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Dienstag, 26. Dezember 2006

Eilige Nacht ;-)

So, es ist Tag 3 unserer diesjährigen Weihnacht, und ich vermute, so langsam trudeln die ersten Ergebnisse der Eiligen Nacht in den Blogs ein.

Ich selbst wurde heute morgen zu einer völlig unchristlichen Zeit aus dem Schlaf gerissen: Um viertel vor zwölf rief unsere liebe Evelyne "Sonnenschein" hier an, um mich an das one-and-only Näh-Skypecast zu erinnern. MEIN Skypecast lief schon beinahe eine Stunde und der Moderator war nicht da. Wie es dazu kam? Nun... erstens bin ich gegen 3 Uhr Nachts auf dem Sofa umgekippt und dort liegen geblieben, habe mich dann im ersten familiären Weihnachtsmorgentaumel auch weiterhin schlafend gestellt, um eventuellen hausfraulichen Verpflichtungen zu entgehen.

Als dann kurz vor 12- der geplanten Startzeit des Skypecasts- Evelyne anrief, war ich ziemlich durcheinander. Nach kurzer Recherche habe ich dann herausgefunden, dass sich der Skypecast in einer FALSCHEN Timezone befand (wurde eine Stunde zu früh gestartet, vorgesehen war 12 Uhr und auch bei mir so angezeigt worden!). Ich habe dies dann berichtigt und auf unsere Zeitzone umgestellt, aber die ersten 45 Minuten mussten die Nähfreaks dann leider ohne mich absitzen :-D

Als ich dann endlich den Skypecast gestartet hatte, und auch endlich, endlich den Stecker vom Mikro in die Buchse stöpseln konnte (wer hat den da nur rausgezogen...?), staunten Evelyne und ich nicht schlecht, was sich dann in unserem weihnachtlichen Nähchat einfand: Einsame Kerle, die mit Nähen so rein gar nix im Sinn hatten!

Im Nachinein muss ich leider zugeben, dass mein Ava-Bildchen aus dem Forum der Hobbyschneiderin (der pinke Minirock) bei den meisten Skypern einen etwas falschen Eindruck über Inhalt und Thema des Skyecasts erweckt haben muss. Ich hatte zwar dick und fett "Mode Nähen Schneidern" danebengeschrieben, aber wie wir (Frauen) ja alle wissen, gucken Männer schneller als sie lesen können. Vor allem, wenn der Rocksaum so kurz ist.

Nun gut, dieser erste Skypecast war also ein Mißerfolg auf ganzer Linie. Aber wir machen doch schließlich alle Fehler, um daraus zu lernen, oder? In diesem ersten Versuch habe ich auch einige technische Probleme erkannt, mit denen ich mich in Zukunft eingehend beschäftigen muss. Um nun allen Chat-Interessierten eine kurze Erklärung zu geben, um was es sich bei diesem Skypecast nun überhaupt handelt, hier eine kurze Einführung:

Es gibt eine Art Internet-Telefon-Programm, bei dem jeder mit einem PC, Internetanschluß und Mikro/Kopfhörer/Lautsprecher mitmachen kann, wenn er sich das Programm herunterlädt und installiert.

Viele unserer Freunde benutzen es, und man kann beim rumlungern vor dem PC von skype zu skype kostenlos reden, egal wo der Betreffende sitzt, man muss nur seinen skype-Namen kennen und er muss online sein.

Vor kurzem lud uns ein Freund in ein Skypecast ein, zum Thema Astronomie. Diese skypecasts haben alle ein Thema, jeder kann eines einberufen, und Moderator werden. Der Moderator hat dann administrative Rechte, kann Teilnehmer stumm schalten, oder gar rausschmeissen.

Ich fand die Idee toll, denn ich bin selten in Nähchats, wie dem Burda-eigenen Chat, da ich die "Gespräche" meist sehr verwirrend finde. Ich möchte halt mal was anderes versuchen, mag sein es ist noch chaotischer als so ein geschriebener Chat, aber vielleicht ist es ja auch ganz nett.

Nur.... dieses skypecast-Ding ist noch unausgereift. Ich habe heute Teilnehmer rausgeschmissen, und kurz drauf waren sie wieder da, so geht das doch nicht! Das an- und abschalten von Störenfrieden dauert viel zu lange, und selbst ich alter Internethase habe es NICHT geschafft, das ganze Ding komplett abzuschalten. Ich musste die Notbremse ziehen, und mein skype runterfahren. Schade eigentlich.

Ich werde mich nun ersteinmal in die ganze Technik der Skypecasts einlesen. Der Probelauf heute war ganz lehrreich, und ohne den hätte ich keinen Einstieg gefunden. Ich HOFFE sehr, ich schaut hier ab und zu mal rein, und schaltet euch dazu, wenn es wieder heisst: Wir schnattern über´s schneidern!

Und nun ein bisschen was zu unserer Eiligen Nacht im Hause Born:

Freitag und Samstag trudelten die E-Post Grußkarten ein, die ich alle noch in Ruhe beantworten muss. Ich bin etwas gefrustet, dass ich- wieder mal- keine eigene Post verschickt habe. Nächstes Jahr bestimmt.

Vor dem Eintreffen der kompletten Familie mit Omas, Opas und Kindern wurde bei uns am (H)eiligen Abend noch geputzt bis zum Letzten, gekocht und gebraten, dekoriert und aufpoliert. Letzteres fand am lebenden Objekt statt, und zwar an meiner Wenigkeit. Ich hab mich mit meinem Mart Visser Kleid aus der Weihnachts-Knipmode meinem Mann zur Freude als 40er-Jahre Braut gestylt, eigens dafür einen knallroten Lippenstift besorgt! Als hätte er es geahnt, bekam ich Nahtstrümpfe unter den Weihnachtsbaum gelegt. Dieser sah bei uns dieses Jahr so aus:

Ich liebe es, wenn alles glitzert und blinkt, und der über Jahre gesammelte Silberschmuck meiner Mami wurde ergänzt mit ein paar (ca 40... ;-) ) Ikea-Gold- und Silber-Zapfen. Fertig.

Erst am ersten Weihnachtsfeiertag fiel mir plötzlich ein, dass ich ja erst kürzlich bei Prym noch mehr Glitzer erstanden hatte, und nach kurzem Kramen in meiner Prym-Kiste fand ich den ultimativen Baumschmuck für Glitzerfreunde:

Die Glitzerketten sind als Handtaschengriffe vorgesehen, aber jetzt funkeln und glitzern sie an meinem Weihnachtsbaum, hehe. Als sehr praktisch erwiesen sich dabei die Karabinerhaken an den Griffen, damit kann man die Ketten wunderbar in den Zweigen befestigen.

Und was lag unter meinem Baum? Das glaubt ihr nie! Eine Barbiepuppe! Mein Mann kennt ja meine Vorlieben für 1) historische Mode 2) Sammelbarbies und 3) Prinzessinnen. Und seht hier, was dabei herauskommt, wenn ein Mann sich das zusammenreimt:

Meine erste Sammelbarbie, eine "Prinzessin der Renaissance". Das Besondere an der Puppe ist, dass sie noch nie die Box verlassen hat. Es juckt mich gewaltig in den Fingern, die Puppe mal rauszunehmen, das Kostüm einer genauen Inspaktion zu unterziehen und zu schauen, was die Barbie wohl "drunter" trägt... aber dann fällt der Wert ins Bodenlose, hehe. :-D

Und seht ihr die Bücher unter der Barbie? Jau! Nähbücher! Dank meines wunderbaren Amazon-Wunschzettels bin ich nun stolze Besitzerin von 3 noch wunderbareren Büchern für Nähfreaks. Diese, und das Nähbuch für meine Tochter, das ich ihr geschenkt habe, werde ich noch ausführlich besprechen. Doch heute ist erstmal genug geblogt, schließlich haben wir Weihnachten und die Familie wartet...

Als passender Abschluß möchte ich euch nun noch ein kleines Bild von der Weihnachtsfeier meines Jüngsten zeigen. Mein Schätzchen ist der dicke Bär (2ter von rechts), und ich war sehr stolz auf ihn!

Geschrieben von babbelgum61 um 16:37 Uhr in Privates

Montag, 18. Dezember 2006

Schöne Bescherung

Irgendwie ist das schon unheimlich: Hier treffen Dinge ein, mit denen ich nie und nimmer gerechnet hätte. Vor 2 Wochen brachte der Bote ein gigantisches Paket für meinen Mann. Ich dachte, er hätte sich Zigarren in der XXL-Verpackung bestellt, und ließ meinen Stöpsel das Paket die Treppe raufschleppen. Ich dachte zunächst, er stellt sich an, weil er jede Stufe ächzend und keuchend einzeln nahm. Oben stellte er es auf den Küchentisch, und als ich es anhob um es meinem Mann an seinen Arbeitspatz zu tragen, konnte ich es kaum hochheben! Aber stellt euch mein Gesicht vor, als ich den Absender las: HeinDesign. Für die Nichtstempler unter euch: HeinDesign veranstaltet einmal im Jahr die große Stempelmesse "Stempel-Mekka" und ich war dieses Jahr dort, um einer Freundin am Stand zu helfen. Mein Schatzi hat mich einen Tag dort besucht, und da ich ihn gezwungen hatte einen Stimmzettel für die Messe-Umfrage auszufüllen, kam sein Name in einen Lostopf.

Nun, ich habe noch nie was gewonnen, habe aber genügend Verwandte, die das besser können. Und mein Mann bekam den Hauptgewinn, yeah! Da er (zum Glück, kicher) mit Stempel und Zubehör rein gar nichts anfangen kann, habe ich natürlich diese phantastische Kiste voller tollem Stempelzubehör bekommen. :-D

Und vorletztes Wochenende trafen wir uns mit unserem Larp-Schottenclan zur Weihnachtsfeier. Mit "Hässlich-Wichteln". Das kannte ich bisher nicht. Jeder bringt etwas Schauderhaftes mit, das er unbedingt loswerden möchte, und packt es grottig ein. Ich war froh, diesen doofen Zwiebelschneider wieder loszuwerden, den ich mir dummerweise kurz zuvor gekauft hatte. Und was soll ich sagen: In meinem "Hässlich"-Paket waren Mittelalter-Klamotten!!! Zwar von unserem Chief, also einem Kerl, aber ich muss nun zum nächsten Drachenfest nix Neues für unseren Junior nähen, denn der passt garantiert in die Tunika des Chiefs, der ist ja nur ein halbes Hemd! :-D

Na ja, und letztes Wochenende war Weihnachtsfeier in des Gatten Schießverein, mit Tombola und Preise-Schießen. Junior konnte dank seiner Treffsicherheit mit dem Luftgewehr eine Tüte Süßkram ergattern, und mein lieber guter Mann hat in der Tombola für mich genau das gewonnen, was ich zum Fest ganz, ganz dringend brauchte: Einen elektrischen Pürierstab, denn meinen hatte ich geschrottet und wie um Himmels willen soll ich meine Braten-Soße sonst zermatschen? (neulich gewann Olaf, mein Mann, in einer Tombola neue Stoffscheren für mich, muaahaaahaaaa)

Ein wunderbares Geschenk hab´ ich mir dann auch noch selbst vorab gemacht: Im Burda-Forum wurde neulich eine Heft-Sammlung inseriert, die nun heute bei mir eintraf. 111 (!!!) Hefte, zwar massig doppelte, aber diese Päckchen haben meine Sammlung nun weiter komplettiert. (Ich musste die Hefte in 5 Portionen in die Wohnung tragen. Mir tut der arme Paketbote so leid, der das in 2 Portionen geschleppt hat....)

Also waren für uns die Wochen vor dem Fest schon das halbe Fest. Und auch wenn ich noch nie Glück im Spiel hatte: In der Liebe hab´ ich das ganz bestimmt!

Oder liegt das Glück meines Schnuckis daran, dass ich zu beiden Weihnachtsfeiern ganz in rot-grün gegangen bin? Erinnert ihr euch an mein grünes Samtkleid, das ich mir dieses Jahr gemacht hab´ um einen Burda-Schnitt zu testen? Und dem ich in einem Scherzanfall diese Bogenkante am Saum verpasst hab? Nun, irgendwie fiel mir das wieder ein, als wir uns für Weihnachten gedresst haben. Natürlich mit viel ROT und Glitzer (Brosche: Prym) sowie meinem EIGENEN Mistelzweig. Frau weiß ja nie, wem frau begegnet, und da ist es nie verkehrt seinen eigenen Mistelzweig zwecks Kuß-Ritual dabei zu haben. :-D


Ich weiß, es fehlt die rote Mütze. Das ist noch so etwas, was ich dieses Jahr vorgenommen, aber nicht geschafft hatte: Ein Weihnachtsfrau-Kostüm. Genauso wie die Massen von selbstgemachten Weihnachtskarten, Ideen hatte ich mehr als genug. Und die Katze.... Nun hoffe ich auf die "Zeit zwischen den Jahren", und schicke an meine Lieben Sylvesterkarten. Oder was zu Ostern. Oder noch besser: Ich fange im Weihnachtsurlaub, den wir daheim absitzen, schon mal mit den Karten für nächstes Jahr an. Und mit der Katze...

Bis dahin: Weiter Weihnachtseinkäufe machen, die Wohnung für die anrollende (und geliebte) Verwandtschaft putzen und aufrüschen, Essen vorbereiten. Same procedure than last year. Aber ich könnte nicht ohne. Eure Bärbel

PS: Wer bis hierhin gelesen hat, der darf schon mal ein kleines Weihnachtsgeschenk aufmachen: (achtet auf die roten Kleider!!!)

Best song ever (und so garnicht weihnachtlich :-D )



Geschrieben von babbelgum61 um 16:56 Uhr in Privates

Donnerstag, 14. Dezember 2006

BB-Lagenlook

Hallo alle miteinander!

Ich freue mich immer wieder zu sehen, wer hier alles landet. Der letzte Eintrag war mir ein wenig unbehaglich, da er sehr persönlich und dennoch so wenig konkret ist. Dennoch hat Katrin in meinem unendlichen Geschreibsel noch eine kleine, aber feine Information gefunden, die sie mit einem Verweis auf ihr eigenes Werk kommentiert hat. In Katrin´s Blog (hier der Link zu Katrin´s Mart Visser Kleid) habe ich nun meinerseits gestöbert, und muss es in meine RSS-Feeds aufnehmen, wenn ich herausgefunden habe, wie man das mit den blogspot-blogs tun kann. Dann entgeht mir nix mehr, was Katrin schreibt. :-D

Mein Mart Visser Kleid ist zwar fix und fertig, passt aber nicht wie gewünscht, muss noch geändert werden (was kein Problem ist) aber zum kompletten Outfit fehlt noch die Jacke, die ich nun als Fleißarbeit ansehe und solche Sachen liegen bei mir ewig rum. Mal sehen, wann ich die Jacke in Angriff nehme. 13 Schnittteile, mal 2, plus alles in Futter, macht 52 Teile. Das Kleid hatte "nur" 9, mal 2, plus Futter, argh. Und am Ende kommt ein winziger Fummel dabei raus, der nicht mal passt. Nachdem ich ein paarmal drüber geschlafen habe, ärgere ich mich nun weniger. Und ich hab´ schon Abwandlungen probiert, die mir gut gefallen haben. Bericht kommt noch.

Heute arbeite ich eine olle Kamelle auf, ca. 2 Wochen alt. Vor lauter Prym ist mein- nicht vorhandener Zeitplan- etwas ins Schwanken geraten. Und bei Prym greife ich auch gleich den Faden wieder auf:

Für meinen Besuch bei Prym wollte ich mir was nähen, was mir schon lange im Kopf rumspukt. Die Grundidee für meinen BB-Lagenlook kam aus zwei Richtungen. Bitte verzeiht, wenn ich auch hier wieder weit aushole, aber mir ist es wichtig, den "Werdegang" zu erläutern. Nichts kommt aus dem Nichts, nicht mal Chanel und Lagerfeld ;-)

Zum einen hatte ich ja mein Mittelalter-Kleid in Grün gemacht, wobei mir Stoff fehlte und ich- aus der Not geboren- den Saum vorne deutlich kürzer als hinten gearbeitet habe, was einen sehr schönen Schleppen-Effekt ergab. Und: Man kann einen langen Rock unter das Kleid anziehen, und somit einen tollen Lagen-Look a la Mittelalter erzeugen. Um das nochmal zu verdeutlichen, habe ich ein neues Bild vom Grünen gemacht:

Wie ihr seht, schaut unten der untere Rock heraus. Leider gibt meine Dekopuppe das nicht besonders schön wieder, denn ihr fehlen die Beine, die bei mir den Rock ausfüllen. So hängt das Ganze nach unten recht traurig runter. Stellt euch vor, wie gut ich es "ausfülle", hehe.

Seit der Sommer vorrüber ist, gab es keine Außenaufnahmen mehr mit meinen Klamotten. Wenn ich hier vor die Tür trete, stehe ich statt auf Rasen nur auf Matsch, also warte ich den Frühling ab, bevor es wieder anständige Klamottenfotos gibt. Bis dahin nur Puppe und Spiegel, schnüff.

Ein Wort zur Puppe: Ich habe schon öfter gehört, dass Besucher meines Blogs die antike Schneiderpuppe schön finden.

Ist sie auch, aber sie hat absolut unmögliche Maße. Der Busen sitzt an meinem Schlüsselbein, die Taille kann ich beinahe mit zwei Händen umfassen (bei meiner Taille braucht mein Mann beide Arme ;-) ) und der Pöppes ist...nun ja.... in etwa wie meiner, und spannt oft.

Darum ist das Knipsen an meiner Puppe eine kniffelige Angelegenheit. Ich muss jedes Mal tricksen, um die Klamotten halbwegs aufzudrapieren.

 

Um das einmal zu verdeutlichen, habe ich ein Foto gemacht, was man normalerweise nicht zu sehen bekäme: Die Puppe beim Ankleiden.

Wie ihr seht, habe ich für ein Foto meines neusten Röckchens die Puppe auspolstern müssen. Ihr seht, welche Hohlräume entstehen.

Falls meine Tante hier mitliest, die eine alte Schneiderpuppe mit "normalen" Maßen im Kämmerlein stehen hat: Nun siehst Du hoffentlich, dass meine alte Puppe zwar hübsch, aber zum Schneidern völlig ungeeignet ist. Jede Puppe- selbst eine aus Styropor- wäre besser geeignet. Ich brauche Deine Puppe! Bittebittebitte!

Gut, zurück zum Lagenlook. Dieser mittelalterliche Stil "vorne kurz, hinten lang" ist ja nun nix Neues. Ich sehe ihn oft bei Larp-Schneidern. Allerdings bezweifle ich stark, ob diese kurzen Säume im vorderen Bereich authentisch sind... Ich würde sagen: auf keinen Fall. Aber es sieht für unsere heutigen Geschmäcker mittelalterlich aus, und das reicht Larpern. Für mich ist es eine wunderschöne Idee für meine eigene Mode, Authentizität ist da ja außen vor.

Nachdem der erste Schritt zum kurzen Saum und einer zweiten Lage darunter getan war, fielen mir Rockschnitte ins Auge, bei denen in etwa halber Höhe ein angesetztes Rockteil für eine schöne Weite um die Beine sorgt. Ein gutes Beispiel für einen solchen Schnitt seht ihr hier, von Burda:

Dabei kam mir der Gedanke "Warum nicht einen solchen Rock durch 2 teilen?" Und einen engen, kurzen Rock als obere Lage, sowie einen zweiten, weiten, als untere. Der Vorteil wäre, dass man die obere "Lage", also den graden, kurzen Rock, auch solo tragen kann. Das "Darunter" wäre ebenso einzeln zu verwenden, als weiter Rock. Klar, man muss dann zwei Röcke nähen, bekommt aber im Prinzip durch die Kombinierbarkeit drei. Schlau, was? Und man kann Stoffe kombinieren, welche Möglichkeiten eröffnen sich da.... (ich hoffe sehr, das ist jetzt kein alter Hut, dann habt ihr was zu lachen :-( )

Wer das jetzt komisch findet, 2 Röcke übereinander zu tragen: Ich hätte mich das vor Jahren auch nicht getraut, aber seit die jungen Mädels Miniröcke über HOSEN tragen, kann man doch alles machen, finde ich. Oder was?

Als ich mir neulich meine Jacke mit dem schönen Paisley-Polster-Stoff (das ist KEIN Polsterstoff, sieht aber so aus) genäht hatte, und noch ausreichend Stoff für ein kurzes Röckchen (und eine noch zu nähende Tasche) übrig blieb, hab ich mir aus einer 2005er Burda einen schönen Rockschnitt ausgesucht. Den habe ich natürlich verändert, sonst wär´s langweilig. Aus der Passe aus 2 Schnittteilen wurde eine einteilige Passe mit Abnähern, die ich zum Stoffsparen quer zugeschnitten habe (siehe 2tes Foto oben) und der Saum wurde stark verkürzt. Der Rock sitzt super, den Schnitt hebe ich auf für weitere Röcke. Beachtet auch den Rocksaum (Bild unten): Da ich die vordere Kante der Jacke "offen" verarbeitet hatte (siehe Blogbeitrag "Offene Kanten") musste der Rock auch sowas haben. Beim Rock habe ich das Ganze noch ausgeweitet, und einen deutlich breiteren offenen Saum gemacht. Fast schon zu breit für meinen Geschmack, aber sowas sieht man ja erst wenn man es einmal ausprobiert hat, gell?

In Stolberg bei Prym traf ich Anne Liebler, die einen sehr hübschen Rock mit einer ähnlichen Idee trug: Sie hatte einen Volant, der unter dem unteren Saum hervorschaute, einfach an den Futterrock genäht, sehr clever! Das ist zwar eine ganz andere Schnitt-Lösungen, aber das Prinzip "2 Röcke übereinander" ähnelt sich. Ich sagte auch zu Anne, ich hätte was ganz Ähnliches gemacht, aber ich denke nicht, dass sie es registriert hat.

Nun, mein neuer Minirock sollte wie gesagt die obere Lage bilden. Als untere Lage hatte ich mir einen Sommerrock ausgesucht, den ich schon 2005 bei Otto gekauft hatte. Da ich erst seit Anfang 2006 wieder nähe, ärgere ich mich ein bisserl, denn der Rock ist zwar sehr hübsch, aber die Stoffqualität eher bescheiden. Was soll´s, ich habe ihn dann drunter angezogen. Und fand es scheußlich.

Man stelle sich vor: Es ist kurz vor der geplanten Abfahrt zu Prym, und mein geplantes Outfit sieht totaaal doof aus. Nach einer kurzen Panikattacke "Was ziehe ich jetzt an?" habe ich mir was Altes übergeschmissen und mit der neuen Jacke kombiniert, der Minirock nebst Otto-Fummel blieb zu Hause.

Ich denke, so wie ich mir das gedacht hatte, ziehe ich das niemals an! Aber ich habe wertvolle Erkenntnisse aus diesem Design-Versuch gezogen, denn ich finde, der Stoff der oberen Lage (Paisley) passt nun mal stilistisch nicht zu der Spitzenstoff der unteren. Too much, würde ich sagen. Zu viel Romantik, zu süßlich. Und die offene Kante ist zu puschelig, und bildet einen eigenartigen Kontrast zum unteren Rock. Also muss ich erst einmal eine neue untere Lage entwerfen und nähen, bevor ich mich damit auf die Straße traue. Eventuell auch die offene Kante kürzen, mal sehen.

Lange Rede, wenig Sinn: Ich habe trotzdem ein Foto von meinem BB-Lagenlook gemacht, damit ihr was draus lernen könnt: So nicht. /images/emoticons/mozilla_laughing.gifer schlechte Sitze der Jacke liegt an der Puppe, nicht an meinen bescheidenen Schneiderkünsten)

PS: Bei Prym hab ich neben meiner Filz-Schachtel auch gleich meine Paisley-Jacke gepimpt. Mit Broschen. Die Blumenbrosche hat einen Euro gekostet... Ääätsch! Und der "Druckknopf" ist ein Anstecker als Giveaway von Prym an alle Besucher des Wochenendes. Bei Ennertblume hab ich den Anstecker nochmal gepimpt, mit ein paar Bastelresten, die bei ihr rumlagen.

Geschrieben von babbelgum61 um 13:00 Uhr in Fashion

Dienstag, 12. Dezember 2006

Editorial und Scrapbook

Ich habe heute zwei neue Kategorien angelegt. Eine lag mir schon lange am Herzen und ich habe mich ebenso lange davor gedrückt, denn ein "Editorial" wird doch nur von wichtigen Leuten verfasst, die auch etwas Wichtiges zu sagen haben. Ich muss immerzu an die Editorials von Aenne Burda denken: Als junger Mensch fand ich sie geradezu fürchterlich, denn oft hatte ich das Gefühl, in den Texten spricht meine Oma zu mir mit erhobenem Zeigefinger. Ein Editorial behandelte das Thema "Kinder brauchen ihre Eltern". Ich frage mich heute noch, was so etwas in einem Heft mit Schnittmustern zu suchen hat. Aber Aenne Burda war eine selbstbewusste Frau, und hat auf solche Nebensächlichkeiten gepfiffen...glaube ich. Heute finde ich es lobenswert, neben dem Alltäglichen wie Klamotten auch zum Nachdenken anzuregen. Und lese die alten Editorials in der Burda.

Und da meine Gedanken oft um mehr oder weniger wesentliche Themen des Alltags kreisen, und ich- wen wundert´s- ständig das Bedürfniss habe, diese auch der Welt mitzuteilen... müsst ihr also ab heute mit meinen Editorials leben. Klüger werdet ihr davon nicht, und die Welt werde ich damit auch nicht retten (obwohl...wer weiß...man denke nur an den "Schmetterlings-Effekt ;-) ). Aber es ist immer noch ein Tagebuch, dieses Näh-Blog. Und da ich alle anderen abgeschafft habe... wohin denn sonst mit meinen Ergüssen?

Die Kategorie "Scrapbook" ist Sammelbecken für alles, was noch unausgegoren ist, oder aber im steten Fluss der Ideen und Gedanken zu keinem Endpunkt gelangt ist (was, glaube ich, das Gleiche bedeutet) Die Amis haben ja mit ihrem Scrapbook-Basteln seit Jahren die ursprüngliche Bedeutung eines solchen Sammelalbums für Kleinkram ziemlich ad absurdum geführt. Mein Scapbook beinhaltet nur "Scrap", also Schnipsel. Aller Arten, aber meist hat es mit Nähen zu tun.

Heute im Scrapbook: Modestile, die ich für mich genauer umreissen möchte.

So ein Blog ist eine feine Sache: Man kann nicht nur allen Freunden und Bekannten zeigen, was man so als letztes unter der Nähmaschine hatte, man kann auch für sich selbst alle losen Denk-Fäden zu einem Gewebe verbinden. Mein Blog hat mir schon oft geholfen, Gedanken zu ordnen. Ich frage mich immer wieder, ob ein Blog diese Funktion erfüllen sollte... andererseits.... gibt es meines Wissens nach keine Regeln für das bloggen. Nur langweilig sollte es nicht werden. Noch finde ich meines (für mich) interessant und wichtig. Mal sehen wo die Reise hingeht.

Modestile:

Mit der "Princess for all days" fing es an... konkreter zu werden. Prinzessin will ich- und ich wette Millionen anderer "Mädchen" aller Altersstufen auch- ja schon sein, seit ich das Wort aussprechen konnte. Die einen leben es an ihrem Hochzeitstag mit atemberaubenden Roben aus, die anderen träumen nachts davon. Ich will es ja anwenden, wie auch immer.

So weit, so gut. Aber nachdem ich das festgehalten hatte (Blog sei Dank), musste ich feststellen, dass meine Prinzessin, welche ich hier modestylistisch mit Mittelalter gleich setzen möchte (auch wenn dies kostümhistorisch nicht kerrekt ist), nicht alles ist.

Was mir an Mode so missfällt, ist die Festlegung. Auf einen Stil, eine gültige Mode. Grauslich. Lebt man nur einmal- und davon gehe ich der Einfachheit halber mal aus- hat man doch nur die paar Jahre (abzüglich Kindheit, wo uns Mami einkleidet) in denen man sich kleidungstechnisch ausleben kann. Und man erlebt jedes Jahrzehnt eine andere Mode, die aber seit meiner Geburt höchstens in der Breite der Schultern und der Rocklänge sichtbar abweicht. Mal ganz grob vereinfacht.

Also wäre für mich "Schleppe im Aldi" schon allein eine Notwendigkeit, um meine überbordenden Klamotten-Ideen in die Tat umzusetzen. Aber "nur" Mittelalter? Gähn. Also habe ich mich gefragt, welche Modestile mir sonst noch so gefallen. Und da komme ich immer bei den gleichen Epochen raus: Mittelalter, Viktorianisch. Bisschen Renaissance. Ein Hauch Jahrhundertwende, Jugendstil. Und mein Mann liegt mir ständig mit den 40er und 50er Jahren des 20ten Jahrhunderts in den Ohren, also nehmen wir das auch mal mit ins Boot.

Seltsamerweise gehen Barock, Rokkoko und Regency völlig an mir vorbei. Empire hat für mich nur die hohe Taille zu bieten, das Stoffgewurschtel im Rücken ist meine Sache nicht. Die weiten Krinolinen um 1850 sehen schön auf Fotos aus, aber nicht an mir. Metallgestelle in allen erdenklichen Formen für die viktorianische Silhouette... ohne mich. (Btw: Ich hab´s ja mal versucht, so ein Gestell. Wie Modeschöpfer damals auf die Idee gekommen sind kann ich nachvollziehen. Dass Frauen das angezogen haben nicht.) Den "Cul de Paris" Effekt, den ich so sehr mag, kann man auch ohne Metallgestell erreichen. Wenn ich jemals wieder in den Größe-38-Fummel mit Popo-Drapierung passe, den ich mir mal für einen Burda Modewettbewerb genäht habe, mache ich Fotos. Der Popo "steht" nur mit Petticoat-Stoff. Geht doch!

Nun gut, meine Modestile sind also: Mittelalter (SEHR frei interpretiert), Viktorianisch, Mischmach aus Renaissance, Empire und Jugendstil, 40er/50er Jahre. Damit sollte es auch erst mal gut sein. Und weil ich dem Kind auch einen Namen geben möchte, wenn ich mir Klamotten nach diesen Stilen nähe, hatte ich mir gedacht, ich gebe den Stilrichtungen Frauennamen. Sowas wie "Krimhild" für´s Mittellalter. Ok, das habe ich sofort wieder verworfen. Vielleicht nur Namen, die mit "B" anfangen? ;-)

Mittelalter=Brunhild, Viktorianisch=Babette, Mischmasch=keine Ahnung, 40er/50er:Betty

Nein, war nur ein Scherz. Viktorianisch muss "Viktoria" heissen, ist zwar einfallslos, aber hat den maximalen Merkeffekt. Mittelalter vielleicht "Guinevere", die Frau von König Arthur? Kann sich kein Mensch merken, wie das geschrieben wird. Wie wäre es mit "Godiva"? Ironischerweise ist die ja berühmt geworden, weil sie "gar nichts" am Leibe hatte. Oder doch Krimhild? Meine Güte, ist das schwer.

Und 40er/50er bleibt Betty, das ist für mich ein typischer Name. Klingt nach Tollenfrisur und Tellerrock. Oder Dauerwelle und knallroten Lippen, und die sehe ich immer vor mir, egal welches Outfit die Mädels vor 50 Jahren trugen.

Momentan nähe ich ein Modell aus der Dezember Knipmode. Von einem Designer namens Mart Visser. Da ich schwarz liebe, und eng sowieso, musste ich dieses Ensemble aus schwarzem Kleid und Jacke haben. Aber an dem Kleid sitze ich nun schon länger als an jedem Schleppenkleid, und bisher sieht es grauslich an mir aus. Moderne Mode (was für eine Wortkombination) ist halt nix für mich. :-D

Geschrieben von babbelgum61 um 11:35 Uhr in Scrapbook

Samstag, 9. Dezember 2006

Born´s Becher

<P>Im Grunde sind es nur 2 Becher... aber bei mir ist es mal wieder ein Roman. Und das kam so:</P>
<P>Im Forum der Hobbyschneiderin wurde vor einiger Zeit der diesjährige Adventskalender angekündigt. Man konnte sich per Mausklick anmelden, für Textbeiträge, Bastelideen oder als Sponsor für Gewinne, die täglich verlost werden.</P>
<P>Da ich nix zu verschenken habe (ausser Dingen, die wirklich niemand haben will ;-) ) hab ich mich- wie immer völlig voreilig- per besagtem Mausklick als Autor für Text und Ideen angemeldet. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich auf Ideen geklickt habe, aber auf Texte bestimmt, denn reden... das kann ich ja, oder?</P>
<P>Dann erst (typisch) hab ich mir im Thread durchgelesen, was genau für den Kalender benötigt wird. Und bin nicht schlauer geworden. Die verlinkte Infoseite&nbsp;gab keine Beispiele, wie man sich Texte oder Ideen vorzustellen hätte. Auf meine Frage im Forum, was zu tun sei, bekam ich viele Tipps aber auch den Hinweis, mir das Ganze doch erst mal anzusehen. Das tue ich seit dem 1. Dezember, und stelle meine Bastelideen hier ein. Denn im nächsten Jahr sind die für mich kalter Kaffee.</P>
<P>Nun, was ich für den Adventskalender basteln wollte, waren Filzideen. Ursprünglich wollte ich meine umfangreiche Dosensammlung einfilzen. Dann sah ich eine Filzidee mit einem Kaffeebecher, bei der besagter Becher in loses Woll-Vlies eingefilzt wurde. Das war mir viel zu umständlich... wozu gibt es fertigen Filz und meine Nähmaschine. Gut- die Form ist nicht nahtlos und auch nicht so passgenau, aber Filz kann man gut dehnen und so habe ich beschlossen, meinen Tassen eine Filzhülle zu verpassen.</P>
<P>Aber da war der Henkel. Drumherum nähen? Nee. Also hielt ich die Augen auf&nbsp;nach einem Becher ohne Henkel. Den fand ich bei einem Ausflug nach Königswinter in einer kleinen, aber sehr feinen <A target="_blank" href="http://www.toepferei-dietz.de/index1.htm">Töpferei.</A> Dort gab es Drachen in allen Formen und Größen, wunderschön! Schaut euch die Seite mal an, ich finde sie sehr inspirierend.</P>
<P>Ich habe dort einen schönen Tonbecher in Grün-Blau mit einem Drachen gekauft. Dann fand ich noch einen selbstgemachten Becher aus meiner Stempelzeit in meinem Fundus. Gut, dann noch bei <A target="_blank" href="http://www.scherzkeks-stoffe.de/">Scherzkeks </A>in Aachen Filz gekauft, und es konnte losgehen. Aber dann kam, was so oft kommt. Es passiert mir mit Bildern, die zu malen sind, Texten, die es zu schreiben gilt, Stoffe, die in eine Form gebracht werden wollen... es gibt so viele Möglichkeiten! Was kann man nicht alles mit einem Stückchen roten Filz anfangen? Und angesichts der unzähligen Möglichkeiten kann ich mich für keine entscheiden... sich für eine zu entscheiden, würde ja bedeuten, alle anderen auszuschließen. Eine Zwickmühle.</P>
<P>Dann dachte ich eines Tages an die schönen, wunderbaren Stickmaschinen, die jede Hobbyschneiderin zu haben scheint... und die so unglaubliche Bilder auf Stoffe zaubern. Kann ich mir nicht leisten. Ich habe, falls es jemand noch nicht mitbekommen hat, nur eine 40-50 Jahre alte Pfaff 260. Die näht nur&nbsp;gradeaus, aber das gnadenlos. Da dachte ich: "Mal sehen, ob ich mit der nicht doch was sticken kann". Blognachbarin Marion Nowak hat ja vergangenes Jahr in Aachen einen Kurs im Freihandsticken gegeben, soweit ich weiss (ich war leider nicht dort), und was Nowak kann, kann ich schon lange (Scherz! ;-) )</P>
<P>Also habe ich erst die Tassenform auf den Filz übertragen und mit Kugelschreiber den Text auf den Filz vorgeschrieben,&nbsp;dann mit einem eng eingestellten Zickzack um die Kurve. Ging gut. Zum Schluß&nbsp; alles noch einmal mit einem kleinen Gradstich nachgemalt. Fertig, Ich glaube, ich habe die Punkte über dem "e" vergessen, aber das weiß Nowak besser als ich. Und hinten hat es noch einen kleinen Tannenbaum, auch "gestickt-näht".</P>
<DIV align=center><IMG src="http://weblog.burdamode.com/weblog/resources/babbelgum61/tassen-02.jpg"></DIV>
<P align=left>Der bestickte Filz wurde hinten zusammengenäht und unten bekam die Hülle noch einen Boden, mit extra-groben Handstichen angenäht. Damit ihr die Schrift besser sehen könnt (die Rundung verzerrt) noch ein Bild ohne Inhalt:</P>
<DIV align=center><IMG src="http://weblog.burdamode.com/weblog/resources/babbelgum61/tassen-03.jpg"></DIV>
<P align=left>Und weil das so gut ging, liess ich an der Nähmaschine sitzend meine Blicke schweifen, was ich mit der zweiten Tasse tun kann. Da lag noch ein Streifen Woll-Karostoff herum, denn Christa "Ennertblume" mir&nbsp;in Aachen auf dem Kongreß der Hobbyschneiderin gegeben hatte, abends im Restaurant griff sie in ihre Tasche, zog den Lappen heraus und meinte "Braucht den jemand"? Ja, ich.</P>
<P align=left>Dann lag der rum, und lag rum, und lag rum. Was soll man auch mit ca. 4 mal 50 cm Karostoff anfangen? Klar: In lauter Rechtecke schneiden, diese neben- und übereinander (3-4 lagig) im schrägen Fadenlauf auf ein Stück Filz in Becherform legen, in ca. 1cm Abstand gleichmäßig aufsteppen und dann zwischen den Nähten aufschneiden. Und was gibt das dann? Wer weiß es? Ja, genau: Chenilletechnik für Resteverwerter.</P>
<P align=left>Und hier könnte ich mich in den * * * * * beißen!!! Ich hatte Fotos von den Stofflagen gemacht, alle Zwischenschritte, noch nicht aufgeschnitten, nicht aufgerauht und im ungebürsteten Zustand. Ein kleines Making-of. Ich hab´nur vergessen, es auf meinen PC zu laden ...&nbsp;HEUL ... Alles weg. Und ich kann die Becherhülle ja schlecht wieder un-zerschnitten machen, und die Lagen auseinandernehmen. Schade.</P>
<P align=left>Also kann ich euch nur den fertigen Becher zeigen. Den habe ich nach dem Aufschneiden zwischen den Nähten mit der Wurzelbürste bearbeitet, damit das Flauschige der Schrägstreifen rauskommt. Und zur Hülle zusammengenäht, und einen Filzboden angenäht. Fertig.</P>
<DIV align=center><IMG src="http://weblog.burdamode.com/weblog/resources/babbelgum61/tassen-01.jpg"></DIV>
<P align=left>Das hält warm! Kaffee und Hände. Kuschelig. Bunt. Fancy! Bisschen ulkig. Karneval?</P>
<P align=left>Ennertblume....erkennst Du den Wollstoff? Ich hab noch einen Fetzen davon, 2 mal 3 cm oder so. Mal sehen, was man damit noch machen kann :-D</P>
<P align=left>PS: Eigentlich kann ich froh sein, dass ich beim Adventskalender nicht mitmache. Denn für die Anleitung hätte ich die Making-of Bilder gebraucht. Und einen ordentlichen Text schreiben müssen. :-D</P>

Geschrieben von babbelgum61 um 21:14 Uhr in Werke

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Prym-Modenschau

Bei dem Tag der offenen Tür bei Prym wurden auch Modenschauen geboten. Da ich zur Zeit der ersten Schau am Sonntag eine Führung mitmachte, mein Mann aber zufällig die Modenschau sehen konnte, hatte ich lediglich seine Vorab-Information im Kopf. "Ja, da war eine, die sagte "Man kann ja sich auch mal ganz pink stylen". Oh weh- dachte ich- das kann ja langweilig werden.

Ich hätte es besser wissen müssen. Schliesslich wurde die Modenschau von der Designerin Jeanette Knake moderiert. Und die ist- wie jeder weiß, der sie mal live erlebt hat- eine geborene Entertainerin. So wurde die Modenschau keine Sekunde langweilig, sondern äußerst anregend und inspirierend. Darum gibt es heute noch mehr Bilder. Wie immer kann man  kleine Bilder durch anklicken größer machen.

Den Auftakt machten Applikationen und Crazy-Patchwork Ideen. Gut, bei manchen der Woll-Kreationen entzog sich mir die Sinnhaftigkeit des Begriffes "Patchwork" völlig, will sagen: Da war nix gepatcht, lediglich vernäht, aber das muss an anderer Stelle ausdiskutiert werden. Nennen wir all die wunderschönen Accessoires und Ergänzungen an Pullis und Schuhen (!) halt mal "crazy". /images/emoticons/mozilla_laughing.gifenn verrückt waren sie in der Tat)

Wie elegant und pfiffig Strass aussehen kann, zeigte Frau Knake an einem Model, bei dem ein Totenkopf (!) auf ein schwarzes Shirt gebügelt wurde. (Wie das ging, zeigte Anne Liebler unermüdlich in der Ideenwerkstatt)

Wenn ich jetzt das Bild so sehe...ich habe keine Ahnung mehr, was Frau Knake zu den blauen Stoff-Rosetten sagte... unprofessionell, ich weiß. Aber ich bin ja immer nur als Privatmensch unterwegs und meine Worte sind nicht in Stein gemeißelt, also lasse ich hier mal eine kleine Lücke..... :-D

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Weiter ging´s mit Crazy Patchwork pur. (unbedingt Bild anklicken!) Ein Model schöner als das Andere! Flippige "Strickmode" ganz ohne Nadelklappern. Laut Frau Knake benötigt man für einen Pulli in der Crazy-Technik rund 2 Stunden. Ich würde wahrscheinlich 4 Stunden brauchen, aber auch da macht wohl Übung den Meister.

Wer diese Crazy-Technik nicht kennt (oder sie kennt und diese Bezeichnung von Frau Knake noch nie gehört hat): Man legt Wolle lose in der später gewünschten Struktur und Form zwischen zwei Lagen Soluweb und näht kreuz und quer, rund oder eckig, wie man halt möchte, diese Lagen zusammen. Hauptsache, das Ganze hält hinterher auch ohne das Soluweb, denn das wird nach dem Vernähen der Lagen einfach in kalten Wasser ausgewaschen.

Einschub: Meine Güte! Auf der Online-Suche nach Informationen zu Soluweb (Link oben) landete ich zunächst auf der Seite von Freudenberg, dem Hersteller des Vliesstoffes. Und was sehe ich da? Die sind HEUTE ausgewählter Standort für "Deutschland, Land der Ideen". Genau dies war doch auch der Anlass für den Tag der offenen Tür bei Prym! Aber den Termin von Freudenberg kannte ich nicht, ich muss mich schon wieder schämen.

Ich möchte nun nicht tiefer in das Thema eindringen, denn alleine das könnte Bücher füllen (was Jeanette Knake auch tut ;-) ). Aber bei den nächsten Modellen gab es wieder viel zu zeigen. Zum Beispiel die Formbarkeit des Crazy-Patch, und seine Vielseitigkeit, wie hier zum Beispiel als Hut.

Auch vergaß Frau Knake nie, die schönen Taschen von Angela Gilbes-Nowiki ins rechte Licht zu rücken, die natürlich auch mit Prym-Produkten hergestellt waren.

Aber mein persönlicher Hit waren ein kleines Accessoire, eine witzige Modeidee von Frau Knake: Die Manschetten/Stiefelstulpen aus Crazy-Patch! Schaut euch nochmal das erste Bild der Modenschau in der grossen Auflösung an: Seht ihr am roten Pulli die bunten Manschetten? Frau Knake riet uns, diese Arm-Deko auch mal nach weiter unten zu verlagern.... an die Beine.

Meine Güte, warum habe ich noch nicht an sowas gedacht? Ich suche, seit ich meine Schuhe selber kaufe (und das ist sehr, sehr lange), nach Stulpenstiefeln. Und dabei hätte ich sie mir die ganze Zeit selbst machen können...

Beziehungsweise könnte ich alle meine ollen, langweiligen Schaftstiefel mit dieser Idee aufpeppen. Damit ihr diesen Kniff mal besser sehen könnt, habe ich ein Detaillbild gemacht.

Seht ihr, was Frau Knake mit den "Manschetten" gemacht hat? Genial!

Ich mein´.... das kann man doch mit allem möglichen machen, oder? Aber ich muss zugeben: Mit diesem Crazy-Wollgefummels sieht es absoult spitzenmäßig aus, als hätte sie die Stiefel bereits so gekauft: Als teure Designerstiefel.

Man bedenke nur die Möglichkeiten: Mit diesem Trick kann man die Stiefel sogar passend zum Rest der Garderobe aufpeppen.... und immer wieder anders....Wahnsinn.

Im Anschluß an ihre eigenen Modelle zeigte Jeanette Knake noch 3 Kleider, die von der Firma Prym zu Promotionzwecken entworfen worden waren. Später sah ich diese Modelle jeweils in einer zweiten Version an Büsten, also gab es jedes Kleid mindestens zweimal. Die auf der Bühne gezeigten Versionen jedoch sollten später vom Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler für einen guten Zweck versteigert werden.

Eines der Kleider fand ich persönlich recht scheußlich. Wenn man sagt, einen schönen Menschen- und erst recht ein so hübsches Model- kann nichts entstellen, muss man das angesichts dieses Kleides wieder zurücknehmen.

Aber Mode ist ja auch Geschmackssache, also urteilt selbst. (click auf´s Bild rechts)

Das nächste Model hat mich- als Rheinländerin und Köln-Fan- im ersten Moment an ein Funkemariechen erinnert.

Ich glaube, das lag am Rock. Wunderschön war an dem Rock die schimmernde Pailetten-Borte, die aus dem Hause Prym beigesteuert wurde. Eine Besonderheit fiel mir auch auf (sieht man in der Vergrößerung ganz gut): Die Verschlüsse der Satinjacke waren sogenannte "Posamenten-Verschlüsse". Die Schneiderinnen werden wissen, was ich meine. Als ich gestern an diese Jacke dachte, und grade in der Burda fasionpedia unterwegs war, musste ich gleich einen Eintrag dazu schreiben, denn es gab noch keinen. Unglaublich! Ich liebe diese Verschlüsse, weil sie immer einen so historischen und russisch-zaristischen Touch in jedes Kleidungsstück bringen)

Nun, dieses russische Funkemariechen hätte ich zwar nicht ersteigert, aber schön finde ich es dennoch.

Beim dritten Kleid allerdings kam ich ins Schwärmen. Leider weiß ich nicht den Namen des Herren, der anscheinend für die Firma Prym tätig war, beim Auftritt des dritten Kleides vor der Bühne hin- und herlief und später den Bürgermeister auf die Bühne holte. Denn dieser ließ gleich mehrmals laut und deutlich vernehmen, dass das nun folgende Kleid sein Favorit wäre.

Ist das nicht ein Traum? Ganz gewiß wird es für mich ein Traum bleiben. Ironischerweise hatte ich einen ganz ähnlichen- wenn auch nicht annähernd so schönen- Stoff sowie eine recht ähnliche Borte im Fundus. Aber das Kleid, welches ich daraus gebastelt habe, ist meilenweit von diesem hier entfernt.



Nun analysieren wir doch mal: Grün. In meinen Augen war es das perfekte Grün! (Wo hatten die den Stoff her???????) Und glänzend. Taft? Seide? Kann sein. der Schnitt: Schlicht, der Rock-Volant pfiffig (wenn für meinen Geschmack auch einen Tick zu hoch angesetzt) Die am Saum baumelnden Münzen wären für mich ein No-Go, aber an dem Kleid sahen sie gut aus, passten zum Gesamteindruck.

Aber was sich in meine Netzhaut eingebrannt hat: Die Borten!!! In der Taille!!! Oh Mann, wie kommt man auf eine solche Idee? Das hat was von Schnürung, Mieder, Bortenverzierung...alles in einem, und das ohne Mieder! Seufz, genug geschwärmt, denn kaufen hätte ich es mir nicht können. Und auch nicht wollen, denn schliesslich nähe ich mir meine Sachen selbst. Aber diese Taillen-Lösung steht auf meiner Wunschliste, denn zu machen scheint sie ganz einfach zu sein: Einfach die Borte in den vorderen und hinteren Teilungsnähte mitfassen-Voilá.

Dann kam die Versteigerung. Und der Bürgermeister. Was für ein Spaßvogel! Wenn man schon Ferdi heisst..... Ich wünschte, jede Stadt hätte einen solchen Bürgermeister. Bevor er zur eigentlichen Versteigerung kam, gab es erst mal einen "Warm-up", deutsch: zum warmwerden. 2 Kanufahrten und ein Wandbild kamen zur Versteigerung. Jau, ich habe am Ende irgendwie den Überblick verloren, Herr Gatzweiler kann ja steigern wie ein Profi. Die Preise kamen Schlag auf Schlag wie aus der Pistole geschossen. Sowas kannte ich bisher nur aus dem TV von amerikanischen Viehversteigerungen.

Wenn ich mich recht erinnere, ging eine Kanufahrt an einen Prym-Mitarbeiter, der damit auf geschickte Weise eine angebetete Dame zur Mitfahrt zwingen konnte (es war ja für einen guten Zweck ;-) ) und die zweite Fahrt wurde zu einem Betriebsausflug umfunktioniert, bei dem Herr Prym höchstpersönlich den Bürgermeister mit ins Boot holen wollte. Eine Idee, der Ferdi mit dem Hinweis, das Kanu würde angesichts seiner Körperfülle mit ziemlicher Sicherheit kentern, mit knapper Not entrinnen konnte.

Links sieht man Herrn Prym mit einer Mitarbeiterin fiese Tricks gegen Bürgermeister Gatzweiler aushecken ;-) Zu Ihrer Rechten sehen Sie Bürgermeister Gatzweiler, wie er die Bootsfahrt mit Herrn Prym klarmacht.

Hach, was ist das schön als Privatmensch zu schreiben, dann darf man auch ein bisschen gemein sein ;-)

Wer dann das Wandbild ersteigerte, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube, es war Frau Prym, nur der Himmel weiß, wo sie ein 3 mal 5 Meter Bild wohl aufstellt.

Nach dem Warm-Up hatte Ferdi Gatzweiler viel Spaß bei der Versteigerung der drei Kleider. Wie man sich schon fast denken kann, fragte er auch, ob man den Inhalt mitsteigern könne.... wir Damen sehen es ihm nach, er ist und bleibt halt ein Scherzbold :-)

Zwei Kleider standen abseits der Versteigerung, die ich dennoch nicht unerwähnt lassen möchte. Sie waren mit Schildern "Mich kann man ersteigern" ausgezeichnet.

Da die beiden Büsten, auf denen diese Traumkleider drapiert waren, still gestanden haben, konnte ich ein Bild in hoher Auflösung machen, welches trotz schlechter Lichtverhältnisse recht brauchbar geworden ist. Feuerlöscher und Zeltwand habe ich gnädigerweise wegretuschiert.

Bitte schaut euch das folgende Bild auch in der hochaufgelösten Großversion an (was ihr hier seht ist die kleine Version! Bitte anklicken und evtl. im Browser die Lupe benutzen):

Man sieht alle Detaills ganz gut. Das linke Kleid kennt mache(r) vielleicht bereits von diversen Prym-Werbeplakaten. Wenn nicht: Schaut euch nochmal das Bild von "Ennertblume" am Klebertisch genau an: Bild von Ennertblume. Seht ihr das Plakat ganz links am Rand? Das ist das Kleid!

Und das champagnerfarbene Kleid mit Borten und Spitze ist auch ein Traum! Genau das habe ich nun im Sinn, wenn ich an all die schönen Satinborten denke, die ich bei Prym geschenkt bekommen habe. Nur... wo um Himmels willen zieht man sowas an?

Soweit zur Modenschau. Ich habe mir die Versteigerung nicht angesehen, kann euch also auch nicht sagen, für welchen Preis welches Kleid weggegangen ist. Ich konnte es nicht mitansehen: "Mein" grünes Kleid an jemand, der mehr Geld hat als ich. Was nicht schwer war, da ich nun mit 4 Euro in der Tasche zum Werksverkauf stürmte...

Dort war es angenehm leer, anscheinend war alle Welt bei der Versteigerung. Da 4 Euro schnell weg sind, konnte ich danach die gähnende Leere in der Ideenwerkstatt nutzen, um meine Filzschachtel "pimpen" zu lassen. Davon habe ich euch ja schon erzählt.

Nun schaut euch mal an, wie so ein pimpen aussieht.

Schon der nette junge Mann ist ja was für´s Auge, gell? Aber er hat mir halt diese Glitzer-Nieten-Kreuze an die markierten Stellen gesetzt.

Fertig sah das Ganze dann so aus (click für gross):

Da passten wundersamerweise ganz exakt all die vielen Prym-Prospekte hinein, die ich allesamt im Werksverkauf eingesammelt hatte. Drumherum sieht man einen Teil meiner Prym-Schnäppchen. Viel Glitzer, Nützliches, Dekoration für die nächsten Fummel und jede Menge Taschengriffe. Irgendwann muss ich mit dem Taschennähen ja mal anfangen, auch wenn ich selbst immer nur eine Tasche benutze.

Und den genialen Schlüsselanhänger habe ich gekauft: Karabinerhaken, Kettchen, Funkelsteine, Perlmuttscheibchen... und.....und....und.....3 Nähmaschinen-Unterfadenspulen, auf denen schwarzer und roter und gelber Faden aufgewickelt ist. Ich habe heute alle Fäden mit Kleber gesichert, da der rote Faden sich ständig ablöste, aber er passt einfach perfekt zu meinem schwarz-rot-goldenen Hals-Schlüsselband. Ich habe vergessen ein Bild davon zu machen, bei Gelegenheit hole ich das nach.

So, das war was mir zum Tag bei Prym alles eingefallen ist. Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich könnte noch mehr erzählen. Von den netten Frauen-Gesprächen mit Christa (über Männer, was sonst?) und über Annes Geschichten über Gott und die Welt. Denn wenn sie Gott vielleicht nicht kennt (und selbst da habe ich so eine Vermutung).... die Welt kennt sie bestimmt.

PS für Sonnenschein (wir sprachen heute übers bloggen): Für diesen Eintrag habe ich 2 Stunden und 50 Minuten gebraucht, zuzüglich 20 Minuten Korrekturlesen. Abzüglich einmal Treppe runtergehen, um die Haustür für den Schatz meiner Tochter aufzumachen. Wäre das Bildereinfügen hier einfacher, hätte ich mind. 30-40 Minuten sparen können, mit einem anständigen Upload für die Bilder nochmal 10 Minuten. Die diversen Recherchen für die Links und Namen haben auch etwas gedauert, aber dafür kann Burda nichts. Wenn der Eintrag online ist, teste ich noch alle Links und Bilder, nochmal 30 Minuten, schätze ich. Ich muss wirklich total bekloppt sein.

Geschrieben von babbelgum61 um 23:01 Uhr in Fashion

Dienstag, 5. Dezember 2006

Das war Prym-a!

Weiter geht´s mit dem Bericht vom "Tag der offenen Tür" bei der Firma Prym in Stolberg. (Im Forum der Hobbyschneiderin findet ihr weitere Bilder und Informationen dazu.) Ich habe zwar gestern bereits viele persönliche Eindrücke und allgemeine Informationen gegeben, aber es gab noch so viel mehr. (alle Bilder kann man zum Vergrößern anklicken!)

So trafen die Besucher bei Prym in der Ideenwerkstatt neben Anne Liebler und "Ennertblume" Christa auch auf Angela Gilbes-Nowiki und Jeannette Knake. Erstere kenne ich nun bereits von drei Gelegenheiten, auf denen ich jedes Mal von ihren sprühenden Ideen profitieren konnte. Zur Zeit ist sie in Sachen Chenilletechnik unterwegs, und jedes Mal zeigt sie neue Ideen und Details. Was ich diesmal bei Prym von ihr lernen konnte, werde ich baldmöglichst einmal umsetzen, und dann natürlich hier zeigen und erklären. Gut für alle, die es verpasst haben. Dennoch kann mein "Nachmachen" nicht mit dem Original mithalten, denn ein Blick auf ihre Auslagen startet jedes Mal mein inneres Kino und die Denkmaschine kommt schwer ans Rattern. Bestimmt kennen viele von euch sie bereits, dann wisst ihr was ich meine.

Jeanette Knake ist ja ebenfalls allseits bekannt, ist die Mutter des "Turbo-Filzers" und als Buchautorin von Crazy-Patchwork  erfolgreich. Fotos von ihrer immer eleganten und kreativen Erscheinung muss ich im Blog ganz nach hinten schieben, denn sie moderierte die Modenschau und davon habe ich massig Bilder. Und das Beste gibt es ja immer zum Schluß. :-D Gezeigt hat sie in Stolberg kreative Anwendungsmöglichkeiten von Applikationen aus dem Hause Prym, was sonst? Ich muss zu meiner Schande gestehen... ich hatte keine Ahnung, was Prym so alles herstellt...bis Sonntag.

Von Natur aus bin ich kein Freund von Glanz und Gloria, Glitzer ist was für Teenager. Dachte ich. Seit ich Jeanette Knake gesehen habe, bin ich geradezu Glitzersüchtig. Was ich immer schon auf selbstgemachten Grußkarten geliebt habe, muss nun alle meine Outfits zieren, erst gestern habe ich mir Straßschmuck zugelegt. Frau Knake glitzert, was das Zeug hält. Und es sah toll aus! Ich habe Prym-Glitzerkram gekauft, ich konnte nicht anders. Im Werksverkauf gab es davon ja eine Menge zum Schnäppchenpreis- zum Glück.

Doch zurück in die Ideenwerkstatt. Zwischen Anne, Christa, Angela und Jeanette wurden, wie bereits berichtet, mitgebrachte Jeans gepimpt. Aber neben Werksverkauf und Ideenwerkstatt gab es ja noch viel mehr: Prym hatte eigens für diesen Tag zwei riesige Zelte aufgebaut, in denen sich weitere Firmen, Vereine, eine Prym-Ausstellung sowie Bühne, Catering und eine Bahn für Bogenschützen fand. Auf der Bühne wechselten sich Darbietungen mit Modenschauen ab. Erst aus dem Forum der Hobbyschneiderin (siehe oben) habe ich erfahren, dass bei den meisten Ständen mit Vorführungen und Aktionen, sowie beim Bühnenprogramm (Gesangsdarbietungen etc) immer Prym-Mitarbeiter mit von der Partie waren. Dies stellt die ganze Veranstaltung nochmals in ein anderes, ein noch besseres Licht. Mehr und mehr gewinne ich den Eindruck, dass bei Prym das Augenmerk mehr auf dem "Mit" als auf dem "arbeiter" liegt. Man wünscht sich fast, dort arbeiten zu dürfen :-)

Im ersten Zelt konnten die Besucher ihre Kinder bespaßen lassen. Gut... Kinderschminken haben erprobte Mütter schon oft gesehen, aber da Kinder ja stetig nachwachsen, ist es für diese meist neu und immer wieder ein großer Spaß.

Ein Prym-Mitarbeiter hatte eine sehenswerte Ausstellung mit Modellbauflugzeugen (rechts) auf die Beine gestellt. (wieder für gross anklicken). Da ich mit einem solchen Angebot nicht gerechnet hatte, war mein Mann als Flugzeugfan um so erfreuter, sich diese Flieger ansehen zu können. Kein Foto habe ich von den Modellschiffen. Aber wer dort war, hat diese gewiss auch bewundert.

Ein anderer Prym-Mann lud alle großen und auch kleinen Gäste ein, mit ihm eine Partie Schach zu spielen.

Ich staunte nicht schlecht, als dieser Knirps sich zu dem alten Hasen an den Tisch setzte. Sein Vater (von dem Knirps, den Vater des Herrn links habe ich nirgendwo gesehen) versicherte mir, der Junior wäre durchaus in der Lage, mit den Schachfiguren umzugehen. Ihr mögt mir verzeihen, dass ich für meinen Bericht den Ausgang der Partie nicht abgewartet habe.... es gab noch so viel zu sehen.

Denn gleich um die Ecke wurden Drachen gebastelt. Und dort fand ich nach einem Plausch in der Ideenwerkstatt auch meine Familie wieder. Erik hatte einen Drachen in Arbeit, und Papa half dabei.

Mein Sohn war selig, und hat den Drachen nach der Fertigstellung auch ausgiebig auf dem weitläufigen Werksgelände bei besten Drachenflugwetter (Wind) getestet. Da die Drachen aus Tyvek-Folie gebastelt wurden, sind sie quasi unkaputtbar. Die Ösen für die Zugleinen wurden bestimmt mit Prym gemacht, was auch sonst?

 

Im gleichen Zelt fanden sich zahlreiche Exponate aus der langjährigen Firmengeschichte. Damit ihr euch das Ganze besser vorstellen könnt, hier ein Überblick über das Zelt.

Prym gibt es ja nun seit bald 500 Jahren, was an sich schon beeindruckend ist. Aber erst zu Beginn des 20ten Jahrhunderts wurde der "S-Feder" Druckknopf erfunden, der die Druckknopfnutzung revolutionierte. Zuvor traten bei dauerhafter Benutzung eines Druckknopfes schnell Materialermüdungen auf. Eigentlich logisch: Hat man ein Köpfchen und ein Loch, in das Selbiges immer und immer wieder gedrückt wird, leiert das halt schnell aus. Mit dieser S-Feder schliesst und öffnet der Knopf immer und immer wieder tadellos. Man ist heutzutage vom modernen Druckknopf recht verwöhnt, und vergisst schnell, das es ihn noch nicht so lange gibt. Menschheitsgeschichtlich betrachtet, meine ich.

Besonders gut gefiel mir dieses Ausstellungsstück links im Bild. Ja, auch das wird groß wenn ihr drauf klickt ;-)

Es stellt Gamaschen dar, aber nix altes, historisches... wenn ich mich recht erinnere, stammen diese aus dem Jahr 2003. In diesem Moment habe ich meine Wünsche für neue Winterstiefel gecancelt- ich mache mir lieber Gamaschen! :-)

Doch die Ausstellung war auch eine kleine Zeitreise. Eine lustige Anwendungsidee für Druckknöpfe stammte aus den 60er Jahren. Meine Papier-Anziehpuppen hatten das nicht, was ich im Nachhinein bedaure. Bei dem ausgestellten Musterbogen konnte man die Einzelteile der Puppen vermittels Knöpfchen verbinden. Da muss man erst einmal drauf kommen!

Weiter zurück in die Zeit ging es mit Produkten und Werbeanzeigen. Nicht nur sehenswert für Nostalgiker!

Nur gut, dass die meisten Sachen in Vitrinen standen: Ich hätte sie glatt klauen können :-D (die Dose rechts unbedingt mal in der großen Version gucken, anklicken)

Und ich wusste gar nicht, dass Prym Fingerhüte gemacht hat... als Fan von strukturierten Bildinhalten (Muster) habe ich dieses Ausstellungsstück ausgiebig fotografiert, bis ich endlich eines fast ohne Spiegelungen zustande gebracht hatte (wer rechnet schon damit, dass er in einer Fabrik einen Polfilter braucht?):

Nachdem ich das Zelt ausgiebig in Augenschein genommen hatte, suchte ich den Startpunkt der ersten Führung (von drei), was einige Zeit in Anspruch nahm, da das Gelände riesig ist (und ich auf High Heels unterwegs war :-D ) Dort standen schon eine Menge Menschen und es wurden immer mehr.

Bei der Gelegenheit konnte ich mich umsehen. Und weil ich auch dort, wo eigentlich nichts ist, immer etwas sehe, sah ich das hier (links). Na, was ist das? (klick für gross)

Na? Wer hat es erkannt? Genau! Druckknopf-Einzelteile, beim Verladen runtergefallen und mit der Zeit in den Asphalt eingearbeitet. Ein anwesender Prym-Mitarbeiter meinte, das hätte er noch nie bemerkt. Tja, da muss erst ein Betriebs-Neuling kommen. Ich finde ja, es sieht ein bisschen wie ein Sternbild aus..... Sogar runtergefallene Druckknöpfe können romantisch sein, gell?

Als unser Prym-Führer kam, mussten wir uns in einen Lastaufzug drängen, der fast 60 Personen fasste, und bis an die Grenze beladen wurde. Da im gesamten Werk fotografieren nicht erlaubt war, kann ich euch nichts zeigen. Aber in gewisser Weise ähneln sich alle Fabriken ein wenig: Viele Maschinen, viel Lärm und viele Kisten. Unsere erste Station erinnerte mich an meine Studentenzeit: Als Wochenend-Malocher bei Wilkinson musste ich ganz ähnliche Rüttler bedienen.

Aber auch wenn man null Ahnung hatte, was man da vor sich hat: Prym hatte sich alle erdenkliche Mühe gegeben, es dem Ahnungslosen leicht zu machen: Unser Werksführer erzählte vor jeder Station alles Wissenwerte, alle Maschinen waren mit weiteren Mitarbeitern besetzt (die Lehrlinge waren sehenswert, Mädels ;-) ) und neben vielen Maschinen standen Schautafeln mit weiteren Erläuterungen oder Tische mit Musterstücken. Absolut perfekt vorbereitet!

Ich kann hier nicht alles wiedergeben, was ich in dieser einen Stunde gelernt habe. Und warum schnöde, olle Maschinen so unglaublich interessant sein können. Man muss es einfach gesehen haben!

Oh, einmal durfte ich doch knipsen, ich habe unseren Prym-Mann gefragt. Im Bereich der Stanzmaschinen, wo Einzelteile für die Druckknöpfe in einer wahnwitzigen Geschwindigkeit aus den Metallplatten ausgestanzt wurden, fand ich einen weiteren optischen Leckerbissen.

Jetzt dürft ihr nochmal raten (und klicken): Was könnte das wohl sein? Mist, ich habe es ja schon verraten, es hat mit Stanzen zu tun. Diese schillernden Goldnuggets sind schlicht und ergreifend der Abfall, der beim Stanzen entsteht. In endlosen Bändern kommt er aus der Maschine und wird nochmal zerhackt, damit er besser entsorgt werden kann (wobei das Metall weiter verwendet wird).

An einer weiteren Station zeigte uns unser Führer Andreas Utecht dann etwas Besonderes: Eine Maschine für Kunststoffteile ohne Abfall. "Ja, was soll denn daran so Besonderes sein?"... haben wir bestimmt alle gedacht. Bis ich sah, wie Herr Utecht die Maschine stolz einem älteren Herrn zeigte. Ich vermute, es handelte sich um einen Pensionär der Firma, denn er sagte, eine solche Maschine kenne er nicht. Utecht betonte die abfallfreie Herstellung der Teile. Die Maschine sei wohl sehr teuer, was sich aber bei hoher Stückzahl amortisiert. Ich hoffe, ich verrate jetzt keine Firmengeheimnisse, aber erst dann fand ich die Maschine recht erstaunlich...wenn ein Firmeninterner vor einem Altgedienten ins Schwärmen gerät!

Weiter hinten in derselben Halle sah man auch, was "Abfall" bei Plastikteilen bedeutet: Bei der Formenerstellung werden- ähnlich wie beim Zinngießen- Gußkanäle ebenfalls mit Material gefüllt, welches dann später entfernt und entsorgt werden muss. Sprich: Materialverschwendung und Müllerzeugung. Um so besser zu wissen, dass Prym dies mit neuer Technologie zu verhindern sucht.

Leider, leider habe ich nur eine der drei Führungen geschafft. Ich hoffe SEHR auf eine baldige Wiederholung dieses "Tages der offenen Tür" bei Prym. Dann stehe ich noch früher auf, stehe als Erste auf der Matte und renne zur ersten Führung. Dann zur Zweiten... und zur Dritten. Bloß nix mehr verpassen, denn es war einfach zu interessant.

Bevor euch nun die Augen zufallen vom vielen Lesen mache ich mal eine Pause. Was ich mir alles gekauft habe, wie die tolle Modenschau gelaufen ist, was der Bürgermeister von Stolberg mit Herrn Prym ausgemacht hat, und wie schön man Klamotten mit Prym aufrüschen kann... das alles erzähle ich euch morgen.

Geschrieben von babbelgum61 um 22:28 Uhr in Fashion

Montag, 4. Dezember 2006

6 Milliarden Einzelteile

Habt ihr eine Ahnung, wie lange es dauert, bis man hier 22 Bilder hochgeladen hat? Aber was sind schon 22 Fotos im Vergleich zu einem Tag voller Informationen und Inspirationen! Wir waren gestern auf dem Tag der offenen Tür bei Prym.

Ich weiß nicht, wie lange die oben verlinkte Info-Website von Prym noch erreichbar ist, denn von dort aus findet man weitere Informationen zu diesem Tag. Im Rahmen von "Deutschland- Land der Ideen" wurde der Prym-Standort Stolberg (bei Aachen) ausgewählt, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Und das war auch gut so, ist es mir zumindest bisher nicht gelungen, der Prym-Homepage irgendwelche sinnvollen Informationen für Endverbraucher zu entlocken. Vielleicht muss ich nur noch weiter suchen (was dennoch eine schlechte Note für die Website bedeutet)

Aber so ärgerlich der Internetauftritt für mich kleine Hobbyschneiderin ist, so absolut begeistert bin ich von dem Tag der offenen Tür in Stolberg. Zunächst sahen wir die Fabrik von außen: Ich habe mich bei dem mehrminütigen Fußmarsch um´s Gebäude gefragt, wieso eine Fabrik, die sowas Winziges wie Druckknöpfe herstellt, so GROSS sein muss. Jetzt weiß ich es: Die machen nun mal GANZ VIELE davon!

Neben dem lockeren Besucherprogramm, bei dem für die ganze Familie etwas geboten wurde, und an dem ortsansässige Vereine und Geschäftsleute sehr tatkräftig mitarbeiteten, gab es von Prym selbst mehrere Highlights: Eine Ideen-Werkstatt, in der bekannte Damen aus dem Kreativbereich ihre besten Ideen zeigten, und eine Ausstellung mit historischen Prym-Produkten,- Anzeigen und- Anwendungen. Vom Braut- bis zum Taufkleid war alles vertreten, woran unsere Urgroßmütter die Prym-Druckknöpfe genäht haben. Ganz aktuelle Mode-Ideen fehlten ebensowenig, wie traumhafte Roben mit den neusten Prym-Produkten. Was sich jetzt liest wie eine Werbebroschüre, wurde für uns am gestrigen Sonntag anfassbare Wirklichkeit.

Mein persönliches Highlight aber waren die Werksführungen. Von kompetenter Seite wurde den Besuchern alles und jedes Detail erklärt, geduldig und mit Begeisterung. Man konnte 3 verschiedene Führungen durch unterschiedliche Werksbereiche machen, von denen ich leider nur eine schaffen konnte. Unser Leiter hieß Andreas Utecht, und wurde von einem weiteren Mitarbeiter unterstützt, der zwar ebenso Fragen beantwortete, aber leider kein Namensschildchen trug.

Mir fehlte mein Status als Journalist: Als solcher konnte ich seinerzeit jedem armen Opfer Löcher in den Bauch fragen. Und mit einem Notizblöckchen rumrennen. Ohne meinen Block bin ich nun arm dran, denn all die Daten und Zahlen sind nur noch eine vage Erinnerung. Machen die wirklich mit der ersten Maschinenstraße, die man uns zeigte, mehrere Millionen Druckknopfteile am Tag? Oder im Jahr? Ich muss wieder für eine Zeitung arbeiten, dann kann ich im Auftrag von XY anrufen und sowas nachfragen. Mach´ das mal als Privatperson. Egal, genug gejammert, denn eine Zahl ist unverrückbar: 6 Milliarden Einzelteile! 6 Milliarden Einzelteile werden jährlich im Prym-Werk zu Druckknöpfen, Nieten, Ringen etc, zusammengesetzt. Diese Zahl habe ich nicht einmal selbst gehört, sie kam von meinem Sohn Erik, 7 Jahre.

Nachdem mir die erste Werksführung, die nicht wie angekündigt 30 Minuten, sondern ganze 60 Minuten dauerte, so gut gefallen hatte, habe ich meine Männer, Vater und Sohn, auch hingeschickt. Und Junior war beeindruckt! Es hat den beiden so gut gefallen, dass sie Führung 2 auch noch drangehängt haben, und somit sogar Dinge gesehen und gehört haben, die mir entgangen sind. Nun spricht Erik nur noch von Druckknöpfen, und hat seinen rosafarbenen Prym-Chip für den Einkaufswagen, die jeder Gast am Ende der Führung bekam, mit in die Schule genommen.

Als wir heute im Karstadt in der Kurzwarenabteilung standen, entdeckte er das Knopfsortiment. "Das haben wir gestern gesehen" sagte er, aber er sah nur ganz normale Knöpfe. Einmal umgedreht jedoch, standen wir vor einem großen Prym-Regal, und seine Augen leuchteten. "Prym! Prym!" rief er, und zeigte auf all die Drücker, deren Herstellung wir gestern gesehen hatten (zum Glück kennt uns im Karstadt niemand :-D )

Mein Mann sagte mir heute, nach der zweiten Führung hätte Junior nur gemeint "Ich wollte schon immer mal eine Fabrik sehen"... Na, dann war der Besuch bei Prym ja genau das Richtige!

Doch nicht nur die Prym-Mitarbeiter der Führung durchs Werk waren unglaublich nett, auch alles was mit einem Prym-Schildchen durch die Gegend lief schien auskunftsfreudig und offen zu sein. Als würde Prym sich freuen, endlich mal seine Tore für Besucher zu öffnen. Man fühlte sich willkommen und umsorgt.

Da wir bei einem anderen Highlight der Veranstaltung unseren ganztägiggen Besuch beendeten, blieben mir die dortigen Mitarbeiter besonders gut in Erinnerung. Leider habe ich- wie unprofessionell- keine Namen, aber die Damen und der Herr an der Kasse des Werksverkauf...die könnte ich knuddeln. Mein erster Einkauf dort fand mit 4 Euro statt, einem lächerlichen Betrag angesichts all der Wahnsinns-Schnäppchen, die man dort bekommen konnte. Also habe ich sämtliche Wühlkisten immer und immer wieder durchforstet, und am Ende dann 3 Glitzer-Pailetten-Broschen und ein Swarowski-Brilli-Set für schmale Träger eingesackt. Für schlappe 4 Euro! Hätten die mein Plastikgeld genommen, wäre der Laden jetzt leer :-D

Aber ich hatte meine Filzschachtel dabei, weil ich die "pimpen" (Neudeutsch für "aufpeppen"/images/emoticons/mozilla_wink.gif wollte. Die fand der nette Herr an der Kasse so knuffig, dass ich Satinbänder und ein kleines Leporello mit schönen Bildern aus der Firmengeschichte bekam (die Satinbänder bekam jeder Kunde glaube ich) Hach, ich bekomme sooo gerne was geschenkt... :-D

Dann ab zum pimpen. Ich hatte mir neulich eine Schachtel aus Filz genäht, um eine kleine Technik auszuprobieren. In Ermangelung von passender Dekoration wollte ich diese in Stolberg aufpeppen lassen. Als ein Programmpunkt wurde "pimp your Jeans" beworben, in der Ideenwerkstatt standen kundige Mitarbeiter bereit, um aus einer Auswahl von Knöpfen und Nieten das Passende auf Jeans und Jacken zu befestigen. Ich habe einen ruhigen Moment abgewartet, und los ging´s. Ich habe mir 3 Nieten in Kreuzform mit einem blauen Funkelstein in der Mitte ausgesucht. 3 Kreuze nebeneinander bedeutet bei meinen amerikanischen Stempelfreundinnen soviel wie "Hugs and kisses". Ja gut, da müssten noch Kreise zwischen sein, aber wer weiß das hierzulande schon...

Nun wisst ihr also, dass meine blaue Filzschachtel mit "Hugs", also Umarmungen dekoriert ist. Toll was? Aber damit sind wir ja noch lange nicht am Ende. Denn nachdem ich dann endlich meinen GöGa wiedergefunden hatte, war auch wieder Bargeld in der Nähe... und nochmal ab in den Werksverkauf. Mein armer Mann wurde ziemlich gerupft, aber es ist ja für einen guten Zweck. Für ganz kleines Geld hat sich mein Fundus an Näh-Kram nun immens erweitert.

Die Dame an der Kasse kannte mich noch: "Sie sagten doch, Sie haben nur 4 Euro!" Hüstel. "Ja, bevor ich meinen Mann wiedergefunden hatte". Aber dem netten Herrn neben ihr konnte ich dann stolz mein gepimptes Filzdings präsentieren. Für Einkauf und fleissiges Pimpen bekam ich nochmal Satinband (ich hab da schon so eine Idee was ich damit machen kann) und ein Leporello, und als ich dann erzählte, dass ich den supergenialen Prym-Schlüsselanhänger (dazu später mehr) zu meiner Deutschlandfarben-Sammlung hinzufüge, bekam ich noch Nähnadeln mit vergoldeter Öse. Und weil Erik die ganze Zeit kreuzbrav neben mir gestanden hatte, bekam er einen hübschen Stern zum Aufbügeln auf die Jeans.

Ich habe dann nochmal gefragt, ob es nochmal einen solch wunderbaren Tag der offenen Tür geben würde, für den wir immerhin aus Solingen eine Stunde über die Autobahn gefahren sind. Der nette Herr schien es selbst sehr zu bedauern, dass dies die erste und wohl einzige Veranstaltung dieser Art bleiben würde. Ich hoffe nun sehr auf das Jahr 2030, denn dann feiert Prym sein 500(!)-jähriges Bestehen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

So, was ich bisher erzählt habe, war ein grober Abriss unseres Besuches bei Prym. Es gibt ja noch so viel mehr zu erzählen. Ich weiß, dass es manchen viel zu viel wird, was ich immer so an Schriftlichem produziere. Ich denke aber, dann muss man es ja nicht alles lesen. Wer Spaß daran hat, oder vielleicht nicht selbst zu Prym kommen konnte, wird sich freuen...hoffe ich.

Alle Bilder kann man durch anklicken vergrößern!)

Denn neben den offiziellen Punkten dieses Tages kamen die persönlichen Begegnungen. Als Erste sieht man irgendwie immer Anne Liebler (DIE Hobbyschneiderin!). Diesmal war sie auch nicht zu übersehen: Sie trug wunderschöne Farben, Lila-Töne von oben bis unten. Als ich einen Blick auf ihren Rocksaum erhaschen konnte, war ich total begeistert: Unter dem Wollstoff (diese Farben!) lugte ein kleiner Lila Volant vorwitzig hervor! Ich fand diese Idee so toll, und sie hat mir auch netterweise erklärt, wie er zustande kommt. Sie hatte kurzerhand an den Futterrock diesen zusätzlichen Volant genäht. Clever. Ich habe etwas Ähnliches vorgehabt für den Besuch bei Prym, es aber wieder verworfen. Ich Dussel.

Da ich Anne später in freier Wildbahn wiedersah, musste sie für ein Foto stillhalten. Leider sieht man auf dem ersten Bild nicht den Volant, der versteckt sich. Aber das Gesamt-Outfit ist so schön.

Und den Volant habe ich dann noch extra geknipst. Aber er wirkt auf dem Foto nicht so schön wie in Wirklichkeit. Der Rock lag mehr an und der Volant rüschte darunter hervor, als optische Trennung kam ein Satinband zum Einsatz. Muss ich mir merken (und bei Gelegenheit nachmachen)

 

Das nächste Schätzchen saß gleich gegenüber: "Ennertblume" Christa aus dem Forum der Hobbyschneiderin. Ich kenne sie nur kurz, aber dafür um so heftiger. Ich glaube, wir sind uns recht ähnlich, aber sie hat alles was mir fehlt. Oder so. Zum Beispiel einen Job bei Prym ;-)

Und den macht sie anscheinend gern. Sie hat Samstag und Sonntag geklebt, was sich kleben lässt. Ich habe sogar was gelernt, Danke Christa. Und Ideen geklaut, natürlich nur mit den Augen...

Zum Beispiel die tolle Idee mit der Zipfeljacke. Und wie cool es aussieht, wenn man die Zipfel mit den Prym-Ansteckern (die jeder Besucher gratis mitnehmen durfte) vollpappt. Diese Christa.... aber ich hab es mir verkniffen, sie zu fragen, wie sie diese tollen Patch-Effekte auf der Jacke gemacht hat. Sie hätte nur Oberwasser bekommen, und gesehen, dass ich null Ahnung von diesem ganzen Klebezeugs habe. Diese Blöße kann ich mir doch nicht geben!

Anne und Christa arbeiteten in der "Ideenwerkstatt" von Prym, wo noch weitere Kreative darauf warteten, den Besuchern den neusten Input zu geben. Teilweise wurde es dort recht voll, das Foto stammt aus einer der ruhigeren Phasen! In der Mitte wurden die mitgebrachten Jeans "gepimpt". (aufs Bild klicken)

 

Wie das aus der Nähe aussah, wer in der Ideenwerkstatt noch so alles zugegen war und was es in der Modenschau zu sehen gab, das erzähle ich euch morgen.




Geschrieben von babbelgum61 um 23:20 Uhr in Fashion

Freitag, 1. Dezember 2006

Dream-Team

<P>OK, bevor ich Nowaks Auftrag endlich, endlich (mit Zinsen!!!) erledigt habe, wird nix mehr gebloggt! Info: Ich habe ihr vor Monaten einen Entwurf versprochen, den sie für ein Vorhaben benötigt... Deadline war nach mehrmaligem Drängen gestern. (Schäääm). Als Belohnung hab´ ich schon einen Stoff bekommen. Also ist&nbsp;hier Funkstille, bis die Zeichnung fertig ist...die wahrscheinlich nur 5 Minuten benötigt, aber ich brauch immer ewig für den ersten Strich. Wenn das Papier noch so weiß ist....so leer...was da alles drauf kommen könnte: Bilder, Buchstaben, Bäume, Wolken, Kleider....so viele Möglichkeiten für ein so kleines Blatt. Wisst ihr was ich meine?</P>
<P>Aber trotz Blog-Verbot muss ich euch kurz von einem heutigen Ereignis berichten: <STRONG>Meine Tochter hat sich heute ein Burda-Blog angelegt!!</STRONG> Sie will endlich nähen lernen!!! Das wünsche ich mir nun schon so lange, und da ich ihr kreatives Talent im Bereich Fotografie kenne, habe ich große Flausen im Kopf, was aus einem solchen Dream-Team alles werden könnte.</P>
<P>Wer also seine Lieblingsblogs irgendwo als feed abspeichert (so wie ich mit meinem firefox plugin) dann schaut euch auch ab und zu mal das hier an:</P>
<P><A href="http://weblog.burdamode.com/weblog/page/buchstabenfee/Weblog">Blog meiner lieben süßen Tochter Farina</A> (die ihr übrigens auf dem Bannerbild oben sehen könnt)</P>
<P>Sie hat noch keinen einzigen Stich genäht, also könnt ihr den Werdegang dieser jungen Hobbyschneiderin von Anfang an verfolgen. Was für eine Nachricht! Ich freue mich so sehr darüber, und hoffe ihr habt auch Spaß daran. Bis bald (nach der Katze), Bärbel</P>
<P>PS: Darf ich die Katze hier zeigen, wenn sie fertig ist?</P>
<P>&nbsp;</P>

Geschrieben von babbelgum61 um 21:50 Uhr in Privates
   

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