Donnerstag, 19. April 2007
Pressekritik: Burda 4/2007 Modemagazin
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Warum man ein Editorial so mit großgeschriebenen Wörtern zerstückeln muß, erschließt sich mir nicht so recht. Ich muß das was vorgegeben ist schlucken.
Inhaltsverzeichnis: Auf zwei Seiten mit ganzseitiger Werbung dazwischen. Kein Unterschied mehr zu anderen Frauenmagazinen. *grübel* habe ich jetzt meine Burda in der Hand, oder vielleicht doch eine Elle, Freundin, Brigitte oder?
Auf Seite 8 geht es mit stylischen flower-power Modefotos los. Ich kann mich nicht so recht entscheiden was ich bewundern soll. Die schöne Wüstenlandschaft oder das Modell. Oder sollte ich gar die genähten Burdakleider ansehen? Nun gut, ich habe weder vor, so verrenkt rumzustehen oder -liegen, noch eine solche Figur.
Auf Seite 18 gibt es dann Accessoirs und Wohnungseinrichtung zum Thema. Will ich das jetzt sehen?
Thema Kontraste: zuerst muß ich mir ein paar Promis zum Thema anschauen. Die Modefotos werden nun im Studio mit großen weisslackierten Platten präsentiert ... blättere ich mal weiter ...
Highlight Gürtel: wieder bunt ... Promis zeigen wieder das Muß ... ich muß nicht :-)
Marine Look: schöne Männerschnitte.
Ab Seite 44 lauter Goldklunker ... weiterblättern ...
Rubrik Star&Style: ist da ein Schnitt von Burda dabei? Eine Schnittzeichnung finde ich nicht auf den Seiten. Nicht schlimm, denn so toll steht Frau Witt auch nicht das sog. sündige Schwarz und das Wickelkleid habe ich schon woanders gesehen.
Modeberatung mit Kaufmode ??? als ob Burda keine eigenen Sachen hätte.
Modethema Gaucho: schöne Farben, interessanter Stoffmix ... alles mitten in einer Steinwüste mit abgestorbenen Bäumen fotografiert. Krönender Abschluß die Tasche mit Schnitt.
Exklusiv-Design: interressiert mich heute nicht. Gab es jemals einen Top-Labelschnitt in meiner Kleidergröße?! ... weiterblättern ...
Hinweise auf's Internet ... Maßschnitt ...
Großstadt Safari: huch! da kommt meine Größe, die man natürlich dem Modell nicht ansieht. Ein Wickelkleid ... die Applikation kann ich ja weglassen ... schön, daß es mit den vergangenen Heften zusammen jetzt so eine Auswahl an Kleidern für Plusgrößen gibt. Der Blazer mit asymetrischem Verschluß gefällt mir auch. Rock und Hose haben Taschen, aber leider einen Gummizug hinten. Das Longhemd ist absolut nix für mich ... muß ja nicht.
Ein Artikel über Handtaschen ... Parfüm ... Farbe im Gesicht ... Beauty News ... Medizin ... Wellness Reise ... *blätter-blätter-blätter*
Stop! Kindermode: es geht jetzt wieder um Schnittmuster.
Kultur ... Horoskop ... hääää ... *Augen-reib* ... tatsächlich. Das auch noch ... Hilfe! kommt jetzt auch noch die Kochrezeptseite und die Seite "Frau Dr.Erna antwortet auf Lebensfragen"? ... *blätter*
Living ... finde ich schon ab und an ganz nett, aber da hat der Burdaverlag ein schöneres Monatsheft incl. Gartentipps zu diesem Thema.
Dann kommt die Vorschau. Kein Hinweis auf die Plusmode im Mai. Oder ich bin blind.
Wenn ich ehrlich bin, ist diese Art Modeheft genau das, was ich kaufe, wenn ich mit irgendwas unzufrieden bin. Schön zu blättern, bunt, ein Zeitvertreib, aber am Ende doch Zeit- und Geldverschwendung. Ich ärgere mich dann jedesmal.
Ich werde aber damit Leben können, wenn es zum Erhalt des beiligenden Schnittmusterheftes dient. Und ich muß dann wenigstens nicht Überflüssiges aufheben, wenn das so gut getrennt ist.
Mal sehen, was ich in einem Jahr dazu sage.

