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Mittwoch, 19. März 2008

Warum ich Burda-Blogge

« Gabelhäkelei mal anders | Hauptseite | Fluffy Pineapple »

Heute ging ein weiterer Burda-Blogger seiner Wege. In ein anderes Blog. Ich kann es verstehen. Erst gestern habe ich mit dem Blogdesign gekämpft und aufgegeben. Aber da ich schon so lange dabei bin (fast 2 Jahre) wird mir immer geholfen, vielleicht auch weil ich es so selten wie irgend möglich in Anspruch nehme. Muss man sich allein behelfen, dem Blog ein wenig individuelles Aussehen zu geben, man muss schon Webdesigner sein um das zu schaffen.

Wie viele Stunden habe ich vor dem PC gesessen und mit dem Blog gekämpft. Und ich habe keine Ahnung, wie mein Blog auf einem Notebook ausschaut, ich kann es nur auf meinem Bildschirm testen. Manche finden es auch wirr und überladen. Immer wieder bastel ich daran herum, um es mir und möglichst vielen anderen gefällig zu gestalten.

Aber warum? Warum bin ich nicht schon längst zu all den bewährten und schicken Bloganbietern gegangen, von denen es gewiss genügend gibt im WorldWideWeb? Ich kann es euch sagen: Für mich hat es mit meinem Leben zu tun. Meine Oma hatte Burda-Hefte, Handarbeits-Anleitungen, Schnittmuster. Ich habe als Teenager mit Burdaschnitten nähen gelernt (um ehrlich zu sein: Kann sein es waren auch Neue Mode dabei, aber seht ihr irgendwo ein Neue Mode Blog?).

In den 80ern habe ich Burdamoden gekauft und gelesen. Ich fand Aenne Burdas Vorworte mit dem erhobenen Zeigefinger ("Kinder brauchen ihre Eltern" oder so) ganz schrecklich. In den 90ern habe ich "richtig" nähen gelernt, und immer noch Burda gekauft und benutzt. Jahre später, online und vernetzt, fand ich Burda wieder. Interaktiv.

Ich hatte schon von diesen online-Tagebüchern gehört, und aus einer Laune heraus habe ich mich bei Burda angemeldet. Warum auch nicht, für mein erstes Blog war jeder Anbieter gleich gut. Später habe ich auch andere ausprobiert, und mich trotz besserer Bedienbarkeit in keinem zu Hause gefühlt.

Dann erst habe ich erfahren, dass nur wenige Monate zuvor Aenne Burda vestorben war. Ging damit eine Aera zu Ende? Keine mütterlichen Ratschläge mehr auf den ersten Heftseiten (diese wurden schon Jahre zuvor eingestellt)? Heute erst habe ich die vielen Wahrheiten in diesen klugen Worten gefunden.

Wer ein gewisses Alter überschritten hat wird das kennen: Es kommt der Tag, an dem man seine eigene Vergänglichkeit förmlich fühlen kann. Die liebgewordenen Kleinigkeiten der Jugend, sie kommen nie mehr zurück. So wie Aenne Burdas Vorwort, das Modeheft für junge Frauen "Carina", das Gefühl die erste Hose auf den eigenen Leib geschneidert zu haben.

Jedes Mal, wenn ich mein Burda-Blog auf den Bildschirm hole, hole ich ein ganz kleines Bisschen meiner Vergangenheit zurück. Der Name "Burda" ist eng verwoben mit meinen Erinnerungen, ebenso wie Plantschi, Raider und Pril-Blumen. All diese Dinge sind vergangen, aber Burda kann ich jeden Tag wieder lebendig machen.

Für mich ist dieses Blog mehr als nur eine Internet-Seite. Es ist Tradition, nationales Bewusstsein und Sentimentalität. Darum blogge ich mich hier durch, egal wie schön und bedienungsfreundlich alle anderen Blogs sein mögen.

Und euch Danke ich für´s Lesen. Ich hoffe es gibt euch etwas, was auch immer. 

 

PS: Ich wurde schon öfter gefragt, ob ich für´s bloggen bezahlt werde. Ich kann verstehen, dass man das denken könnte. Aber WENN es so wäre, Leute.... würde ich dann solch einen Quark schreiben? In diesem Sinne: Tut was euch Spaß macht, so lange es niemand stört. 

Geschrieben von snowwhite um 22:08 Uhr in Gedanken

 

Kommentar: elisabeth am Wed, 19 Mar 22:35 Uhr

Lass dich virtuell umarmen!
So schön wie du kann wohl keiner dieses spezielle burda feeling beschreiben.
Zum Thema Bezahlung:
Manchmal sind die Dinge, die man für Geld macht umsonst, aber selten sind es die, die man aus Spaß macht.
In diesem Sinne
Liebe Grüße
Elisabeth
Ich muss mir noch das Foto geben lassen, das meine Mami auf der Creativa von uns beiden gemacht hat.

Kommentar: Heidi K. am Wed, 19 Mar 23:36 Uhr

Na, das finde ich ja witzig.
Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, weshalb du ein Burda-Blog hast, fand ich mit meinen zarten 53 Jahren zu konservativ und die Sachen, die du machst passten nicht in mein sonst wie geprägtes Weltbild.
Also, pilgerte ich heute mal hier her und lese schon die Antwort auf meine im Kopf kreisende Frage.
Liebe Grüße
Heidi

Kommentar: Honigbaerenbiene am Thu, 20 Mar 09:26 Uhr

Das hast du wirklich sehr schön und treffend beschrieben!! Ich finde mich in vielem wieder!
Schade ist wirklich, dass das Bloggen auf dieser Seite so kompliziert ist, denn eigentlich stehe ich auch voll und ganz hinter Burda und bin ein treuer Begleiter seit Nähbeginnzeiten!
Dennoch denke ich, kann auch die Burda noch ein bisschen was für die Benutzerfreundlichkeit auf ihrer Site tun!
Dein Blog gefällt mir übrigens! Ich finde, du hast sehr viel Mühe und Liebe drin! Bewahre dir das!
Ich wünsche alles Gute, die Honigbärenbiene Vanessa

Kommentar: Bärbel am Thu, 20 Mar 13:13 Uhr

Eure Kommentare waren so schön. Die lese ich noch öfter, denn ich finde es immer wieder erstaunlich wie ähnlich viele Menschen denken, was man aber nur bemerkt, wenn man es ausspricht.
Und Elisabeths Spruch ist richtig gut!
Ach ja, HER mit dem Foto!

Kommentar: Scherzkeks am Thu, 20 Mar 16:49 Uhr

Bärbel - es ist einfach stimmig - für Dich - schön :)
Und weil Du Burda so gerne hast, nimmt doch das nächste Mal DEINE Burdas von Marion, die hier schon ewig liegen mit - dann hast Du nochmehr von Burda :)

Liebe Grüsse
Scherzkeks

Kommentar: Zofia am Fri, 21 Mar 08:18 Uhr

Ich habe soeben einen interessanten Blog mit Nähtipps gefunden
Schau ihn Dir mal an. Voll easy und informativ.

www.naehbistro.ch/blog

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