nowaks Nähkästchen
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Donnerstag, 28. Dezember 2006

Kitsch-Strampler, Teil 2

Spühzeitkleber ist natürlich keine dauerhafte Lösung, also muß die Applikation noch angenäht werden.

Um mich für eine Farbe zu entscheiden werfe ich mal alle möglichen Näh- und Maschinenstickgarne drauf und schiebe sie hin und her.

Eigentlich würde mir eine goldene Umrandung gut gefallen, aber ich habe nur ein helles, leuchtendes Gold und zu dem Motiv müßte es ein dunkles Altgold sein. Außerdem weiß ich nicht so genau, wie viel noch drauf ist. Ich glaube eher nicht so viel...

Nachkaufen oder anderweitig organisieren scheidet aus, denn es ist mal wieder Abend und mir ist klar: jetzt oder es bleibt wieder Wochen liegen. Es muß also ein vorhandenes Garn sein. Und am liebsten glänzend, ich enge die Auswahl also auf die Viscosestickgarne ein und entscheide mich letzlich für einen warmen Beigeton der einem Altgold eigentlich schon recht nahe kommt.


Zwei, teilweise drei Schichten elastische Stoffe aufeinandernähen und das ganze mit Raupenstich... erst mal klebe ich noch eine Lage Soluvlies mit dem Sprühzeitfixierer drunter.

Zum Applizieren benutze ich meine neuen Jerseysticknadeln von Organ. Geht prima. So weiche Stoffe... da ist das ja nicht gesagt.

Sieht schon nicht schlecht aus. Aber irgendwie... noch nicht kitschig genug. Finde ich.

Doch da liegen ja noch meine neuen Holzmodeln von

Blauweiß"chen, die ich mir beim Kongress der Hobbyschneiderin gekauft hatte. Denn damit kann man nicht nur drucken, sondern auch prägen. Zumindest auf Samt. (Sew"n"Sushi verraten bei ihren Sewing Secrets dankenswerter Weise, wie man das macht. Deswegen hatte ich mir außer den Modeln auch gleich die farblose Farbe gekauft...)

Doch würde das auf einem recht dicken Baumwollniki auch gehen?

Versuch macht klug (ein paar Stoffreste waren ja noch da) und siehe da... es geht.

Und hält sogar eine Maschinenwäsche aus. Bei einem Babystrampler halte ich das zu testen doch für recht wichtig.

Die Motive zu positionieren ist relativ schwierig, weil man die Hand nirgendwo aufsetzen kann. Oder dem Stoff liegt ja das heiße Bügeleisen. Aber ich bekomme doch ein paar erkennbare Ornamente um mein Rosenengelchen herum.


Und weil ich schon so schön dabei bin, mache ich mit den Fußteilen weiter. Die bekommen Blümchen.

Weil ich finde, die passen auch dazu.


Jetzt geht es ans Zusammennähen.

Allerdings muß ich mich einem vorhin verdrängten Problem widmen, nämlich wie ich die Weite, die ich der Hose in der Poregion vorher abgeschnitten habe wieder hineinbekomme.

Ein Zwickel wäre irgendwie gut....

Aber welche Form soll der wohl haben? zwei Dreiecke? Ein Viereck? Eine Raute? Hm...

Als ich mir die abgeschnittenen Teile meines Folienschnittes so betrachte kommt mir eine Idee.... wenn ich die wieder einsetze. Aber sozusagen verkehrt herum? Das gäbe dann zwei Dreiecke und wenn man die Beinnaht schließt eine Art Raute. So wie Zwickel ja oft aussehen.

Also lege ich die Abschnitte im Stoffbruch auf. Doch halt! die Rundung muß hinterher aneinander genäht werden, also an Vorderteil und Rückenteil gleich lang sein.

Da das Vorderteil schmaler ist lege ich es einfach schräg auf, so daß der Zwickel größer ist und die Länge der Rundung ungefähr gleich ist.

Der Stoff ist dehnbar, den Rest kann mal also hindehnen...


Wenn ich dann das Vorderteil und das Rückenteil noch ein paar Zentimeter senkrecht einschneide... dann passen meine Zwickel tatsächlich hinein.

Beim Annähen der beiden gerade Nähte der Dreiecke nehme ich den Overlockstich mit möglichst wenig Nahtzugabe, denn ich konnte da ja keine Hinzufügen, ich habe den Stoff ja eingeschnitten. Hinzaubern geht nicht.

Das funktioniert aber gut und ich kann den restlichen Strampler zusammennähen.


Geschrieben von arthur um 20:24 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Kitsch as Kitsch can oder Woher kommen Ideen?

Neulich erst wieder sagte eine Freundin: Wie kommst du nur immer auf solche Ideen?

Ganz ehrlich?

Die Ideen kommen zu mir.

Ich kann nichts dafür.

Aber ich versuche hier mal, den Weg einer Idee zum fertigen Teil nachzuzeichnen

Ausgangspunkt war hier dieser Stoff, den ich im Sommer bei Scherzkeks-Stoffe in Aachen gesehen und gekauft habe. (Abteilung "so blöd, daß er schon wieder gut ist".)

Daraus habe ich mir ein schlichtes T-Shirt genäht, mit dem ich meine "korrekten" Hosenanzüge bei der Arbeit aufpeppen konnte.

Während ich so Rosen und Engelchen vernähte kam die Nachricht einer Freundin, daß diesmal ein Mädchen unterwegs sei. Und ihr Mann schon den finanziellen Ruin ob des Angebots an rosa Kleidchen, Rüschen und Schleifenschühchen vor Augen habe.

Klick, sagte mein Hirn und warf sofort die reichlichen Reste des Engelchenstoffs mit den Reizworten "rosa" und "Baby" zusammen.

Während ich einen elastischen Stoff in einem genau passenden rosa suchte (was sich als schwierig herausstellte, da die aktuellen Kollektionen in verschiedenen Geschäften absolut nichts passendes enthielten) kreisten diese Dinge weiter durch mein Hirn. Es entstanden Bilder von Kleidchen, von Rüschen, von Tuniken...

Irgendwann begann, auch der Verstand mitzuspielen und ich überlegte.... es würde etwas für ein sehr junges Baby werden. Denn die Stoffmenge würde begrenzt sein. (Ich war inzwischen schon so weit, im Nähfreundekreis nach rosa Resten zu fragen.) Und ich stellte mir ganz bewußt einen Säugling vor... was macht der? Der liegt.

Und Kleidchen und Co kommen erst gut zur Geltung, wenn ein Kind wenigstens sitzt. Und welches Kleidungsstück kommt am liegenden Baby am besten zur Geltung?

Genau, der gute alte Strampler. Der mit Babybrust und Babybauch eine schöne "Dekofläche" bietet.

Also mußte ein Schnitt dafür her.


Und das bitte in einer kleinen Größe.

Burda fängt erst in Größe 62 an, die Schnitte aus meinen Burda-Babyheften aus den 90ern sind alle viel zu weit am Po und die Kinder-Patrones, von denen ich auch zwei besitze, zeigten nur dünne Sommerhöschen. Ein paar Einzelschnitte von McCalls und Butterick waren ebenfalls nicht geeignet. Eine alte Burda aus den 70er Jahren hatte einen Strampler, aber irgendwie... war ich mir da mit den Größen sehr unsicher. Da standen noch Größen wie "drei Monate", "sechs Monate",... das half mir ohne Vergleichbaby zum Messen dann auch nicht weiter. Und der Taillengummi des Schnittes gefiel mir nicht.

Letztlich half mir kitoma dann doppelt aus der Patsche: Sie hatten noch rosa Nicki im passenden Farbton UND eine OTTOBRE, die in der gewünschten Größe immerhin einen Schlafanzugschnitt enthielt.

Das ganze Paket wurde beim Kongress in Aachen übergeben und wieder Zuhause kopierte ich mir den Schnitt in Größe 56.


Allerdings war der Schlafanzug mit Ärmeln und er hatte einen Reißverschluß in der vorderen Mitte.

Das vertrug sich nun nicht ganz mit meiner Idee, da ein Engelchen zu plazieren.

Also habe ich die Ausschnittkanten etwas angepasst, an der Schulter zugegeben, damit die Träger überlappen können (ohne Reißverschluss muß das Kind ja irgendwo reinkönnen, also kommt da ein Verschluss hin.)

Und ich will das Teil im Stoffbruch zuschneiden, also kann ich diese "Ausbuchtung" des Hosenbeines gar nicht brauchen. Die wird einfach mal gerade abgeschnitten. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifas Bild zeigt exemplarisch das Rückenteil, es lebe die Bildbearbeitung, wenigstens ein Teil gut erkennbar.)

Diese Weite an Po und Beinen werde ich irgendwie wieder reinbekommen müssen.

Aber das Problem verschiebe ich auf später... :o)


... und wende mich glücklich meiner "Leinwand" zu, dem inzwischen aus dem kuscheligen Nicki zugeschnittenen Vorderteil.

Ich schwankte eine Zeit zwischen Reverse-Aplique und normaler Applikation, aber nachdem ich erstere mit verstürzten Rändern am schönsten finde und dies bei dem dicken Nicki und den sehr unregelmäßigen Rändern nicht schön wird, entscheide ich mich für eine normale Applikation. Außerdem bleibt die Rückseite damit glatt, schöner fürs Kind, denke ich mal.

Ich suche mir auf dem Stoff ein Engelchen aus und schneide das mit unregelmäßiger Kontur, so wie sich das aus dem Motiv ergibt, aus.

Dazu noch ein paar andere Rosenmotive.

Auf dem dehnbaren Jersey gestaltet sich das schwieriger als erwartet. Außerdem sind die Konturen der Motive häufig nicht klar definiert und ich muß entscheiden, wo ich schneiden will. Jeder Schnitt eine Entscheidung... bäh Aber letzlich habe ich meine Puzzleteile.

Dann puzzle ich damit ein wenig herum...


Bis ich eine Lösung habe, die mir gefällt.

Die wird dann mit temporärem Sprühkleber fixiert.


Geschrieben von arthur um 19:41 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Dienstag, 26. Dezember 2006

Revue de Presse: Burda Modemagazin Januar 2007

Irgendwo im Zuge meiner Weihnachtseinkäufe war sie mir im Verlauf der Woche schon in die Hände gefallen. Mal kurz durchgeblättert und leicht gelangweilt beiseite gelegt. Jetzt über die Feiertage ist Zeit für einen zweiten Blick.

 

Das Titelbild gewinnt dadurch schon mal nicht. Warme Töne, aber eher fad und ohne echtes Highlight. Nun gut, da muß? wohl die türkise Druckfarbe für den Schriftzug "modemagazin" helfen. Um zu lesen, was das Heft verheißt muß ich genauer hinsehen. Die elegant-dünne weiße Schrift hebt sich mal wieder kaum vom unruhigen Hintergrund ab. Faschingskostüme... nichts für mich... Lange Größe und Kurzgrößen... auch nicht. (Hoppla, Kurzgröße bis 26... klingt nach "petite plus" Ob da noch Raum für die "normalen" Plusgrößen bleibt...?) Ah ja und die Kombination aus Leder, Jeans und Karos ist "richtig lässig". Soll heißen, die Mode im Januar ist langweilig, also ziehen wir den Langzeitdauerbrenner (oder -gähner) aus der (Klamotten)Kiste? :o)

 

Das Editorial schlägt einen weitgehend inhaltsleeren, aber "launigen" (oder was man in den 60ern halt darunter verstand) Bogen von Frisuren zur Kleidung in Kurz- oder Langgrößen. Nun ja, irgendwie müssen die Zeilen ja gefüllt werden, wenn der Gehalt nicht über das hinausgeht, was das Inhaltsverzeichnis ohnehin schon verrät. (Ich habe so dunkel Erinnerungen, daß das noch anders war, als ich weiland die Burdas meine Oma durchgeblättert habe und Aenne Burda das Editorial verfaßt hatte. Oder sind das nur verklärende Erinnerungen?)

 

blätterblätter Wo geht es denn endlich los? Ah hier.. sehr schöne Idee mit der Raffung an dem Shirt! Allerdings... so auf den zweiten Blick... die Paßform scheint darunter zu leiden, oder? Staut unter dem Arm... Naja, eh wieder nur für die schlanke Frau. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifabei würde der Ausschnitt bestimmt mit etwas "Inhalt" auch nicht schlecht aussehen... ) Oh, der Mantel darf bis Größe 46 genäht werden. A-Linie mit Raglan, raffiniert! schnell in Anleitungsteil vorblätter Ach... vorne Raglan, hinten normaler Ärmel... raffitükisch, wirklich. Kann mir mal jemand den Mantel nähen? Mir fehlt die Zeit... :o) Da schau her, Bluse und Rock, auch bis 46... ein Weihnachtswunder?

 

börks Wenn dir was nicht gefällt, dann mach "ne Schleife drauf? Nö, hilft dem Kleid auch nicht. Rosa Burberry-Karo wird definitiv nicht besser dadurch. Dabei liebe ich Shift-Kleider, mal die Zeichnung näher studieren... seltsam... das Photo sieht aus wie ein recht grader U-Boot Ausschnitt, der auf der Zeichnung ist weit aber rund. Diese Querabnäher im Hüftbereich wozu mögen die wohl dienen? Müßte man mal probieren. Aber mit anderem Stoff...

 

Rosa, alles sehr rosa... na hoppla, was ist das denn an der Jacke? Reißverschlusstaschen absteppen ist in der Tat für Fortgeschrittene. Ist die geschlängelte Form der Ziersteppung einem Glühwein zu viel zu verdanken... oder dem klassischen "Mist, wie steppe ich denn jetzt so eng an dem Zipperteil vorbei?!?" ;-) Vorher denken hilft, sage ich da nur. (Ich hab"s nämlich auch ausprobiert.... :-D )

 

Bluse mit Plastroneinsatz... immer noch oder schon wieder? Wird durch Wiederholung nicht schöner und das Gruselkaro verfolgt mich... Auch die Jacke des Hosenanzugs... zugeknöpft sieht es einfach aus wie eine Mischung aus Zwangsjacke und Babylatz und nur weil man Streifen auch schräg annähen kann muß man das doch noch lange nicht tun, oder? Na gut, die Detailaufnahmen zeigen das aufgeklappte Revers... schon besser so. Sagt mal... der Hosenbund.... ist der zu eng? Oder warum spannt der Stoff da so? Oder ist das, um zu verdecken, daß Unter- und Übertritt nicht exakt treffen...??? Dafür ist die abgesteppte Rundung am rosa Rock beneidenswert exakt gesteppt.

 

Weiter geht es mit der Freizeit Mode: Lederjacke, Karohemd und Jeans vor einem Country-Ambiente in Szene gesetzt. Sehr innovativ. Interessant ist immerhin die Zackenborte die zwischen gesetzt ist. (Ob sie mir gefällt... da muß ich erst mal nachdenken, aber interessant.) Die gibt es so zu kaufen? in Anleitungsteil "spicken" geh Hm... mit der Zackenschere zuschneiden... aber... aus was? Wie das Leder sieht es nicht aus... grübel doch, es ist das Leder... scheußliches gelb. Gibt es das auch in rot? Aber Geschmackssache, schon gut.

 

Die rosa Jacke mit der geeierten Ziersteppung diesmal in Jeansblau. Und auch das mit dem Absteppen hat hier besser geklappt... :-D Die Bluse hingegen wird in orangenem Vichy auch nicht besser... gähn ich mag immer noch keine Plastronblusen. Das Shirt mit dem Schultersmok... wirft diesmal unschöne Falten auf der Schulter... der bewußt schiefe Hosenverschluss ist wohl anfängerfreundlich. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifer Rest der Hose mit den vielen Ziersteppungen wohl eher weniger.) Pulli im Mustermix gestrickt. Nett. Ich könnte mal wieder in meinen alten nicoles stöbern...

 

blätterblätter

 

Die Stylingvorschläge landen diesmal wieder im Heft, nicht im Web. Daß die Lederjacke im Mittelpunkt steht war abzusehen. Nüjä... Pulli und Lederjacke wäre jetzt nicht mein Stil für die Cocktailbar. Und wenn ich eine Tochter hätte, ließe ich sie ganz sicher nicht im "Young Fashion" Stil losziehen. Bordsteinschwalbe läßt grüßen, was?

 

Best Basics, diesmal lila und grün. Nun gut, die Farben kann man ja ignorieren. Den BH unter der Chiffonbluse nicht. (Ein Modell ohne durchgehendes Unterbrustband für die Fachfrau...) Doch, im Januar finde ich "Basisstücke" aus durchsichtigem Chiffon auch wahnsinnig nützlich. Und frage mich mal wieder, für welche Berufsgruppen und/ oder welches Klima hier entworfen wird... /images/emoticons/mozilla_laughing.gifer Schnitt mit den Aufspringenden Abnähern gefällt mir hingegen. Aber ich glaube, ich bastle mir doch erst mal den ottobre-Blusenschnitt passend für mich zurecht, bevor ich mich an weitere Blusen mache... ) Und auch auf Veloursleder klappt die Taschenabsteppung der bekannten Jacke.... Die gefalteten Taschen auf der Kostümjacke sind auch ein interessantes Detail. Von dem ich nur wieder nicht weiß, ob es schön ist... das unentschlossene Heft scheint auf meine Stimmung abzufärben... blätter

 

Leserinnen entwerfen. Hm. Der Zeichnung sind diesmal nicht allzuviele Schnittdetails zu entnehmen... Trotzdem scheint mir, daß Burda einen kurvigen Mantel mit extravagentem Stehkragen, Posamentenverschlüssen und betont gekräuselt eingesezten Ärmeln zu einem "wir peppen unseren Standardmantelschnitt mit einem Spantekragen auf und tun so, als würden die Bindebänder das auf Figur bringen" Modell umgemodelt haben. Aber das ist vermutlich der Unterschied zwischen "Couture" und "Konfektion". Wenn ihr mich fragt... mehr Couture bitte, Konfektion gibts anderswo schon genug. Aber mich fragt ja keiner... ;-)

 

Kurzgröße... nun gut, brauche ich nicht. Ist auch gut so, denn weder die Puffärmel noch die Rüschen am Tascheneingriff können mich begeistern. Allerdings... die tauchen in letzter Zeit immer wieder auf. Könnte glatt sein, daß die wiederkommen. In der Hinsicht hat die Burdaredaktion das Näschen ja immer sehr gut hart am Modewind... (Immerhin, sind leichter zu nähen und geben weniger Paßformprobleme als schmal eingesetzte Ärmel.)

 

Wer ist Tina Gattermann? Nie gehört. Aber das Abendkleid ist sensationell! Sexy, rasant, gleichzeitig elegant und stilvoll. Hier gefältelt, dort gerafft und trotzdem schmal und gar nicht rüschig... Den Schnitt bitte einmal in Plusgröße... ;-) Und dankbar wie selten bin ich diesmal über den Artikel, der die Designerin vorstellt. Damit ich weiß, wo ich hingegen kann, falls ich mal reich und schlank sein sollte... :o)

 

Auch in Langgröße gibt es einen Hosenanzug. Nicht gerade innovativ, aber angesichts des Mangels an Schnitten in der Größenskalierung sind wandelbare Basisschnitte wohl nützlicher. (Hat die Hose vorne einen Katzenbart oder sieht das nur so aus?)

 

Seit die Kleinanzeigen so schön kompakt vor und nach dem Nähjournal stehen gucke ich übrigens noch öfter rein. Eine gute Idee der Plazierung finde ich, denn der Bereich "Textilien/ Nähzubehör" verrät immer wieder interessante Bezugsquellen.

 

Das Nähjournal... die Schnittübersicht bringt keine Überraschungen...

 

Workshop Leder. Den lese ich mal aufmerksam durch. Wie alles zu dem Thema seit Jahren. Denn ich wollte mir doch schon immer mal ein Kleid aus weichem Leder nähen. Praktische Erfahrung habe ich mit dem Material aber nur sehr wenig, bislang waren es dann doch immer Imitate... träum

 

Das Leserforum... Tips zur Schuhreinigung, Vorstellung einer Reisegeldbörse... hat jettz mit Mode oder Nähen eher am Rande zu tun. Die Vorstellung von Stoffgeschäften ist nett, nur würde mich doch mal interessieren, wonach es sich richtet, welche Geschäfte vorgestellt werden... zahlen die dafür? Burda bekommt doch sicher jeden Monat viele Vorschläge und daß aus der Redaktion jemand z.B. nach Leipzig fährt, um zu überprüfen, ob das alles stimmt... kann ich mir auch nicht vorstellen... rätsel

 

Jetzt kommt wieder der "Blätter-Teil"... Kosmetik blätter, Typberatung? Ach so, daß ist, was im Editorial angekündigt wurde... Naja, nicht alle sehen danach jünger aus, egal was der Text behauptet. (Müssen sie aber auch nicht, oder? Man darf doc in jedem Alter gut aussehen!), noch mehr Kosmetik... gähn, Medizin blätter, Wellness blätter...

 

Stopp! Es wird wieder eine Lieblingsmodell-Gewinnerin vorgestellt. Diesmal sogar jemand mit einer echten Figur. :-D Wirklich schade, daß man die Gewinnerin nicht in ihrem Maßmodell sehen kann.

 

Dann noch mal die Lieblingsmodelle zusammengefasst.... ne, diesmal ist da keines dabei, was ich haben wollte...

 

Karneval... der Mittelaltertrend ist angekommen... Wallende Ärmel für Mutter und Tochter, Tunika-artiges für Vater und Sohn. Die "Zurichtung" durch Make-Up und Perücke hingegen... eher Grusel als Prinzessinenfeeling. Die "Vampirfamilie" (gleiche Schnitte, andere Stoffe) ist hingegen geglückt, scheint der Maskenbildnerin besser zu liegen... :-D Dann gibt es noch Cowboy und Indianer in Kindergrößen... auch eher Dauerbrenner als spannend. Nun gut, ich bin ja eh eher Karnevalsflüchtling...

 

Endlich die Plusgrößen... doch... wie schon befürchtet... diesmal ALLE in Kurzgröße. :-( Interessant wäre allerdings, wie die Modelle in Gr 52kurz wirklich aussehen... An den schlanken Models wirken die großen Knöpfe jedenfalls schon mal unproportioniert und zu groß. Und Röcke mit geschlitztem Saum und Rüschen am Unterrock... kann ja ganz nett aussehen. Oder doch nur truschig...? (Jedenfalls man kann es mühelos wieder abtrennen, wenn der Trend wieder vorbei ist. Das ist auf alle Fälle praktisch.)

 

Die Reportage befasst sich mit den Nähkursen im Club von Burda. Vielleicht sollte ich mal einen buchen, um mir die ganzen netten, aber leider nicht gut passenden Schnitte mal anpassen zu lassen. :-D Andererseits... auf Pfaffmaschinen nähen... da wäre bei mir die Entspannung wohl schnell flöten...

 

Noch besteht Hoffnung für dieses Heft... nach der ganzen Langeweile.. vielleicht wartet der Kreativteil mit einem Knaller auf? Jeans ist das Motto. blätter, guck, blätter Hm. Wände blau streichen, blau gestreifte Schüsseln kaufen,... seit wann ist kaufen kreativ? Und wenn ich Tips zum Malern will, kaufe ich mir eine Zeitschrift über Heimwerken...

 

Bleibt also nur die Vorschau aufs nächste Heft... und die Hoffnung, daß das wieder spannender wird.

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Geschrieben von arthur um 19:35 Uhr in Presseschau

Montag, 25. Dezember 2006

Geschenke bekommen....

... ist eigentlich noch viel schwieriger, als Geschenke zu machen.

 

Ich suche ja gerne Geschenke für andere aus, überlege, denke mir was aus und freue mich, jemanden zu überraschen. Gerne auch unerwartet. Und ein "Gegengeschenk" muß ich gar nicht dafür haben, die Freude des anderen genügt.

 

Doch dieses Jahr bekam ich ganz unerwartet von einer lieben Freundin ein Geschenk.

 

Wir kennen uns schon einige Jahre und haben uns noch nie zu Weihnachten etwas geschenkt. Und jetzt das! Für mich! Und ich habe gar nichts für sie.

 

Was mache ich da?

 

Ich habe es mir doch (für mein Empfinden) nicht einmal verdient. Denn was auf der Karte stand (so letztschlußendlich)... das Geschenk ist dafür, daß ich so bin, wie ich bin.

 

Da habe ich tatsächlich ein kleines bißchen gebraucht... mich einfach zu freuen und es anzunehmen. Danke!

 

Und habe gemerkt: Schenken ist (trotz aller oft damit verbundenen Mühen) manchmal leichter als beschenkt werden...

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Geschrieben von arthur um 19:03 Uhr in Kreative und andere Weihnachtsgedanken

Samstag, 23. Dezember 2006

Adventsspinne

In den Legenden und Geschichten zur Weihnacht kommen ja auch allerhand Tiere vor: Ochs und Esel, Schafe, die Kamele der Weisen aus dem Morgenland... und auch Geschichten über (Hüte)Hunde, Vögel, Ziegen, ja sogar Flöhe gibt es.

Doch unsere Adventszeit hat ein ganz anderes Tier begleitet. Schon vor dem ersten Adventssonntag machte sich eine winzige Spinne auf den Weg von den Tannenzweigen des Gestecks, ganz nach oben auf die Spitze der Kerze, wo sie ihr Netz baute.

Drei Sonntage haben wir die anderen Kerzen angezündet.

 Und morgen werden wir sie wieder in die umgebenden Tannenzweige zurücksetzen, bevor auch die vierte Kerze zur Lichtspenderin wird.

 

Unsere Adventsspinne.

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Geschrieben von arthur um 18:39 Uhr in Kreative und andere Weihnachtsgedanken

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Weihnachtsgeschenke... woher kommen euere?

Kaum zu glauben, aber es sind noch zwei Tag bis Heilig Abend und ich habe tatsächlich alle Geschenke zusammen. (Okay, das für meinen Bruder werde ich erst im Januar kaufen, denn sein Wunsch traf etwas spät ein. Und in Paris weiß ich, wo ich es bekomme. In Köln hat mich das Angebot gerade etwas wenig begeistert.)

 

Man liest ja gerne, daß Einkaufen im Internet so ein Trend wäre, und wenn man die Werbebanner mal nicht ignoriert, dann legen die einem ja auch gewaltig nahe, daß dies der Königsweg wäre.

 

Wie ist das bei euch? Kommen die Geschenke aus dem Internet? Aus den großen Kaufhäusern und Ketten? Oder auch aus dem Einzelhandel?

 

Ich habe tatsächlich zwei kleine Geschenke bei amazon gekauft. (Vor allem, weil die erst noch zu meinem Bruder müssen, der sie dann wieder woanders hin bringt. Das hätte sonst nicht geklappt.)

 

Ein Geschenk ist von Saturn, eines vom Kaufland, also Abteilung "Kaufhäuser/Ketten".

 

Und zwei Geschenke kommen aus dem Einzelhandel. Einmal die Mayersche Buchhandlung in Köln (wenn man das Buch für den Schwiegervater mitrechnet, das mein Mann besorgt hat, dann sogar zwei) und dann gibt es ein selbergemachtes Geschenk, da kommt der Stoff von Scherzkeks-Stoffe aus Aachen.

 

Ne, mehr Geschenke gibt es nicht. Keine "Orgien", auch nichts teueres. Weitgehend Kleinigkeiten, die hoffentlich Freude machen.)

 

Also Gleichverteilung bei mir.

 

Dazu kommt im Januar noch die Peugeot Generalvertretung auf den Champs Elysees. Aber da weiß ich selber nicht, wozu die so zählt...? (Nein, mein Bruder bekommt kein Auto von mir.../images/emoticons/mozilla_wink.gif )

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Geschrieben von arthur um 15:19 Uhr in Kreative und andere Weihnachtsgedanken

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Revue de Presse: Sew News November 2006

Nein, Regine, ich bin nicht jede Woche in Paris. Ich brauche immer nur so lange, bis ich nach einem (internetlosen) Besuch alle meine "Beute" vorgestellt habe. Und wenn ich denke, ich bin fertig, fällt mir doch noch was ein...

 

Und zu meinen Parismitbringseln gehört noch eine amerikanische Nähzeitschrift (auch über einen lieben Freund, der so was von seinen USA-Besuchen mitbringt), die Novemberausgabe der SewNews.

 

Der Titel ist braun und plüschig und verspricht einen schlanker aussehen zu lassen. :-? Wie das? Ah ja, durch die richtige Handtasche. Klingt jedenfalls besser als "Diät"... Bis zum Inhaltsverzeichnis muß man sich zumindest erst mal durch vier vollformatige Werbeseiten durcharbeiten. blätter Editorial, wer braucht so was... Lesertips... nein, nichts interessantes für mich dabei... ein Charity Project, schöne Idee, aber diesmal wohl eher nicht auf Deutschland übertragbar.

 

Kleid aufmotzen mit der Stickmaschine.... ausführliche Anleitung, wenn man eine Stickmaschine und die richtige Software hat. (Schöne Stickerei, aber das Kleid sieht trotzdem recht "sackig" und formlos aus. Wäre jetzt nicht meine Wahl für ein Ausgehkleid. Aber vermutlich ein prima Projekt für Nicht-Näher, weil das sicher auch auf einem gekauften Kleid gut geht. Der Schal wäre ein nettes Projekt für meine Brazilia-Reste, würde ich sagen. Das bekomme ich aber ohne Anleitung hin...

 

Basiswissen über Einlagen. Statt Vlieselinenummern mal Erklärungen zu verschiedenen Einlagentypen (auch wenn wohl nicht alle in Deutschland ohne weiteres zu bekommen sind) und ihrer Verwendung. Die Photos von Kleidungsdetails jeweils mit geeigneter und ungeeigneter Einlage sind sehr anschaulich. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifennoch... der Oberkragen der Beispielbluse scheint mir auch Blasen zu werfen... *gg*)

 

Dann eine ebenso ausführliche und anschauliche Anleitung, wie man Hosen passend bekommt, für ungefähr alle denkbaren Paßformprobleme.

 

Das Interview mit dem "Star" einer Nähsendung ist natürlich nicht so spannend, wenn man weder die Sendung noch die Frau kennt. Bleibt nur mal wieder zu bedauern, daß das deutsche Fernsehen keine solchen Sendungen kennt. :-( Aber über die Anleitung für einen einfachen und trotzdem auffälligen Kissenbezug kann man sich freuen!

 

Örks Diese Schreibtischstuhllenen-Dekorierung muß jetzt nicht sein. Nicht als Idee und nicht in dieser Variante. Aber mit Home Dec habe ich es ja nicht so. (Weswegen ich Threads ja auch lieber mag, weil da meist nicht so viel davon drin ist...)

 

blätterblätter Ganz schön werbelastig diese Ausgabe... oh? Was ist das für ein Stoff...? Sieht... fluffig aus. Und weich. Und in vielen Farben... "Bundle Up" heißt das Zeug wohl.... Wie schön, daß sie einem verraten, wie man ihn näht... gibt es den auch in Deutschland irgendwo?!?

 

Ah, jetzt kommen wir zur "schlanker durch die richtige Handtasche" Abteilung. Und das erste Beispiel ist für groß und mager... äh... ja....:o) Dann kommen wir zur Kurzgröße, zum vollen Busen,... und letztlich auch zur Birnenform und zur "Plusgröße". Nun ja, die Zeichnungen überzeugen mich jetzt nicht restlos von den Ideen. Nur die Schnitte für die Taschen könnte man gegen Porto haben, immerhin alles einzelschnitte von verschiedenen Firmen... aber leider nur mit Adresse in den USA. Oder Canada. Andererseits... die meisten der Taschen bekäme ich eh auch ohne Anleitung hin... Taschen sind da ja nicht so schwierig. Und eher wenig paßformsensibel. /images/emoticons/mozilla_wink.gif

 

Der nächste Artikel ist für Bärbel. Oder eher nicht, denn die kann das schon alles. Stempeln. Die gezeigte Tischdecke ist in Farbe und Muster gruselig. Aber wenn man das ignoriert ist die Idee gut: Muster aus einem Stoff aufnehmen und auf einen einfarbigen Stoff stempeln, so daß beide zusammenpassen. Auch eine gute Idee, wenn das Material mal nicht reicht... weißer Stoff oder Nessel findet sich schließlich immer...

 

Au fein, Filzen. Allerdings diesmal nass, Wolle, Seide und Angelina... Seidenchiffon verträgt die Filzmaschine nicht. Nassfilzen, davor habe ich mich ja bislang gedrückt.. vielleicht im Sommer, wenn man draußen arbeiten kann...

 

blätter Overlocktricks und verschiedene Füße sind jetzt nicht so spannend. Zumindest wenn man keine Ovi hat.

 

Dann zwei Seiten verstecke WErbung... Leser fragen nach Produkten, Sewnews verrät, wo es sieh gibt. Naja, interessanter als Kosmetikwerbung... (Oh, es gibt das Volumenvlies zum Quilten auch aus Seide...? Good to know... Könnte doch für Kleidung auch interessant sein... abspeicher )

 

Neue Produkte... würg diese Nähboxen von Prym hoffe ich auf dem deutschen Markt nie zu sehen! Und die sollen auch noch schön sein, damit sie sichtbar im Regal stehen können. Nenenene... Geschmäcker sind sehr verschieden... "Sew Cyber" die Linksammlung... diesmal vor allem Stoffshops, aus europäischer Sicht nicht so spannend. Eher schon die über die antiken Nähmaschinen...

 

Ach, schon durch? Nur noch Werbung... äh... diese "Nachgedanken" über die Bekleidungsgewohnheiten der ersten Siedler... die ignoriere ich lieber. (Wo haben die nur immer dies geschmacklosen Bilder her?)

 

Ich bleibe dabei, mir gefällt Threads besser... aber ich werde mir weiterhin beide mitbringen lassen, wenn ich die Möglichkeit habe. :-D

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Geschrieben von arthur um 20:58 Uhr in Presseschau

Sonntag, 10. Dezember 2006

Kurzwarenshopping in Paris: Entree des Fournisseurs

Was es hier nicht gibt, das gibt"s nicht. Oder so

Die große Fensterfront zum Hof dient nicht als Schaufenstern, sondern um Rollenständer davor abzustellen. Alle Arten Band, von Rips- über Satin-, Chiffon-, Samt-,... in allen Breiten, einer unglaublichen Farbvielfalt, uni oder auch gemustert, gewebt, gestickt.....

Auf den (laut Webseite) 120m² navigiert man dann um die Knopfschränke herum, Farben, Stile, Materialien,... wer hier nicht fündig wird, muß selber backen. (Wobei ich knopftechnisch etliche "alte Bekannte" getroffen habe, denn Jim Knopf etwa gibt es in Aachen beim Scherzkeks auch...)

In einer anderen Ecke warten hochwertiger Filz, Baumwollstoffe (original "Liberty", Kinderschnitte von Citronille, Strickgarne und Wolle, alles fürs Handsticken, von Seide über Baumwolle bis Wolle,... Bücher, Strickanleitungen,... und das alles im Zentrum von Paris.

Fin, bref,... wer im Marais ist (der Weg zur Place des Voges läßt sich leicht und unverdächtig so legen, daß nicht-nähende Begleitpersonen erst merken, was vor sich geht, wenn sie schon drin sind.. /images/emoticons/mozilla_wink.gif )und das an einem Wochentag, der sollte sich dieses Kurzwarenparadis nicht entgehen lassen. Und einen gut gefüllten Geldbeutel mitnehmen.

Alle anderen können sich auf der Webseite zumindest mal umgucken, auch wenn dort das Sortiment nicht zu besichtigen ist und der Katalog nur einen Bruchteil des Sortiments zeigt.

Adresse: 8, rue des Francs Bourgeois, 75003 Paris (Metro St Paul)

Geschrieben von arthur um 22:56 Uhr in (Stoff)Einkaufen in Paris und anderswo

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Weihnachtlicher Lichterkampf

Wir alle wissen, das wichtigste an Weihnachten sind die Geschenke.

 

Paris im Winter

 Denn diese Geschenke kaufen wir als brave Konsumenten und ermöglichen so den Geschäften Umsatz und zumindest teilweise auch Gewinn. (Was letztlich für die Geschäfte natürlich auch bitter nötig ist, denn sonst können die ihren Angestellten die Gehälter auch nicht zahlen. So weit so legitim.)

 

Und natürlich möchte es jedes Kaufhaus seinen Kunden so angenehm wie möglich machen, sein Geld auszugeben und gerade für "Luxusläden" ist es eine gute Zeit, denn... Weihnachten ist nur einmal im Jahr, wer möchte sich und seinen Lieben da nicht mal ein wenig Luxus gönnen?

 

 

Dumm nur, wenn der nächste Laden mit vergleichbarem Angebot nicht in der nächsten Stadt oder der nächsten Straße steht, sondern schlicht und ergreifend nebenan.

 

Da muß man ein wenig mehr tun, um die Kunden von den eigenen Vorzügen zu überzeugen.

 

So entschloss man sich wohl bei Printemps, diese Jahr die Weihnachts- Dekoration mal wieder neu zu gestalten (nach zwei oder drei Jahren in Pink und Rot, ich glaube die asiatischen Lampions hatten sie wenigstens zwei Jahre... ) und dies auch mit großem Brimborium, Tanz, Musik, was weiß ich, einzuweihen.

 

 

So war der Plan und so war es in der Presse angekündigt.

 

Für die zweite Novemberwoche. (Klar, das Zeug ist teuer, da will man auch etwas von haben.) Für Donnerstag, wenn ich mich recht erinnere.

 

Nur damit der Nachbar am Montag verkünden läßt, daß er sein weihnachtliches Lichterspiel schon am Dienstag an den Start gehen lässt. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifoch, wir sprechen immer noch über das erste Novemberdrittel.)

 

Und das ganze noch viel prächtiger, gleißender... mit mehr "Wumm" eben.

 

 

Sogar eine richtige Lichtregie hat man sich geleistet, die Lampen leuchten auf, erlöschen wieder, bilden Muster auf der beinahe vollständig bedeckten Fassade.

 

Auf den ersten Blick scheint klar, wer hier gewonnen hat.

 

Allerdings... fairerweise muß man sagen, daß die Galeries Lafayette hier nur ihre Deko der Vorjahre aus dem Depot geholt haben.

 

Ein wenig neu angeordnet, freilich.

 

 

Aber das Bild... das kennen wir schon.

 

Da können auch keine Lichterspiele darüber hinwegtäuschen.

 

Die aber unbestritten auch ihren Reiz haben. Hat so was von... Kinowerbung? ... Disko?

 

Letztlich... eine Frage von Geschmack und Stil.

 

Derweil BHV mal anfängt, die ersten Lichterketten aufzuhängen und bei Bon Marche gerade mal die Lebkuchen in der Delikatessabteilung eingeräumt werden. Aber die... sind ja auch einige Arrondissements weiter. /images/emoticons/mozilla_wink.gif )

 

 

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Geschrieben von arthur um 22:30 Uhr in Kreative und andere Weihnachtsgedanken

Dienstag, 5. Dezember 2006

Challenge - wozu?

Tja, warum macht man eine Challenge? Oder warum ruft man eine aus? Gute Frage...

Nachdem ich die meisten Pakete und Päckchen inzwischen auf ihren Weg gebracht habe, kann ich auch mal wieder ein bißchen nachdenken... bei den Anmeldungen und auch den Kommentaren derjenigen, die nicht mitmachen wollten ist mir aufgefallen, daß offensichtlich ganz verschiedene Vorstellungen darüber vorhanden sind, was der "Sinn" einer Challenge ist. Oder vielleicht eher wo jeder einzelne ein Ziel für sich sieht.

Eine Challenge ist ja erst einmal eine Herausforderung.

Deswegen ist für mich selber das Ziel auch nicht primär, ein Kleidungsstück zu nähen, das ich jetzt eh als nächstes brauche und aus einem Stoff und in Farben die mir auf alle Fälle stehen. Auch nicht, ein Projekt oder eine Idee zu verwirklichen, die mir schon länger im Kopf herum schwirrt.

Nein, eine Challenge ist für mich ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Wo ich mich ein Stück jemand anderem anpassen muß, der Vorgaben macht. (In diesem Fall bin ich das, aber ich wünsche mir, daß auch einmal jemand anderer eine ähnliche Challenge ausrichtet, an der ich dann "blind" teilnehmen kann.) Und wo mich eine fremde Material-, Stoff- und Farbwahl dazu "zwingt", meine gewohnten Wege und vielleicht sogar die schon bekannten Trampelpfade zu verlassen und wo ich stattdessen meiner Kreativität erlauben muß, ihre Flügel auszubreiten, mich ihr anvertrauen und sehen, wo sie landen wird. Open End eben...

Und selber eine Challenge ausrichten?

Ich habe es genossen, einmal beim Stoffkauf nicht der Frage zu folgen "Steht mir die Farbe?" "Ist das Muster für mich geeignet?" Sondern jeden Stoff "an sich" zu betrachten, mit seinem Potential, nur unter dem Aspekt: "Ist er interessant?" Und "Paßt er zu dem, was ich schon haben?"

An die Frage "Gibt es genug davon?" hatte ich allerdings nicht primär gedacht. :-)

Geschrieben von arthur um 19:54 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

Montag, 4. Dezember 2006

Revue de Presse: Burda Modemagazin Dezember 2006

Ich sag"s ja. Ich komm zu nix... Gekauft habe ich mir das Heft schon vorletztes Wochenende, als ich auf "Mutterbesuch" war, aber um so richtig reinzugucken hat es noch nicht gereicht. Immerhin, das sensationelle Oberteil des Titeloutfits zu bewundern, dafür hat es gereicht. Auch die Farben lassen die zu Sylvester allfällige Festmode ahnen. (Was kommt sonst immer noch im Dezember... Schlafanzüge, oder?)

 

Gegenüber dem Edel-lila-purpur-farbenen Titel fällt das Editorial allerdings ab... öd-schwarz ist hier die Farbe. Welches Adjektiv wird diesmal mit der dunkeln Nicht-Farbe verbunden? Ah ja, sinnlich. Nun ja, früher war sinnlich mal rot. Aber vermutlich sind den Modejournalisten die Adjektive für das ewig gleicht schwarz ausgegangen. Also nimmt man halt irgendwelche. Wörterbuch aufschlagen und mit dem Bleistift auf ein Wort tippen. So lange wiederholen, bis man ein Adjektiv erwischt. :o) Was vermeldet das Editorial eigentlich? Ah ja, schwarz ist die Farbe für Leute, die sonst keine Persönlichkeit haben und auch alleine keinen großen Auftritt hinbekommen. -- Oder habe ich da was mißverstanden. (Kleiner Rat von der Psychologin: Schwarze Klamotten ersetzen die Persönlichkeitsentwicklung nicht.) (Und kleiner Rat von einer die es weiß: Wer seinen großen Auftritt in der schwarzgewandeten Masse haben will trägt... rot. Oder jede beliebige andere nicht schwarze Farbe. /images/emoticons/mozilla_tongueout.gif ) Ach so, ob die Photos gefallen wollen sie noch wissen. Stimmt, Bärbel schrieb da so was...

 

Die Modellübersicht ist jedenfalls wieder freundlicher... es ist doch nicht alles nur schwarz... Und es gibt Schlafanzüge. Wußte ich es doch....

 

Okay, also photographiert sind die schwarzen Sachen wirklich gut. Die Aufnahmen haben offensichtlich genug Farbtiefe, um auch schwarz auf schwarz alle Details zu zeigen. Hut ab vor dem Photographen. Oder dem Herrn/der Dame an der digitalen Nachbearbeitung...

 

Shirt 107 hat einen atemberaubenden Kragen...blätter ah nein. Das Ding muß man extra kaufen. Wird aber bitter nötig sein. Ich habe ein Shirt mit so einem Schnitt (zwar von Neue Mode, aber die Form ist die gleiche) und ich rate jedem, der das näht, auch gleich einen passenden BH dazu zu nähen: das Oberkörbchen nur genau bis zur Oberkante der Brustwarze und die Träger so weit außen angesetzt wie es irgend geht. Und vielleicht gleich einen Streifen Klett auf Shirt-Ausschnitt und BH... /images/emoticons/mozilla_smile.gif Kleid 110A... schlicht und mit Pfiff. Toll. So man eine makellose Figur hat. Oder geht das auch mit Korsett drunter...? Mit 108 kann ich mich hingegen nicht so anfreunden... sieht etwa so aus, als hätte man ein braves 50er Jahre Tee-Kleid mit einer Dienstmädchenunivorm verheiratet. Und von beiden Stilen die jeweils biedersten Elemente genommen.... Der Hosenanzug hat einen netten Stoff... (der in Mitternachtsblau noch viel schöner wäre... oder jeder anderen Farbe).. der Stil hingegen... naja, näht man einmal, trägt man zehn Jahre. Das Theaterabo kann man so langfristig absitzen. Rüschenbluse aus Seidentaft... und die Nähte an den Armausschnitten gehören an der Achsel wirklich leicht gekräuselt..? Der Einsatz der Passe hingegen ist schon eher eine Fortsetzung der Rüsche... /images/emoticons/mozilla_smile.gif Und die Knopfleiste legt sich dank des steifen Materials auch nicht gerade schmeichelnd... Das "Lieblingsstück" B... nett. Doch. Nett. Nicht innovativ. Aber nett. Oder so.

 

"Liebe auf den erste Blick" kündet die nächste Seite an. Der rote Samt der Jacke bei mir auf alle Fälle! (Ein Glück, daß ich den hier bei Karstadt noch nicht gesehen habe... meine Stofftruhe ist voll...) Erinnert mich das jetzt mehr an den Bravo-Photoroman oder die "Winterreise" die in nicole mal inszeniert war? Die Bluse von vorhin noch mal, diesmal ohne Kräusel. Hm. Seidentaft scheint auch für ausgebuffte Burda-Näherinnen eine Nummer zu groß zu sein. gg Jedenfalls tröstlich, falls ich mal welchen verarbeiten sollte, muß ich mich wegen kräuselnder Nähte nicht grämen... Oh, die Steppjacke ist ja sogar bis größe 46 drin... Eine Übergangsjacke brauche ich an sich dringend mal wieder. Mal sehen, ob ich das Heft noch habe, bis ich dazu komme, mir eine zu nähen... (Und ist das rot nicht viel sensationeller und sinnlicher als die "coolen" Auftritte in schwarz auf den Seiten vorher?) Mein Trend ist das jedenfalls viel mehr. Ach, die Stylingvorschläge gibt es nicht mehr im Heft, sondern auf der Webseite? Muß ich doch gleich mal gucken gehen... oder eher suchen, wo genau verraten sie ja immer nicht... geht ab

 

Auftritt von links Okay, diesmal ist es da, sogar von der Einstiegsseite aus direkt zu finden. Modeberatung ist das Stichwort.

 

Ah ja... und hier die Lieblngsmodelle im Überblick.. Also von dem, was ich da sehe... A, denke ich. Den Rock hätte ich allerdings vielleicht eine halbe handbreit länger... ob die das machen? Naja, ich gewinne eh nicht... schon weil ich meistens vergesse, den Coupon abzuschicken... :o)

 

Die Best Basics kommen diesmal in warmem Gold. (Bei dem grauen, nassen Tag heute ein schöner Farbton.) Die Bluse mit dem auffälligen Einsatz diesmal aus Seidensatin... ja, der ist auch schwer zu nähen und zu bügeln. Besonders in den Rundungen... aus dem Material sollte er wohl vier Punkte haben... naja, immerhin drei gibt Burda der Bluse. Nochmal der Jackenschnitt... auch ohne Stepp schön. Doch, den mal vormerken. Hose 103 hat schöne Einsätze oben. gut, bei mir eh verschwendet, weil ich meine Blusen und Shirts immer drüber trage. Und den Schnitt an die eigene Figur anpassen dürfte damit auch nur mäßig Spaß machen... Aber die Idee ist schön. Das Kostüm hingegen... wirkt auch nur durch den Stoff. Schnitt beliebig. Und wer sich zu einem "Basis-Kostüm" in der Dezemberausgabe solche Schuhe ausdenkt sollte mal im Januar einen Tag im Freien damit rumlaufen müssen. Die machen auch bei den derzeit milden Temperaturen von plus neun Grad keinen Spaß. Und die Kälte kommt schon noch, im Januar...

 

Ah, endlich das Titelmodell.... ah, Leserinnen entwerfen, deswegen war das Oberteil so interessant. Rosen als Thema ist je eh mein Ding, aber diesmal hat Burda das Modell sogar wirklich umgesetzt, ohne ihm den Witz zu kupieren... Das gibt Anlass zur Hoffnung... /images/emoticons/mozilla_wink.gif

 

In die City geht man diesem Monat Pretty in Pastel. Die aktuellen Wintertemperaturen lassen wohl auch in der Moderedaktion laue Lüftchen wehen... Aber die Kombination aus dem bunten Tweed für den Rock und das rosa Leder für die Jacke hat was. Wie bekommen die nur die Wickelshirts für die Photos immer so hin, daß nichts rausguckt? Ach so, gerade hinstellen, leicht zurücklehnen und schnell abdrücken Nehme ich an... Das schwarze Kleid in kürzer und rosa... und aus Wollkrepp vermutlich auch für nicht ganz perfekte Figuren tragbar. Leider nur bis Größe 42, wo ich doch so auf Etuikleider stehe...

 

Oh, wie schön, noch mal rot! Diesmal ein Trench aus Samt. Von Feraud. Was ein Glück, daß nicht alle Pariser Modeschöpfer dem im Editorial besungenen Burda-Trend zu schwarz folgen... Der Mann ist mir schon alleine dafür sympathisch. gg

 

Ach, schon "Halbzeit". Die Schnittübersicht im Nähjournal birgt keine Überraschungen.. Der Workshop setzt sich mit Taft und Moire auseinander... das Übliche für empfindliche Stoffe: feine Nadeln, feines Garn, Vorsicht beim Bügeln... Aber ich mag diese Raschelstoffe eh nicht so... blätter Leserforum... alles nicht so spannend... blättermurmel Makeupbeautygesundheit gähn blätterblätterblätter

 

Zonk Rot vor rot, das knallt gut... diesmal für kleine Frauen. (Jede Wette, der Auftritt so ist deutlich größer als in Schwarz... gg )Fröhliches Rot-Weiß auch bei der Nachtwäsche... oh cool, ein Baby-Doll aus Liberty-Baumwolle. Muß klein sein, bei Preisen um 28 EUR für den Meter Baumwolle... Noch ein paar Schlafaccessoires... ich frage mich, was mien Mann mit mir machen würde, wenn ich ihm tatsächlich eine Schlafbrille nähen würde... :p

 

Endlich! Mode in vernünftigen Größen... Moda Piu mal wieder. Sehr schön... die Farben sind mir ja zu trist... Aber der Hosenanzug wirkt wirklich gleichzeitig lässig und korrekt. Und die Teilungsnähte das Blazers sind auch schön. (Allerdings bliebe da bei mir vermutlich nicht viel übrig, wenn ich den Schnitt auf meine Figur gebracht hätte... )

 

Von Pampolina gibt es Babyschnitte... zu spät, ich mußte mich schon bei Ottobre bedienen. Außerdem brauchte ich es noch kleiner, nicht erst ab 62. Aber die Schüchenschnitte kann man bestimmt mal wieder brauchen... irgendwo kommen jaimmer Babys...

 

Kreativteil mit Weihnachtsdeko. Prima, ich liebe Weihnachtsdeko! (Komme zwar nie dazu, aber ich liebe sie...) Alles schön in rot... aber... hm... eher langweilig. Inspiriert mich nicht. seufz Und was ist eigentlich aus dem "Geschenke näh" Teil geworden? Da waren doch auch oft nette Ideen... Den vermisse ich irgendwie. Genauso wie die Rezepte für Weihnachtsplätzchen. Na ja... Was sagt eigentlich die Vorschau? bäh Im nächsten Heft ist ja schon wieder Fasching... /images/emoticons/mozilla_frown.gif

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Geschrieben von arthur um 20:15 Uhr in Presseschau

Samstag, 2. Dezember 2006

Adventskranz aus der Küche

Wie jedes Jahr starte ich supergut organisiert in die Adventszeit. Und realisiere zeitig (so 24 Stunden vorher oder so), daß der 1. Advent naht.

 

 Der Gedanke an einen Adventskranz schiebt sich also dezent nach vorne, gewinnt Dringlichkeit.

 

Nur um einen Kranz zu dekorieren müßte man erst mal einen haben... da wir ständig unterwegs waren, hat das dieses Jahr nicht recht geklappt. Entweder die blanken Kränze waren unbezahlbar teuer oder jämmerlich (dünner, nadelnder Fichtenbelag auf dickem Strohkranz) oder beides. Und die Kiste mit meinem Dekomaterial ist wie immer zuunterst im Keller. Schließlich packt man den Adventskranz ja immer als erstes weg und die Weihnachtssachen obendrauf. Daß dieses Jahr noch die Reifen alles blockieren macht es nicht besser.

 

Doch wir haben beim Schwiegervater ein bißchen Grünzeug vom Baumschnitt mitgenommen, vier schöne Kerzen habe ich gekauft, der Rest kommt aus der Küche:

 

Eine Servierplatte aus Metall, eine Orange, ein bißchen Borte (welche Hobbyschneiderin hat so was nicht?) und Gewürze.

 

 

 

 

Die großen Kerzen sind sehr dominant und um das etwas auszubalancieren will ich die Orange verwenden. Außerdem bringt sie Farbe ins Spiel.

 

Zuerst probiere ich verschiedene Stellungen der Kerze und der Orange auf dem Tablett aus. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifabei den Mindestabstand der Kerzen zueinander beachten! Je dicker die Kerzen, desto weiter müssen sie voneinander entfernt sein.)

 

Eigentlich mag ich ja den klassischen Adventskranz am liebsten, denn wenn es um Weihnachten geht bin ich wenig innovativ. Und der Adventskranz ist eine "urdeutsche" und sogar evangelische Erfindung:

 

Der Pastor Johann Wichern hängte Mite des 19. Jahrhunderts den ersten mit Tannenzweigen umwundenen Holzkranz im "Rauhen Haus", einer Art Anstalt für schwererziehbare Jugendliche, in Hamburg auf. Allerdings wurde da noch jeden Tag eine neue Kerze entzündet, für die Sonntage gab es große Kerzen. Der Adventskranz verbreitete sich von Norddeutschland aus dann recht schnell über Deutschland, allerdings nur mit den vier Kerzen für die Adventssonntage.

 

Als Ursprung der Idee nimmt man die großen, runden Leuchter die man in manchen romanischen Kirchen findet an und die das himmlische Zion symbolisieren sollten. Und in Thüringen kannte man bereits den Brauch, aus Tannen oder Fichten "Adventskronen" zu flechten.

 

Wenigstens behält mein Gesteck durch das runde Tablett die traditionelle Form bei. Und auch das rot der Kerzen (rot symbolisiert angeblich den Tod Christi) bleibt dem klassischen Schema treu.

 

Die Zweige ordne ich dann um die Kerzen herum an. Ein bißchen zuschneiden, ein bißchen biegen, mal in die eine Richtung gelegt, mal in die andere... bis mir das Arrangement gefällt.

 

Die Orange ist noch etwas kniffelig... so ganz blank gefällt sie mir noch nicht. Also probiere ich ein wenig mit dem Band herum. Und stecke dann noch Nelken hinein. Das erzeugt gleichzeitig einen feinen Duft, ohne künstliche Aromastoffe.

 

Und dann bin ich auch schon so gut wie fertig... ich dekoriere noch einige getrocknete Orangenschalen, lege Sternanis zu, ein paar Zimtstangen, eine Hand voll Walnüsse... und als weitere kleine Farbtupfer... roten Pfeffer.

 

Ein schlichter Zimmerschmuck, der gleichzeitig noch Weihnachtsduft verbreitet!

 

Uff Wieder rechtzeitig geschafft!

 

Achtung: Wenn man so ein Gesteck ohne Kerzenteller und mit Zweigen baut darf man es weder beim Brennen alleine lassen noch das Tablett herumtragen, wenn die Kerzen brennen! Und man muß darauf achten, die Kerzen rechtzeitig zu löschen, bevor sie den Zweigen und der Dekoration zu nahe kommen! Echte Kerzen verbreiten ein wunderbares Licht und sind lebendiger als jede Glühbirne. Aber wie allem lebendigem sollte man Feuer seine Aufmerksamkeit schenken und es mit Respekt behandeln. /images/emoticons/mozilla_wink.gif )

 

 

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Geschrieben von arthur um 11:50 Uhr in Kreative und andere Weihnachtsgedanken

Freitag, 1. Dezember 2006

Salon du Chocolat: Genuß mit allen Sinnen

Also Schuld war ja eigentlich Ric. Hatte er doch irgendwo auf Metropoleparis erwähnt, daß in Paris jedes Jahr eine Messe stattfindet, die ausschließlich dem Thema Schokolade gewidmet ist.

Und daß bislang alle erzählt hätten, der Besuch lohne sich. (Selbst war er natürlich noch nicht da, der Hund!) Daß dieser Hinweis, eine Woche vor der Abreise nach Paris zeitlich perfekt plaziert, mein Interesse weckte war klar.

Und daß der Messetermin auch noch in die Zeit unseres Aufenthaltes fiel machte die Sache nicht besser.

Na gut, ein bißchen waren das Wetter und die Touristen auch Schuld. Denn es war ein nieseliger Sonntag (keine echte Überraschung im November) und wir hielten das für einen guten Tag, das renovierte und wiedereröffnete Musee des Arts Decoratifs zu besuchen.

Angesichts der Warteschlange vor dem Eingang verlor die Idee dann doch einiges von ihrem Charme. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifaß man überdies dabei im Nassen stand machte es auch nicht wett.)

Also.. warum nicht zum Salon du Chocolat? Der Eintritt war mit 12 EUR pro Person deutlich höher, aber es gab mehr Kassen und man wartet wenigstens unter Dach.

Eine rechte Vorstellung was mich erwartet hatte ich ja nicht... Gut, man würde sicher einiges Degustieren können. Naschen und Probieren also. Das Ausstellerverzeichnis versprach da auch höchste Qualität. Die eine oder andere Firma kannte ich und hatte mit dem einen oder anderen Pralinchen oder Schokolädchen schon geliebäugelt, aber angesichts der Preise bislang die Finger davon gelassen. Für besondere Anlässe darf es ja durchaus mal was ganz besonderes sein... aber wenn ich es vorher probieren kann ist mir das doch wesentlich lieber...

Leider wurden wir am einen oder anderen Stand fündig... seufz Beim Eintrittspreis ist es nicht geblieben. /images/emoticons/mozilla_wink.gif Und wir haben ein paar neue Sachen auf unsere "wieder kaufen" Liste.)

Was ich aber gar nicht erwartet hatte, war die Fülle an Eindrücken für alle Sinne. Klar, riechen, tasten, schmecken... das war klar.

Aber daß es so viel fürs Auge sein würde... DAS hätte ich nicht gedacht.

Bildhauerei wurde betrieben. Nicht mit geschmolzener Schokolade, sondern aus einem Block herausgeschlagen, daß die (Schoko)Späne nur so flogen. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifie ans Publikum dann freigiebig verteilt wurden.)

Eine andere recht zuverlässige Methode, um an die begehrten frischen Probierstückchen zu kommen, deren Produktion an vielen Ständen lieve vorgeführt wurde (und von denen es dann jeweils nur begrenzt viele auf einmal gab) ist natürlich, selber mitzuhelfen.

Die Trüffel hatte der Maitre Chocolatier schon fertig dabei (und wollten auch nicht verraten, aus was sie gemacht sind... ), in die Schokolade tauchte er sie selber. Aber beim Wälzen in der Mischung aus Kokosraspeln und getrockneten Himbeerstückchen war Publikumshilfe erlaubt. Und beim Probieren konnte ich gleich noch ein paar Vorurteile über Kokos und Trockenfrüchte über Bord werfen. Hätte ich mir vorher nie gekauft, in dieser Kombination...

Wer seine Künste im Umgang mit der süßen Materie ernsthaft erweitern wollte konnte dies übrigens auch bei richtigen Kursen tun. Und bei Vorführungen. Dabei waren über der Arbeitsfläche große Spiegel angebracht, so daß man vom Zuschauerraum tatsächlich den Maitres auf die Finger sehen konnte. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifafür hatte ich leider nicht genug Zeit.) Auch ein Wettbewerb für Nicht-Profis wurde dort ausgetragen. Unter heftigem Zuschauerinteresse.

Unglaubliches Augenfutter waren jedoch die Kunstwerke aus Schokolade. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifas Thema war wohl Märchen und Sagen gewesen.) Bei den meisten Statuen und anderen dreidimensionalen Aufbauten hätte ich gar nicht erkannt, daß sie auch Schokolade sind, wenn es nicht dabei gestanden wäre. Einfach unglaublich, was die Profis so erschaffen.

Zwischen dem ganzen Augenfutter kam natürlich auch das Probieren nicht zu kurz... die Frage "braucht man Plantagenschokolade?", verarbeitet aus Kakaobohnen nur eines Anbaugebietes kann ich jetzt klar mit "Ja" beantworten. Schokolade steht an Geschmacksvielfalt einem guten Wein in nichts nach. So kann sie etwa fruchtig schmecken, säuerliche Nuancen aufweisen... und das alles ohne künstliche Aromen oder Geschmacksstoffe reinzuknallen. Natürlich ist sie teurer als Schokolade aus dem Supermarkt... aber eigentlich sollte man ein Genußmittel ja auch genießen, nicht in Massen in sich hineinstopfen. (Oder stopfen wir Schokolade nur deswegen gerne tafelweise in uns hinein, weil wir unbewußt auf ein Geschmackserlebnis warten, das nicht kommen will? Und wir daher Stück für Stück essen, ohne die erwartete Befriedigung zu erfahren? - Ich kann von hochwertigen dunklen Schokoladen tatsächlich nicht so viel auf einmal essen wie von den "üblichen" Marken aus dem Supermarkt. Meinem Gewicht tut es sicher gut. gg )

Weniger eßgeeignet dürften aber die Schokoladen auf den Werken für die Modeschau sein. Ich vermute doch sehr, daß da ein bißchen "was auch immer" beigemischt wird, um sie haltbarer zu machen.

Trotzdem hat mir dieses Modell sehr gut gefallen, weil es sowohl das Thema "Schokolade" mit den um die Hüften drapierten Kakaobohnen aufgreift als auch mit dem tafelartig herunterhängenden "Überrock" irgendwie an Josefine Bakers berühmten Bananenrock erinnert.

Kakaobohnen konnte man übrigens auch im Original sehen. Denn einige Herstellerländer präsentierten sich ebenfalls. Ein Blick auf die Messestände zeigte aber sehr deutlich, daß das Geld wohl eher bei den europäischen "Veredlern" kleben bleibt als bei den Rohstoffproduzenten. Dafür gab es viele Anregungen, was man mit Schokolade noch so machen kann, die gar nicht zuckrig-süß waren, sondern sich nur die vielen Aromen der Schokolade zu nutze machten, wie ein Gewürz.

Die europäischen Hersteller liefern dafür "Schokolade-light", die in der Tat (als dunkel Schokolade und in hauchdünnen Täfelchen" sehr gut schmeckt. Weniger süß, aber um so schokoladiger. (Und angesichts des Preises für eine 200g Dose auch nur in Maßen zu genießen. Aber eben... mit Genuß. )

Daß Japaner nicht nur Sushi lieben, sondern ihre feinen Dekorations- Künste auch auf Schokolade und Pralinen ausgedehnt haben war mir bislang auch neu. Zum Probieren war ich da schon viel zu satt, aber das handwerkliche Geschick mit dem hier liebevoll Pralinen einzeln aufwendig von Hand verziert wurden war mehr als eindrucksvoll. (Und erklärt letztlich auch den Preis für handwerklich hergestellte Pralinen. Nicht nur an diesem Stand dauerte die Dekoration einer einzigen Praline länger als drei Sekunden und zwei Handgriffe. Liebevoll wurde mit verschieden gefärbten Schokoladen und Zuckergüssen hantiert, Dekoration mit der Pinzette aufgesetzt oder echtes Blattgold mit feinen Werkzeugen aufgetragen.)

Und das "Schokoladenorigami" kann ich bis heute nicht ganz fassen.

Zwar wurde die Schokolade nicht gefaltet, sondern die Figur aus einzelnen Plättchen zusammengesetzt, aber diese so exakt zu schneiden und aneinander zu kleben, ohne daß die Klebstellen sich durch Schokokleckese verraten... Und danach wird das Kunstwerk noch von Hand mit einem feinen Muster versehen, um den Eindruck hochwertigen Origami-Papiers zu erzeugen.

Gibt es jemanden, der es übers Herz bringt, so ein Kunstwerk zu essen? (Andererseits... es alt werden zu lassen wäre auch schade, bei den Zutaten. Mit allen Sinnen Genießen ist also angesagt.)

Als wir auf die Uhr sahen, stellten wir irgendwann erstaunt fest, daß es schon kurz vor 18.00 Uhr und somit Messeschluss war. Dabei hatten wir nicht mal zu Mittag gegessen. (Okay... Kalorien hat der Körper genug bekommen.)

Und die Schokoladenmarguerita aus Mexiko kurz vor dem Ausgang hatte was.... nach einem Tag umhüllt von süßen Düften und vielen schokoladigen Pröbchen kam eh gerade der Gedanken "ein Schnaps wäre jetzt gerade Recht" ;-)

Ich habe weder den Tag noch den Eintritt bereut und kann mich jetzt auch in die Riege derjenigen einreihen, die sagen: "Wenn ihr mal Anfang November in Paris seit... geht unbedingt hin. Es lohnt sich!"


Geschrieben von arthur um 10:59 Uhr in Paris
 
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