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Sonntag, 1. Oktober 2006
Alles fing vor 8 Tagen an: Beim samstäglichen Abendessen in Aachen kamen wir ins Plaudern und Jammern... Unsere Männer (ja, wir waren am Tisch zu 100 Prozent weiblich) haben einfach kein Verständnis für unsere Stoffsucht. Dann gab Christa (Ennertblume im Forum der Hobbyschneiderin) uns den ersten Tipp. Man kann den Stoff ja auch verstecken, ihr Beispiel war so einfach wie genial: Zusammengefaltet und über den Hosenbügel gelegt, kann man den Stoff unter einer darüber aufgehängten Bluse verstecken. Am nächsten Tag bekam ich schon den nächsten Tipp: Angela Gilbes-Nowiki, die am Prym-Stand neue Produkte vorführte, ging noch einen Schritt weiter. Ist kein Mann im Haus, der über gehortete Stoffvorräte meckern kann, ist Platz für Stoff in den Küchenschränken und sogar im Kühlschrank. Schliesslich ist kein hungriges Maul zu stopfen, und der Platz für Geschirr und Vorräte kann anderweitig genutzt werden.Im gleichen Moment hörte ich im Geiste Paul Simon singen... 50 ways to leave your lover. Nur diesmal sang er "50 ways to hide your fabric" (zu deutsch "50 Wege seinen Stoff zu verstecken" Na ja, und so ist das <B>bei mir mit Ideen. Die wollen raus,</B> komme was wolle. Beim Nähkränzchen in Bonn fragte ich dann in die Runde, wie man sonst noch Stoff verstecken kann. Leider habe ich meine Notizen daselbst liegen lassen. Drum hab´ ich aus der Erinnerung und was da noch im Hirn war einen neuen Liedtext gebastelt. Den könnt ihr alle singen, wenn ihr mal wieder nicht wisst, wohin mit dem Stoff.
50 ways to Hide your Fabrik nach dem Lied "50 ways to leave your lover" von Paul Simon)Das Problem sind all die Stoffe sagte er...Das meckern bin ich leid, drum frage ich euch hier,Wie soll ich´s machen, dass er sie nie wieder siehtWie kann ich.... Meine Stoffe nur verstecken?Dabei...genäht hab ich schon seit ich 13 binTrotzdem kauf ich mehr als ich verbrauchen kannDas Problem kennt ihr doch alle sicherlichWie kann man.... Seine Stoffe nur verstecken?50 ways to Hide your fabricauf dem Kleiderbügel da ista, bei ChristaStopf ihn unter die Wanne, Anneim Kühlschrank ist noch Raum, man glaubt es kaumstopf den Stoff doch da rein.....unterm Bett ist noch mehr, Pierredein Kofferraum ist noch nicht belegt, Margretschmeiss dein Tupper raus, sagt Klaus....... Das mach ich gern, für den Platz,versteck sie hinterm Klo, JoLeg den Pool gleich trocken- für die Dockenschmeiss deinen Mann einfach raus!und das Lied ist jetzt aus Und was macht man dann mit einem solchen Liedchen an einem verregneten Sonntag? Genau, ein Musikvideo! Als meine Tochter sich diese Woche eine Digital-Videokamera gekauft hat, und damit so süße Filmchen gedreht hat, wollte Mama auch sowas haben! Und das Thema ist mein geliebter Stoff. We proudly present: (link anklicken und TON AN!!!) "fabricgirl featuring her fabric" VIDEO!
Camera, casting, cutting: Farina, my daughter Viel Spaß dabei!
Geschrieben von babbelgum61 um 21:56 Uhr in Privates
Heute komme ich aus dem Schreiben nicht heraus! Seit dem vergangenen Wochenende passiert so viel, dass ich nicht alles in einem Blog-Eintrag pro Tag unterbekomme, den Kongress werde ich wohl noch wochenlang aufbereiten, und währenddessen kommen immer neue Themen hinzu. Das Bonner Nähkränzchen muss auch noch gebloggt werden, ich warte auf die Freigabe eines Bildes..... Gestern habe ich ENDLICH ein Projekt in Angriff genommen, welches mir schon seit langem am Herzen liegt. Ich habe schon öfter darüber gesprochen, aber es noch nicht festgezurrt. Das Modemanifest erzählt davon, und ich möchte es hier nochmal erklären: Wir leben doch in Zeiten, in denen individuelle Freiheit nicht nur groß geschrieben wird, sondern auch erreicht zu sein scheint, nicht wahr? Warum tragen wir dann alle fast die gleichen Klamotten? Rocklängen werden vorgeschrieben. Jeans sind praktisch, klar. Aber weite, lange Flatterröcke sind dafür bequem. Ja, ich weiß: Der Mensch ist ein Rudeltier, es verlangt ihn nach Anerkennung in seiner Gruppe! Ausscheren ist nicht! Nicht mal heuzutage? Ich will ja nur den Rock so lang machen, wie ICH will, und wenn das 2 Meter sind! Die Stoffe verwenden, die MIR gefallen, auch wenn sie glitzern oder aus Brokat sind! Ich kann es mir leisten! Gut, für manche Stoffe muss ich sparen, aber nichts ist unmöglich! Durch das Hobby LARP habe ich die Möglichkeit, mich nach meinem Geschmack zu kleiden. Leider bin ich dort ebenfalls gewissen Beschränkungen unterworfen. Ich kann kein mittelalterliches Mieder zur Jeans tragen. Und: Ich kann mit den Larp-Klamotten auch nur Larp-Events besuchen. Geh´ mal mit dem Schleppenkleid in den ALDI.... Nun, dieses Beispiel "Schleppe"und "ALDI" ziehe ich immer heran, weil es für mich die Gegensätze am besten reflektiert. Gewand und Alltag, wie passen die zusammen? Gestern habe ich im Magd-Outfit den Leichlinger Obstmarkt besucht, da ich dort eine Mittelaltergruppe besuchen wollte. Ich hätte also jedem, der mich "von der Seite" angequatscht hätte, begründen können, warum ich so rumlaufe. Puh. Aber auf dem Heimweg musste ich einkaufen. Und da dachte ich mir: "Irgendwann wohne ich wieder in Leichlingen. Und DANN mache ich meine Träume wahr! Warum also nicht jetzt anfangen. Können die Leichlinger sich schon mal an mich gewöhnen." Wir haben noch einen anderen "Irren" in Leichlingen, der an 365 Tagen im Jahr mit einer Shorts und Badelatschen rumläuft (sonst trägt er nichts, also oben naggisch!). Also haben die Leichlinger mit mir dann schon zwei. Das Projekt "Mit Schleppe in den ALDI" habe ich also gestern geübt. Man kann ja klein anfangen. Als Magd in den ALDI zum Beispiel. Schade, ich hatte meinen Weidenkorb nicht im Arm, den hab´ ich im Auto gelassen. Wir wollen es ja nicht gleich beim ersten Mal übertreiben, gell? Unser ehemaliger Bürgermeister Karl Reul stand vor dem ALDI, ich war zu feige ihn anzusprechen.... nächstes Mal bestimmt!
Geschrieben von babbelgum61 um 13:04 Uhr in Projekte
Der gestrige Tag war ereignisreich. Zuerst ein kleines Nähprojekt fertiggestellt, danach stand ein Besuch auf dem Leichlinger Obstmarkt auf dem Programm. Diese Traditionsveranstaltung besuche ich, seit ich in der Grundschule war. Obst- und Gemüsebauern aus der Region präsentieren ihre Produkte, ergänzt wird das Ganze durch Kunsthandwerk, Vorführungen, lokale Vereine, die sich mit der Erhaltung und Pflege der Natur beschäftigen und alte Handwerkskünste. Im Laufe der Jahre ist das Ganze ein wenig gewachsen, aber auch ohne viele Neuerungen steht der Obstmarkt in jedem Terminkalender in und um Leichlingen. In diesem Jahr wurde erstmals eine mittelalterliche Handwerkergruppe eingeladen, die mit einen Kunstschmied, Lederer und einen Bogner nach Leichlingen kam. Zufällig hatte ein Mitglied der Truppe sich vor rund einer Woche in den Forum meines Larp-Schottenclans eingetragen, um Hallo zu sagen. Ich nahm mir also vor, die Truppe anständig gekleidet zu besuchen. (ENDLICH ein Vorwand, in Gewandung in Leichlingen herumzulaufen, schon das zweite Mal dieses Jahr) Ich habe dann mein Magd-Outfit rausgekramt und ab nach Leichlingen. Der Schmied ist sogar im "wirklichen" Leben Kunstschmied. Auf dem Obstmarkt fertigte er vor Publikum süße Flaschenöffner an, deren Griff wie ein Pferdekopf ausschaut. 
Der Lederer hatte seine Familie dabei, zwar nicht gewandet, aber mit dem älteren Stöpsel konnte mein mitgeschleppter Junior super spielen. Der Bogner hatte einen Lehrling, eine Zierde ihrer Zunft: Meinem Sohn habe ich dann den Obstmarkt gezeigt und alles erklärt. Vielleicht weiß man die liebevollen Obstdekorationen erst zu schätzen, wenn man in mein Alter kommt *hüstel*. Als Kind fand ich die spießig, heute weiß, ich wieviel Herzblut dahintersteckt: 
Ganz besonders hübsch fand ich ein großes Schaubild, welches das Leichlinger Wappen darstellte. Damit Nicht-Leichlinger das verstehen, habe ich das Bild ein wenig bearbeitet und oben das Originalwappen eingefügt: 
Leider musste ich schon gegen 16 Uhr wieder aufbrechen, denn abends waren wir mit Freunden zum Essen verabredet. Ich hoffe die nette Schottentruppe recht bald wiederzusehen! Zurück daheim dann aus der Magd ein Flitter-Schucki gemacht, wir wollten in das syrische Restaurant "Sahara" in Solingen-Mitte gehen. Jeden letzten Samstag im Monat gibt es dort Bauchtanz. Als mein Mann unsere Gruppe zu Beginn der Woche dort anmelden wollte, hieß es die Bauchtänzerin kommt mangels angemeldeter Besucherzahlen nicht. Schade. Aber als wir um 20 Uhr eintrafen, war die Bude gerammelt voll. Und so kamen wir doch noch zu unserer ersehnten Bauchtanzvorstellung! Gegen 21 Uhr wurde die Musik laut! Die Blume des Orients kam um die Ecke! Wow! Was für ein Kostüm! Ich kenne Bauchtanzkostüme nur von Abbildungen, und ich habe noch nicht eines gesehen, welches mich zum Nacharbeiten angeregt hätte. Aber dieser Fummel war ein Traum! Das Top über und über mit Glitzer und Glimmer bestickt, und statt eines wallenden Flatterrocks ein knallenges Unterteil, mit Durchblick! Ich musste immerzu starren und im Geiste alle Schnittmuster durchgehen, mit denen man dieses Taumkleid hätte nachnähen können! Leider sind alle Bilder des Abends von einer grauslichen Qualität! Da der Bauchtanz ja eigentlich abgesagt war, habe ich meine Kamera zu Hause gelassen. In der Not frisst der Teufel Fliegen, und so habe ich dann ein wenig mit dem Handy meines Mannes rumgeknipst, in einem Licht, welches man als "orientalisch abgedunkelt" bezeichnen könnte. Ich bitte also für die schlechten Bilder um Entschuldigung, besser ging´s nicht. Nehmt eure Phantasie zu Hilfe. ;-) Mein Jüngster kam aus dem Staunen nicht heraus, und Mama hatte Spaß! Unsere Freunde blieben spekptisch ;-) : Und dann kam die süße Tänzerin zu meinem Mann und nahm ihn einfach mit! Ich glaube, es hat ihm sehr gefallen, darum auch gleich 2 Bilder davon: Das war der krönende Abschluß eines ereignisreichen Tages! Beinahe unnötig zu erwähnen, dass das Essen im Sahara wieder einmal köstlich war! Nächstes Mal nähe ich mir was Orientalisches und tanze auch mit!
Geschrieben von babbelgum61 um 12:57 Uhr in Privates
Moin! Kaum hatte ich Freitag meinen Frust runtergschrieben, kam der gewaschene Stoff picobello aus der Waschmaschine. Immerhin hatte ich noch nie zuvor Webpelz einfach und gnadenlos in den Schonwaschgang gegeben, aber das Fell sieht nun noch schöner aus als ungewaschen. Vor ca. 12 Jahren sollte das mal ein Wintermantel werden. Wie gut, dass ich den nicht genäht habe, denn nun habe ich wunderhübschen Pelz für edle Mittelaltermode :-D Gleich darauf musste ich was machen, irgendwas. Nähmaschine. Was ausprobieren. Und da ich auf dem Kongress den - für mich neuen - Chenilleschneider gekauft hatte, und beim Einsortieren meiner Stoffvorräte schauberhafte 80er-Jahre Stoffe gefunden hatte... hab ich mal was zusammengeklatscht. Einen ekeligen buntgemusterten Stoff (was hatte ich nur damit im Sinn, als ich ihn gekauft hab´?), einen roten Karostoff vom Ikea (nie genähte Weihnachtsgardinen) und einen Rest blaues Leinen, das es nie zu der geplanten Sommershorts für meinen Vater geschafft hat. Das 4-lagig übereinander. Und im schrägen Fadenlauf parallel füßchenbreit abgesteppt. AUfgeschnitten. Nass gemacht, gerubbelt. In den Trrockner. Nett. Am nächsten Morgen (hier schlief noch alles) dann die gleichen Stoffe 5-lagig und in anderer Reihenfolge in 5mm Abstand abgesteppt. Und beim Aufschneiden jede 6te Bahn nicht aufgeschnitten. Das hatte ich am Prym-Stand in Aachen gesehen, und fand es einen tollen Effekt, dafür, dass es so einfach zu machen ist. Nun, ich hab beim Aufschneiden der 5mm Tunnel ziemlich geschlampt, und schief geschnitten. Dadurch ging mancher Schnitt bis haarscharf an die Naht, nicht einmal ein schräger Fadenlauf kann DAS aushalten! Ich hab dann eine Bahn abgezupfelt und die Naht entfernt. Sieht auch ganz lustig aus (der dunkle Streifen) aber da es zufallsbedingt ist, absolut nicht zu empfehlen! Nächtes Mal passe ich besser auf. Aus den beiden Stücken hab´ ich dann ein Täschchen zusammengenäht. In einem Zwischenstadium gab diese "Tasche" dann einen kuffigen Hut ab! Also werde ich mich ab jetzt nach geeigneten Stoffen für den nächsten Winterhut umschauen, mit dem Chenilleeffekt könnte ich mir sogar ein kuschelig warmes Futter vorstellen. :-D Hier also die Tasche, mein allererster Chenille-Versuch. Ich glaube, ich mag diese Technik! (Im Hintergrund meine Nähmaschine, die Pfaff 260, puristischer Gradstich und Zickzack): Auf der Rückseite kommt das Muster noch durch, da ich wie gesagt jede 6te Bahn nicht geschnitten habe. UND dieses Stück ist erst einmal nass und getrocknet worden, der Chenille-Effekt kommt bei jedem Wasch- und Trockengang mehr zum Vorschein (die andere Taschenseite wurde bereits 2 mal im Trockner "gewalkt" Der dunkle Streifen ist das Malheur, sorry. Wenn man diesen Effekt, den Untergrundstoff durchscheinen zu lassen, forcieren will, kann man ja auch eine abgesteppte Bahn mit Absicht auftrennen, ich halte das mal im Hinterkopf.
Geschrieben von babbelgum61 um 12:52 Uhr in Privates
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