Sonntag, 10. Februar 2008
Werbung? Information? Informationsüberfluss?
« Ich gehe in den Sandkasten | Hauptseite | sinnvoll verprassen und schwelgen »Ganze Industrien leben davon, es uns Hobbyschneiderinnen leicht zu machen, aber wird das Nähen wirklich leichter? Gierig Neuheiten mitbekommen. Vergeblich im hiesigen Einzelhandel danach suchen. Soll es so sein? ... diese Zeitverschwendung! Ich kenne ja schon die übliche Antwort: "Kennen wir nicht. Führen wir nicht."
O.k., vieles gucke ich mir eh nur an, und wenn es unhandlich oder für meine Zwecke unrentabel ist, dann bleibt es im Laden. Handwerkszeug muss ja gut in der Hand liegen, und was soll ich dann mit einer Internetbestellung?
Und geht es mit Neuheiten wirklich immer besser? Das Handling muss ich mir ja auch erst mal aneignen. Lieber ein Klebestift oder ein Klebefilm für den Reißverschluss? Warum eigentlich keine Stecknadeln, oder mal heften? Sind die alten Tipps wirklich so schlecht? Kein Stift trocknet ein, die Nadeln sind nicht mit Klebstoff verschmiert, das Bügeleisen bleibt sauber.
Und wer braucht wirklich den Maschinenpark? Kann man nicht auch einfacher nähen? Wegen drei T-Shirts eine Coverlock kaufen, wenn man eh diese sichtbaren Nähte nicht überall sehen will? Ich bin ja kein Dauerjogger, der ständig im Fitnessdress unterwegs ist.
Als ich noch meine uncomputerisierte Nähmaschine ohne Knopflochautomatik, die lediglich gerade, Zickzack und den dreigeteilten ZickZack (das war der übliche Elastikstich damals) hatte, besaß, nähte ich auch. Mit einiger Übung und einigen Streifen Zeitungspapier, manchmal Seidenpapier ging auch stretchiger Nicky, Samt und dünner Batist zu bewältigen.
Es gibt ein Nähen jenseits von all den verzichtbaren Regalfüllern. Am Wochenende ist eh kein Kurzwarenhandel offen, und wir greifen gerne auf Altbewährtes zurück, oder?
Liebe Doro, es sind Angebote, die man nutzen kann, aber den eigenen Kopf zu gebrauchen oder etwas mehr Zeit und Alternativen zu suchen, entwerten jene nicht. Wir waren Samstag bei Zamba im Keller zum Nähen. Chaospia hatte eine reizende Applikation vorbereitet und kein Stickvlies zum ausreißen dabei, um es unter den Stoff zu legen, da jener leicht elastisch war. Küchenkrepp ;) tuts auch. Zamba hat eine Stickmaschine. Zum Teststicken nimmt die Windelvlies aus der Drogerie. Die Kurzwarenhändlerin empfahl es. Viele Neuheiten enstehen, weil wir eben auch Bedürfnisse anmelden und die Fantasie - was kann man alternativ nutzen, verkümmert. In Deinem Fall würde ich einmal die Hersteller anschreiben und darum bitten, den Bereich Schwäbisch Hall mit kompetenten, engagierten Vertretern zu bereisen, die dann beim Handel zeigen, was man wie macht. Denn es ist ja deren Entscheidung, einzukaufen um anbieten zu können. Der Hersteller würde es gern verkaufen, denn er lebt ja davon. Man sagt ja, was der Bauer nicht kennt... das futtert er nicht. Im übertragenen Sinne: Was der Kurzwarenhändler nicht kennt, das verkauft er nicht. Also muss man ihm klar machen, was er damit versäumt. An Umsatz, an zufriedenen Kunden und an Wissen über den Markt. Ich wünsche Dir weniger frustrierenden Einkausfmomente und einen wunderschönen Wochenanfang! Liebe Grüße Anne
Sorry, ich bin spät dran, aber ich glaube was Material-Purismus angeht, können wr uns die Hände reichen. Ich habe zwar eine Overlock, aber weil die dauernd kaputt ist versäubere ich mit Zickzack, geht auch. Und meine Nähmaschine ist eine Pfaff 260, die läuft schon unter antik. Ich werde ja auch nicht müde zu erzählen, was ich damit mache, eben um zu zeigen: Es GEHT! Als die profesionelle Stickerin in der Nähe auf meine Anfrage mit ein handtuch zu beschriften nicht reagierte, habe ich den Namen mit der Pfaff draufgestickt, das klappt wunderbar. Ohne die Geräte muss man mehr mit der hand machen, das loegt nicht jedem. Und mit meiner Pfaff sticke ich keine 5-farbigen Bilder. Aaaaber, WENN ich mal sowas haben will (wahrscheinlich nie!) dann nehme ich den Stickrahmen und eine nadel und meine Hände. Ich bin von der "ich brauch nicht viel Werkzeug"-Fraktion. Ich habe in letzter Zeit einiges gekauft, ja, aber zum Spaß. Mehr wie "Lifestyle"-Produkte! Brauchen tue ich die nicht. Was ich brauche, das ist Material. Stoff, Wolle. Ohne die geht es nicht, und das ist meine Schwachstelle. Darum wird die Industrie auch nicht arm wegen Leute wie mir, im Gegenteil. Und alle sind glücklich. Bärbel
Ach Doro, das kann ich gut verstehen. Mir ist diese technische Hochrüstung auch suspekt. Eine Maschine muss nicht alles können, wenige Stiche, die aber in sehr guter Qualität- das ist es. Die Nähma muss problemlos laufen. Bärbels Pfaff ist da das beste Beispiel. Meine Mutter hat sie auch, und jedesmal, wenn ich bei ihr ein paar Nähte setze, bin ich begeistert von der Präzision. Die neuen Maschinen sind schrecklich anfällig. Das höchste der Nähgefühle wäre eine Nadeltransportmaschine. Ein Stich, und der supersauber. grüße von griselda
Hi, das geht mir weitgehend auch so, dass ich alles nicht nötig finde. Auch die ganzen Hilfsvliese. Stecknadeln und gut is ;) Hab auch nicht so den 100%-Anspruch, 99% reichen 8), außerdem sticke ich aber auch nicht. Ich nähe ja zum Entspannen, deshalb konnte ich mich auch noch nicht entschließen, eine laute und super schnelle Ovi zu kaufen. Manchmal (selten) sehne ich mich danach... Habe allerdings Zeiten (1x pro Monat bis 1x täglich..), wo ich gern Frustkäufe mache. das ist dann schon im Nähkurzwarenbereich und keine teuren Kosmetiktrallalasachen 8) Hmm, und da ich PW mache, komme ich auch immer in Versuchung, welche von den super schönen Stöffchen mit zu nehmen (...), die meine Pwhändlerin gemeinerweise immer vorrätig hat 8) So gesehen tue ich schon meine Pflicht, was die Wirtschaft betrifft ;) Liebe Grüße!


Ich habe auch schon immer genäht. Früher auf der alzen Tretmaschine meiner Mutter. Ich war schon froh, als meine Oma mir ihre elektrische Maschine vererbt hat. Als die kaputt war, habe ich mir eine Maschine mit u.a. Knopflochautomatik gekauft. Was würde ich darum geben, wenn die Knopflochautomatik auch gehen würde ;-). Jetzt hätte ich gerne eine Näh/Stickmaschine. Ich finde es schon schön, dass wir heute so viele Möglichkeiten haben. Wir müssen sie nicht nutzen, aber wir können. Was sich aber trotz der Hilfsmittel NICHT geändert hat: Wir brauchen immer noch unsere Kreativität. LG Patricia