Sonntag, 19. November 2006
Mit den Muscheln kuscheln
Heutige Themen:
Blog-Frage
Ein Besuch im Sealife in Königswinter
Das Kölner Antidepressions-Nähbrunch in Aachen
Kreisfest der Sportschützen Bezirk Solingen
Da ich in Zukunft das Burda-Blog zu meinem One-and-Only machen werde, müsst ihr armen Hobbyschneiderinnen nun auch meinen ganz privaten Alltag ertragen, ob ihr wollt oder nicht. Seit meinem ersten Blog-Eintrag hier hadere ich mit dem Blog-Schicksal, da ich mich zwischen den Optionen "2oder3-Blogs-parallel" und "alles-in-einem" nicht entscheiden kann.
Ich habe ja lange Zeit ein zweites Blog gehabt, in dem ich das persönliche BlaBla untergebracht habe. Das finde ich beim momentanen Stand der Dinge weniger sinnvoll, ich bevorzuge es, die "Kräfte" zu bündeln. Das zweigleisige Bloggen ist zeitaufwändig, und meiner Ansicht nach sehr verwirrend, da man sich gelegentlich auf Einträge und Gesagtes beziehen möchte, das dann im anderen Blog erwähnt wurde. ABER: Nach wie vor habe ich ein mulmiges Gefühl, wenn ich in einem Burda-Blog, dessen Hauptaugenmerk ja auf dem Nähen und Basteln/Stricken liegt, so viel Zeugs völlig ab vom Thema schreibe. Nowak(s Nähkästchen) geht da weitaus konsequenter vor.
Was denkt ihr? Eventuell mache ich mal eine Umfrage hier im Blog. Ich möchte mich gerne nach euch richten, denn da ich als Schwatzbacke bekannt bin (mein Spitzname ist ja "Babbel" Born) möchte ich euch aber auch weder langweilen, noch mit Dingen nerven, die ihr als Nähfans nicht wissen wollt. OK, also was war los am gestrigen Tage?
Ein Besuch im Sealife in Königswinter
Was für ein Tag! Manchmal passiert wochenlang nix und wieder nix (ist bei mir aber schon lange nicht mehr vorgekommen ;-) ) und dann kommt alles auf einmal! Solch ein Tag war der gestrige Samstag. Zunächst gab es da das Kölner Nähbrunch. Organisatorin Nowak hatte mal wieder zum Nähbrunchen eingeladen, und dieses angesichts des nahenden Winters als Anti-Depressions-Nähen bezeichnet. Gut, Depressionen bekomme ich nicht vom Winter, aber sich mit netten Mädels treffen um über das gemeinsame Hobby zu plauschen- das lasse ich mir nicht entgehen.
Zu dem Nähbrunch gesellte sich vor 2 Wochen der nächste Termin: Die Firma meines Mannes lud zu einem Familienausflug ein. Dazu muss man wissen, dass mein Männe seit dem 23.08.1982 bei dem Chemieriesen Bayer beschäftigt ist. Vor einigen Jahren wurde seine Abteilung in die Firma Lanxess umgegliedert, vor einem Jahr ging daraus die wiederum kleinere Feinchemie-Firma "Saltigo" hervor. Fazit: Der Mann arbeitet seit 24 Jahren an der gleichen Stelle (irgendwie muss ich jetzt an Galeerensklaven denken), hat aber dennoch den 3ten Arbeitgeber. Und weil die Firmengröße immer wieder geschrumpft ist, sind es nun- im Vergleich zu Bayer- nur noch eine Handvoll Kollegen. So um die 1400 Leute. Und seine Abteilung...man kennt sich. Schon lange.
Nun gab es die erste (!) Einladung der Firma. Wenn ich jetzt sage, das war überfällig, dann ist das eine dicke fette Untertreibung. Aber immerhin, das Warten hat sich gelohnt! Denn es ging ins Sealife, einem vor ca. einem Jahr eröffneten Erlebnis-Aquarium in Königswinter. Da muss ich wieder etwas ausholen: Königswinter ist ein sehr touristisch geprägter Ort am Vater Rhein. Da der historisch-romantische "Drachenfels" sich daselbst befindet, war das Thema "Drache-Rheingold-Sagenschatz" allgegenwärtig in der Ausstellung.
Doch zunächst gab es für uns eine Gruppen-Einführung von "Heiko", einem Mitarbeiter des Sealife. Dieser erzählte uns dann, dass das Sealife ein Art "Filiale" sei, denn es gibt eine Reihe von Sealifes, die ihren Ursprung in Großbritannien haben. Ein weiteres Sealife findet man in Oberhausen, wo es noch andere gibt könnt ihr auf dieser Website nachlesen. Jedes Sealife hat einen eigenen Schwerpunkt und eigene Fische und Meeresbewohner, die es in der Ausstellung zeigt. So wird man in keinem Sealife die gleichen Dinge sehen wie in den anderen. Ein sehr interessantes Konzept!
Im Sealife Königswinter lag der Schwerpunkt, da immerhin der Rhein in Sichtweite liegt, auf heimischen Arten, also alles was von der Quelle bis zur Mündung des Rheins im Wasser kreucht und fleucht. Bis hin zur Nordsee und dem Atlantik als angrenzendes Gewässer. Einzige Ausnahme bildet in Königswinter die Seepferdchen-Ausstellung, wie man Heiko ansehen konnte, der ganze Stolz des Aquariums.
Seepferdchen sind zu einer seltenen Tierart geworden, die zudem sehr schwer zu züchten ist. Da wir viel Glück hatten, und just zur Fütterungszeit bei den Seepferdchen waren, konnten wir dem Pfleger Löcher in den Bauch fragen. Darum weiß ich nun, warum die Viecher so schwer zu züchten sind, dass die Babys aus dem "Bauch" des Vaters kommen (nachahmenswert!) und dass die kleinen Pferdchen nur in den frühen Morgenstunden auf Brautschau gehen- danach wird gefressen.
Aber bereits der erste Raum gab einen Eindruck davon, was uns im Rest der Ausstellung erwartete: Liebevolle Themen-Räume, ein bisschen Phantasieland und durch die vielen echten Tiere aber auch Natur auf Augenhöhe. Die Designer der Räume haben sich nicht nur viel Mühe gegeben, sondern auch dem Ganzen eine Art "Rahmenhandlung" gegeben. So begann die Reise an einem romantischen Gebirgsbach, eine Angel stand wie vergessen am Ufer, und durch die Zentimeterdicken Glaswände, die etwa in Bauchhöhe endeten, konnte man sowohl einen Blick "ins" Wasser als auch darauf werfen- wunderschön!
Da Heiko uns eindringlich bat, in der Ausstellung nicht mit unseren Kameras zu blitzen, da die Augen der Fische keine Lieder haben und das grelle Licht die Fische schmerzt, sind alle Fotos sehr verwackelt. Wo es ging habe ich die Kamera angelegt, aber alle bewegten Teile, wie Menschen, Tiere und das Wasser, sind verwischt, was bisweilen sehr interessante Effekte ergab.
Vom romantischen Bachlauf ging es in die Drachenhöhle. Im ersten Moment dachte ich, ein rückstichsloser Zeitgenosse hätte sich eine Zigarette angesteckt, aber dann wies mich jemand darauf hin, dass der Drache selbst Rauch bläst...sowas! Weiter hinten in der Höhle lag der Bauch des dicken Fabeltiers: das Ding atmete! Mein Sohn Erik hat ja schon manches gesehen, aber als es das sah, hat er sich doch mächtig erschrocken. Im Drachenhort lag auch der sagenumwobene Schatz der Nibelungen, das hübsche Schild könnte ich gut gebrauchen ;-)
In der Drachenhöhle war auch der "Streichelzoo" des Aquariums untergebracht. Wie Heiko uns bereits vor Beginn des Rundganges ans Herz gelegt hatte, sollten wir im Streichelbecken doch einmal Hand anlegen an all die Wasserbewohner, die dort leben. Wir sollten doch mal "mit den Muscheln kuscheln" oder einen Seestern streicheln. Waaaaaaah!
Vor dem dusseligen Seestern wollte ich mich ja drücken, aber als ich mit der Kamera kam, da streckt dieses kleine Ungeheuer doch tatsächlich seine Arme aus dem Wasser! klickt mal auf´s Bild, dann könnt ihr in dem großen Bild die klebrigen Häärchen auf seinen Armen sehen. Damit mein Mann, der gar nicht genug vom Seestern-Streicheln bekommen konnte, mich nicht für einen Feigling hält, habe ich dann mit einem gespitzten Zeigefinger für ungefähr eine Zehntelsekunde das glitschige Vieh berührt... und kann nun mit Fug und Recht behaupten "Ich habe einen Seestern angefasst!"
Kaum der Drachenhöhle entronnen, fanden wir uns in Atlantis und gleich darauf in Kapitän Nemos Reich wieder. Meine Güte... die Dekorateure haben sich dort selbst übertroffen! Die Wände im Antik-Look, überall guckten nautische Gerätschaften und Druckmesser aus Messing hervor, alles wirkte wie aus Urgoßvaters Zeiten. An der Wand ein Bild der sagenhaften Insel, ein paar Schritte weiter klaffte ein riesiges Loch in der Wand: Ein gläserner Durchgang durch das Haifischbecken! Zur Rechten und Linken sahen die staunenden Besucher die untergegangenen Überreste von Nemo´s Unterwasserflotte. Da Erik Kapitän Nemo nicht kennt (die Kinder von heute....) meinte er auch gleich ganz aufgeregt: "Mama, ein Raumschiff!" Für alle Älteren unter euch: Man beachte das dezente Monogramm auf dem "Raumschiff".
Heiko hatte uns ans Herz gelegt, nach dem "weißen Hai" zu suchen. So suchten wir und suchten wir rund um Kapitän Nemos Forschungsstation, sahen aber "nur" ganz normale Haie. Witzig: Nach dem Foto könnte der Hai auch 2 Meter lang gewesen sein. Aber die Haie in Königswinter waren maximal einen halben Meter lang. Nichts, was mir schlaflose Nächte bereiten wird ;-)
Aber dennoch wunderschön, die Unterwasserwelt mal aus der Perspektive eines Tauchers zu sehen, ohne nass zu werden.
In das Wasserbecken wurde eine Glasröhre eingelassen, durch die die Besucher gehen mussten, um zum Rest der Anlage zu gelangen. Bei fast allen Gästen, die auf die Röhre zugingen, die gleiche Reaktion: Uahaaahaaaa, hält das denn? Ein vorsichtiger Schritt auf den- durchsichtigen- Boden... ein bisserl mehr aufgetreten..... hält. Und wenn man einmal Vertrauen in die Konstruktion gefasst hatte, wollte man gar nicht mehr raus. Diese Farben, diese funkelnden Lichteffekte, toll.
Klickt mal aufs Bild rechts, dann seht ihr die schemenhaften Umrisse von meinem Mann und Söhnchen, wie sie durch die Röhre schweben. Da hier ja auch das Blitzen verboten war, ist alles was sich bewegt verwischt. In diesem Fall ein hübscher Effekt.
Am Ende unserer Reise gelangten wir zum "Fliegenden Holländer", der jedem Sagenfan oder Wagner-Kenner bekannt sein dürfte. Das Schiff war passgenau in die Halle des letzten Becken eingefügt. Vor uns das Freibecken mit Stachelrochen und weiteren Haifischen. Hinten links sieht man das Becken, durch welches wir trockenen Fußes in der Röhre spaziert sind. Eine Mitarbeiterin des Sealife erzählte munter ins Mikro, welche Fische sich hier befinden, und sparte nicht mit Anekdoten am Rande. Wie sonst hätten wir erfahren sollen, dass der Albino-Hai ein sehr einsames Leben führt, sich kaum regt (wahrscheinlich aufgrund seines Instinktes, der ihm sagt dass er als weisses Wesen am Grunde der See in Minuten gefressen würde, wenn er sich bewegt) und von seinen normalen Artgenossen ab und zu angestupst wird, damit er mal ein paar Runden schwimmt. Oder dass die örtliche Feuerwehr 8 Stunden gebraucht hat, das linke Becken mit Druckschläuchen aufzufüllen. "Mit einem Gartenschlauch hätten wir das nie geschafft" meinte sie verschmitzt.
Aber so spektakulär war der Albino-Hai nicht... hätte ich nicht gewusst, dass es sich um einen Hai handelte...ich hätte ihn glatt für eine sehr helle Forelle gehalten. Aber seine Augen schauten fast menschlich, immerhin. Die Einzigartigkeit dieses Tieres erschließt sich eben nur aus dem Wissen, dass er eine seltene Mutation aufweist. Und in der freien Natur keine Überlebenschance hätte. Der Hai scheint dies auch zu begreifen...
Als wir dann lange an diesem schönen Freibecken standen, und auch ganz brav keinen der Fische anzugrabschen versuchten, kamen plötzlich einige der Rochen aus dem Wasser, und wollten anscheinend UNS anfassen!
Klickt mal auf´s Bild... das Foto ist zwar sehr unscharf (ich konnte die Kamera nirgendwo auflegen. Ich wette das Viech hätte dann die Linse geknutscht) aber ich habe die Wasseroberfläche mal reingekritzelt: So weit kam der Rochen aus dem Wasser! Und nicht nur der, auch die anderen kamen nach und nach alle zum Rand das Beckens, uns wurde wirklich mulmig zumute. Ich könnte schwören, die haben uns gesehen/gerochen/gehört! Ge"rochen", lustiger Wortwitz-hahaaa!
Aber im Ernst: Ich kann nicht glauben, dass die uns gesehen haben. Wie der Rochen da im Wasser steht, sind seine Augen auf der uns abgewandten Seite! Aber die werden doch auch noch andere Sinnesorgane haben, die wir Menschen auch: Riechen, hören. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, die wollten uns necken. Sagt der eine Rochen zum anderen: "Hey, guck mal, das sind wieder so Doofe die uns sehen wollen. Erschrecken wir die doch mal ein bisschen"
Nach diesem letzten Becken kamen wir in den Sealife-Shop, der mich fast noch mehr überwältigt hat (ich habe noch mehr Fotos gemacht, weil ich den Shop so toll fand, die erspare ich euch aber ;-) ) Es gab alles, was clever Merchandise-Leute sich zum Thema "Meer" ausdenken können: Kostüme für kleine Meerjungfrauen, bei denen mit Glitzerstoff und Tüll nicht gespart wurde (sowas habe ich bisher nur in GB und USA gesehen), Fischattrappen in ALLEN Größen und Ausformungen, Klamotten für kleine Nachwuchs-Piraten nebst Zubehör, Spielkram aus der Meer. Der Abteilungsleiter, der den Ausflug organisiert hatte, schenkte den Kindern zum Abschluß noch eine "Kletter-Krake" (habe ich erzählt, dass wir in der Ausstellung eine Riesenkrake gesehen hatten?)
Das war so ein Glibberding, das man an Fensterscheiben klatschen kann, und aufgrund seiner Klebrigkeit dann Stück für Stück nach unten fällt, an der Scheibe entlang. Was macht mein Sohn? Wirft es an die Decke! Das habe ich zunächst gar nicht bemerkt, aber als ich zu den kleinen Burgfräulein wollte (auf der Damentoilette war tatsächlich solch ein Schild!!!) sah ich alle Kinder auf einer Bank aus Legosteinen sitzen, und an die Decke starren.
Dort sah ich einen riesigen Drachen, den ich übersehen hatte (wie nur? der ist mind. 3 Meter breit!) Erst dachte ich, alle Kinder schauen sich den Drachen an. Da nuschelte mein Sohn was von "Krake" und die Kinder aufgeregt "an der Decke, an der Decke". Jau! Da klebte die Krake meines Sohnes! Er verbrachte dann die restliche Zeit bis zur Abfahrt damit, darauf zu warten dass die Krake wieder runterkommt. Ich befürchte, die klebt da heute noch. Zum Glück steht kein Name drauf, denn aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass diese Dinger ganz fiese Flecken hinterlassen! Und weil die Decke in einem wunderschönen, zarten Hellblau gestrichen war..... nun ja, wahrscheinlich ist da jetzt ein roter Fleck! Selber schuld, warum verkaufen die auch sowas :-D (Ehrlich gesagt ist es mir peinlich, was Erik da wieder angestellt hat, aber das verrate ich keinem)
Auf dem Weg zum Auto wollte ich noch in einem Laden etwas kaufen, was ich auf dem Weg zum Sealife gesehen hatte: Eine Drachentasse. Ich suche schon länger eine Tasse ohne Henkel, mit der ich noch etwas weihachtliches vorhabe. In der kleinen Töpferei sah ich den perfekten Becher. Schaut euch mal deren Internetseite an! Ich habe noch niemals solch schöne Arbeiten gesehen. Gut, die Vorliebe für Drachen ist Geschmackssache, aber die Künstlerin hat so ausgefallenen Ideen, die jetzt alle auf meiner Wunschliste stehen (Tevje:"wenn ich einmal reich bin, ladidadidadidadidadidamm"
Meinen Becher muss ich noch knipsen, das tue ich dann, falls die Bastelidee jemals Wirklichkeit wird.
Das Kölner Antidepressions-Nähbrunch in Aachen
Dieser Termin stand schon lange fest. Aber da wir ja nicht die Einladung von der Firma meines Mannes ausschlagen konnten, habe ich mich bei den Näh-Ladies entschuldigen lassen, und ich käme später. Wer ahnt denn, dass ich- nachdem ich mit hängender Zunge in Aachen ankam- noch lange nicht die Letzte war. Sogar Nowak kam später! Pah! Aber es war ein wunderbarer Nachmittag! Ich hatte mir fest vorgenommen, diesmal was bei Sylvia zu kaufen, denn das Nähbrunch fand im Laden von Scherzkeks-Stoffe statt. Dort war ich nun bereits ganze zwei Mal, und musste mir jedes Mal den Blick in die Regale verkneifen (wenn ich gestern gewusst hätte, was ich seit heute morgen über unser Konto weiß, hätte ich mir diesen Blick auch ein drittes Mal verkneifen müssen!)
Gestern war mir alles egal! Ich bin ein paarmal im Eiltempo an der Stoffregalen vorbeigeschlichen, schließlich gab es ja noch so viel zu quatschen. Und prompt fiel mein Blick auf einen Stoff mit Paisley-Muster, grob gewebt wie ein Möbelstoff, zartfarben und pastellig. Meins! 17 Euro irgendwas. Umpf. Nach langem Palaver mit Sylvia habe ich mich dann für 2,50 Meter entschieden. Ich weiß jetzt schon, das reicht niemals. Träumen tue ich von einem langen Mantel oder Redingote, aber die Realität sieht nach einer kurzen Jacke in Kastenform aus. Das Leben kann so grausam sein. ;-)
Endlich kam die von allen herbeigesehnte Nowak... mit den Challenge-Stoffpaketen. Wie die aussehen, könnt ihr ja in ihrem Blog sehen. Aber anfassen ist besser: Die Stoffe sind wirklich toll, ich wünschte ich hätte von jedem Stoff 10-15 Meter!
Erste Ideen, wie der Stoff zu verwenden wäre, gab es sogleich. Für eine Stola und einen Wickelrock müsste man nicht mal die Nähmaschine auspacken :-D
Bei einer Hose stellt sich die Frage: Welcher Stoff? Ach was- machen wir doch gleich einen Stoff pro Hosenbein:
Später konnte ich dann noch Nowak bei einem der seltenen Momente erwischen, in denen sie was isst. Da sie sich immer so viel um uns kümmern muss, bleibt dafür meist wenig Zeit. (Sorry die Augen sind zu, hab ich im kleinen Vorschaubild net gesehen, sonst hätte ich ein Neues gemacht)
Zum Nähbrunch hatte ich noch meine Schätze von der Messe in Wiesbaden mitgeschleppt, mit dem Nadelkissen-Ring wollte ich Eindruck schinden! Aber die größte Aufmerksamkeit erhielt das Probetäschchen, das ich in Chenilletechnik gemacht hatte. Sowas! Ich hab auch meine 5er-Filznadeln mitgenommen sowie das Bürsten-Kissen. Und das war auch gut so, denn so konnten die Mädels das mal in Aktion sehen und ausprobieren. Selber sehen und fühlen sagt mehr als 1000 Worte.
Zu dem Filzen schreibe ich bald mal was Ausführliches, aber muss selbst noch Tests machen. Die Chenille-Technik ist super, um ungeliebte Stoffe noch sinnvoll zu verwursten. Ich glaube, der Afrika-Stoff der Challenge landet unter meinem Chenille-Schneider! Ziemlich sicher sogar.
Nach all dem Fachsimpeln und unglaublichen Input, den ich wieder bekommen hatte, mussten wir wieder gen Solingen. Ich habe eine ganze Stunde lang "gehen wollen", aber immer mehr interessanter Input machte es schier unmöglich. Rainer? Wer ist Rainer? Anscheinend kannte ihn jeder- außer mir. Vorgestellt hat Nowak ihn mir mit den Worten: "Den musst Du kennenlernen, der ist genauso verrückt wie Du" Aha.... Nun ja, was IHN angeht hat sie ja recht :-D Aber auf jeden Fall ist Rainer ein Mann, der backen kann! Das Rezept für den sagenhaften Nuss-Kuchen (den mit Walnuss) muss ich unbedingt haben!
Mit einer Träne im Knopfloch schaffte ich den Absprung. Geparkt hatten wir in der "Borngasse", wie passend! Aber wie kommt man aus dieser Borngasse wieder raus? Nach einer regelrechten Odysee durch Aachen haben wir auch tatsächlich die Autobahn gefunden und erreichten Leichlingen ohne weitere Zwischenfälle. Dort stand der nächste Programmpunkt auf dem Programm.
Kreisfest der Sportschützen Bezirk Solingen
OK, mein Mann ist in einem Sportschützenverein. Das ist NICHT einer dieser Vereine, die sich grüne Anzüge anziehen und einmal im Jahr mit dem Tabourcorps durch die Stadt laufen. Olafs Verein ist ein Haufen sehr netter und symphatischer Kerle- und eine Frau- die mit Waffen verschiedener Kaliber auf Zielscheiben schießen. Ja gut, das mit den Zielscheiben- jede Wette drauf- tun die nur weil es nicht erlaubt ist, Hasen und Rehe zu schießen. Nicht ohne die entsprechenden Genehmigung zumindest (und die ist sehr, sehr schwer zu kriegen. Ich weiß wovon ich rede)
Aber diese Sportschützen sind mir allemal lieber als die Grünröcke. Also nix TummTadaa einmal im Jahr, sondern ein richtiger Sport. Und der Kreisverband lud am gestrigen Abend zu einem Festakt ein. Olafs Vereinskollegen hatten am selben Tag Wettkämpfe und konnten nicht hingehen. Vor einigen Tagen fragten sie darum meinen Mann, ob er den Verein vertreten könnte. Im Nachhinein beschleicht mich das ungute Gefühl, die Jungs haben ganz genau gewusst, was uns erwartet: Ödnis.
Gut, unsere Tischnachbarn waren wirklich sehr nett. Aber auch die nette Gesellschaft konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach 2 Stunden nicht enden wollender Lobhudelei langweilig wird, fremde Namen geehrt zu wissen.
Immerhin war die Bude voll, so dass mein ständiges Gähnen nicht weiter auffiel. Ein launiger Teil des Abends wurde von einem recht talentierten Alleinunterhalter versüßt, der alle Mann (und Frau) zum Schwitzen brachte.
Es riss die Leute von den Sitzen! Trotzdem wäre ich zu dem Zeitpunkt lieber auf dem Nähbrunch gewesen.....
Wenigstens meine Männer hatten Spaß! Da Erik das einzige Kind im Saale war, wurde es ihm schnell langweilig, und ich hatte meine liebe Mühe, ihn mit einem selbstgemalten "Schiffe versenken" bei Laune zu halten. Ich bin immer noch heiser vom ewigen "A-7, F-10" Brüllen vor der entsprechenden Geräuschkullise!!!
Eigentlich hätten wir ja schnell wieder die Kurve kratzen können, aber der Verein hatte uns einen ganzen Stapel mit Tombola-Losen mitgegeben. Ich WETTE, die wussten, dass man für die Tombola bis zum bitteren Ende bleiben musste! Das haben die gewusst! Und sich ins Fäustchen gelacht, dass WIR für sie hingegangen sind! Das gibt Rache!
Die Tombola-Preise habe ich mir gar nicht genau angesehen, ich gewinne sowieso nie etwas :-(
Aber dann kamen zu später Stunde die Listen der Losnummern, die gewonnen hatten. Immerhin waren bei unserem Stapel mit 40 Losen ganze 3 (!) Gewinne dabei.
Mein Mann hatte schon bei unserer Ankunft (im Scherz) gesagt, er wolle die "Flasche Cognac" Normalerweise klappt sowas ja nie. Aber was hält er liebevoll im Arm als er vom Tombolatisch wiederkommt? Den Cognac! Und was noch? Einen Topfpflanze (Weihnachtsstern) und ein Scheren-Set. Eine der Scheren habe ich sogleich als Schneider-tauglich erkannt. Meins! Dann fiel mir ein, dass wir nicht wissen, wessen Lose nun welchen Preis gewonnen hatten. Auf den Losabschnitten standen alle Namen, aber auf den Gewinnlisten nur die Losnummern. Olaf bat dann darum, die Lose herauszusuchen, was die netten Helferlein auch taten. Dann stand fest: Das Scherenset hatte mein Mann gewonnen (Heureka) und Cognac sowie Weihnachtsstern ein Kollege. *kicher*
Heute ging mein Männe dann zum Kollegen, um diesem schweren Herzens den Cognac abzuliefern, und die Dame des Hauses mit dem Blümchen zu beglücken. Nach einer Stunde kam er wieder nach Hause- im Arm einen Beutel, den er liebevoll an sich drückte.... Der Kollege hat ihm die Flasche geschenkt! Der Sonntagabend ist gerettet! Ich habe endlich eine neue Zuschneide-Schere und zum Ausklang des Wochenendes genehmigen sich Herr und Frau Olaf und Bärbel einen samtig weichen Hennessy. In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende euch allen, oder was davon noch übrig ist.











