Donnerstag, 9. November 2006
Noch´n bisschen Messe
Heute möchte ich noch von der Kreativwelt in Wiesbaden berichten, was ich gestern in den 30 Minuten smalltalk nicht geschafft habe. Aber zuvor möchte ich auf 2 Kommentare eingehen, die mich über den gestrigen Blogeintrag erreichten. Griselda hat einige Fragen gestellt, auf die ich hier im Blog eingehen möchte.
Hi Karina! Ich habe mich sehr gefreut, dass ein Gast aus fernen Landen sich hier verewigt.
Irland... da möchte ich auch mal wieder hin! Dein Deutsch ist perfekt, Muttersprachlerin? Ich hatte versucht in Dein Blog zu schreiben, aber es gab einen error, ich versuche es ein andermal erneut. (PS: Ich habe "clover" völlig falsch ausgesprochen, sorry. Nächstes Mal mache ich es besser)
Hi Griselda!
Ja, Embossing alleine ist nicht sonderlich kreativ, ich selbst mache es auch nur noch bei Demos. Aber es macht was her. Im deutschen Bastelsektor wird sehr viel "unkreatives" propagiert (bei den Amis aber auch), da die Mehrzahl der Deutschen sich einfach nix trauen.
Ich hab so oft versucht, den Leuten neue interessante Techniken zu zeigen, aber nichts macht sie so "an" wie das gute alte Embossing. Ich komme in Fahrt, wenn dann mal was daneben geht, z.B. ein Stempelkissen aufs Papier fällt... dann kommt auf den Klecks Pulver und darauf noch 3-4 weitere Schichten mit Pulver, dann kleinen Ornament-Stempel ins noch heisse und weiche Embossingpulver, und tadaaaaa- fertig ist das Wachssiegel. Das kommt auch immer gut an, aber kein Mensch kauft sich dann noch einen Stempel, weil es halt sehr speziell ist.
Ach, ich rede mich immer in Rage bei dem Thema.
Da ich ja wie gesagt viele Jahre gestempelt habe, und davon nur einiges in Bild und Text festgehalten, habe ich noch jede Menge Input in Petto, der aber erstellt, aufbereitet und online gehen muss. Viel Arbeit, und eigentlich zu nix nütze, denke ich manchmal. Aber stempeln ist mehr als Embossing. Klar.
Linoldruck ist nicht stempeln. Was mich zu der Frage bringt, was "stempeln" eigentlich ist.
Was ist "stempeln"? Im Wiki finden wir diesen Artikel. Daraus geht hervor, dass Stempel vieles sein können, aber Linoldruck ist es nicht. Dennoch liegt der Linoldruck weitaus näher am Stempelhobby als so manch anderer "Stempel", man denke nur an den Stempel einer Blüte.
Beides sind Hochdruckverfahren. Das bedeutet, die druckende Fläche ist erhöht. Es gibt zahlreiche andere Druckverfahren, mit denen die Farbe anders aufgetragen wird, der Hochdruck ist meines Wissens nach die älteste der Menscheit, wenn man mal von Handabdrücken in Höhlen absieht. Ritzt man etwas in Holz, und färbt das was hochsteht ein, kann man damit drucken. Bleilettern tun das Gleiche. Linol auch. Für Stempler gibt es extra grosse Gummiplatten, in die man mit Linolschnitzwerkzeug ritzen kann. Ich hab schon Leute damit Adress-Stempel schnitzen sehen....
Modeln (siehe Blaudruck) drucken z.B. auch im Hochdruckverfahren, aber der Begriff Stempel wird für Holzmodeln eigentlich nicht benutzt. (Übrigens habe ich eben durchs Wiki-Surfen gelernt, dass auch die Petschaften- das sind die Siegelstempel aus Metall- in dem Handwerk der "Stempelschneidekunst" hergestellt werden. Man lernt doch nie aus)
Da ich selbst so viele Gummi-Stempel, auch Motivstempel genannt, besitze, habe ich mich nur am Rande mit der Herstellung eines eigenen "Druckstocks" beschäftigt. Dabei ist es egal woraus er ist, Hauptsache das Ding druckt ordentlich! Mach Du es aus Linol, andere aus Holz/Gummi/Schwämmen/Kartoffeln. Nur die Farbe ist beim Linol anders, Stempelfarbe hält auf dem Material schlecht, die Linoldruckfarbe schadet wiederum den Gummistempeln.
Übrigens: Ich drucke mit allem was druckt. Ich habe sogar schon mal einen 2-stündigen Kurs zu dem Thema gegeben, dessen Datenblätter mir neulich wieder in die Hände fielen (sonst hätte ich es bis heuer gewiss schon selbst wieder vergessen, dass ich den Kurs je gegeben habe. ;-) )
Ich habe schon mit folgenden Dingen gedruckt: Finger, Schuhsohlen, Papier (geknüllt...super für Hintergründe), Ball aus Gummibändern (toller Graseffekt), Gummibänder ums Nudelholz (Bambuseffekt), Wärmflaschen, Playmobil-Autoreifen, dem Stempelkissen selbst
irekt-to-Paper-Technik), Pinsel. Das ist was mir auf Anhieb einfällt. Wenn man mal seine Küche/Werkstatt/Wohnung/Keller durchschaut, findet man noch mehr.
Beantwortet das Deine Frage, Griselda? ;-)
Zu der Info mit dem Schrägbandformer: Ja, das mit dem mitlaufenden Vlies hat der nette Herr mir auch ans Herz gelegt. Er hatte damit diese Tiffany-Technik gemacht, nannte sie aber "Celtic" oder so. Wahrscheinlich weil er mich ansah, mein keltisches Tatoo ums Handgelenk sah (Nochmal Hallo an Karina) und mein moosgrünes Wollkleid auf dessen Vorderseite eine 1-Euro-Münze mit der irischen Harfe am Halsband baumelte.
Das ist eine schöne Überleitung zur Messe. Ich versuche mich kurz zu fassen, ich habe euch schon lange genug damit gequält. ;-)
Auf der Messe war auch ein Münzschneider, den meine Freundin Yvonne schon von den Messen des Vorjahres kannte. Er schneidet aus allen erdenklichen Münzen wunderschöne Schmuckstücke. Wir besuchten seinen Stand noch morgens vor Messebeginn, und ich sah zum ersten Mal seine Auswahl. Ich war hingerissen von dieser genialen Idee. Später- als die Messe schon geöffnet hatte- kam seine Freundin zu uns an den Stand, tuschelte mit Yvonne, und kurz darauf hielt ich ein winziges Geschenkpäckchen in der Hand: Yvonne hatte heimlich eine irische Münze bei ihm bestellt, die sie mir nun schenkte! WOW! Als alter Irland-Fan (und ein drittes Hallo an Karina!!!!!!!!!!!) habe ich die Münze seither nur zum Schlafen ausgezogen. ;-)
Nun ja: Keltisches Tatoo um´s Handgelenk, grünes bodenlanges Kleid, keltische Harfe um den Hals.... kein Wunder dass man mir dann mit keltischen Mustern den Mund wässrig macht. Und ich hab´ diese genialen Schrägbandformer gekauft. Einen breiteren, für´s Einfassen, und den ganz schmalen für diese Tiffany-Technik. Den shop, bei dem ich eingekauft habe, findet ihr übrigens hier: Beehive.
Link zu den Schrägbandformern. Diesen supersüßen Ring finde ich im shop nicht, aber sehen könnt ihr den auf der deutschen Clover-Seite. Hier lang zum Ring. Dann fiel mein Blick auf die Clover-Filznadeln.... hätte ich die doch schon in Aachen gesehen!
Eine Seite mit tollen > Beschreibungen <. Als gestern meine Mami zu Besuch war, habe ich ihr meine Schätze gezeigt. Und weil zufällig (wirklich!) ein paar Stoffreste und FILZ auf dem Küchentisch rumlagen, hab ich ihr auch gleich gezeigt, was man mit dieser grossen Bürste und dem Nadeldings macht. Ich dachte ja die ganze Zeit, man kann nur Rohwolle in Stoff einarbeiten. Als ich dann in Ermangelung solcher Wolle zu den Filzmatten griff, und das ganz vorzüglich klappte, dachte ich schon im ersten Freundentaumel, ich hätte eine neue Technik erfunden. Und später sehe ich in der Anleitung, dass ich es genauso gemacht habe, wie man es machen soll.... jaja, ich lese Anleitungen IMMER erst hinterher (schäm).
Die ersten Probestücke sind sehr vielversprechend, aber nicht vorzeigbar. Auch die aufgetretenen Probleme muss ich noch beheben, wie zum Beispiel der Umstand, dass beim einfilzen einer Filzform das Gewebe, in welches man einfilzt, doch sehr leidet. Aber das bekomme ich schon noch hin. Ich muss es einfach hinbekommen!
Warum? Nun, weiter in Halle 4 am Stand von Gütermann sah ich....OMG, da sah ich..... Stickapplikationen, die in Motivteilen befiltzt waren. Meine Güte, ich musste sofort an ein Stempel-Zubehör denken, das ich von früher kenne. Hatte man zum Beispiel eine süße Maus gestempelt und coloriert, kam drüber Kleber und auf den feuchten Kleber so ein Pelz-Puder. Wenn der Kleber getrocknet war, blieb eine flauschige, pelzige Oberfläche zurück. Genauso sah das aus! Seit ich DAS gesehen habe, sehe ich ständig, wenn ich die Augen schließe, alle möglichen befilzten Dinge. Das ist garnicht lustig.... ständig nur filzige, flauschige Sachen vor dem inneren Auge zu sehen. Ich habe nun schon wieder 1000 Ideen was ich mit dieser Technik machen möchte, wann soll ich das alles nur ausprobieren?
Was ich lustig finde: Ich habe exakt 50 Minuten Input gehabt. Von 4 Tagen. Und diese 50 Minuten haben gereicht, mir mit einigen wenigen neuen Produkten
anke an die nette Frau am Freudenberg-Stand für ihre engelsgleiche Geduld. Nachts träume ich jetzt von Soluvlies) und gesehenen Ideen Input für die nächsten Wochen zu geben.
Als Sahnehäubchen habe ich auch noch in dieser kurzen Zeit Kontakt zu einem Zubehöranbieter bekommen, aber das möchte ich erst ausplaudern, wenn der Kontakt auch ein Ergebnis zeigt.
Alles in allem war die Messe vom Ablauf her völlig unspektakulär, Business as usual. Aber mein persönlicher Input (und der Bollywood-Film im Hotel) waren überdurchschnittlich! Wenn ich es schaffe, alles auszuprobieren, was mir durch die Kreativwelt eingefallen ist, erzähle ich euch davon. Da müsst ihr nun durch! :-D
Zu guter Letzt noch meine "Ausbeute" aus Wiesbaden (der "Geldsack" sind ein Deckel für selbstgemachte Sparstrümpfe, die ich bei Profi Handarbeitsgeräte erstanden habe) Im Bild auch der riesige Stapel Infomaterial (rechts), dass ich am Freundenberg-Stand und bei Beehive ergattert habe.

In der Mitte meine Harfen-Münze, lol. Ireland rocks!
OH WEH! Fast hätte ich es vergessen (nich hauen). Am ersten Tag kamen eine ganze Truppe vom Forum der Hobbyschneiderin an, die sich auf der Messe treffen wollten. Ich hab im Thread rumgejammert, dass ich ja nicht vom Stand wegkomme, um zu einem netten Plausch mit Besuchern der Messe zu kommen. Und da haben sich die Mädels einfach bei UNS getroffen!
Ich muss mich noch ganz lieb dafür bedanken, ich hab mich soooo gefreut! Ich muss gestehen: Mir ist vom Namen her nur Sabine von "Exclusive Stoffe" in Erinnerung geblieben. Ich kannte sie zwar bis dato noch nicht persönlich, aber das ist ja nun behoben. An alle anderen, sollten sie sich jemals hierher verirren, schicke ich auf diesem Wege ein herzliches Hallo und nochmal DANKE für euren Besuch. Das war so lieb von euch.











