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Freitag, 28. November 2008

Ghawazee Coat, Hä?

Heute wird es etwas anstrengend. Finde ich jedenfalls. Dass ich kürzlich einer Abart des Orientalischen Tanzes verfallen bin habe ich ja schon angedeutet.

Aber das Feld ist viel größer, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Angefangen hat es mit der Aussage einer Larp-Freundin, sie wolle sich für ihren Zigeunercharakter etwas im "Tribal"-Stil nähen. Ja was´n das?

Tribal hab ich ja schon oft gehört, meist im Zusammenhang mit diesen neumodischen Zeichnungen in ansprechender Zweifarbigkeit, meist schwarz weiss. Aber Tribal Dance musste meine Freundin mir auf Wikipedia zeigen, und wie ich schon berichtet habe, kannte ich das zuvor nicht und seitdem bin ich völlig im Tribal-Rausch.

Seriöse Bauchtanz-Koryphäen schütteln den Kopf, wenn sie hören ich will das nun so schnell wie möglich lernen. Das hat einen guten Grund: Es wimmelt nur so von niedriger Qualität im Bauchtanz, manche selbsternannte Hüpfdohle wackelt - sogar für Geld - mit den Hüften vor dem nichtsahnenden Publikum.

Aber ich will ja gar kein Publikum. Ich tanze für mich selbst, zwar möchte ich es in einer Gruppe, dem sogenannten "Tribe" tun, aber ob da einer zuschaut ist mir wurscht. Dennoch muss der Tanz eine gewisse Qualität haben. Nicht für ein Publikum, sondern für den Rest der Gruppe. In jedem Chor, Verein oder Tanzgruppe gibt es das schwächste Glied, und die Gruppe ist immer nur so gut, wie dieses schwächste Glied. Es wäre mir unendlich peinlich, dieses schwächste Glied zu sein.

Darum wird jetzt gebauchtanzt, was das Zeug hält. In einem Kurs in Köln bin ich nun fest angemeldet, die Lehrerin ist selbst in 3 Tribes, wenn ich richtig gezählt habe. Außerdem haben ich und zwei Freundinnen einen Workshop für Anfänger zum Thema Tribal Dance besucht, bei einer Lehrerin die zu den ersten Aktiven des Tribal Dance in Deutschland gehört.

Wer nun mutmaßt ich fühle mich wie ein Profi, der hat weit gefehlt. Aber was soll man denn tun um irgendwo anzusetzen? Und schnell lernen heisst nicht 3 Stunden machen und meinen man kann es, schnell lernen bedeutet für mich so viel und oft wie möglich. In Sachen Bauchtanz sind dem leider auch finanzielle Grenzen gesetzt, die Kurse sind ihr Geld wert, aber das muss man erstmal haben. Also einen Gang runterschalten. Sparen.

Und wie vertreibt sich eine Hobbyschneiderin die Zeit am schönsten? Genau, mit nähen. Was man alles für so ein Tribal Kostüm braucht lässt sich erahnen, wenn man einschlägige Seiten besucht: Rock, Pluderhose, Oberteil, Münz-BH, Gürtel, Schuhe, Kopfschmuck und Schmuck, Schmuck, Schmuck. Der Rock ist in der Mache, die Pluderhose schiebe ich nach hinten, einen ersten Münz-BH habe ich gebastelt, aber leider mit Billigmünzen und werde ihn wohl wieder umbauen.

Gestern habe ich dann Stoff gekauft für einen Ghawazee Coat, zu deutsch "Ghawazee Mantel". Man spricht es etwa so: "Gwaazii". Seit Wochen habe ich dieses Wort auf den diversen Tribalseiten gelesen, aber nie so recht verstanden was das für ein Ding sein soll. Auf alten Abbildungen sah man enge Mäntel, sehr enganliegend, mit Seitenschlitzen um dem Rock oder der Pluderhose die nötige Freiheit zu geben im Tanz zu fliegen.

Aber ich habe nie so ganz verstanden, warum man so einem einfachen Grundschnitt einen eigenen Namen gibt. Die Ghawazee waren ein ägyptischer Stamm, der für seinen Tanz und seine schönen Frauen berühmt war. Auf alten Bildern sieht man immer wieder sehr figurbetonte Kleidung, die so weit weg von heutigem Bauchtanzkostümen ist wie man sich nur vorstellen kann. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass man die Körperlinien sieht.

Ich finde diesen Stil faszinierend, da er nicht so "nackig" daherkommt wie die heutigen orientalischen Tänzerinnen (diese mögen mir meine Abneigung gegen so viel nackte haut verzeihen). Das große Mißverständnis, dass Bauchtanz eine Art "Anmache" ist, rührt meiner Meinung (!) nach nicht zuletzt von diesem Mangel an Stoff. Die modernen und erotischen Kostüme sind auch - wie so vieles - eine Schöpfung der Neuzeit. Noch vor 100 Jahren wäre keine Bauchtänzerin so leicht bekleidet vor Publikum getreten. Hollywood lässt grüßen.

Nachdem ich jedoch (für mich) entdeckt habe, dass Bauchtanz auch ganz andere Kleidung bietet, ist kein halten mehr. Darum zurück zu dem Ghawazee Coat.

Da ich nicht verstanden habe, dass diese engen Mäntel für einen ganz bestimmten Volksstamm typisch sind, wusste ich nicht so recht warum alle Tribal-Welt sowas haben will. Zu meiner Verteidigung muss ich auch sagen, dass moderne Versionen des Mantels - bis auf eine Version die ich online gefunden habe - alle einen komplett ausgeschnittenen Busen haben. Das legt die entscheidenden Partien für den Münz-BH frei, denn wenn man im Tribal schon mal so ein schönes Stück hat, will man es ja auch zeigen.

Auf historischen Zeichnungen sind die Ausschnitte zwar recht freizügig, aber niemals so weit ausgeschnitten. Bevor ich meine Sicht dieses Kleidungsstücks weiter ausführe, zeige ich euch eine Reihe von Links, die ich gefunden habe und die Grundlagen recht gut erläutern: Text (englisch) über die Ghawazee

Ein Video, in dem die Tänzerin einen Coat einer US-Firma trägt (weiter unten), und nachdem was ich über die Ghawazee gelesen habe, kommt der Tanzstil auch recht gut hin: Video

Übrigens: Bitte nehmt alles was ich sage nicht als in Stein gemeißelt, ich fange grade erst an das Thema zu ergründen und erzähle was mir so begegnet. Wäre alles 100 prozentig richtig, würde ich die deutsche Wikipedia damit füllen.

Bei der google Bildersuche nach dem Begriff Ghawazee wird man förmlich zugeschüttet, sowohl mit alten Drucken als auch mit schönen neuzeitlichen Fotos.

Ein erstes historisches Beispiel zeige ich euch hier, man sieht sehr gut das freizügige Dekolleté, welches aber nicht gänzlich unter dem Busen verläuft:

Bild 1

Leider kann ich euch keine Bilder direkt hier auf der Seite zeigen, Traffic-Klau wird nicht gern gesehen und auch wenn alte Bilder zu sehen sind, mag ich mir nicht den Kopf über Copyright zerbrechen. Verlinken ist erlaubt, also hier Link 2 zu einer anderen Version eines antiken Coats:

Bild 2.

Auch hier sieht man den weiten Ausschnitt, es bleibt aber meiner Ansicht nach Interpreationssache, ob die vordere Ausschnittkante nun eine Bluse oder den Coat zeigt, im ersten Fall wäre der Ausschnitt unter dem Busen. Noch ein Bild, in dem man den Ausschnitt sehr deutlich sieht, und auch die besondere Ärmelform. Die Ärmen waren am Oberarm enganliegend und hatten ab dem Ellenbogen einen langen Stoffstreifen. Wer sich für mittelalterliche Ärmelformen interessiert: Ich kann das Jahr nicht exakt benennen (wo ist nur mein Kostümkundebuch?) aber diese Ärmel erinnern mich sehr an das Hochmittelalter. Mag sein diese haben sich im alten Ägypten länger gehalten, ODER haben diese in Europa zur entsprechenden Zeit beeinflusst.

Bild 3

Damit genug der Historie, kommen wir zu den neuzeitlichen Interpreationen. Allen Ghawazee Coats ist gemein, dass sie eng sind, nach unten nicht oder kaum weiter werden, und in jedem Fall Seitenschlitze haben, sowie vorne zum schließen sind, wobei die Öffnung nach unten offen ausläuft. Wie gesagt soll man durch die Schlitze den weiten Rock oder die Pluderhose sehen, denn diese wird durch Drehung und Bewegung in "Schwingung" versetzt und verstärkt manche Effekte im Bauchtanz (glaube ich) Hinzu kommt der radikale Ausschnitt im Brustbereich, schönes "Darunter" wird betont und sichtbar gemacht.

Sehr schöne Ghawazee Coats macht velvetpeacockdesigns.com, eine US Firma, die sich auf Bauchtanzkostüme spezialisiert hat.

In meinen Augen sind all diese neuen Versionen der Coats stark von Mittelalter-Fantasy beeinflusst. Aber das Tribal Dance entstand ja auch in den 60ern des 20ten Jahrhunderts auf amerikanischen Mittelaltermärkten (Rennaissance Fairs) und somit erklärt sich einiges...

Velvetpeacockdesign macht dann auch Kostüme wie dieses hier: Bild..äh...4

Und zu guter Letzt möchte ich euch einen Ghawazee Coat zeigen, den wohl keine der historischen Ghawazee je getragen hätten, das waren Kinder der Straße. Geht man mit einem solchen Kleid auf die Straße? Wohl eher nicht. Aber alle Hobbyschneiderinnen werden mir beipflichten, dass ein solches Kleid ein wahr gewordener Traum ist:

Bild 5

Und wenn ich jemals meinen Körper so verrenken kann, um solch ein Kleid mit Leben zu füllen, dann will ich das auch haben. Stoff liegt schon seit Jahren auf dem Dachboden, fehlt nur die "Ghawazee" zum reinstecken.

Bis dahin bastel ich mir ein einfaches Mantelkleid, natürlich w-e-i-t ausgeschnitten. Schließlich sind wir moderne Zigeuner, und wollen zeigen was wir haben. Gell?

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Geschrieben von snowwhite um 13:51 Uhr in Larp

Dienstag, 11. November 2008

Basis-Karneval

Wer mich kennt, kennt auch meine militante Einstellung zum Thema Konsum und Do it yourself.

Letzteres liebe ich, Ersteres hingegen greift leider immer mehr um sich, Passivität in vielen Dingen vom Klamottenkauf bis zum regiert werden. Und eine ganz neue Facette der Passivität und der Kommerzialisierung ist der Rheinische Karneval.

Auftrittskräfte verlangen Gagen jenseits von gut und böse, Zeitpläne sind auf die Minute genau vorgegeben und - wie neulich im Städtchen auf einer Art "Vor"-Karneval erlebt - werden die Büttenreden auch nicht besser... eher tiefer, und zwar unter der Gürtellinie.

Mag sein die Gagen haben eine gewisse Eigendynamik: Fahrzeuge sind zu bezahlen, Werbung zu betreiben und vor allem ruht der "normale" Job während der fünften Jahreszeit. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass niemand mehr zu wissen scheint, wie man richtig feiert. Preisgünstig. Und von Herzen.

Als bekennende Konsumgegnerin wurde kürzlich mein Augenmerk auf das Thema Karneval gelenkt. Eigentlich bin ich gar kein Karnevalsjeck, ausser um mich lustig zu verkleiden. Doch diese Session wird alles anders!

Denn in der letzten Sitzung des Heimatverein, dessen mutmaßlich jüngstes Mitglied ich nun bin (!), ging es um das Thema Karneval. "Ach herrje" war mein erster Gedanke. Denn der klassische Karneval beinhaltet für mich saufen und 6. Schenkelklopfender Humor. Abgründe.

Es sollte anders kommen, denn die neuen Kollegen vom Verein taten das, was sie bei den Vereinssitzungen immer tun: Sie erzählen von früher. Das klingt nun etwas abwertend, aber ich liebe es! Geschichte ist nur tot, wenn die Menschen sie nicht mehr aus eigener Erfahrung erzählen können. Im Heimatverein ist sie dagegen quicklebendig, und ich genieße es sehr.

Diesmal ging es aus gegebenem Anlaß um das Thema Karneval, und ich bekam so manche schöne Geschichte über Leichlingen und sein jeckes Brauchtum zu hören. Und vor allem die Meinung solcher "Alt"-Leichlinger zu dem Karneval, wie er heute ist. Siehe oben. Der Vorsitzende des Vereins rief dann alle dazu auf, einen Karneval "wie früher" auf die Beine zu stellen. Das Problem ist leider, dass nicht alle Mitglieder noch fit genug sind, um es so richtig krachen zu lassen.

Und ratet mal, wen der Vereinschef dann ohne mit der Wimper zu zucken als Büttenredner auserkoren hat? "Unsere Bärbel".

Angesteckt von der genialen Idee, den Karneval wieder zu seinen Ursprüngen zurückzubringen, habe ich mich nicht bitten lassen und ein Kopfnicken brachte mich nun in die Bütt 2009. Zu Hülfe.

Die folgende Nacht konnte ich kaum schlafen. Meine anfängliche Idee, eine Karnevalsprinzessin zu basteln, die "nix kostet" und damit den fehlenden Prinz zu ersetzen, war zwar ein netter Ansatz, nimmt er doch grade die kostenintensive und in diesem Jahr erfolglose Prinzensuche auf´s Korn. Ich könnte mir ein Krönchen aus einer Konservendose basteln und eine Prinzessinnen-Robe aus Altkleidern. Für Hobbyschneider gar kein Problem! Aber wenn das Kostüm am Ende aussieht wie ein Lumpensack fällt das negative Image auf den Heimatverein zurück und das wollte ich nicht riskieren....

Also kam mir meine Schankmaid in den Sinn, die ich ja sowieso schon öfters im Larp gespielt hab. Und mit dem blauen Rock vom Heimatverein wurde im Handumdrehen die "Bergische Schankmaid" draus. Und die wird sich mit ihrem Thekenlappen durch die Session 09 wischen, freche Sprüche kloppen und in der Bütt "reinen Tisch" machen.

Mein Problem wird nur sein: Wen nagel ich an die Wand? Die Politik? kenn ich nix von. Die Leichlinger Bürger? Die hab ich doch gern. Den Karneval selbst? Das müsste gehen. Schaun wir mal. Sehen wir uns in der Bütt?

Wann und wo ich baden gehe, steht hier: Artikel des Kölner Stadtanzeiger vom 11.11.08 zum Thema Karneval in Leichlingen

Lesen! Denn in dem Artikel steht wunderschön formuliert, woran es hapert und vor allem: Wie man in Leichlingen früher Karneval gefeiert hat! Mit Herz. Und dem ein oder anderen Bierchen ;-)

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Geschrieben von snowwhite um 08:26 Uhr in Heimat

Sonntag, 9. November 2008

St. Martin

So, nachdem ich den vorgestrigen Abend mit Fummelskram, und den letzten mit Blogdesign und den heutigen Tag ebenfalls mit Blogbasteln vertrödelt habe, muss ich mal was produktives tun: Bloggen!

Ich habe vorgestern kleine Beutelchen genäht, die ich vorher bestempelt hatte. Alles in allem keine große Sache, aber 22 Beutelchen zerren an den Nerven wenn man die gleiche Handbewegung immer und immer wieder machen muss. Lang-wei-lig!

Aber ich hab mich auf diese Bastelei schon ein Jahr lang gefreut, denn wir sind ja im vergangenen Jahr in das Haus meiner Oma gezogen. Und die hatte für die Martinskinder immer kleine Tütchen abgepackt, damit alle Kinder das gleiche bekommen.

Dabei muss ich immer an meine eigene Kindheit denken: Ich wohnte in diesem winzigen Ortsteil von Leichlingen, und die kleine Schar der Kinder ging einmal im Jahr mit ihren Martinslaternen von Haus zu Haus. Am Ende der Wanderung kehrten wir immer im gleichen Haus ein, und alle Kinder schütteten ihre Beute auf den großen Küchentisch. Die Mutter des Hauses half beim Verteilen.

Diesen Anblick vergesse ich meinen Lebtag nicht: Ein ganzer Tisch voller Süßigkeiten, und ein gerechter Anteil sollte mir gehören! Heute kann ich mir im Supermarkt so viele Leckereien kaufen wie ich will, aber es ist- ihr alle wisst es selbst- nicht das Gleiche. Beute ist etwas Besonderes, und kaufen kann jeder.

Als ich nun wieder in die Heimat gezogen bin, gab es die Tradition der Verteilung schon lange nicht mehr. Und auch wenn die Großen an der Tür immer darauf achten, dass es gerecht zugeht... die niedlichen Kindergesichter bekommen bestimmt die ein oder andere Tafel mehr zugesteckt. Im Grunde ist es nicht so wichtig, kein Kind kommt zu kurz in unserer kleinen Siedlung.

Aber ich bin halt pingelig wenn es um Gerechtigkeit geht. Ich schätze die Zahl der zu erwartenden Kinder, erhöhe um 5, und mache Tütchen. Wie meine Oma.

Letztes Jahr hatte ich kleine Cellophantüten mit goldenen Sternen gekauft, mit grünen Papierschnipseln ausstaffiert und mit Süßkram gefüllt. Anbei auch ein Trinkpäckchen, denn die Kinds bekommen massenhaft Süßes, aber selten was zu trinken. Doch ich wollte dieses Jahr etwas individuelles machen, etwas mit... na ja, Liebe halt.

Und so habe ich einen alten Bettbezug von Oma zerschnippelt und bestempelt. Und weil ich zuuufällig auch Stempel mit St. Martins-Motiven habe, kamen die halt auf den Stoff. Es hat Spaß gemacht, auch wenn ich nun rumjammere wie fummelig es war. Un nächstes Jahr nehme ich noch schöneren Stoff..... damit jedes Kind das Gleiche bekommt. Denn ich vermute, auch St. Martin hat den Mantel genau in der Hälfte geteilt, und nicht ein Drittel rechts und zwei Drittel links, oder? ;-)

...

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Geschrieben von snowwhite um 16:19 Uhr in Heimat

Donnerstag, 6. November 2008

Lasst und sündigen!

Eitelkeit ist eine der 7 Todsünden? Als kleine Schwester des Hochmut bestimmt.

Was für ein Glück, dass ich evangelisch bin, und auch das nur auf dem Papier, denn dann muss ich nicht im Fegefeuer schmoren, weil ich ein Foto so unglaublich niedlich finde, welches meine Tochter vorgestern von ihrer Mama gemacht hat.

Zur Erinnerung: Ich bin stolze 47, und will kein Jahr missen! Aber wenn mein Kind mich so knipst, dass glatt 30 Jahre einfach fortgewischt werden, und sei es auch nur optisch, dann gebe ich mich dem Laster der Eitelkeit hin.

Und zeige euch ein Foto, dass mich zum Lachen bringt, weil es so süß ist. Wie Erdbeerkuchen. Oder Sirup. Das bin ich. Plus 1 Liter Schminke. Und photoshop kam nur zum Einsatz, um den weißen Blusenärmel ein wenig abzudunkeln und einen Hauch von Schärfe auf die Augen und Lippen zu legen. Mehr nicht.

Hier mein neustes Lieblingsfoto. Ich bin es und ich bin es nicht. Es zeigt mich, aber so sehe ich nicht wirklich aus. Es zeigt wohl mehr eine Idee, und die tendiert Richtung Karneval. Aber das ist eine andere Geschichte...

Klick mich zum vergößern (noch mehr Niedlichkeit! /images/emoticons/mozilla_smile.gif )

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Geschrieben von snowwhite um 17:47 Uhr in Privates

Mittwoch, 5. November 2008

Deutscher Film ?!

Gestern war ich im Kino. Und habe mich zum ersten Mal nicht geärgert, als ich den Hinweis sah "Filmförderung". Ich weiß ehrlich gesagt nicht, aus welchen Töpfen diese deutsche Förderung gespeist wird, aber wenn ich dann sehe, dass die Filmstiftung NRW auch so wertvolle Streifen wie "7 Zwerge" oder "Der Schuh des Manitu" gefördert hat, dann frage ich mich unter welchen Kriterien dort die Gelder vergeben werden.Anscheinend weiß ich nicht was Kunst ist.

Als ich vor Wochen den Trailer des neuen Kinofilmes "Krabat" sah, musste ich gleich mehrfach stutzen. Ein augenscheinlich so guter Film kann nicht deutsch sein! Und: Nach einem Buch von Otfried Preußler. Klingelt da auch etwas leise bei euch? Also bei mir klingelte es leise, und ich vermute ihr wusstet sofort an wen der Name des Autors uns erinnert: An den Räuber Hotzenplotz.

Doch erst durch ein wenig suchen habe ich dann schamhaft einsehen müssen, dass Otfried Preußler weit mehr geschaffen hat als den brummigen Räuberhauptmann. Viele weitere, nicht selten magische, Figuren sind seiner Feder entschlüpft. So wundert es auch nicht länger, dass Krabat von Magie erzählt, von Freundschaft und von Liebe. Und dass das letzte Wort des Filmes- ich denke das darf verraten werden- "Freiheit" lautet.

Nach dem Trailer hatte ich mir fest vorgenommen den Film zu sehen, und habe die seltene Gelegenheit, meine drei Kinder alle beisammen zu haben, gestern genutzt um sie ins Kino zu schleifen. Und bin begeistert!

Im Falle des Filmes "Krabat" ist jeder Cent der Filmförderung sinnvoll ausgegeben. Am meisten mag ich an dem Film, dass trotz der obligatorischen Special Effects diese im Hintergrund bleiben, als Mittel zum Zweck um die Geschichte zu erzählen. In so vielen Hollywood-Streifen sind die Effekte so unglaubwürdig und vordergründig, dass sie zur Lachnummer verkommen. Krabat aber nutzt und spielt mit den Möglichkeiten visueller Manipulation.

Ein wunderschöner Film, schön anzusehen, mit einer packenden Handlung, moralischen Grundaussagen und sogar einigen realen historischen Anklängen. Da der Film ab 12 Jahren freigegeben ist, bleibt er leider den kleineren Kindern verwehrt. Doch das mag sinnvoll erscheinen, beinhaltet die Story doch recht brutale Elemente. Hinter dem grusligen Setting verbirgt sich aber eine sehr bodenständige Grundidee, die so alt ist wie die Menschheit: Dass Freundschaft und Liebe vieles überwinden können. Aber seht selbst, und verpasst es nicht den Film auf der großen Leinwand zu sehen!

http://www.krabat-blog.de/blog/

http://www.krabat-blog.de/

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Geschrieben von snowwhite um 10:32 Uhr in Privates
   

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