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Donnerstag, 30. März 2006

Rokoko ... Schnürbrust 1


Jetzt werde ich mich fast zweiteilen müssen. Bis zum Stadtfest am 20./21. Mai muß mein Rokokoprojekt fertig sein. Eine komplette Garderobe für meinen Mann und mich incl. Maske.



Die theoretischen Vorarbeiten schon seit Dezember 2005 bei Anne gemacht.



Rokokoähnliche Kostüme habe ich schon einige genäht, aber keine nach Originalschnitten. Diesmal soll es nahe an die damalige Näh- und Schneidergewohnheiten ran gehen. Aber auf die Nähmaschine werde ich nicht verzichten.



Gestern ging es an den Schnitt für die Schnürbrust. Grundlage ist der Schnitt von Janice Ryan 18th Century Strapless Stays.



Ich hatte mir den Schnitt in Gr.22 bestellt, da ich Größe 22 bis 24 in der Regel bei amerikanischen Schnitten nehme und er etwas knapper sitzen soll. Als ich dann die Inchtabelle sah und nachmaß, kam ich in Panik. Soll es wirklich stimmen, daß ich bei diesem Schnitt nur Gr.18 als Brustweite gebraucht hätte? Am Bauch aber deutlich mehr? Liegt es an der Silouette, die man im Rokoko hatte? Brust und Bauch in einer geraden Linie, ohne Tailleneinbuchtung vorne am Bauch?



Also schnitt ich alles an den Veränderungslinien auseinander und schob die fünf Schnitteile je einen halben Inch zusammen. An der Oberkante sogar einen dreiviertel Inch.





Alles für zwei Schnürbrüste ausgeschnitten und mit Bleistift markiert. Ich stelle mal erst das Innenteil her, in das das Plastikfischbein und der Krinolinenstahl in genähten Tunneln verschwinden wird. So kann ich noch weitere Korrekturen vornehmen.



Geschrieben von doro um 23:49 Uhr in Nähen

Mittwoch, 29. März 2006

Mein blaues Kleid - fertig


Vorgestern am späten Abend noch abstecken lassen. Zuvor hatte ich ja das Teil jedesmal zwischen den Arbeitsschritten am Bügel aushängen lassen, so daß dann die Schwerkraft zu einem recht verzogenen Saum führte. Das ist normal bei einem locker gewebten Wollstoff.



Das gute Stück ist somit fertig. Der Miedergürtel fehlt noch.



Gestern etwas gebügelt und fotografieren lassen. Bis heute mit dem Bildbearbeitungsprogramm gekämpft. Am Programm lag es nicht.





Geschrieben von doro um 16:12 Uhr in Nähen

Samstag, 25. März 2006

Mein blaues Kleid V


Ich habe mich für die engere überlange Ärmelversion entschieden. Auch die Ärmel sitzen gut drin. Um das Einhalten an der Armkugel herumgemogelt. Es ging mit exaktem Stecken und einmaliger Nutzung des Nahttrenner.



Mit Handstichen den Beleg an der hinternen Mittelnaht fixiert und auch die spitzen Ecken der Ärmel. Mit einer Nähmaschine kann man nun nicht die letzten Feinheiten hinbekommen.



Für den Rest bin ich heute zu müde. Habe immerhin ein Arbeitstag hinter mir.



Geschrieben von doro um 22:19 Uhr in Nähen

Freitag, 24. März 2006

Wie kann ich in den Quellcode rein und was ändern?


Ahhh, das Zauberwort heißt custom-layout ("customize a personal copy of this theme") ... wo ich doch nur HTML-Basteleien im Quellcode kann, aber schon garnet das Benutzerhandbuch verstehe. Ich und meine Englischkentnisse *tsstss* ... und dann noch Fachenglisch.



Trial and error ... das waren meine ersten Kontakte mit einem Computer ... damals ... mit Lochkarte ... im Physiksaal. Oh Gott bin ich alt.



Trial and Error mit HTML finde ich heute nett. Jetzt brauche ich nur noch die Zeit dafür.



Geschrieben von doro um 20:28 Uhr in Allgemein

Sonntag, 19. März 2006

Mein blaues Kleid IV

heute: "sumer zeitt" von Nimerselich . Draußen heute schon eine Biene an den Schneeglöckchen, Krokusse und Gänseblümchen gesehen. Dann paßt die Musik fast schon.



ansonsten viel Kaffee



An den Halsauschnitt einen Streifen von fünf cm genäht. Ansonsten sitzt das Kleid perfekt. Auch die Brustlinie und so, alles auf Figur. Kann mir mal jemand beantworten, warum zwar der Schnitt eine größere Oberweite und nicht ein flachbrüstiges Elfchen einplant, aber keine Chance den nötigen BH zu verstecken?



Extrastreifen an Halsauschnitt zuerst mit der Overlock versäubert, dann alle Längsnähte.



Feiner Blusenstoff als Verstürzung zugeschnitten und genäht. Sieht aus wie ein Kurzlaibchen.



Na toll!!! Jetzt hat sich doch das Ganze wegen der Anprobe gedehnt. Und jetzt? Tausende von Stecknadeln rundherum und mit einem feuchten Lappen und Bügeleisen versucht alles schrumpfen zu lassen. Uff ... geklappt. Vorsichtig dann den Halsausschnitt verstürzt und abgesteppt.





Reicht für heute.



Geschrieben von doro um 22:41 Uhr in Nähen

Samstag, 18. März 2006

Mein blaues Kleid III


in der Teetasse: Minze mit Honig (kalt geworden)



Ansatzlinien und Punkte markiert. Dumme Sache, wenn nur die Schneiderkreide Striche hinterläßt. Liebe ich es doch, wenn ein Kugelschreiber oder Bleistift geht. Finde ich praktischer. Man kann recht sorglos mit den Stoffteilen hantieren und der Strich ist garantiert noch sichtbar.



Heyhey, daß mir da niemand auf dumme Ideen kommt. Markieren tue ich nur links auf der Nahtzugabe. Möglichst so, daß eh alles verschwindet, wenn ich mit der Overlock darübergehe.





Die seitlichen godets (Glockenteile, wie Butterick so schön übersetzt; ich kenne es als Geren) fehlen noch. Wie man sieht, habe ich nur ein kleies Stück Borte eingesetzt.



Anziehen geht ohne Reißverschluß. Ausschnitt ist fast etwas heftig groß für ein Wollkleid. Ich mag einfach nicht, wenn Unterhemden rausgucken. Damit muß ich mich nochmal genauer befassen.



Auf Futter werde ich verzichten, aber die großzügig geschnittenen Einlagenteile zum Verstürzen des Halsauschnitte nehmen.



So weit für heute.



Geschrieben von doro um 23:46 Uhr in Nähen

Freitag, 17. März 2006

Mein blaues Kleid II


heute: wahlweise Raue Spree oder Mein rasend Herz von In Extremo



In der Teekanne: Druidentrank



Stoff zuschneiden. So weit ich erkennen kann, hat er keinen Strich.



Schrieb ich gestern was von Taillenlinie? Nö ... die fand ich heute noch nicht. Vielleicht ist sie auch mit der Verlängerungslinie identisch? Seltsam. Sonst hatte Butterick das doch immer?! ...



Weitere Überlegungen: soll ich gleich die Overlock nehmen? Nur an der hinteren Mittelnaht nicht. Diese mit langem Stich zusammensteppen, da ich immer noch nicht weiß, ob der Reißverschluß dringend rein muß.



Wieviele cm Extrazugabe zur Bodenlänge brauche ich, wenn ich einen Miedergürtel dazu anziehe? Ich peile mal fünf bis sieben cm an.



... aaahhh!!! Taillenlinie gefunden. Diesmal nur klein angemerkt an den vorderen Mittelteil und dem hinterem Mittelteil. Alles schon abgemessen und Schleppe rausgezeichnet. Differenz von einem Inch. Da ich mich eh mit mir auf 107 cm ab Taillenline geeinigt hatte, gibt es keine Korrektur.



Am Ende des zweiten Tages endlich zugeschnitten. Irgendwann werde ich erfahren, ob es gut war, den Stoff nur zu waschen und trocknen und nicht noch zu bügeln. Er fühlt sich jedenfalls toll an, schön weich und flauschig mit schönem Fall und hat eine Köperbindung.



Immer noch keine Ahnung in welcher Weise mir die Borte am Halsausschnitt und evtl. Oberarm gefallen würde.



Am kommenden Tag werde ich kaum nähen. Es folgt ein Arbeitstag mit neun Stunden.



Geschrieben von doro um 00:41 Uhr in Nähen

Donnerstag, 16. März 2006

... nur 18 Minuten länger?


Nein ich will hier nicht Gewerkschaftsmeinung herunterbeten. Ich bin Betroffene. Meine Arbeitsleistung ist gut. Ich bleibe auch mal eine halbe Stunde länger. Wer schreibt schon bei uns jede Minute auf?!



Wir arbeiten in einem Heim für Menschen mit Behinderungen. An manchen Tagen zehn Stunden. Auf längere Sicht heißt das, noch weniger Fachpersonal, mehr Praktikanten und unausgebildetes Personal.



Gerade unsre Stärke ist es, dass wir fit und stetig präsent im Dienst sind. Zuhause können unsre Leute nicht wohnen, da Eltern 24 Stunden gefordert und überfordert sind. Dieser Vorteil geht so Stück für Stück verloren. Wird eine Kollegin noch eher krank als bisher, wegen dieser Belastung, heißt das noch mehr Einspringen, noch mehr Überstunden. Das rächt sich. Burn out und ältere Kollegen schaffen es nicht bis zur Rente. Super! Wir sind doch ein reiches Land.



Nebenbei: 18 min heißt auch ein Lohnverzicht von 3,7 Prozent. Auch wir haben oft eine Familie und Kinder, denen wir bei unsrem nicht gerade üppigem Gehalt was bieten sollten.



Nein, wir streiken nicht. Wie auch? Aber wir sind froh, dass das unsre Kollegen von der Müllabfuhr tun. Danke.



Und mal ehrlich ... in anderen Länder z.B. Frankreich streikt man richtig. Das können wir in Deutschland garnicht.



Motto: "... alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will ..."



Geschrieben von doro um 00:01 Uhr in Weltgeschehen

Mittwoch, 15. März 2006

Mein blaues Kleid


Zutaten:

Schnitt Butterick 3552 , vorwiegend Modell A, fünf Meter feinen Wollstoff, Borte vom letzten Mittelaltermarkt



Weiter wichtig: Weihrauch Olibaum Eritrea, Cantus Buranus von Corvus Corax im CD-Player, Llynyia unsre Katze die vorbeischaut.



Im Hintergrund: Spülmaschine, die läuft und ein voller Kühlschrank und die Obstschale und mein Mann, der nach Feierabend den Einkauf macht.



Jetzt kann es losgehen mit dem Schnitt ausschneiden. Den freien Tag geniessen. Endlich.



Beim Zuschneide überlegt, daß das Kleid nur bodenlang, also ohne Schleppe, wird. Ich will probieren, ob es auch ohne Reißverschluß geht. Einen Miedergürtel dazu wäre auch schön. Meine Taille wird langsam wieder sichtbar! Habe schon sechs Kilo weniger.



Festgestellt, daß Butterick die Angaben auf dem Schnittmuster mehrsprachig hat. Also auch deutsch. Eine Art Übersetzungstabelle wichtiger Nähvokabeln ist auch aufgedruckt. Aber wenn man in Deutschland einkäuft, ist ja in der Regel eine Kurzübersetzung auch dabei.



Butterickschnitte haben schon ihre Saumzugabe dran. Praktisch? Naja, wenn man wirklich 15 mm braucht. Taillenlinie und die Linie, an der man den Schnitt verkürzt oder verlängert ist auch eingezeichnet. Aber das hatten meine letzten Burdaschnitte auch.



Fortsetzung folgt.



Geschrieben von doro um 20:55 Uhr in Nähen

Dienstag, 14. März 2006

Neues Blogoutfit


Gestern Abend habe ich das Blogaussehen geändert. Ich finde das ist irgendwie freundlicher so. Nun müßte ich nur noch die Bilder oben links ... gutterimage 1 bis 3 (?)... durch eigenen ersetzen können.



Jetzt erkläre ich einfach mal die Warmschreibphase für beendet und schalte die Kommentarfunktion ein.



Geschrieben von doro um 14:38 Uhr in Allgemein

Montag, 13. März 2006

Testreihe Herrenpullover


Basis ist der Schnitt burda 8827 Herrenshirt



Als Geschenk für einen jungen Mann nähte ich diesen Schnitt mit dicken olivgrünen Sweatshirtstoff paßgenau mit Kapuze. Da der Schnitt für Jersey und leichtere Stoffe vorgesehen war und der Beschenkte gerne lockerere Sachen trägt, nahm ich knapp zwei Größen höher, als nach Maßtabelle. Alle Nähte mit der Overlock genäht und die Säume mit einer Zwillingsnadel. Es entstand eines meiner besten Stücke. Einfach und ohne Schnickschnack.



Da als Modell für die Anpassung des Geschenkes mein Mann herhielt, dachte ich, ich könne ihm jetzt einen grauen Fleecepullover ohne Kapuze als Überraschung nähen. Das war aber nicht so toll. Fleece verhält sich ganz anders! An den Schultern war der Pullover total eng, obwohl er keine Bodybuilderfigur hat. Immerhin hält der Fehlversuch jetzt als Überziehpullover eine junge Frau warm.



Also wieder zwei Nummern größer zugeschnitten. Dieser olivfarbene Fleece ist etwas leichter. Außer, daß ich den Halsausschnitt noch etwas verkleinern müßte und die Armlänge kürzen sollte, könnte man es lassen. Dummerweise ist es ein Fleece aus einem Pullover-Sparpaket und der unansehliche Pillingeffekt setzte noch vor dem ersten Waschen ein. Merken: nicht mehr kaufen!



Nächster Versuch mit mittelblauem Fleece, der die gleiche Qualität wie der graue hat. Nunja ... Schultern ok, Ärmel immer noch zu lang und untere Kante irgendwie zu weit. So ein steifer Stoff fällt irgendwie dumm über einen Waschbärbauch.



Und jetzt?



Generell anderer Stoff? Kleinere Größe für Vorder- und Rückteil zuschneiden? Nur zum Saum hin Weite wegnehmen? Oder hilft da auch schon der Wechsel von dem benutzten Zierstich auf eine Zwillingsnadelnaht? Es sieht fast aus, als hätte die Naht den Stoff gedehnt.



Fortsetzung folgt



Geschrieben von doro um 23:46 Uhr in Nähen

Dienstag, 7. März 2006

Frühling in Sicht




Das sind die ersten Schneeglöckchen vor der Terrasse.



Noch schneit es zwischendrin, doch die Katze bleibt immer öfters länger weg. Zurzeit habe ich die Tendenz eher noch warme Sachen nähen zu wollen. Vielleicht sollte ich doch mal an den Frühling denken. Schöne Anregungen gibt es ja im Märzheft von Burda.



Geschrieben von doro um 21:40 Uhr in Allgemein

Sonntag, 5. März 2006

Gut betucht


Dieses Wochenede waren wir auf unserem ersten Mittelaltermarkt dieses Jahr.



Inspirationen zum Nähen kann man sich überall holen. Es gibt ja nicht nur die billig zusammengenähten Teile, die sich mal eben ein Tourist des Mittelalters gerade noch leisten möchte. Das muß auch sein.



Nein es gibt die Stände mit wunderschönen Prachtgewändern, an denen ich mir gerade mal die Borte oder eine Schnalle leisten kann. bzw. bei denen die Kleider eh nicht in meiner Größe vorrätig sind. Oder Gewandete, die ihre Garderobe in vielen Stunden selbst genäht haben. Was "gut betucht" heißt, ist so richtig zu erfahren.



Und dann ... der Höhepunkt: die Tuchhändlerin! diese Woll- und Leinenstoffe! Diese Farben und verschiedenen Webungen des Tuchs, der Griff und Faltenwurf. Den Stoff in die Hand nehmen und einfach nicht mehr davon los kommen, passiert mir nur bei solchen Stoffen. Nie so in einem normalen Stoffgeschäft, wo alles pflegeleicht ausgerüstet ist und es kaum einen reinen Woll- oder Leinenstoff gibt.



Einige Meter mußten mit. Jetzt träume ich von einem langen warmen Wollkleid (bei diesem Schnee und der Kälte), einem Wollblazer und zwei Leinenblusen. Auch in der Gegenwart will ich gut betucht sein.



Der blaue Wollstoff hängt schon gewaschen an der Leine. Jetzt ist das Schnittrausmachen dran.



Geschrieben von doro um 20:05 Uhr in Nähen