Dienstag, 18. März 2008
Gabelhäkelei mal anders
« The colour of magic | Hauptseite | Warum ich Burda-Blogge »Heute habe ich mal ganz was anderes für euch, auch wenn es ganz direkt mit Häkeln zu tun hat: Meine erste selbstgeschnitzte Häkelnadel!
Wenn ihr nun denkt "Jetzt hat sie völlig einen an der Waffel", dann deckt sich eure Vorstellung von Waffel genau mit der meinigen. Denn als ich die ersten selbstgeschmitzten Häkelnadeln in amerikanischen Blogs sah, dachte ich genau dasselbe. Die müssen bekloppt sein.
Aber es sollte ganz anders kommen. Als ich kürzlich das Häkeln für mich entdeckte, habe ich auch recht schnell Kontakt zu dem sogenannten "freeform" bekommen. Dabei häkelt man munter drauflos was das Zeug hält. Das ist genau mein Ding!
Und weil in den schönen freeform Arbeiten so oft ein bestimmtes Häkelmuster verwendet wird, wollte ich das nachmachen. Wo man auch hinschaut, die freeformer lieben den "bullion-stitch", der einer deutschen Noppe recht ähnlich ist, aber bei dem die Garnschlingen nicht wie bei einer Noppe im rechten Winkel zur Häkelrichtung laufen, sondern parallel. Nicht-Häkler müssen das jetzt nicht verstehen.
Auf jeden Fall sieht dieser Bullion ganz einfach aus, und ist es auch... wenn man die richtige Häkelnadel hat. Der Trick bei dem Bullion ist, dass man mehrere Ganrumschlingungen um den Griff der Nadel macht, in die nächste Maschen sticht um die Schlinge zu holen, und diese dann auf einmal durch alle Schlingen auf dem Griff zieht. Das klappt natürlich nur, wenn der Haken kleiner als die Schlingen ist. All meine Häkelnadeln aber haben einen dünneren Griff, und somit werden die Schlingen viel zu klein.
Ich habe alle erreichbaren Nadeln ausprobiert, mit Klebeband umwickelt und auf der Creativa zwei spezielle Nadeln gekauft, mit denen ich den Bullion ausprobieren wollte. Alles Essig. Am besten klappte es mit den beleuchteten Häkelnadeln, die Anne Liebler mir auf der Creativa ausgeliehen hatte, aber diese konnte ich auf der Creativa nirgends käuflich erwerben.
Also was tun? Gestern war es mir dann zu dumm, ich habe versucht mir eine Häkelnadel selbst zu schnitzen. Zum rumschnippeln durfte eine Holzgabel von Ikea herhalten, diese war vor Jahren mal einer Holzschüssel beigelegt, die ich für meine damalige Mittelaltergruppe gekauft hatte. Nun lag dieses Ding seit Jahren (!) herum, ist 4 Mal mit mir umgezogen und endlich, endlich konnte ich sie auch wirklich gebrauchen!
Mit einem Küchenmesser, einer kleinen Metallfeile und Einweg-Nagelfeilen habe ich nun angefangen, einen Haken in den Griff der Gabel zu kratzen. Dabei habe ich immer wieder korrigiert, bis sich der Haken gut in die Maschen schieben ließ, und die Schlingen nicht am Haken hängen blieben. Und siehe da... als ich eine halbwegs funktionierende Form herausgearbeitet hatte, sah das Ding ziemlich exakt so aus wie eine gekaufte Häkelnadel. Wen wundert´s.
Mit dem dicksten Garn das ich finden konnte habe ich dann erste Tests gemacht. Eine meiner Metallhäkelnadeln hat ziemlich genau die selben Maße wie die Holzgabel, also würde ich sagen meine selbstgeschnitze Gabel hat die Nadelstärke 9. Viel zu dick für die verwendete Wolle, darum wurden die Bullions auch etwas locker. Viel zu locker, um genau zu sein, aber immerhin liessen sich die Schlaufen sehr gut über die Garnschlinge ziehen.
Nun brauche ich noch besseres Material, dünneres Holz und besseres Schnitzwerkzeug, dann kann ich mit meinen Nadeln in die Produktion gehen. Meine meistgebrauchte Häkelnadel ist 3- 3,5. Das muss man erst mal schnitzen können, ohne die Spitze abzubrechen. Irgendwie muss ich grade an Streichhölzer denken... das wäre dann Nadelstärke 1. Ach Quatsch, ich scherze.
Hier also "Gabel"-Häkeln mal anders. Ein paar Holzgabeln und -löffel habe ich noch. Falls jemand eine Häkelnadel in Stärke 9 braucht......


Technorati Tags: crochet hook carve Häkelnadel schnitzen
*grrröhl*
An-der-Waffel-Diplom verleih ;)
Liebe Grüsse
Scherzkeks












Boah wie geil! ;-) So eine Gabel habe ich auch noch herumfliegen... Muss mich bei Gelegenheit auch mal daran versuchen.
Liebe Grüsse von der
Garnprinzessin