehn Euro an, Eastpack-Rucksäcke für 20 EUR, Koffer und Taschen aller Größen auch von Elite, Samsonite oder Delsey,... zu unglaublichen Preisen. Natürlich kosten Luxushandtaschen oder große Koffer auch deutlich über hundert Euro, aber eben bei einer Qualität, die im Handel sonst nicht um den Preis zu bekommen ist.

Klar, ein bestimmtes Modell in einer bestimmten Farbe darf man nicht suchen, es gibt, was es gibt. Restposten, Vorsaisonware,... aber die Auswahl an Modellen und Farben im Ganzen ist so riesig (deutlich größer als etwa in Kölner Kaufhäusern) das die Chancen etwas für den eigenen Geschmack zu finden sehr gut sind. Und ganz ehrlich... bei einem Reiskoffer etwa ist mir die Stabilität wichtiger als die Farbe...

Ich habe mir ein kleines schwarzes Handtäschchen aus schmeichelweichem Leder gegönnt. Intelligente Innenaufteilung, Reißverschlussinnentasche, stabiler Verschluss... und was mir besonders gut gefällt: ein Trageriemen, der sowohl lang als Schultertasche getragen werden kann als auch kurz (dann liegt der Riemen komplett doppelt) im aktuellen Stil in der Hand. So bleibt die Tasche auch lange aktuell. 35 Euro sind sicher nicht geschenkt, aber doch deutlich unter dem "regulären" Preis für diese Qualität. Und ich habe sie ja wieder zehn Jahre oder so...

Ach ja, die Wegbeschreibung... eigentlich ganz einfach, man bewegt sich auf der rue du Temple auf die Place de la Republique zu. Und das letzte Taschengeschäft auf der rechten Seite vor der Place de la Republique ist es. Nicht zu übersehen. Allerdings gibt es noch viele andere Taschengeschäfte in der Straße... Vielleicht findet sich die Plastiktüte mit dem Namen des Ladens und der genauen Adresse doch noch... :o)

Geschrieben von arthur um 23:08 Uhr in (Stoff)Einkaufen in Paris und anderswo

Montag, 27. Februar 2006

Schuhkauf in Paris: Sabotine

Luxus-Schuhe zum bezahlbaren Preis... so sagte mein Preisführer, was Grund genug war, mich auf die Socken zu machen. (Wer ohne Schuhtick sei werfe den ersten Stein... ;-) )

In der Tat waren die Regale voll mit verschiedenen Modellen der Marke Carel zu Preisen zwischen 65 und 120 EUR. Was etwa der Hälfte (oder weniger) des normalen Ladenpreises (in der Regel 175 bis 250 EUR) entspricht. Die Modelle sind nicht aus der aktuellen Kollektion, bei manchen verraten Glitzerpartikel und Kratzspuren in der Ledersohle, daß sie schon mal für eine Ballnacht "ausgeliehen" wurden. Aber angesichts der Preise für die Qualität kann man darüber hinwegsehen, wie auch über das spärliche und wenig motivierte Personal. (Eine Kassiererin, die angeregt am Handy offensichtlich ein ausführliches Privatgespräch führte)

Einziger Nachteil für mich: Nicht für breite Füße... was in der Breite gepasst hätte, war für mich leider eine bis eineinhalb Schuhnummern zu lang. :-( Aber keinen Grund, die Adresse anderen vorzuenthalten. ;-)

Sabotin, 35, rue de la Roquette, 75011 Paris (Metro Bastille)

Geschrieben von arthur um 23:03 Uhr in (Stoff)Einkaufen in Paris und anderswo

Sonntag, 26. Februar 2006

Schneeregen und Frühjahrsmode

So, nach einer Woche Paris bin ich zurück und lege erst mal die Füße hoch. (Wie praktisch, daß man im Blog auch Artikel "auf Vorrat" schreiben und hochladen kann, dann merkt keiner, wenn ich weg bin. /images/emoticons/mozilla_smile.gif )

Für alle die jetzt der Neid packt: Das Wetter war grauenhaft, feiner Nieselregen wie Galway im Herbst, durchmischt mit Schneeregen, Wind, Kälte,... Okay, es ist Februar, aber so dauerhaft unangenehm und kalt habe ich es in Paris um diese Jahreszeit glaube ich noch nie erlebt.

Also wenig zielloses durch die Gassen und Straßen laufen, dafür zwei Ausstellungen besucht, sehr viele Cafes und Salon de The von innen gesehen und... Shopping. Schuhe und Handtaschen waren nicht mehr hinauszögerbar und ich habe mal ziemlich systematisch einige Tips aus dem praktischen Führer für Sparfüchse "Paris pas cher" abgeklappert. (So viel zu den Themen der nächsten Tage... /images/emoticons/mozilla_wink.gif )

Selbstverständlich habe ich auch bei einigen altbekannten Stoffgeschäften reingeguckt und sogar ein neues entdeckt... (Zu einem anderen Einkauf vielleicht später mehr.... so im Mai oder so.) Und ich hatte viel Zeit, die Auslagen zu bewundern und in Zeitschriften zu blättern, wo mir die Frühjahrsmode angesichts des Wetters vor der Tür weitere Schauer durch den Körper jagte.

Denn hier werden (nach Pariser Meinung) leichte, flatterige Stoffe dominieren, pudrige Farben von Rosenholz über alle möglichen Hauttöne bis zu Cremeweiß, eventuell auch mal ein Pastellrosa. Als Details sind angekrauste Ärmel, hochgesetzte Empiretaillen (sehr figurfreundlich für meinen breiten Po), Spitze und Rüschen und Volants angesagt. Aber alles in Maßen und nicht überladen. "Neoromatik" ist das Stichwort. Wem das angesichts der dünnen Stoffe zu kalt ist, der kann ein kleines Häckeljäckchen drüber ziehen. Mal sehen, ob ich Zeit finde, etwas in diese Richtung zu nähen, denn klare Linien mit einzelnen romantischen Details und sanfte Farben stehen mir eigentlich ganz gut.

Und wem das dann alles zu sanft ist, der kann bunt bedruckte Stoffe im Stil der 60er und 70er Jahre nehmen. Grün mit braun, kräftiges Lila,... auch hier mit Empiretaille und dem offensichtlich absoluten "must" der Saison: Dem knielangen Stufenrock. Aus Cord und anderen warmen Materialien wird er schon fleißig getragen, aus bunten Stoffen wartet er noch in den Schaufenstern. Wie gut, daß ich mir zu Weihnachten den Kräuselfuß gewünscht habe... /images/emoticons/mozilla_smile.gif

Und mal sehen, ob ich die Nähzeit finde. Jetzt brauche ich erst mal Hose und Oberteil für einen anderen Anlass, das schwarze Leinen für die Hose liegt schon in der Maschine, jetzt ist trocken bügeln angesagt (bäh) und morgen schließen Silvia und ich uns als Faschingsverweigerer in ihrem Scherzkeksladen ein und nähen wieder, was das Zeug hält....

Geschrieben von arthur um 16:30 Uhr in Paris

Donnerstag, 23. Februar 2006

Rennfahrerreparatur

Löcher, Risse und ähnliche Malheurs passieren Jungs egal welchen Alters ja bevorzugt an relativ neuer und ansonsten unbeschädigter Kleidung. Bei den kleinen Jungs ist das noch einfach: großes Rennauto draufgepatcht, fertig.

Bei den großen Jungs (auch "Ehemann" genannt) stoßen große, bunte Aufnäher doch meist auf Ablehnung. Kunststopfen hingegen ist für ein Freizeithemd eindeutig zu teuer. Und viel Zeit in die Reparatur eines letztlich doch banalen Kleidungsstückes zu investieren ist dann auch nicht mein Ding. Was also tun?

Na das gleich wie bei den kleinen Jungs, nur mit anderen Aufnähern. Man (oder besser frau) muß ein wenig suchen, aber dann finden sich doch immer wieder Aufnäher, die nicht zu bunt und nicht zu groß sind und hinterher trotzdem als absichtliches Designelement durchgehen. :-D

Die Reparatur ist dann schnell gemacht: Das ursprüngliche Loch stopfen, meine Maschine hat dazu eine praktische Stopfautomatik, die Ergebnisse davon sind nicht immer schön, aber es hält. Dann den ausgewählten Aufnäher an den Kanten mit meinem geliebten Wondertape versehen und an der passenden Stelle aufkleben. Da Wondertape ja bekanntlich wasserlöslich ist, muß der Patch natürlich noch festgenäht werden. Das geht wegen der Klebung aber auch knappkantig und mühelos.

Fertig. Nur wenn Schatzi noch mehr Löcher reißt, dann geht nicht nur die Reparatur in resendem Tempo, sondern er sieht irgendwann aus wie einer der Schuhmacher-Brüder.... ;-)

Wo ich solche Applikationen finde? Naja, hier werde ich immer mal fündig. Wenn man sich durch die zuckersüßen Kinderapplikationen durchscrollt findet man immer wieder mal was taugliches. Das Katzen-Label von Kafka erlaubt mein Schatz auch. Und Notfalls kann man mit Reflexband oder Ripsband auch noch was zaubern. Aber inzwischen habe ich eine gewisse Vorratssammlung im Haus, für die üblichen Notfälle. ;-) )

Geschrieben von arthur um 16:42 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Montag, 20. Februar 2006

Ganz in Roses

Trotz aller Stoffdisziplin gibt es ja immer mal so Sachen... die müssen dann doch mit. Wo ich ganz leicht schwach werde sind Stoffe mit Rosen. Und beim letzten Parisbesuch lachte mich so ein Coupon ganz unverschämt an. Feiner Baumwolljersey, die Farben nicht ganz optimal für mich aber tragbar und dann eben diese etwas altmodischen roten Rosen.

Eigentlich wollte ich nur ein Shirt nähen und den Rest im Forum verkaufen. Aber... es sind dann doch zwei Shirts geworden.

Immerhin noch rechtzeitig vor dem nächsten Parisbesuch, so daß ich sagen kann: "Den Stoff vom letzten Mal habe ich aber verarbeitet!" ;-)

Geschrieben von arthur um 06:42 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Freitag, 17. Februar 2006

Alle Jahre....

... irgendwann, meist Februar oder März, läutet es an der Haustür.

Durch die Glasscheibe sehe ich das verlegen-verzweifelt-ratlos lächelnde Gesicht meiner Nachbarin.

Und ich weiß, Karneval steht vor der Tür.

Und die jährlich geborgte Nähmaschine tut nicht wie sie soll. :o)

Einmal korrekt einfädeln, auch des Unterfadens, genügt. Dafür sind Hobbyschneiderinnen doch da. ;-) )

Geschrieben von arthur um 10:06 Uhr in Allgemein

Mittwoch, 15. Februar 2006

Patentantes Kommunionanzug: Massen bändigen

Die Jagd auf die Kurzwaren war ja weitgehend erfolgreich, wenngleich mich das fehlende Futter noch ausbremst. Denn die Nahttaschen müssen ja ziemlich am Anfang rein. Allerdings ist Abhilfe in Sicht, denn der nette Kurzwarenhandel hat mir auf Anfrage angeboten, mir die Venezia-Farbkarte zu schicken. Wenn das dann auch klappt wäre ich dieses Problems wohl langfristig ledig.

Damit fehlt mir aber auch die Ausrede, einer der mir verhasstesten Arbeiten anzugehen.

Der Zuschnitt.

Ich mag Hosenanzüge, aber die Stoffmassen, die zu bändigen sind, sind nicht lustig. Fünf Meter Stoff, das kann ich nicht mal im Wohnzimmer ganz auslegen. Und Stoff erst mal quer zu teilen ist bei meiner Größe auch nicht mehr ratsam, denn ein kleines Eckchen entscheidet oft über "reicht" und "reicht nicht mehr". Zumal wenn die Anleitung 150cm Stoffbreite vorsieht, mein Stoff aber nur 140cm breit ist. (Obwohl der das Waschen gut überstanden hatte.)

Außerdem tun mir beim Auflegen, austarieren und ausschneiden auf dem Parkett doch immer ziemlich die Knie weh... aua Doch für einen fünf Meter langen Tisch, der die ganze Wohnung blockiert, gibt es keinen Familienkonsens... ;-)

Naja, ich habe es erfolgreich hinter mir.

Fehlt die noch unbeliebtere Aufgabe: Vlieseline aufbügeln.

Denn das besteht zu großen Teilen aus warten und das ist echt öde... Zumal ich keinen Fernseher in Blickweite habe, sondern das Bügelbrett einen spannenden Blick auf die Wand bietet. :-(

Geschrieben von arthur um 11:38 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Dienstag, 14. Februar 2006

Der Kurzwarentrail

Daß Stoffe kaufen nicht einfach ist, wenn man bestimmte Wünsche hat ist nicht wirklich eine neue Erkenntnis. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem Aufwand den man betreiben muß, um den ganzen Kleinkram wie Nähgarn, Futter, Reißverschlüsse,... herbeizuschaffen. Vor allem, wenn man auch da bestimmte Wünsche hat.

Los geht es mit dem Nähgarn. Ich nähe eigentlich bevorzugt mit 120er Nähgarn. Das gibt es aber schon mal gar nicht. Bei 100er bevorzuge ich Amann. Damit ist schon mal klar, der Weg führt zu Stoff Müller. Praktisch ist, daß ich dort zumindest gute Chancen auf "ausgefallenere" Einlagen wie G740 habe. (Letzteres gestaltet sich etwas schwieriger als erwartet, weil die Verkäuferin davon noch nie was gehört hat und die Kollegin dann nach G745 sucht. Dabei letztlich aber die G740 findet, sogar in schwarz.)

Venezia-Futter hingegen gibt es leider nur in genau einem Rotton und das ist der falsche. (Nein, ich will kein Neva Viscon, mir ist das zu steif, zu hart und ich fasse es nicht gerne an. Danke.)

Also weiter zur Stofferia. Dazu muß ich immerhin nur von einer Seitenstraße raus, die Fußgängerzone queren (zur abendlichen Stoßzeit auch ein Abenteuer...) und in die Seitenstraße auf der anderen Seite rein. Doch diesmal habe ich kein Glück. Zwar zwei Rottöne, aber beide passen nicht im entferntesten. :-( Und bei den Reißverschlüssen besitze ich doch die Unverschämtheit, Nahtreißverschlüsse haben zu wollen. Und zwar in Rehbraun, nicht in dem einen existierenden graubraun. Nein, ungefähr passend (wobei es nicht mal "ungefähr" sondern einfach nicht passend war) reicht nicht, man wird die Zipper sehen, an gut sichtbarer Stelle.

Immerhin, ich habe eine Vermutung, wo es das geben könnte... nur schaffe ich das nicht mehr, bevor sie schließen. Ist ein kleiner Laden und bereits deutlich jenseits der Fußgängerzone.

Also am nächsten (freien) Tag die Laufschuhe geschnürt und zu Plissee Becker marschiert. Wunderbar, wie erwartet gibt es die gewünschten Reißverschlüsse, auch im passenden Farbton. (Wie der Zipper verrät kommen auch diese von Opti. Warum die anderen Händler die Opti haben immer nur so wenige Farbtöne führen... keine Ahnung...) Immerhin werde ich hier auch mit Verschlüssen fündig. Der Vorschlag des Schnittmusterst mit angenähten Druckknöpfen gefiel mir eh nicht, aber Magnetverschlüsse, ja, das ist cool. Denke ich.

Ich schaffe es sogar, den Laden zu verlassen, ohne von den wunderschönen Knöpfen welche zu kaufen. ;-)

Stickgarn zum Absteppen wäre auch nett... der Laden, der das hatte, hat derzeit allerdings zu und zieht um. (Ich habe zwei Tage später erfahren, daß er schon wieder offen hatte...) Aber der hat nur Madeira, was meine Maschine nicht so gerne mag. Amann oder Sulky wäre mir deutlich lieber... Naja, 60 km nach Aachen für eine Rolle Stickgarn, das macht man doch gerne... :-/

Warum, zum Donnerdrummel, kann nicht einfach ein Laden alles haben?!??

Futter habe ich übrigens immer noch nicht... da werde ich wohl doch mal das Internet bemühen müssen. Nur sieht man da die Farben natürlich auch nicht so genial... :-(

Geschrieben von arthur um 19:56 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Montag, 13. Februar 2006

Ich sehe keine Bilder?

Tja... ich weiß. :o)

Einige Leute können in meinem Blog die Bilder die ab und an eingestreut sind nicht sehen. Stattdessen sehen sie nur leere, weiße Flächen. :-( Ich habe inzwischen herausgefunden, daß dies den Internet Explorer betrifft, der sie nicht anzeigen mag.

Leider weiß ich keine sinnvolle Lösung, aber wie (fast) immer bei Computerproblemen einen Work-around...

Die einfachste Lösung: Firefox als (zusätzlichen) Browser installieren. Kosten tut er auch nichts. (Und mit dem "Tabbed Browsing" ging es mir wie mit dem Kniehebel der Nähmaschine... zuerst dachte ich, das wäre Unfug, jetzt mag ich nicht mehr ohne. ;-) )

Information und Download von Firefox

Wer das aus irgendwelchen Gründen nicht kann oder mag: Mit der rechten Maustaste auf die leere Fläche klicken, dann wird angeboten, das Bild runterzuladen. Auf die eigene Festplatte laden und von dort betrachten. Eventuell genügt es auch, das Bild in einem eigenen Fenster zu öffnen und dann zu betrachten. Dies scheint aber nicht bei allen zu funktionieren.

Ich hoffe, mit einem der beiden Tricks kann jeder hier Bilder sehen. :-)

Oder man macht ein Update auf IE 7, der kann es dann auch schon. :-D )

Geschrieben von arthur um 12:38 Uhr in Allgemein

Sonntag, 12. Februar 2006

Kölner Nähbrunch: Winternähen in Aachen

Eigentlich wollten wir uns ja vor zwei Wochen schon zum wildwütigen Nähen treffen, aber wegen diverser Krankheiten mußten wir es ja ausfallen lassen.


Um so eifriger, so scheint es mir wenigstens, wurde bei unserem Ersatztermin gestern gewerkelt. Außerdem gab es eine Megen "Premieren"... nicht nur das eine oder andere neue Gesicht, sondern ich glaube es war auch das erste Mal, daß jemand Puppenkleider genäht hat... Und daß die Zuschneidekapazitäten im Scherzkeks-Laden einen echten Engpass darstellten habe ich auch noch nicht erlebt.


Daß ich es hingegen bei weitem nicht geschafft habe, alle wenigstens einmal aufs Bild zu bannen, daß ist keine Neuigkeit, daß passiert mir ja leider jedesmal.

Den aktuell immer wieder propagierten Trend zur Stricknadel kann ich übrigens bestätigen... Auch wenn ich davon kein Bild habe, bei diesem Winter hatten wir kein Treffen, bei dem nicht irgendwie auch gestrickt wurde.

Diese süßen "Fahrradhosenklammern" für Mädchen aus Reflexband und Rüsche hatten übrigens den großen Vorteil, daß sie die Konkurrenz um den Zuschneidetisch minderten. ;-)


Wer den Tisch dann mal erobert hatte, konnte dann ins Grübeln kommen: Wie bekomme ich die Schnitteile auf das eigentlich zu kleine Reststück, dem ich da nicht widerstehen konnte?

Es ging und der neuerworbene Rollschneider wurde kurze Zeit später erfolgreich zum Einsatz gebracht. ;-) )


Für den Dessous-Zuschnitt ließ sich allerdings die Ladentheke erfolgreich "mißbrauchen". Hier wird gerade die Dehnbarkeit des Stoffes ermittelt.


Und da Anne mit spannender Lektüre vorbeischaute, war ohnehin keinem langweilig. Außerdem haben etliche die Zeit genutzt, um fix in Peterles Nähmaschinenladen zu springen und sich mit Ersatzteilen zu versorgen, ein paar Nähfüße zu kaufen oder auch sich mit neuen Wünschen für den Maschinenpark anfixen zu lassen. ;-)


Nach Abschluss der Dessous-Zuschneidearbeiten durfte die Ladentheke dann auch wieder anderen Zwecken dienen. Intensiven Knopf- und Kurzwarendiskussionen etwa.


Manche einer wurde allerdings angesichts der Stoffstapel doch etwas besitzergreifend... Zumindest bis nicht nur die Hand sondern auch der Blick auf der weichen Fühlunterlage landeten: "Hey, das sind ja gar nicht meine Farben!"


Und so noch, auf besonderen Wunsch einer einzelnen Dame, das Bild mit der richtigen Farbe, in groß. Die Botschaft lautet, wenn ich mich recht erinnere: "Liebe Ehemann, dieser Stoff gefällt mir und Ostern ist nicht weit."

Wie du deinen Göga zum Lesen dieses Blogs bekommst ist aber dein Problem... ;-) )

Tja, das war"s für dieses Mal. Beim nächsten Mal sehen wir uns wieder in Köln, zum Schwatzen und Brunchen. Ich vermute mal, daß das im April sein wird.


Geschrieben von arthur um 16:48 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Freitag, 10. Februar 2006

Lehrpfad

Für einen Nicht-Jecken halten die Sitten und Gepflogenheiten des Rheinlandes immer wieder spannende Entdeckungen bereit.

Kaum werden die leuchtenden Weihnachtssterne, goldenen Guirlanden und Weihnachtsmänner abgenommen, tauchen entlang der Hauptachse der Fußgängerzogen rätselhafte Figuren auf. Groß sind sie und bunt. Doch was mag das sein?

Ist dem Rheinländer ein aprupter Übergang von festlicher Weihnachtsdekoration auf den häßlichsten Teil des Winters nicht zuzumuten und sollen diese Herren die saisonal entsorgten Weihnachtsmänner ersetzen?

Oder handelt es sich um eine farbenfrohe Straßenbeleuchtung, die nach Weihnachten die Kauflaune in der Einkaufsstraße anregen soll? (Hm... ich sehe sie nicht leuchten...)

Werbung für eine neue Art von Gartenzwergen gar? (Seltsam, daß es diese in den Geschäften nicht zu kaufen gibt...)

Doch dann sehe ich näher hin... entdecke Schilder mit Worten... und ganz allmählich dämmert mir, das Muster kennst du doch? Ein Bild, eine Name drunter... Ja klar!

Im Zoo steht doch auch nicht einfach "Affe" am Käfig, sondern ein Bild weist den Bewohner aus und eine Schrift informiert den Besucher, daß es sich hierbei um ein beispielhaftes Exemplar des "Rotpüscheligen Grünschwanz-Maki" handelt und schon kann man diesen von all den anderen Kollegen ähnlicher Arten unterscheiden.

Mithin handelt es sich bei diesen Figuren ganz offensichtlich um einen Karnevalslehrpfad. Der es auch dem Besucher und Zugereisten ermöglicht, herumwuselnde Gestalten ganz klar zu identifizieren: "Grüne Jacke, lila Hose und blaues Käppi, das ist ein 4. Zunftkarnevalsgesellschaft von 1298" nicht zu verwechseln mit der "345. Allgemeinen Karnevalsgesellschaft von vorgestern" oder den "Zukunftsjecken von übermorgen".

Danke Kölle, du hast ein Herz für deine Imis!

Geschrieben von arthur um 20:12 Uhr in Allgemein

Mittwoch, 8. Februar 2006

Über den Blogrand: Manschette voraus!

Hier steht das Männerhemd im Mittelpunkt. (Selten genug...)

Pamela Isaacs-Erny näht nicht nur Hemden, sondern sie schreibt auch darüber. Mal ein bißchen Nähtechnik, mal Tips zur Schnittveränderung,... neue Einträge erscheinen nicht allzuoft, aber sie sind dafür fundiert und bebildert. Es lohnt sich also, die Englischkenntnisse wieder hervorzuholen, denn ohne geht es leider nicht:

Off the Cuff

Geschrieben von arthur um 15:04 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Montag, 6. Februar 2006

Die Probehose

Ich gebe zu, zu so einer drastischen Maßnahme hatte ich mich noch nicht durchgerungen. Zwar sind mir Hosen die am Po passen in der Taille meist zu weit, aber ich nähe immer munter drauf los und bevor der Bund hinkommt, werden Abnäher und Seitennähte dann einfach so lange tiefer genäht, bis es passt.

Oder halbwegs passt, jedenfalls besser als Konfektion. Der perfekt passende Hosenschnitt wird noch ein Projekt für die Zukunft, denke ich.

Gemeinerweise verlaufen nun aber die Abnäher dieser Hose schräg in die Seitennäht. Damit kann ich sie nicht nur nicht zur Weitenverringerung in der Taille benutzen, nein, ich kann auch nicht einfach die Seitennäht enger nähen, weil die Abnäher sonst darin verschwinden würden. Was dann wieder witzlos wäre...

Aber glücklicherweise hat frau ja Nähfreundinnen und so haben "masan" und ich einen Sonntag nachmittag mit dem rumnadeln an Probehosen verbracht. Ihre aus Cord und später tragbar, meine aus einem alten Vorhang, die dann weggeworfen werden kann. Und so auch endlich wieder Platz in meiner Stofftruhe für andere Projekte freigibt. /images/emoticons/mozilla_smile.gif Den oberen Vorhangrand mit den größen Ösen konnte ich dann gleich als Saum verwenden.

Ich hoffe, wir haben es gut hinbekommen... mein Fazit war jedenfalls, die Taille der Hose einfach mal eine Nummer kleiner zuzuschneiden als die Hüfte. Der Mehrgrößenschnitt macht"s möglich.

Inzwischen ist der Schnitt auch geändert und weil ich schon dabei war, habe ich auch den Jackenschnitt angepasst: ein der Oberkörperlänge 1,5cm raus und die Schultern einen Zentimeter schmaler. Das haut normalerweise hin.

Jetzt muß ich nur Platz für eine 5 Meter lange Stoffbahn schaffen und dann kann ich zuschneiden. (Und hoffen, daß die Schnittveränderungen jetzt tatsächlich hinkommen....)

Hm... und Reißverschlüsse, Einlage (habe ich letzte Woche gekauft, aber die falsche... grrr), Nähgarn und Futter wären wohl auch mal dringend... ich fürchte nur, vor Freitag wird das nichts.

Naja, dann hat das Zuschneiden ja auch noch Zeit...

Geschrieben von arthur um 19:39 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Samstag, 4. Februar 2006

Stoffdiät: mit Punkten zum Erfolg!

Es gibt ja diese bewundernswerten Hobbyschneiderinnen, die genauso schnell nähen, wie sie Stoffe kaufen. Und es gibt diese beneidenswerten, die unendlich Raum haben, Stoffe in Mengen zu horten, die den Inhaber eines mittelgroßen Stoffgeschäftes erblassen ließen.

Der große Rest von uns hat hingegen ein Problem: Schränke, die wir nur im Notfall öffnen, weil die möglichst fest hineingestopften Stoffe sonst herausfallen, Truhe, die nur zu schließen sind, wenn sich wenigstens zwei Familienmitglieder auf den Deckel setzen, Tüten, die in jedem Winkel versteckt sind und von deren Existenz und Inhalt der liebende Gatte und die meisten anderen Familienmitglieder nicht die leisteste Ahnung haben, Kisten unter dem Bett oder Kartons im Schlafzimmer, im Flur, in Härtefällen gar im Wohnzimmer, die permanent im Weg stehen und zudem unserer Wohnung ständig dieses Flair des "frisch eingezogen" geben, auch wenn das Haus seit drei Generationen in Besitz der Familie ist.

Unserem Hirn ist klar, daß wir diese Mengen nie werden vernähen können, daß wir uns an den Großteil der Stoffe nicht einmal erinnern, der Taschenrechner zeigt, wieviel unserer Monatsmiete wir (umgerechnet auf die von Stoff besetzten Quadratmeter Wohnraum) für die Lagerung inzwischen ausgeben und wir trauen uns nicht mehr recht, neue Nähpläne zu entwickeln, weil wir doch hunderte von alten Projekten noch nicht ausgeführt haben.

Ganz zu schweigen von der Angst, Ehegatten oder andere Mitbewohner könnten jemals das tatsächliche Ausmaß unseres Stofflagers entdecken. ;-)

Kurzum: Es ist Zeit geworden, Abschied zu nehmen. Abschied, von alten Plänen, von alten Idee, von alten Stoffen. Um kräftig durchzulüften und Platz zu machen, für neue Pläne, neue Ideen und... äh ... neue Stoffe. Aber nicht mehr so viele, nur noch die richtigen.

Doch Aussortieren fällt schwer, an beinahe jedem Stoff hängt eine Idee, eine Erinnerung, ein Plan, was einmal daraus werden sollte. Verzweifelt und überfordert von der Größe der Aufgabe brechen wir ab, stopfen die Stoffe noch etwas fester in die Tüten und Kartons und hoffen auf ein Wunder, das uns ein Jahr aus schlaf- und pflichtenlosen 36 Stundentagen beschert.

Damit ist jetzt Schluß!

Die Weight-Watchers haben das Abnehmen vereinfacht, indem sie kompliziertes Kalorienzählen durch einfach Punkte ersetzt haben. Und hier kommt die Punkte-Diät für Stoffe, ein einfaches System zu entscheiden, bei welchem Stoff es vielleicht noch Sinn macht, ihn zu behalten und welcher ohne Bedenken einen neuen Besitzer finden kann.

Das Prinzip dahinter ist einfach: die Punkte ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Stoff noch Verwendung finden wird. Je weniger Punkte, desto weniger Gründe, den Stoff zu behalten. Und ich muß nicht alle meine Stoffe miteinander vergleichen, sondern ich kann die Berge Stoff für Stoff abarbeiten, in kleinen Portionen, wie die Zeit gerade reicht.

Als Prognosebasis dienen die letzten 24 Monate vor dem Tag der Ausräumaktion. (Bei Vielnäherinnen, die im Durchschnitt mehr als ein Teil in der Woche nähen genügen 12 Monate.)Auf diese letzten 24 Monate beziehen sich die Vorüberlegungen:

- Für welche Person nähe ich am meisten? (Maximal zwei Personen auswählen!)

- Für wen nähe ich noch regelmäßig?

mmer wenn in den Fragen von "derzeit", "aktuell", "jetzt",... die Rede ist, dann bezieht sich das auf die oben genannten letzten 24 Monate.

Nach folgenden Kategorien wird bepunktet:

Farbe

  • Die Farbe steht der hauptsächlich benähten und mindestens einer weiteren derzeit benähten Person: +5

  • Die Farbe steht nur der hauptsächlich benähten Person: +4

  • Die Farbe steht mehreren regelmäßig benähten Person, nicht aber der hauptsächlich benähten Person: +1

  • Die Farbe steht einer regelmäßig benähten Person, nicht aber der hauptsächlich benähten Person: 0

  • Die Farbe steht niemandem, der regelmäßig benäht wird: -5

Wichtig ist hier Ehrlichkeit zu sich selber. Wer unsicher ist, welche Farben ihm stehen, kann sich von einer guten Freundin beraten lassen. Den Stoff ans Gesicht halten und schauen: Bringt er mein Gesicht zum Strahlen, mildert die Fältchen und lässt die Augen leuchten? Dann ist er gut. Alles andere nicht. Auch eine professionelle Farbberatung kann eine gute Investition sein, für Menschen, die sich in diesem Punkt unsicher sind.)

  • Die Farbe wird von der hauptsächlich benähten Person und mindestens einer weiteren benähten Personen derzeit getragen: +5

  • Die Farbe wird von der hauptsächlich benähten Person getragen: +4

  • Die Farbe wird von mehreren regelmäßig benähten Person getragen, aber nicht von der hauptsächlich benähten Person: +2

  • Die Farbe wird von einer regelmäßig benähten Person getragen, aber nicht von der hauptsächlich benähten Person: +1

  • Keine regelmäßig benähte Person trägt diese Farbe: -5

Auch hier ist Ehrlichkeit wieder der Schlüssel. Unser Geschmack ändert sich, die Mode auch. Es ist nicht ehrenrührig, die Farbe eines vor zehn oder zwanzig Jahren gekauften Stoffes nicht mehr zu mögen. Wer auch für andere näht muß hier auch beim Zuhören der Wünsche der anderen ehrlich sein. Das zum Grufti mutierte 14jährige Töchterlein wird auf absehbare Zeit kein rosa mehr tragen, selbst wenn es ihr gut stände. Und der 8jährige "coole" Sohn trägt halt nur dunkelblau, oliv und schwarz, auch wenn vor vier Jahren sein Lieblingspulli hellblau oder rot war. ;-) )

Muster

  • Das Muster gefällt der hauptsächlich benähten Person und mindestens einer weiteren benähten Personen: +5

  • Das Muster gefällt der hauptsächlich benähten Person: +3

  • Das Muster gefällt mehreren regelmäßig benähten Person, aber nicht der hauptsächlich benähten Person: +2

  • Das Muster gefällt einer regelmäßig benähten Person, aber nicht der hauptsächlich benähten Person: +1

  • Keiner regelmäßig benähte Person gefällt das Muster: -5

Und wieder: Bitte ehrlich sein und zuhören! Wenn dem Sohn die Hoppelhäschen nicht mehr gefallen und die Tochter ihre rosa-Krönchen-Phase beendet hat... dann akzeptiere es. Auch wenn es schwer fällt.)

Material

  • Das Material wird aktuell von der hauptsächlich benähten Person sowie mindestens einer weiteren benähten Person getragen: +5

  • Das Material wird aktuell von der hauptsächlich benähten Person getragen: + 4

  • Das Material wird von mindestens einer regelmäßig benähten Person getragen: +1

  • Niemand trägt aktuell dieses Material: -5

Unsere Lebensumstände und Ansprüche ändern sich. Wo vor zehn Jahren edle Wolltuche für Business-Kostüme angesagt waren sind es heute vielleicht praktische Baumwollstoffe, die schmutzige Kinderfinger nicht übel nehmen. Der im Bayerischen Wald angehäufte Vorrat an extrawarmen Winterstoffen wird dem neuen Wohnort im Rheinland nicht gerecht oder der günstige Stoff, aus dem die Berufsanfängerin mit wenig Geld "korrekte" Kleidung gezaubert hat der neuen Position in leitender Funktion nicht mehr. Und nicht zuletzt vermeintliche Schnäppchen aus Anfängertagen, bei denen uns heute bewusst ist, daß sie die Mühe der Verarbeitung nicht wert sind. Kein Grund, sich für die Stoffe zu schämen. Die Käufe mögen damals Sinn gemacht haben, in deinem jetzigen Leben tun sie es nicht mehr. Also dürfen sie Platz machen, für Stoffe die heute ins Leben passen.)

Menge

  • Aus der Menge lässt sich ein sinnvolles Teil für die hauptsächlich benähte Person nähen: +5

  • Aus der Menge lässt sich ein sinnvolles Teil für verschiedene regelmäßig benähte Personen arbeiten: +3

  • Die Menge ergibt ein sinnvolles Teil für mindestens eine regelmäßig benähte Person: 0

  • Die Menge reicht nicht, um ein sinnvolles Teil für eine der regelmäßig benähten Personen herzustellen: -3

"Sinnvoll" heißt, in einer Größe, die heute passt und ein Teil, das man aus diesem Stoff auch verwenden würde. Der Stoff, der einen Minirock in Gr. 34 ergibt ist nicht mehr sinnvoll, wenn ich Gr. 40, 46 oder 52 habe, der Rest Anzugstoff würde zwar noch für einen Babystrampler reichen, aber ein Babystrampler aus Anszugstoff macht keinen Sinn. Auch das Materialpaket, das anlässlich der Geburt des ersten Kindes gekauft wurde, macht keinen Sinn mehr, wenn das jüngste inzwischen in die Schule geht. ;-) )

Anlass

  • Der Stoff ist für häufige Anlässe im Leben der hauptsächlich benähten Person geeignet: +5

  • Der Stoff ist für häufige Anlässe im Leben mindestens einer regelmäßig benähten Person oder für einen mindestens einmal im Jahr aufgetretenen Anlass im Leben der hauptsächlich benähten Person geeignet: +3

  • Der Stoff ist für einen in näherer Zukunft absehbaren Anlass geeignet: +1

  • Der Stoff ist für einen in näherer Zukunft geplanten Anlass geeignet: -1

  • Anlässe, zu denen ein Stück aus dem Stoff tragbar wären, sind derzeit nicht geplant oder absehbar: -5

"Geplante Anlässe" zählen hier nur, wenn die Entwicklung dorthin schon angefangen hat. Künftige Kinder oder Enkel etwa erst nach Eintreten der Schwangerschaft. ;-) Ein "absehbarer Anlass" wäre der Ball, für den die Karten schon gekauft sind oder ein jährlich stattfindendes Ereignis, zu dem ich bisher jedes Jahr gegangen bin.)

Lagerdauer

  • Der Stoff wurde in den letzten drei Monaten gekauft: +5 Punkte

  • Der Stoff liegt seit einem Jahr hier: +4 Punkte

  • Der Stoff liegt länger als ein Jahr, aber kürzer als fünf Jahre: +1

  • Der Stoff liegt länger als fünf Jahre, aber kürzer als zehn Jahre: 0

  • Der Stoff ist älter als zehn Jahre: -3

  • Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie lange ich den Stoff schon habe: -5

So, und was jetzt tun mit den Punkten?

Eindeutig sind die Kategorien:

Negative Endpunktzahl: Der Stoff kann eindeutig raus, gar nicht mehr drüber nachdenken...

Mehr als 25 Punkte: Ganz sicher behalten.

Die anderen Stoffe gehen in eine zweite Runde:

15-25 Punkte: Stoffe mit positiver Tendenz. Trotzdem kann man sie erst mal auf Redundanzen durchsehen. Dabei auch immer die "ganz sicher behalten" Stoffe im Auge haben. Habe ich etwa zehn dunkelblaue Hosenstoffe, genügt es vielleicht fünf oder sieben davon zu behalten. Oder habe ich für einen bestimmten Anlass wie eine Hochzeit, ein Jubelgeburtstag oder einen Ball schon Stoff für drei unterschiedliche Projekte? Dann muß das vierte nicht sein. Oder habe ich einen ganz ähnlichen Stoff bei den besonders schönen Stoffen? Dann brauche ich den nicht ganz so schönen doch nicht mehr zusätzlich.

Was dann noch übrig ist markiert man sich am besten und geht die Punkteliste ein Jahr später noch mal durch, ob sich etwas verändert hat.

0-15 Punkte: Stoffe mit negativer Tendenz. Bei denen spricht deutlich mehr fürs Hergeben als fürs behalten. Wenn du es schaffst: gib sie weg, denn auch sie haben eine nur sehr geringe Wahrscheinlichkeit, jemals unter deiner Nähmaschine zu landen. (Glückwunsch zum Mut!) Gibt alles her, wofür du einen guten Preis bekommst. Den Rest gehe noch mal durch und überlege dir bei jedem einzelnen Stück, warum du ihn behalten mußt. Denke dann an all die schönen Stoffe, die du deswegen nicht mehr kaufen kannst... Und sortiere von diesen mindestens noch die Hälfte aus. Die verbleibenden werden ebenfalls markiert, was davon nach drei Jahren immer noch nicht verarbeitet ist, kann dann gehen. (Mancher Abschied dauert eben etwas länger. ;-) )

Wenn das geschafft ist, dann geht es, wie bei jeder Diät, natürlich auch darum, das Stoffgewicht zu halten, es nicht mehr ausufern zu lassen.

Die oben im Punktesystem erwähnten Kategorien beim Stoffneukauf zu berücksichtigen ist auf alle Fälle eine gute Idee. (Ich bin doch sicher nicht die einzige, die immer mal wieder einen "oh, ist der toll" Stoff gekauft hat, ohne daran zu denken, daß der Stoff nur leider mir gar nicht steht... ;-) )

Wichtig ist es aber, sich selber sinnvolle und klare Grenzen zu setzen. Konkret heißt das, für die verbliebenen Stoffe einen Platz zu suchen, nicht mehr über die Wohnung, den Keller oder sonst wo verteilt, sondern ein Ort (Schrank, Truhe, auch zwei oder drei Truhen, wie halt Platz ist), wo sie Platz haben und greifbar sind. Außerdem sollte der Lagerort nicht komplett vollgestopft sein, sondern etwas Luft haben, für Stoffe für aktuelle Projekte. Nulldiät funktioniert nicht so gut, wie ein angepasstes System., das gelegentlich eine Praline erlaubt ;-) Ob man sich Platz für drei, fünf, sieben oder zehn Projekte zusätzlich gibt hängt von den eigenen Gewohnheiten ab. Bei mir sind es so fünf bis sieben, für drei bin ich nicht diszipliniert genug und bei mehr als zehn verliert man den Überblick. :-D

Aber damit ist dann auch Schluss. Über diesen Platz wächst der Stoffstapel nicht mehr hinaus. Will ich noch mehr neue Stoffe kaufen, dann muß ich vorher alte verarbeiten oder weggeben. So viel Selbstdisziplin muß sein. Aber es geht. (Bei mir jetzt seit drei Jahren.)

Ach ja, unterstützen kann man die Stoffdiät durch Qualitätsbewusstsein: Keine billigen Stoffe mehr, sondern nur noch teure, das setzt dem Horten dann sehr schnell Grenzen. ;-)

Und wenn ich ein System gefunden habe, wie ich der Schnittmustersammelsucht Herr werden kann... dann schreibe ich auch drüber... :o)

Geschrieben von arthur um 20:20 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Freitag, 3. Februar 2006

Mogelpackung....

... oder "Der Bestellschnitt"

Kaufe ich eine Schnittmusterzeitung, bekomme ich nicht nur modische Anregung wie in anderen Zeitschriften, sondern auch gleich noch die Schnitte und Anleitungen dazu, diese Anregungen für mich umzusetzen. Das ist schön.

Daß manchmal Schnitte oder Anleitungen dabei sind, die den Heftumfang sprengen würden und die man gesondert bestellen muß (oft für eine geringe Gebühr), das ist ja auch schön.

An sich.

Und auch kein Problem.

An sich.

Nur... Schnittmusterhefte landen (wenigstens bei mir) in aller Regel nicht sofort auf dem Müll, sondern werden durchaus einige Zeit aufgehoben. Denn Mode ist, was ich draus mache. Und gerade die Burda-Schnitte sind länger als einen Monat im Trend. Und Sonderhefte, egal ob Festmode, Herrenkleidung oder Karneval archiviere ich ohnehin langfristig. Schließlich weiß man ja nie, wann die Herstellung eingestellt wird. (Wo gibt es noch Hefte mit Männerkleidung? schnirfz)

Denn immer wieder findet sich in einem alten Heft genau der gesuchte Schnitt.

Oder auch nicht, denn genau der "richtige" Schnitt war ein Kaufschnitt, was aber aus der Darstellung im Heft nicht hervorging, sondern erst beim Lesen des Kleingedruckten (nach vergeblicher Suche im Anleitungsteil) ersichtlich war. :-(

Und den gibt es nach etlichen Jahren natürlich nicht mehr. Hatte ich doch deswegen in den alten Heften gesucht, weil beim aktuellen Angebot nichts passendes dabei war.

Beim Durchblättern meiner alten "nicoles" hatte ich übrigens kürzlich den gleichen Effekt: Wunderschöne Pullis im Japan-Stil, aber genau die drei Anleitungen hatte man damals zusätzlich bestellen müssen. Oder hätte man... :-( )

Geschrieben von arthur um 11:56 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Mittwoch, 1. Februar 2006

Stoff-Shopping in Paris: Madame Coupons

Wo ich in Paris Stoffgeschäfte finde weiß ich ja inzwischen ganz gut. Aber dennoch stoße ich immer mal wieder an unerwarteter Stelle auf eines. Vielleicht, weil ich noch nie in der Straße war, vielleicht auch, weil es bislang immer geschlossen hatte und die heruntergelassenen Rolläden gar nicht auf den Inhalt schließen ließen.

Und so bin ich im November auch über Madame Coupons gestolpert.

Wie der Name vermuten lässt, liegt der Schwerpunkt auf Coupons, aber einige Stoffe sind auch als Meterware vorhanden. "Madame" bezieht sich dann nicht auf den Besitzer (der war eindeutig männlich), sondern auf die Kundschaft, an die man so denkt.

Im Angebot sind edle Stoffe, Wolle,S eide, Leinen,... und Monsieur weiß bei den meisten genau zu sagen, in wessen Designer-oder Haute-Couture-Kollektion sie verwendet wurden. Überprüfen konnte ich es nicht, aber die Stoffe machten durchweg einen sehr hochwertigen Eindruck: schöne Wolltuche, schwere Seiden, aufwendig bedruckt, Seidensamt oder Chiffon mit viel Pailletten oder Perlenstickerei,...

Viele der 3 Meter langen Coupons gibt es dann auch nur ein oder zwei Mal und was weg ist, ist weg. Die Coupons sind aber schön übersichtlich aufgehängt, so daß man sie bequem durchgucken kann. Und der Verkäufer auch jederzeit bereit, einem etwas -aufzuschwatzen- herauszusuchen.

Die meisten Stoffe kommen auf um die 40 EUR pro Meter bzw. 120 EUR pro Coupon. Als Angebot geht der Coupon dann aber auch mal für 90 oder 100 EUR weg. Immer noch etwas viel für einen Spontankauf (der dann wieder Jahre in der Truhe liegt ;-) ), aber eine Adresse, die ich mir merken werde. Für den nächsten geplanten Einkauf.

Madame Coupons, 71, rue Levis, 75017 Paris

Geöffnet Dienstag bis Samstag von 9.30 bis 19.00 Uhr

Geschrieben von arthur um 15:03 Uhr in (Stoff)Einkaufen in Paris und anderswo
 
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