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Mittwoch, 13. Dezember 2006

Mittelalterdorf


Da ich gerade nicht zum Weiternähen komme, erzähle ich wenigstens was vom Wochenende. Diesmal stolpete ich über keine Ketchupflasche. Es war kein Weihnachtsmarkt auf der Burg, sondern in einem Dorf, das einmal eine Mittelalterstadt werden wird. Statt elektrischer Beleuchtung Holzkohlenfeuer, Wachsfackeln und Kerzen, Feuerschalen und Öllampen soweit das Auge reicht. Es war naß und kalt und die Wege lösten sich nach Dunkelheit schon etwas auf. Die Schuhe sahen entsprechend matschig aus.



Bei dieser Witterung war es gut dort Bekannte in einem Haus aus Holz zu haben und eine Weile Unterschlupf zu bekommen. Als Gegenleistung konnte mein Gefährte auf seiner Leier Melodien zur Freude von Besuchern und Bewohnern spielen. Claire - die Seele des Dorfs, wie man uns sagte - bereitete in der Zwischenzeit Wikingerrouladen aus Pferdefleisch am offenen Feuer zu.



Als wir gingen, war es schon so dunkel, daß einige Stände zu hatten. Gerne hätte ich mir noch einmal die güldenen Haarreife der Goldschmiedin angeschaut. Auch die Sachen des Schmieds waren nicht zu verachten. Es gab vor allem eine schöne Auswahl an Gewandungen. Wir sahen dort nicht den üblichen Ramsch, sondern alte Handwerkskunst.



Nach der Winterpause werden wir dort öfters sein.



Geschrieben von doro um 23:01 Uhr in Geschichte/n

Dienstag, 12. Dezember 2006

Jacke zum Reinkuscheln


Hier liegt er also. Mein erster Schnittbogen aus der Knip XL, Modell 15 Vest. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als könne nix schief gehen, wenn man schon aus Burdaheften genäht hat. Sieht der Bogen doch ähnlich aus. Nur ist alles auf Niederländisch geschrieben. Also versuche ich es mit einem Burda-Rasterblick zu sehen. Irgendwie scheint mir der Tipp mit dem Laut-Vorlesen nicht zu helfen.



Ok, Schnittbogen ist Schnittbogen. Patronenblad E Groen dürfte auch klar sein. Schnittteile 1 bis 4 gefunden, mutig für Größe 50 entschieden, da die nächst größere zu groß sein dürfte. Seidenpapier darübergelegt und ??? Irgendwie sind die Linien nicht so arg kontrastreich. Ein bisschen mit Bleistift markiert, dann geht es schon. Bis auf den Ärmelschnitt, da komme ich mit anderen Linien arg in die Quere, wenn ich von der Armkugel her komme. Schnell die Zeichenrichtung gewechselt. Vom Ärmelbündchen aus treffe ich wieder auf die richtige Linie :-)



Nächster Schritt: Nahtzugabe. Irgendwie hatte ich im Hinterkopf, dass sie zugegeben werden muß. Also suche ich so einen Satz wie "an Nähten x cm an Säumen y cm" ... finde ich nicht :-( Bei jeder Schnittanleitung steht aber ein ständig gleichlautender langer Satz ohne irgendwelche Maße. Auf die Seite der Hobbyschneiderinnen gewechselt und in der Suchmaschine "Knip Nahtzugabe" eingegeben. Resultat: sie muss zugegeben werden. Aber beim Wellenkragen? So wie das Bild aussieht nur knapp an der Kante. "Knip de buitenrand von de halsruchedegelen zonder naad" könnte das sagen.



Das ist dann die Stelle, wo ich mir ernsthaft überlege, meine Stapel von burdamoden durchzuwühlen und auf Altbewährtes zurückzugreifen.



Ich werde berichten.



Geschrieben von doro um 12:26 Uhr in Nähen

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Ketchupflasche auf der Burg


Dann will ich mal auf das angerissene Thema zurückkommen. Wir waren also auf der Ronneburg vergangenes Wochenende. Am Samstag kamen wir erst an, als es schon dunkel wurde und machten uns ein grobes Bild der Lage. Tja und das Augenfälligste waren die zwei großen Ketchup- und Senfflaschen aus Plastik mitten im Burghof direkt außen an den Tresen eines Wurstbrötchenstandes. Ich bin ja jetzt keine A-Fanatikerin, wenn es mir auch Spaß macht, mal dann und wann diesbezüglich ein Streit vom Zaun zu brechen ;-) ... aber musste das sein? Am Sonntag standen sie immer noch dort. Innerhalb der Burg waren leider auch ein paar Stände, die mit ihrem Angebot so nicht ganz ins Mittelalter passten. Marmorierte Plastikbaumkugeln in rosa, hellblau und pink? Ach nee!



Kein Wunder, wenn da ein Besucher dem anderen den Markt so erklärte: "Ei, des is wie in de Schtadd, nur e bisii uff äämlisch gemacht!"



Aber trotzdem. Der Minnesänger und Troubadour war im kleinen Burghof recht sangesfreudig. Das Musikertrio im inneren Burghof brillierte ganz ohne Dudelsack und Megatrommeln. Der große Markt außerhalb der Burgmauern war inspirierend. Mitgebracht habe ich mir diverse Borten für ein paar Traumkleider, Wolle, eine Anleitung auf Schwedisch und Hornnadel für Naalbinding, die neue Karfunkel, duftende Seifen, ein Mittelalterkochbuch, Filzwolle, schöne Bücher, ... einen Zweitkorb als Zugabe ... der Winter kann kommen.



Ich werde wiederkommen. Mit dem Raben Rudi im Korb. Er eignet sich als Kommunikationsmittel mit kleinen Kindern ... ach nein ... diesmal sprachen mich eher große Kinder über 20 darauf an :-)



Geschrieben von doro um 00:06 Uhr in Geschichte/n

Mittwoch, 6. Dezember 2006

30 Jahre Abi Oberstufenschule Bruchköbel


Oh Gott, bin ich alt ... sind wir alt! ... Für nächstes Jahr im Juni ist unsre Dreißigjahrfeier angekündigt. Mein heute noch bester Freund schickte mir schon vor über einem Monat die Einladung und eine Rückmeldeadresse. Vor einer halben Stunde habe ich mich mit meinen aktuellen Daten zurückgemeldet. Ich bin gespannt, wer kommt? alle über 120 Leute? wo sind mitlerweile die damaligen Mitschülerinnen und Mitschüler gelandet? erkenne ich überhaupt noch jemanden?



Zwischenzeitlich wünsche ich gutes Gelingen dem VOK (vorläufigen Organisationskomitee) ;-)



Geschrieben von doro um 00:20 Uhr in Allgemein

Dienstag, 5. Dezember 2006

Warum der Trend zum Zweitkorb geht ...


... oder warum der Rabe Rudi auf die Mittelaltermärkte mitgeht? ... Ist es tatsächlich schon soweit, daß mich Ketchupflaschen auf solchen Märkten nerven?



Oder warum wir lieber gestern die erste Hälfte (Standesamt) unsrer Silberhochzeit feierten und ich erst heute anfange die Wohnung adventlich zu schmücken? Und es nix ausmacht, wenn ich jedes Jahr auf meinen Fundus von Lieblingsstücken zurückgreife und Trends übergehe.



Oder über was soll ich heute schreiben?



Geschrieben von doro um 18:35 Uhr in Allgemein