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Freitag, 17. August 2007

Fertig

... jedenfalls sag ich einfach mal: "Fertig!" ... und es reicht. Taschen werden improvisiert. An alten abgetragenen Ledertaschen oder Gürteln Löcher eingeknippst. Passt schon.

Hier die Kombination der Kammerzofe aus edler Abstammung:

Kleid

Und da noch die Kopfbedeckung des Gelehrten:

Hut

Der Hut wurde eben gerade schon Probegetragen und passt haargenau. Es geht also, daß man jemanden das Massnehmen genauestens am Telefon erklären kann. Grundlage für den Hutschnitt war burda-Einzelschnitt 4103 Modell A/B - allerdings auf Gr.56 vergrößert und, da aus Filz, nur ganz knapp an der Kante genäht. Und schon geht der Kinderschnitt auch für Erwachsene.

Und nun wird das Nähchaos aufgeräumt und das Auto bepackt. Rumpenheim wir kommen.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 23:02 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Sie fahren schon los

... und ich bin noch nicht fertig. Es steht noch die Verzierung eines Übergewands und eine Kopfbedeckung aus ... und Gürteltaschen wären nett.

Hier das Kleid des Gelehrten, welcher schon im Orient war:

Modell Ephraim

und das Mönchsgewand von hinten:

Mönch

Bei den Borten oben im Bild  habe ich Briefecken gemacht, aber ich denke, daß niemand im Mittelalter so verschwenderisch war. Logischer wäre stumpfes Ansetzen. Jetzt fehlt mir etwa zehn cm Borte. Ich werde eine Lücke lassen müssen.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 15:21 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 15. August 2007

Dessous

... die neuesten Modelle aus dem Hause Kemmenatenschreck sind eingetroffen. Da wird nichts gepusht oder weggeklemmt. Für die schöne Optik ist der Miniaturenmaler zuständig.

Unterkleid

Schön lässig für den Herrn. Eine Bruche passt noch darunter. Das Damenmodell ist etwas länger, die Arme enger und der Halsausschnitt kleiner. Da nur der Mann die Hosen an hat, schnürt kein Beinauschnitt und um die Taille ist es bequem.

Übrigends ist die Mönchskutte ist auch fertig und baumelt auf der Wäscheleine.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 13:50 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Dienstag, 14. August 2007

Tunicam facere militare est ...

... frei nach Seneca: "Vivere militare est" (Zu leben heißt zu kämpfen) ... oder der Stoffkampf für eine Tunika.

Ich habe gesiegt.

Der Gelehrte darf schwarz tragen. Schließlich ist er Alchimist der electronischen Sendboten.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 18:30 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Montag, 13. August 2007

Bericht aus der Kemenate am hinteren Burggraben:

Das zieht sich ... bisher sind erst die zwei Unterkleider fertig. Den schwarzgrauen Stoff kann man drehen und wenden, wie man will. Auch wenn, nur wie bei dem Stand üblich, eine Gêre rechts und links eingenäht wird, ist eine Mönchkutte doch eher für Beleibte gedacht.

So muß nun für den gelehrten Herrn, der auch des Lateins mächtig, zum Tuch gegriffen werden, das eine edlere Farbe hat. In den Gemächern hofft man, daß es genehm sein wird.

Auf denn.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 23:56 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Freitag, 10. August 2007

Kommentarlos ...

bleibt die Sache hier, habe ich vorhin im ICQ erfahren. 

Warum? Ich bin sicher, nichts verstellt zu haben. Soeben habe ich auch versucht einen Kommentar zu senden. Schreiben geht ... nach dem Absenden tut sich nix. Unter "manage entries" ist nichts zu finden. Sollte ja auch nicht. Hätte aber sein können. 

Liegt es an meinem Browser? Galeon unter debian Linux (JavaScript ist gerade an)? 

Wer ist so nett und testet mal mit. 

 

 

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 22:25 Uhr in Allgemein

Dienstag, 7. August 2007

Ablassbriefe für Nähsünden im Mittelalter...

... hat es sowas gegeben? Vorsorglich habe ich einen als gesittete Dame bei der Kathedrale in Beilstein gekauft. Auf daß ich nicht ewiglich im Fegefeuer wegen Missetaten und Verbrechen an der authentischer Näherei im Fegefeuer schmoren muß.

So kann ich jetzt im reinen und unschuldigen Zustand zurück an die heimische Nähmaschine.

Also ... die Kleiderschnitte sind rausgemacht. Im Prinzip unterscheiden sie sich nur in einer geringen Weitendifferenz bei Vorder und Rückteil und etwas bei der Länge. Diese sind ja nur gerade Teile. Egal, ob für Frau oder Mann. Eingesetzte Stoffkeile an den Seiten oder gar in der Mitte geben Weite und Gestaltung. Ich habe jede Gewandung mit verschiedenen Buntstiften aufgezeichnet, sonst verwechsele ich am Ende noch die dazugehörenden Gêren oder Ärmel. Auch das Mönchsgewand wird an den Seiten Gêren haben. Allerdings nicht erst ab Taille, sondern schon weiter oben beginnend. Eine übliche Vorgehensweise und stoffsparend. Jetzt schneide ich gerade die Stoffe zu.

Achje ... fragt mich doch jetzt nicht, ob der Schnitt 1150 oder 1250 üblich war. Ich werde bei nächster Gelegenheit nochmal einen Ablassbrief kaufen.

Da fällt mir ein, es gibt einen fast authentischen Schnitt NR.7977 von Burda. Höllenfenster gab es aber erst Ende des 13.Jhd.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 16:26 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Donnerstag, 2. August 2007

Zwischenstation auf Burg Hohenbeilstein

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Magd ist noch nicht hier angelangt. Ihre jetzigen Herrschaften an der Universität lassen sie nicht ziehen. Der Gelehrte aus der schönen Stauferstadt an der Rems geht seinen Studien nach. Die Kammerzofe möchte kein allzu prunkvolles Kleid. Aber was will sie tun, wenn ihre Herrschaft ihr eins schenkt? Angezogen wird, was da ist. Zofen sind zum Aufbrauchen da. Es kann doch nichts verkommen. Laut letzten Infos verträgt der Mönch auf seiner blosen Haut keine Wolle. Das kratzt angeblich. Und? ... woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Büßergewand"? Keine Angst /images/emoticons/mozilla_laughing.gif

Auf der Burg Hohenbeilstein sind kommendes Wochenende Musiker, Gaukler und Händler zu Gange. Ein größeres Fest, denn die Burgherrin hat Jubiläum. So zieht nun das Stauferpaar morgen alleine los.

Beim Blick zum Himmel wird klar, daß all die feinen Gewänder durchnässt werden könnten und bei Minnediensten und Tädeleien appetitliches Erscheinen schicklicher wäre. Also die große Reisekiste packen. Aber wie wasserdicht machen, für den Fall, daß sie im Regen nachts neben der Kutsche stehen muß? Bisher war es nur eine hölzerne Überseekiste die vor bestimmt 80 Jahren über Marseille irgendwo nach Afrika und zurück ging.

Reiseproviant für drei Tage muß noch erstanden werden: Brot, Käse, Rettiche, Karotten, Äpfel, Nüsse, Trockenfrüchte ... einen Bogen um Tomaten und Paprika machen. Drei Tage nur mit Ritterteller, Lauchsalat, Met und Kardamommocca leben, ist zu heftig. Zwei Wasserkanister zum Waschen und Trinkwasser. Beim Wasser machen wir keine mittelalterlichen Experimente. Noch was vergessen?

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 15:38 Uhr in Geschichte/n

Mittwoch, 1. August 2007

Staufer unterwegs

Jetzt wird es ernst. Stoffe und Borten sind gesichtet. Eine Warnung vorweg: authentisch wird das Ganze nicht sein.

Bisher sind schon bekannt:

Stauferpaar

das staufische Paar (hier im Odenwald; der Minnesänger himmelt brettchenwebende Dame an)

die Magd wird aus einer Hansestadt anreisen:

Magd

Jetzt fehlt der Gelehrte. Langärmeliges Unterkleid bis Knöchel aus naturfarbenes Wasweißich (altes Bettzeug oder Nessel). Darüber Tunika fast schwarz mit Reitschlitz und den Borten auf dem Bild. Falls der Stoff reicht mit Ärmel.

Stoff Gelehrter

Bei der Zofe ist ein blaues Übergewand angedacht. Bei den Borten entscheide ich mich während der Fertigstellung.

Stoff Zofe

Für den Mönch habe ich eine dunkelbraune Woll-Gugel und einen Hanfstrick (Gürtel). Das Mönchsgewand entsteht aus dem gleichen Stoff, wie das Gewand des Gelehrten.

Damit es schneller von der Hand geht "Cantus Buranus" auf volle Lautstärke gedreht.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 16:10 Uhr in Gewandungen und Kostüme