nowaks Nähkästchen
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Donnerstag, 20. Juli 2006

Soluvlies ist (fast) wasserlöslich....

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Germanien im Jahre 2006 nach Christus. Alles Stickvlies ist im Wasser gelöst. Alles Stickvlies?

Nein, ein kleiner, hartnäckiger Rest an den innersten Ecken leistet Wasser, Waschmaschine und Waschpulver hartnäckig Widerstand.

Aber vielleicht sollte ich von vorne beginnen...

Im Mai dieses Jahres startete ich einen Aufruf im Hobbyschneiderin-Forum, der sowohl von lieben Forenmitgliedern als auch von einer genauso netten auf Gardinen spezialisierten Änderungsschneiderei beantwortet wurde und ich erhielt packenweise leichte Gardinenstoffe, Schleiertüll und was man an transparenten Stoffen sonst noch so finden kann.

Ich wollte einmal ausprobieren, ob man nicht auch ohne Stickmaschine aus einfachem Tüll oder Chiffon Spitze sticken und/ oder applizieren kann.

Nach einigen Experimenten glückte das auch.

Zumindest im Großen und Ganzen, etwa das im Hobbyschneiderinforum von Anne schon vorgestellte Fischsäckchen oder diese applizierte Bordüre.

Beim ersten "richtigen" Versuch, dem Fischsäckchen, habe ich das Motiv mit weichem Bleistift auf Soluvlies gezeichnet, wie ich das sonst für Stickerei auch mache, habe das Vlies dann mit Prym Sprühfixierer unter den transparenten Stoff geklebt, in den Stickrahmen eingespannt und losgelegt.

Die böse Überraschung kam beim Auswaschen: Durch den Sprühfixierer wurden offensichtlich Bleistiftspuren auf den Stoff übertragen. Und Bleistift... wäscht sich nicht wieder aus. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifiese böse Erfahrung hatte ich beim Seidenmalen vor Jahren schon mal gemacht.)

Hobbyschneiderin Anne hatte dann die Idee, das Muster einfach auf die linke Seite des Vlieses zu zeichnen. Also nächster Versuch.

Leider sieht man die Vorzeichnung dann aber nicht mehr durch Vlies und Stoff hindurch. Irgendwann werden auch transparente Stoffschichten undurchsichtig. Also habe ich schwarzen Kuli genommen, den sieht man gerade so durch.

Zumindest bis mit der Applikation die dritte Stoffschicht kommt... also zuerst die Kulilinie mit Sublimatstift von Prym auf den Trägerstoff, dann den Applikationsstoff draufgeklebt (wieder mit besagtem Sprühfixierer) und schnell aufgenäht, bevor der Sublimatstift verblasst. (Was auch bei lila schneller geht, als auf der Anleitung steht.)

Umständlich, aber es funktioniert.

Hoffnungsfroh warf ich die lange Bordüre ins Waschbecken... das Soluvlies löste sich... scheinbar.

Nur die schwarzen Linien der Vorzeichnung waren immer noch zu sehen. /images/emoticons/mozilla_frown.gif Und da der Stoff transparent ist, nicht nur von der Rückseite, sondern auch von vorne.

Jetzt will ich es wissen und werfe das Teil bei 30°C in die Waschmaschine. Wenn die das nicht hinbekommt...

Tja... das meiste ist raus, aber da wo mehrere Lagen aufeinander liegen und die Stiche auch dicht in zwei Schichten verlaufen... da bleiben dunkelgraue bis schwarze Ränder. (Auf dem Photo erkennt man es nur schwach, der Effekt ist in Wirklichkeit leider stärker.) So ganz.... löst sich das lösliche Vlies ganz offensichtlich nicht. grrr Und da die Stoffe transparent sind... genau, sieht man das auch durch.

Schnirfz Da heißt es wohl weiter testen...

Ultra Solvy wäre ja auch eine Alternative. Aber da weiß ich gar nicht, womit dauerhaft und gleichzeitig löslich Vorzeichnen. Sublimatstift ist bereits nach 30 Minuten zu schwach, um ihn noch durchsehen zu können...

Falls jemand Ideen hat, wie man das Soluvlies noch rausgewaschen bekommt... immer her damit... )

Geschrieben von arthur um 09:01 Uhr in Allerlei zum Thema Nähen

 

Kommentar: sikibo am Fri, 21 Jul 09:49 Uhr

Vielleicht löst sich das Solu ja, und nur die Farbe bleibt drin? *grins* Na, im Ernst, Kuli ist ja nun auch nicht auswaschbar und nur, weil er auf auswaschbarem Untergrund ist, muss das ja nicht heißen, dass er mit ausgewaschen wird. Und der Sprühkleber tut sicher auch einiges dazu.
Und die dichten Stiche konservieren wahrscheinlich die Farbe. Wasserlösliche Filzer wurden schon mal zum markieren empfohlen.
Andere Ideen habe ich leider auch nicht.
Liebe Grüße, Heidrun
(Sieht übrigens klasse aus.)

Kommentar: sikibo am Fri, 21 Jul 16:38 Uhr

Hallo Marion, mir ist noch was eingefallen.
Ich hatte mir ja das Kommunionkleid versaut, weil ich mit Stecknadeln durch den Folienschreiber auf dem Schnittmuster gepiekt habe. Eine winzige Menge Stift wurde von der Nadelspitze aufgenommen und dann von da auf den Stoff übertragen.
Vielleicht passiert dir das Gleiche, entweder durch die Nähnadel in den Stoff oder beim Durchstechen färbt sich der Faden an der Markierung.
Aber immer noch keine Idee zur Abhilfe.
Gruß von Heidrun

Kommentar: Bärbel am Mon, 24 Jul 14:22 Uhr

schon mal beim Hersteller angefragt? Warum Rückstände bleiben. Wäre ein Fall für Raklamationen, also denke ich, die werden auch antworten.

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