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bluemchen
   

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Prym-Modenschau

Bei dem Tag der offenen Tür bei Prym wurden auch Modenschauen geboten. Da ich zur Zeit der ersten Schau am Sonntag eine Führung mitmachte, mein Mann aber zufällig die Modenschau sehen konnte, hatte ich lediglich seine Vorab-Information im Kopf. "Ja, da war eine, die sagte "Man kann ja sich auch mal ganz pink stylen". Oh weh- dachte ich- das kann ja langweilig werden.

Ich hätte es besser wissen müssen. Schliesslich wurde die Modenschau von der Designerin Jeanette Knake moderiert. Und die ist- wie jeder weiß, der sie mal live erlebt hat- eine geborene Entertainerin. So wurde die Modenschau keine Sekunde langweilig, sondern äußerst anregend und inspirierend. Darum gibt es heute noch mehr Bilder. Wie immer kann man  kleine Bilder durch anklicken größer machen.

Den Auftakt machten Applikationen und Crazy-Patchwork Ideen. Gut, bei manchen der Woll-Kreationen entzog sich mir die Sinnhaftigkeit des Begriffes "Patchwork" völlig, will sagen: Da war nix gepatcht, lediglich vernäht, aber das muss an anderer Stelle ausdiskutiert werden. Nennen wir all die wunderschönen Accessoires und Ergänzungen an Pullis und Schuhen (!) halt mal "crazy". /images/emoticons/mozilla_laughing.gifenn verrückt waren sie in der Tat)

Wie elegant und pfiffig Strass aussehen kann, zeigte Frau Knake an einem Model, bei dem ein Totenkopf (!) auf ein schwarzes Shirt gebügelt wurde. (Wie das ging, zeigte Anne Liebler unermüdlich in der Ideenwerkstatt)

Wenn ich jetzt das Bild so sehe...ich habe keine Ahnung mehr, was Frau Knake zu den blauen Stoff-Rosetten sagte... unprofessionell, ich weiß. Aber ich bin ja immer nur als Privatmensch unterwegs und meine Worte sind nicht in Stein gemeißelt, also lasse ich hier mal eine kleine Lücke..... :-D

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Weiter ging´s mit Crazy Patchwork pur. (unbedingt Bild anklicken!) Ein Model schöner als das Andere! Flippige "Strickmode" ganz ohne Nadelklappern. Laut Frau Knake benötigt man für einen Pulli in der Crazy-Technik rund 2 Stunden. Ich würde wahrscheinlich 4 Stunden brauchen, aber auch da macht wohl Übung den Meister.

Wer diese Crazy-Technik nicht kennt (oder sie kennt und diese Bezeichnung von Frau Knake noch nie gehört hat): Man legt Wolle lose in der später gewünschten Struktur und Form zwischen zwei Lagen Soluweb und näht kreuz und quer, rund oder eckig, wie man halt möchte, diese Lagen zusammen. Hauptsache, das Ganze hält hinterher auch ohne das Soluweb, denn das wird nach dem Vernähen der Lagen einfach in kalten Wasser ausgewaschen.

Einschub: Meine Güte! Auf der Online-Suche nach Informationen zu Soluweb (Link oben) landete ich zunächst auf der Seite von Freudenberg, dem Hersteller des Vliesstoffes. Und was sehe ich da? Die sind HEUTE ausgewählter Standort für "Deutschland, Land der Ideen". Genau dies war doch auch der Anlass für den Tag der offenen Tür bei Prym! Aber den Termin von Freudenberg kannte ich nicht, ich muss mich schon wieder schämen.

Ich möchte nun nicht tiefer in das Thema eindringen, denn alleine das könnte Bücher füllen (was Jeanette Knake auch tut ;-) ). Aber bei den nächsten Modellen gab es wieder viel zu zeigen. Zum Beispiel die Formbarkeit des Crazy-Patch, und seine Vielseitigkeit, wie hier zum Beispiel als Hut.

Auch vergaß Frau Knake nie, die schönen Taschen von Angela Gilbes-Nowiki ins rechte Licht zu rücken, die natürlich auch mit Prym-Produkten hergestellt waren.

Aber mein persönlicher Hit waren ein kleines Accessoire, eine witzige Modeidee von Frau Knake: Die Manschetten/Stiefelstulpen aus Crazy-Patch! Schaut euch nochmal das erste Bild der Modenschau in der grossen Auflösung an: Seht ihr am roten Pulli die bunten Manschetten? Frau Knake riet uns, diese Arm-Deko auch mal nach weiter unten zu verlagern.... an die Beine.

Meine Güte, warum habe ich noch nicht an sowas gedacht? Ich suche, seit ich meine Schuhe selber kaufe (und das ist sehr, sehr lange), nach Stulpenstiefeln. Und dabei hätte ich sie mir die ganze Zeit selbst machen können...

Beziehungsweise könnte ich alle meine ollen, langweiligen Schaftstiefel mit dieser Idee aufpeppen. Damit ihr diesen Kniff mal besser sehen könnt, habe ich ein Detaillbild gemacht.

Seht ihr, was Frau Knake mit den "Manschetten" gemacht hat? Genial!

Ich mein´.... das kann man doch mit allem möglichen machen, oder? Aber ich muss zugeben: Mit diesem Crazy-Wollgefummels sieht es absoult spitzenmäßig aus, als hätte sie die Stiefel bereits so gekauft: Als teure Designerstiefel.

Man bedenke nur die Möglichkeiten: Mit diesem Trick kann man die Stiefel sogar passend zum Rest der Garderobe aufpeppen.... und immer wieder anders....Wahnsinn.

Im Anschluß an ihre eigenen Modelle zeigte Jeanette Knake noch 3 Kleider, die von der Firma Prym zu Promotionzwecken entworfen worden waren. Später sah ich diese Modelle jeweils in einer zweiten Version an Büsten, also gab es jedes Kleid mindestens zweimal. Die auf der Bühne gezeigten Versionen jedoch sollten später vom Stolberger Bürgermeister Ferdi Gatzweiler für einen guten Zweck versteigert werden.

Eines der Kleider fand ich persönlich recht scheußlich. Wenn man sagt, einen schönen Menschen- und erst recht ein so hübsches Model- kann nichts entstellen, muss man das angesichts dieses Kleides wieder zurücknehmen.

Aber Mode ist ja auch Geschmackssache, also urteilt selbst. (click auf´s Bild rechts)

Das nächste Model hat mich- als Rheinländerin und Köln-Fan- im ersten Moment an ein Funkemariechen erinnert.

Ich glaube, das lag am Rock. Wunderschön war an dem Rock die schimmernde Pailetten-Borte, die aus dem Hause Prym beigesteuert wurde. Eine Besonderheit fiel mir auch auf (sieht man in der Vergrößerung ganz gut): Die Verschlüsse der Satinjacke waren sogenannte "Posamenten-Verschlüsse". Die Schneiderinnen werden wissen, was ich meine. Als ich gestern an diese Jacke dachte, und grade in der Burda fasionpedia unterwegs war, musste ich gleich einen Eintrag dazu schreiben, denn es gab noch keinen. Unglaublich! Ich liebe diese Verschlüsse, weil sie immer einen so historischen und russisch-zaristischen Touch in jedes Kleidungsstück bringen)

Nun, dieses russische Funkemariechen hätte ich zwar nicht ersteigert, aber schön finde ich es dennoch.

Beim dritten Kleid allerdings kam ich ins Schwärmen. Leider weiß ich nicht den Namen des Herren, der anscheinend für die Firma Prym tätig war, beim Auftritt des dritten Kleides vor der Bühne hin- und herlief und später den Bürgermeister auf die Bühne holte. Denn dieser ließ gleich mehrmals laut und deutlich vernehmen, dass das nun folgende Kleid sein Favorit wäre.

Ist das nicht ein Traum? Ganz gewiß wird es für mich ein Traum bleiben. Ironischerweise hatte ich einen ganz ähnlichen- wenn auch nicht annähernd so schönen- Stoff sowie eine recht ähnliche Borte im Fundus. Aber das Kleid, welches ich daraus gebastelt habe, ist meilenweit von diesem hier entfernt.



Nun analysieren wir doch mal: Grün. In meinen Augen war es das perfekte Grün! (Wo hatten die den Stoff her???????) Und glänzend. Taft? Seide? Kann sein. der Schnitt: Schlicht, der Rock-Volant pfiffig (wenn für meinen Geschmack auch einen Tick zu hoch angesetzt) Die am Saum baumelnden Münzen wären für mich ein No-Go, aber an dem Kleid sahen sie gut aus, passten zum Gesamteindruck.

Aber was sich in meine Netzhaut eingebrannt hat: Die Borten!!! In der Taille!!! Oh Mann, wie kommt man auf eine solche Idee? Das hat was von Schnürung, Mieder, Bortenverzierung...alles in einem, und das ohne Mieder! Seufz, genug geschwärmt, denn kaufen hätte ich es mir nicht können. Und auch nicht wollen, denn schliesslich nähe ich mir meine Sachen selbst. Aber diese Taillen-Lösung steht auf meiner Wunschliste, denn zu machen scheint sie ganz einfach zu sein: Einfach die Borte in den vorderen und hinteren Teilungsnähte mitfassen-Voilá.

Dann kam die Versteigerung. Und der Bürgermeister. Was für ein Spaßvogel! Wenn man schon Ferdi heisst..... Ich wünschte, jede Stadt hätte einen solchen Bürgermeister. Bevor er zur eigentlichen Versteigerung kam, gab es erst mal einen "Warm-up", deutsch: zum warmwerden. 2 Kanufahrten und ein Wandbild kamen zur Versteigerung. Jau, ich habe am Ende irgendwie den Überblick verloren, Herr Gatzweiler kann ja steigern wie ein Profi. Die Preise kamen Schlag auf Schlag wie aus der Pistole geschossen. Sowas kannte ich bisher nur aus dem TV von amerikanischen Viehversteigerungen.

Wenn ich mich recht erinnere, ging eine Kanufahrt an einen Prym-Mitarbeiter, der damit auf geschickte Weise eine angebetete Dame zur Mitfahrt zwingen konnte (es war ja für einen guten Zweck ;-) ) und die zweite Fahrt wurde zu einem Betriebsausflug umfunktioniert, bei dem Herr Prym höchstpersönlich den Bürgermeister mit ins Boot holen wollte. Eine Idee, der Ferdi mit dem Hinweis, das Kanu würde angesichts seiner Körperfülle mit ziemlicher Sicherheit kentern, mit knapper Not entrinnen konnte.

Links sieht man Herrn Prym mit einer Mitarbeiterin fiese Tricks gegen Bürgermeister Gatzweiler aushecken ;-) Zu Ihrer Rechten sehen Sie Bürgermeister Gatzweiler, wie er die Bootsfahrt mit Herrn Prym klarmacht.

Hach, was ist das schön als Privatmensch zu schreiben, dann darf man auch ein bisschen gemein sein ;-)

Wer dann das Wandbild ersteigerte, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube, es war Frau Prym, nur der Himmel weiß, wo sie ein 3 mal 5 Meter Bild wohl aufstellt.

Nach dem Warm-Up hatte Ferdi Gatzweiler viel Spaß bei der Versteigerung der drei Kleider. Wie man sich schon fast denken kann, fragte er auch, ob man den Inhalt mitsteigern könne.... wir Damen sehen es ihm nach, er ist und bleibt halt ein Scherzbold :-)

Zwei Kleider standen abseits der Versteigerung, die ich dennoch nicht unerwähnt lassen möchte. Sie waren mit Schildern "Mich kann man ersteigern" ausgezeichnet.

Da die beiden Büsten, auf denen diese Traumkleider drapiert waren, still gestanden haben, konnte ich ein Bild in hoher Auflösung machen, welches trotz schlechter Lichtverhältnisse recht brauchbar geworden ist. Feuerlöscher und Zeltwand habe ich gnädigerweise wegretuschiert.

Bitte schaut euch das folgende Bild auch in der hochaufgelösten Großversion an (was ihr hier seht ist die kleine Version! Bitte anklicken und evtl. im Browser die Lupe benutzen):

Man sieht alle Detaills ganz gut. Das linke Kleid kennt mache(r) vielleicht bereits von diversen Prym-Werbeplakaten. Wenn nicht: Schaut euch nochmal das Bild von "Ennertblume" am Klebertisch genau an: Bild von Ennertblume. Seht ihr das Plakat ganz links am Rand? Das ist das Kleid!

Und das champagnerfarbene Kleid mit Borten und Spitze ist auch ein Traum! Genau das habe ich nun im Sinn, wenn ich an all die schönen Satinborten denke, die ich bei Prym geschenkt bekommen habe. Nur... wo um Himmels willen zieht man sowas an?

Soweit zur Modenschau. Ich habe mir die Versteigerung nicht angesehen, kann euch also auch nicht sagen, für welchen Preis welches Kleid weggegangen ist. Ich konnte es nicht mitansehen: "Mein" grünes Kleid an jemand, der mehr Geld hat als ich. Was nicht schwer war, da ich nun mit 4 Euro in der Tasche zum Werksverkauf stürmte...

Dort war es angenehm leer, anscheinend war alle Welt bei der Versteigerung. Da 4 Euro schnell weg sind, konnte ich danach die gähnende Leere in der Ideenwerkstatt nutzen, um meine Filzschachtel "pimpen" zu lassen. Davon habe ich euch ja schon erzählt.

Nun schaut euch mal an, wie so ein pimpen aussieht.

Schon der nette junge Mann ist ja was für´s Auge, gell? Aber er hat mir halt diese Glitzer-Nieten-Kreuze an die markierten Stellen gesetzt.

Fertig sah das Ganze dann so aus (click für gross):

Da passten wundersamerweise ganz exakt all die vielen Prym-Prospekte hinein, die ich allesamt im Werksverkauf eingesammelt hatte. Drumherum sieht man einen Teil meiner Prym-Schnäppchen. Viel Glitzer, Nützliches, Dekoration für die nächsten Fummel und jede Menge Taschengriffe. Irgendwann muss ich mit dem Taschennähen ja mal anfangen, auch wenn ich selbst immer nur eine Tasche benutze.

Und den genialen Schlüsselanhänger habe ich gekauft: Karabinerhaken, Kettchen, Funkelsteine, Perlmuttscheibchen... und.....und....und.....3 Nähmaschinen-Unterfadenspulen, auf denen schwarzer und roter und gelber Faden aufgewickelt ist. Ich habe heute alle Fäden mit Kleber gesichert, da der rote Faden sich ständig ablöste, aber er passt einfach perfekt zu meinem schwarz-rot-goldenen Hals-Schlüsselband. Ich habe vergessen ein Bild davon zu machen, bei Gelegenheit hole ich das nach.

So, das war was mir zum Tag bei Prym alles eingefallen ist. Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich könnte noch mehr erzählen. Von den netten Frauen-Gesprächen mit Christa (über Männer, was sonst?) und über Annes Geschichten über Gott und die Welt. Denn wenn sie Gott vielleicht nicht kennt (und selbst da habe ich so eine Vermutung).... die Welt kennt sie bestimmt.

PS für Sonnenschein (wir sprachen heute übers bloggen): Für diesen Eintrag habe ich 2 Stunden und 50 Minuten gebraucht, zuzüglich 20 Minuten Korrekturlesen. Abzüglich einmal Treppe runtergehen, um die Haustür für den Schatz meiner Tochter aufzumachen. Wäre das Bildereinfügen hier einfacher, hätte ich mind. 30-40 Minuten sparen können, mit einem anständigen Upload für die Bilder nochmal 10 Minuten. Die diversen Recherchen für die Links und Namen haben auch etwas gedauert, aber dafür kann Burda nichts. Wenn der Eintrag online ist, teste ich noch alle Links und Bilder, nochmal 30 Minuten, schätze ich. Ich muss wirklich total bekloppt sein.

Geschrieben von babbelgum61 um 23:01 Uhr in Fashion
   

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