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Freitag, 13. Oktober 2006

Bärbel in der großen Stadt

Kennt ihr Düsseldorf? Bestimmt schon mal gehört...was? Das ist die große laute Stadt nördlich von Köln, der charmanten, puslierenden, kreativen, liebenswerten Großstadt in den Armen des altehrwürdigen Rhein.

Na ja, wer Köln liebt, kann Dusseldorf nicht lieben, das ist ein Naturgesetz. Heute musste ich nach Düsseldorf. Immerhin habe ich den Weg gefunden. Mein Jüngster musste zu einer Untersuchung, die man anscheinend nur in D´dorf machen kann. Und als alter Burda-Fan habe ich natürlich die Seite "125 Jahre Karstadt" bei Burdamode gelesen. Ohne Burda wäre mir dieser besondere Geburtstag gewiss entgangen. :-D

Und da ein Termin dieses 125-jährigen Festes in D´dorf war, bis zum 14.10.06 (also morgen) stattfindet UND mit Burda zu tun hat.... habe ich schon seit Wochen diesem Termin entgegengefiebert. Ich muss zugeben, ich hatte zunächst einen Denkfehler: Bei "Burdamode bei Karstadt" schlug mein Herzchen gleich viel schneller, hieß das für mich doch "Modenschau, Gespräche, Informationen". Im Vorfeld wurde mir durch die Lektüre der vorhanden Information dann klar, dass lediglich einige Burda-Modelle auf Puppen gezeigt wurden, immerhin.

Also nach Juniors Termin den Weg durch die völlig verquere Dusseldorfer Innenstadt gesucht und ab zum Karstadt. Dank guter Vorbereitung am Abend zuvor führte mich die Wegbeschreibung auch auf dem kürzesten Weg dorthin. Schon im Parkhaus wurde ich nervös: Die Düsseldorfer Ladies haben ja echt Probleme, einen Parkplatz zu finden! Während sich vor mir zwei Damen lautstark um einen Platz stritten, wurde während der Wartezeit ein Platz gleich neben mir frei.... Geduld zahlt sich doch manchmal aus.

Dann der Gang durch´s Kaufhaus: Ich wette ihr lacht mich jetzt aus, denn ich war seit Jahren nicht mehr "einkaufen". Ich habe null Ahnung, was so in den Läden hängt, denn es interessiert mich einfach nicht. Meine Jeans kaufe ich bei Otto und alles andere wird seit Anfang des Jahres selbst genäht. Und was sehe ich da an den Puppen? Bahnenröcke, Glitzertops. So ein bisschen war es wie ein Gang durch die aktuellen Schnittmuster der Saison, wie kommt das bloß? (Scherz)

Da näht die Konfektion doch tatsächlich den gleichen Kram wie wir als Hobbyschneiderinnen...unglaublich ;-) Einen kleinen Augenblick hab´ ich mich wie ´ne dumme Landpommeranze gefühlt.... Dieses Gefühl sollte sich einige Stockwerke weiter oben wiederholen.

Im Kaufhaus ab in den 3ten Stock, in die Stoffabteilung.

Rückblende: Ich kenne nur den Karstadt Solingen. Jetzt dürft ihr Mitleid mit mir haben. Die Solinger Stoffabteilung war immer so... uninteressant und mit desinteressierten Mitarbeitern besetzt (Ist auch schon 10 Jahre her, sorry falls sich das verändert hat)... das habe ich dann auf alle Karstadt-Filialen übertragen. das war ein großer, großer Fehler! Der Düsseldorfer Karstadt ist..... oh Mann, die Stoffabteilung ist..... das Paradies!

Stoffe so weit das Auge reicht. Nicht diese Wühltische voller langweiliger Ballen, sondern Stoffe, die ich ALLE gern im Fundus hätte! Schön, schöner, am Schönsten! Und die Abteilung war VOLL! Wann habe ich zuletzt eine mit Kunden gefüllte Stoffabteilung gesehen? Noch nie!

Und da standen SIE, die Burda-Puppen! Halb verdeckt von einer riesigen Holztafel, denn die Stoffabteilung hatte grade Inventur. Einmal möchte ich all die Stoffballen zählen ja! Der nette Herr, der dies tat, nahm die Tafel wieder und wieder weg, wenn ich meine Camera auf die Figurienen hielt (der war sooo süß, hehe)

Ein bisserl kam ich mir schäbig vor, zwischen all der Pracht, den edlen Stoffen, den elegant gekleideten Dusseldorferinnen, den aufgerüschten Verkäufern (ob der Chef der Abteilung seine rosenholzfarbene Seidenkravatte wohl selbst genäht hat?)

Aber an sowas störe ich mich nie lange. Schäbig oder nicht, ich kann´s ja eh´ nicht ändern, und ab in die Stoffballen! Guck, wühl, schnüffel, tast....Seide, Wolle, Stickerei, Chiffon, Rüschen, Farben, Glitzer, welche Pracht! Zwischendurch immer mal wieder den Sohnemann von der Ballustrade zurückgezerrt, hinter der es 4 Stockwerke tief in den Keller ging.

Ich hab´ dann brav gefragt, ob ich die Burda-Modelle knipsen darf, und ich durfte. Wie ich ja schon auf dem Kongress in Aachen gesehen hatte, ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man ein Kleid auf einem Foto, oder in real aus der Nähe sieht. Es war wunderbar!!!! Ich konnte so viele Details sehen, und es war sehr aufschlussreich und inspirierend. Ich möchte hier nicht auf jedes einzelne Modell eingehen, aber am Ende des heutigen Eintrag zeige ich euch ein paar Fotos. LEIDER sieht man auf denen wieder nicht das, was ich MIT EIGENEN Augen gesehen habe! Aber ich kann euch versichern, dass es TOLL war!

Und da Erik Gefallen an den Schnittmusterbüchern gefunden hatte, hab ich mich nach dem Knipsen und wühlen halt dazu gesetzt. Und zu meiner eigenen Überraschung sogar einige mir bis dato unbekannten Burdaschnitte im Katalog entdeckt. Mit spitzen Fingern habe ich dann sogar im Neue Mode Katalog geblättert, sorry Burda, aber ein Schnitt war exakt so, wie ich ihn bisher vergeblich bei Burda gesucht habe.

Ich hatte ja diesen Sommer ein Kleid in Angriff genommen, die Skizze hab ich nochmal rausgekramt.

Leider konnte ich bei Burda nicht den perfekten Schnitt finden.

Den fand ich heute bei Neue Mode, guckst Du hier.

Dumm, dass ich diese einfache Raffung oben nicht hinbekommen hatte, aber Übung macht den Meister, ich versuchs halt nochmal. Und den ausgestellten Saum kann ich ja nun wirklich selbst basteln, das sollte kein Problem sein.

Und nennt es Schicksal: Auf einem der Stofftische bei Karstadt lachte mich ein Bordürenstoff an, grün UND runtergesetzt auf 4 Euro. Es gab nur noch 1,70 Meter auf der Rolle, ich weiß nicht recht, ob der reicht für dieses Kleid, aber wenn nicht, dann mach ich halt dieses Burda-Kleid aus der nächsten Burda draus, passen würde es (und ich hab mich sowieso in das Kleid verliebt!)

Außerdem sah ich mehrere Stoffe, von denen ich nun wohl nachts träumen werde: Ein mit zarten Rosen bedruckter Seidensatin, schmeichelweich, runtergesetzt und immer noch unerschwinglich, wenn man mit 20 Euro im Portmonnaie davor steht.

So, hier nun ein paar Bilder aus der Burda-Ausstellung, mein Sohn wollte mit auf´s Bild (und trägt sehr stylisch und selbstbewusst seine Spongebob-Gummistiefel zur Schau)

Dieser zarter Pulli in Wickeloptik hatte diesen besonderen Gag mit dem drapierten "Schal", aus der Nähe sah es zum Klauen schön aus!

Auf dieser klassischen Tweedjacke hat Burda Embellishments angebracht, ich hätte die Jacke von der Puppe nehmen müssen um herauszufinden wie das gemacht war, das hab´ ich mich nun doch nicht getraut! :-D

Ist dieser Kragen mit abgeketteltem Saum nicht ein Traum? Ich kann mich nicht erinnern, wo Burda den gezeigt hat. Heft? Schnitt? Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, denn solche Säume kann ich ganz gut, bin nur nicht auf die Idee gekommen, dass "oben" statt am unteren Saum anzuwenden.

Diese Saumlösung der Hose war mir im Heft bereits aufgefallen, nichts für mich, ich bin nicht der elegante Typ, aber kreativ und pfiffig auf jeden Fall!

So, diese Version eines Wickelkleides ist toll, aber auch hier gibt das Foto nicht annähernd die tolle Wirkung wieder, ich entschuldige mich dafür.

So, zu guter Letzt noch ein Schmankerl. In Aachen hörte ich wie jemand sagte, ein Burda Modell wäre nicht gefüttert, wie im Heft angegeben. Man sieht es ja nicht auf den Fotos.....

Drum hab ich mir ganz frech die Klamotten auch von innen angeschaut! Und... ja, alle perfekt verarbeitet (sogar die Jacke aus Walk war abgekettelt, was eigentlich nicht nötig ist) Und hier der Beweis: Futter wo Futter sein sollte, und perfekt eingenäht! Kongratulation Burda!

Damit beende ich meinen heutigen Bericht meines Besuchs in der großen Stadt. Die Landpommeranze sitzt wohlbehalten wieder zu Hause im ruhigen und beschaulichen Solingen, Gott sei Dank. Nur von der Stoffabteilung des Düsseldorfer Karstadt, da werde ich noch lange träumen.



Geschrieben von babbelgum61 um 21:32 Uhr in Burda
   

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