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Samstag, 29. April 2006

Rokoko ... Zwischenbericht

 

Warum ist im Blog nix mehr von mir zu lesen?

 

 

Ich setze zum Endspurt an und hoffe die verbleibenden Stunden reichen überhaupt aus. Unser Stadtfest ist ab dem 20.Mai und ich gehöre zu den Leuten, die auch noch "nebenbei" arbeiten gehen.

 

 

Halbfertig sind Schnürbrust (Plastikfischbein muß noch nachgeliefert werden), Paniers (Krinolinenstahl kam heute) und Unterhemd. Meine schon vorhandenen Schuhe bezeichne ich jetzt mal als geeignet. Der Absatz geht so in etwa. Schnallen fehlen halt. Aber was soll es, wenn ich damit den Tanz ordentlich hinbekomme. Ich habe schon Bammel, denn leider proben die anderen da, wo ich nicht frei bekomme.

 

 

 

 

Und weiße Kniestrümpfe habe ich heute kaufen können. Sind wohl die letzten in unsrer Stadt in meiner Größe. Nicht hundertpozentig Größe 43, aber bei Fersenlosen geht das auch so.

 

 

Die ein Zoll großen Knöpfe für den Rock/Justaucorps meines Mannes lasse ich in unserem Kurzwarenladen mit Stoff überziehen. So weit ich das überblicke, scheint es nicht üblich zu sein, daß man fast 30 Knöpfe von der gleichen Sorte kaufen will. Die Knopfröhrchen im Laden haben wenig Inhalt. Überziehen lassen ist aber sogar billiger und wenigstens exakt abgestimmt (und sogar historisch korrekt).

 

 

Auf an die Nähmaschine!

 

Geschrieben von doro um 16:47 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 19. April 2006

Historische Modezitate


Dieser Artikel schlummer auf meinem Computer, seit dem ich die Zugangsdaten zu dieser Blogadresse habe. Heute las ich zum ersten Mal 348 Postings zur Entstehung eines Kostüms um etwa 1910 und nun weiß ich, diese Zeilen müssen jetzt raus!



Ok man kann ja das anziehen, was alltagstauglich ist, aber was ist das? Der Alltag im Büro sieht anders aus, als im Supermarkt an der Kasse. Wer Akkord in der Fabrik arbeitet, kleidet sich anders, wie die Erzieherin im Kindergarten. Ist ja auch gut so.



Man stelle sich vor, ich zöge was anderes an, als Jeans, T-Shirt und Pullover zur Arbeit. Schon bei einer Bluse würden die Knöpfe abgerissen werden und lange Ohrringe wären wohl nicht ganz ungefährlich. Andererseits wie fühlt man sich so praktisch angezogen? Äußere Kleidung gibt auch eine innere Haltung. Wie wird man von den Kids dann gesehen? Schon mal probiert in einem Bitte-nicht-anspucken-Kleid zum Dienst zu kommen? Wäre ein Versuch wert.



Einen Kontrast zu meiner Arbeit habe ich ja schon. Einmal im Jahr Hallia Venezia und ab und an in Gewandung auf Mittelaltermärte gehen. Das ist mir aber zu wenig. Von der Stange gibt es zu wenig aufregendes und bei Schnittmustern über der 44er Marke sieht es auch nicht berauschend aus. Aber immerhin kann man gut passende Basisschnittmuster als Grundlage nehmen.



Mir schwebt vor, in den nächsten Monaten historische oder filmische Modezitate einzubauen. Madame Pompadour oder Glen Close in "Gefährliche Liebschaften" oder Sophia Loren in alten Filmen oder Rosa Luxemburg in Margarethe von Trottas Film oder Whoopi Goldberg als weisen Bardame "Guinan" in Star Trek (die ganzen Raumschiff Enterprise Völker haben ihre historischen und ethnischen Anleihen) oder "Elisabeth I" oder ... Keine Ahnung, in wie weit meine Bilder tragbar sind. Ich werde testen.



Jedenfalls werden es keine Kleider im Sinne von klein und zerbrechlich ... wie auch bei meiner Kleidergröße? ... Eine starke Prinzessin ... knallen die doch schon mal Frösche an die Wand!!! Und ... versuche mal mit einem richtigen Hut den Kopf zu senken.



Geschrieben von doro um 22:29 Uhr in Geschichte/n

Sonntag, 16. April 2006

Rokoko ... Schnürbrust 4


Das ist einfach nicht zu glauben. In so einem kleinen Stück, nämlich der Hälfte meines Korsetts, stecken jetzt schon fünf Meter Plastikfischbein 10mm, drei Meter Flachfedernstäbchen (endlos) 5mm breit und zwei dünne andere Plastikstreifen.

 

 

 

 

Irgendwie geht nicht in meinen Kopf rein, daß ich mich so verrechnet habe. Noch sieben Meter zu 10mm muß ich nachbestellen.

 

 

In Zukunft werde ich bei einem solchen Projekt gleich acht Meter Flachfedernstäbchen und 16 bis 17 Meter Plastikfischbein kaufen.

 

 

Geschrieben von doro um 22:20 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 12. April 2006

Rokoko ... Schnürbrust 3


Alle beiden Teile gedoppelt. Vorne und hinten in der Mitte ganz knapp jeweils einen Tunnel für einen 5mm Krinolinenstahl genäht. Alle Nahtzugaben nach einer Seite gebügelt, so daß sie gegenläufig liegen. Das soll verhindern, daß der Zug auf den Nähten liegt.



Im Nahtschatten der einzelnen Schnitteile abgesteppt.



Mit Bleistift alle Schnürlöcher markiert und dann einzeln abgearbeitet. Mit einer Ahle vorgestochen. Mit einem Leinenzwirn und stumpfer Sticknadel umstochen. d.h. aus dem Loch raus auf die rechte Seite, dann durch den Stoff durch auf die linke. Bei der ersten Runde wenige Stiche und dazwischen zweimal das Loch mit der Ahle erweitert (Stofffäden rutschen halt gerne in die Ausgangsposition zurück) ... nochmal Ahle in Aktion ... Bei der zweiten Runde sauberer und enger umstochen. Auf der Rückseite vernäht. Das alles 46 mal.





Beachten! Im Rokoko schnürte man nicht wie bei Schuhen einfach über Kreuz, sondern spiralig.



Danach war ich schier am Verzweifeln. Warum sagt nur niemand, daß die Aktion mit Tunnel nähen und Wigona Flachfedernstäbchen einschieben so mühsam ist? Ständig versuche ich die Endstücke dranzuklemmen, aber entweder sind sie so platt und daß sie zwar festhalten, aber nicht in der Breite anschließen, oder sie sind schön schmal an der Breite anliegend und rutschen dann raus. Ok ... sie rutschen nicht mehr, klemmen dann aber ständig am Tunnelende am Stoff, so daß sie doch rausrutschen. Jetzt sind sie drinn, aber der Stoff ganz schön ausgefranst.



Irgendwie sind sechs Meter Flachfedernstäbe zu 5mm recht wenig. Ich mußte einige Tunnel wieder auftrennen und dann mein 10mm Plastikfischbein für den Rest nehmen.



Einige Stäbe fehlen noch, aber ich habe mich schon mal probeschnüren lassen.





Die vordere Schnürung muß noch etwas enger werden, hinten dafür eine größere Lücke. Zum Testen habe ich ein T-Shirt untergezogen. Ich hoffe mit einem Batistunterhemd komme ich dann besser zurecht. Selbst zu zweit alles da hinzubekommen, wo es gedacht ist, ist garnicht so leicht.



Geschrieben von doro um 16:57 Uhr in Nähen

Samstag, 1. April 2006

Rokoko ... Schnürbrust 2


Nebenbei ... der Schnitt sieht nur hinten eine Schnürung vor. Recht unpraktisch auf Dauer, da ich dann immer auf eine Zofe angewiesen wäre. Also Vorder- und Rückteil im Stoffbruch zugeschnitten und Nahtzugabe ignoriert. Ein Stoffbruch an dieser Stelle dürfte auch haltbarer sein, als nur eine Naht.





Einlagig zusammengenäht und mal feste vorne dagegengequetscht und hinten zur Mitte ziehen lassen. Es könnte klappen. Eine Lücke dazwischen darf ja sein.





Morgen geht es weiter. Heute haben wir schon tanzen geübt. Ein Stück von Mozart ... eine Figaro Anglaise mit Tore/Allemande/Mühle/Gasse ... wir sollen ja nicht nur rumstehen.



Geschrieben von doro um 00:16 Uhr in Nähen