Montag, 15. Oktober 2007
Lange Kunstnacht
Fährt meine Blognachbarin extra nach Paris, um dort schlaflos zu wandeln, tritt man bei uns nur vor die Tür. Diesmal war am Samstag trockenes Wetter und ich hatte zum Glück ein freies Wochenende. In der Innenstadt gab es zwischen 18 und 1 Uhr mehrere offene Ateliers, Galerien und Museen. Dabei waren u.a. die Hochschule für Gestaltung, die Akademie der Künste, Kunstvereine, Kunstforum, Goethe-Institut und viele mehr. Es gab Instalationen, Musik, Performance, Videoinstalationen u.v.m. neben allem was sonst an Bildern und Skulpturen zu sehen ist. ... treppauf - treppab
Von weitem hörte ich schon die Kettensäge eines bekannten Feuerkünstlers, also zog es uns zur Großen Treppe und wir kamen gerade rechtzeitig zu einer gut eine dreiviertel Stunde dauernden Performance "Gloryfire".
Feuer brannte in Körben und eingesägten Baumstämmen. Die Scheinwerfer bewegten sich und strahlten blau oder rot oder grün. Es roch nach Rauch. Es gab einen riesen Gong und fünf große Trommeln. Archaisches Trommeln, Feuershow mit Fackeln, Kugeln an Schnüren, Feuerrad, sekundenkurze aufschießende Feuersäulen waren choreographisch aufeinander abgestimmt. Die ganze Performance hatte mehrere Abschnitte mit einigen Höhepunkten und fesselte eine große Menschenmenge. Das Ende mündete in ein kleines Feuerwerk.
Wir liefen weiter an einer Instalation aus Lichtschnüren vorbei. Hier durfte das Publikum nachtleuchtende Bälle in einen Ring mit Netz werfen. Die Gassen waren voller Leute. In einem Museum hörten wir Rockmusik einer Schülerband. Dummerweise hatte der Museumsshop Bücher.

Gesang aus dem Park war durch die Dunkelheit zu hören und Lichtkunstprojektionen an Fachwerkfassaden zu bewundern.

Weiter ging es über den Roten Steg an 12 Stationen audiovisueller Installationen vorbei. Diese habe ich allerdings nicht so verstanden. Aber das muß ja nicht sein.
Dann die Steigung und Treppen zum Würth-Museum hoch. Die Edvard-Munch-Ausstellung heben wir uns für später tagsüber auf und gingen lieber nebenan in die Akademie der Künste. Interessante Semesterarbeiten und Skizzen lagen auf den Tischen.
Danach ging es nochmal eine Treppe durch die Gassen weiter zu eine der ältesten Kirchen Halls St-Katharina: hier ein Orgelkonzert mit hauptsächlich Barockmusik.
Und dann war es fast schon 0 Uhr und die Kälte zu spüren. Nochmal schnell herunter zum Kocherlauf in den Park. "Song from a Tree" mit Gesang, Trommel und Tanz. Das Licht zeigte die Stoffstrukturen der Kostüme so, wie ich sie nicht auf der Kamera dokumentieren kann.
Dann hatten wir Hunger. Nach der türkischen Leckerei war leider die Nacht vorbei. Wir hatten nur ein Bruchteil sehen können. Jetzt bin ich gespannt was 2008 zu bestaunen sein wird.

