Soooo~ ich habe fertig. (Zumindest theoretisch.)
Da ich irgendwie gerade auf nichts anderes Lust hatte, habe ich mich an die Konstruktion der Kapuze gemacht. In der Burda 05/2003 ist ein Kapuzentop mit ungefütterter Kapuze, das ich schon einmal genäht habe, und deshalb habe ich mir diesen Kapuzenschnitt als Vorlage genommen.
Weil der Ausschnitt nach vorne ein bisschen abgerundet werden musste – ich wollte die Kapuze ja nicht immer direkt am Hals tragen müssen – hat das Nachmessen ergeben, dass ich die größte Kapuzengröße übertragen muss.
Und weil ich so gern eine Zipfelkapuze haben wollte, habe ich einfach anstatt der Rundung der Kapuze an der hinteren Naht einen Zipfel gezeichnet. Das Probeteil sah zufriedenstellend aus, also konnte ich mich an das Originalteil wagen.
Zuerst habe ich den Ausschnitt mit einem Streifen Vlieseline bebügelt, damit er sich nicht ausdehnt (mein Kopf passt auch so locker durch). Auf dem Foto sieht man, dass sich die Enden des Streifens ein wenig überlappen:

Die eigentliche Kapuze wird mit Kappnähten gearbeitet, was sich bei dem Zipfel als ein wenig schwer herausstellte. Ich habe dummerweise die Kamera vergessen, als ich am Arbeiten war, deshalb gibt es nur ein Foto und eine Beschreibung der Vorgehensweise…
Also einmal die fertige Kapuze:

Ich habe zuerst die obere Kapuzennaht geschlossen. Dann dort die eine Hälfte der Nahtzugabe zurückgeschnitten, die andere Hälfte drumherum geschlagen und eine Kappnaht gemacht, die man auf der Außenseite der Kapuze sieht.
Dann habe ich den angeschnittenen Besatz (der ist so im Schnittmuster enthalten, ich habe ihn nur ein wenig gekürzt, weil ich die Steppnähte gern in einem ähnlichen Abstand von der Kante haben wollte wie bei Ärmeln und Saum) gleichmäßig umgebügelt und ein Stück nach innen eingeschlagen wie einen Saum. Das Ganze mit zwei parallelen Stepplinien abgesteppt. Meine Nähmaschine muss wohl dringend einmal wieder gesäubert werden, auf jeden Fall sind die Nähte auf der Rückseite nicht ganz so ordentlich, wie ich es gern hätte ^^J Aber ein bisschen Herumspielen an der Fadenspannung brachte ganz zufriedenstellende Ergebnisse.
Zu guter Letzt habe ich die untere Naht geschlossen, und zwar so, dass ich eine Kappnaht nach innen machen konnte. Ich fand es ganz schön, dass, wenn die Kapuze nicht aufgesetzt ist (und ich sehe Kapuzen eher als Deko als als etwas, das man wirklich benutzt *g*), man beide Kappnähte sieht, eine innen und eine außen.
Die letzten paar Zentimeter waren mit der Nähmaschine nicht zu schaffen, ohne in die andere Kapuzenseite zu nähen, also habe ich sie von Hand fertig gemacht. Das Ergebnis ist auf dem oberen Foto~
Danach habe ich die Kapuze rechts auf rechts an den Halsausschnitt gesteckt (von der rückwärtigen Mitte aus beginnend) und mit der Ovi zusammengenäht. Wegen der Rundungen musste ich ein bisschen zupfen und ziehen, aber ansonsten hat es gut geklappt.

Die Ansatznaht wurde ins Shirt gefaltet und dort einfach festgesteppt. Dann musste ich noch eine Stelle im Saum wieder neu nähen (irgendwie scheint die Zwillingsnadel versagt zu haben) – und fertig =)
Einmal die obere Kappnaht und die doppelte Naht am Kapuzenrand:
Auf dem Foto erkennt man gut, dass der Besatz der Kapuze mit zwei Nähten und nicht mit der Zwillingsnadel festgesteppt ist. Ich wollte keinen Zickzack auf der Innenseite haben und habe mir deshalb so beholfen:
Und zu guter Letzt einmal die Ansatzkante der Kapuze. Die Falte ist nur durchs Legen entstanden und normalerweise nicht da~
Bilder mit Inhalt habe ich auch versprochen, und da meine Mutter gerade bereit war, die Kamera in die Hand zu nehmen, kann ich auch gleich welche präsentieren:
Von vorne…
…von hinten (man erkennt sehr schön die Zipfelkapuze)…
…und von der Seite.

Das Fazit lautet folgendermaßen:
Nähtechnisch ist der Schnitt wirklich nicht schwer nach zu nähen (vielleicht abgesehen davon, dass es ohne Overlock immer ein bisschen kompliziert ist, dehnbare Stoffe zu verarbeiten?) und er liefert ohne große Probleme ein schönes Ergebnis.
Was mich etwas gestört hat, ist dass entweder die Taillenlinie komisch sitzt oder der untere Teil mal wieder sehr sackartig geschnitten ist, obwohl das auf dem Schnittbild ganz anders aussieht. Den Maßen nach habe ich bei Burda genau 36, aber dieser Schlauch muss 10cm tiefer sitzen, damit er nicht viel zu viel schlabbert oô
Als ich das Teil das erste Mal anhatte, bekam ich einen kleinen Schock, weil es eigentlich so gar nicht in meinen Kleidungsstil passt – und weil der Jersey nicht ganz so weich fiel, wie ich es gern gehabt hätte, weshalb ich mich erst an die Falten gewöhnen musste. Sollte ich den Schnitt noch mal nehmen, werde ich möglichst weichen Strickstoff verwenden, der fällt sicherlich noch ein bisschen schöner.
Mit der Kapuze ist das Shirt ein tolles Teil für zu Hause. Ob ich mich damit auf die Straße traue, bleibt abzusehen XD Das liegt allerdings weniger am Schnitt, sondern vielmehr an der Farbe…
Wahrscheinlich wird es fürs erste bei diesem „Probeteil“ bleiben. Eine Freundin von mir schlug letztens allerdings noch vor, das Shirt zu bedrucken (ich habe noch Stempel von Blauweißchen hier herumliegen und sie hat noch farblich passende Stoffmalfarbe), damit die knallige Fläche nicht ganz so groß ist. Wenn wir das tatsächlich tun, werde ich hier noch davon berichten ^^
Bis dahin lehne ich mich zurück und erwarte gespannt die restlichen Sewalong-Beiträge *g* (Ich schreib auch nicht mehr so viel, versprochen XD)