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Donnerstag, 19. Juni 2008

Frau sollte niemals nie sagen

... oder Bärbel ist schuld /images/emoticons/mozilla_smile.gif

  ... seit ich bei meinen Eltern auszog habe ich keine Schürzen mehr getragen. Das ist also schon ein paar Ewigkeiten her.  Aber als ich diese Jeansschürzen von der Creativa sah, wollte ich doch mal eine. Und zwar eine mit vier Taschen,  um sie zur Arbeit zu tragen. Jetzt war eine Jeans so weit kaputt, dass ich sie zerlegen konnte.

Das Hinterteil ist nun vor dem Bauch. Vorne und an den Seitennähten setzte ich Keile ein. Ich weihte zum ersten mal meinen Ruffler ein ... ein paar Zierstiche in orange und grün und in meiner Sammlung fand sich eine echte Prilblume aus den 70ern ...

und nun .... einmal von vorne:

Schürze vorne

 und von der Seite:

Schürze von der Seite

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 20:20 Uhr in Nähen

Freitag, 6. Juni 2008

Das Probehemd ist fertig

... und geht jetzt gerade mal über das Knie. Also reichlich genug, wenn es bei Bewegungen nicht stören soll.

Hemd

 Die Lösung mit dem Ärmelerweiterungskeilen am Hinterarm finde ich geschickt. Vorne sieht man keine Naht und hinten ergibt das eine angenehme  Bewegungsweite. Die Armnaht läuft  auch fast mittig am Hinterarm und die Armverjüngung zum Armsaum hin ergibt genau am Ellenbogen den Knick. Das trägt sich auch einfach besser, als die Tuniken des Frühmittelalters bei denen höchstens Erweiterungsecken unter der Achsel eingesetzt wurden.

Keil

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 19:58 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 4. Juni 2008

wieviel ROT verträgt das Mittelalter?

wieviel ROT verträgt das Mittelalter?

Schon lange wartet die Überseekiste einer früheren Nachbarin auf einen Anstrich. Die Kiste soll mit ins Mittelater, da wir ein Möbelstück zur Aufbewarung und zum Hinsetzen brauchen. Bei dieser Kiste geht die alte Farbe wohl nie ganz abzuschleifen und so dachte ich, ich mache das mal fix. Irgendwas wird schon der Keller hergeben. Irgend ein braun, dunkles ochsenblutrot oder zur Not schwarz. Aber weit gefehlt. Ein Legorot war aufzufinden und Fensterweiss. Und nun? Doch nicht etwa ROSA oder was?

Muster? weiss-rot gestreift? Hört sich nach Arbeit an und geht nicht fix.

Dann gehe ich mal davon aus, dass man, wenn man es sich leisten konnte,  die Kleidung  recht knallig einfärbte .... genauso, wie Herrschaften schon mal gerne bis zur Ungeniessbarkeit Pfeffer und Nelken ins Essen kippen liesen. Was man hat, kann man zeigen /images/emoticons/mozilla_smile.gif

Ob wir damit rein dürfen?
Truhe
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 17:52 Uhr in Geschichte/n

Hemd des hl. Ludwig - Armbündchen als Hinweis

Nun denn, das Hemd ist zugeschnitten. Webbreite (Elle 80cm) im Bruch an den Schultern, damit es keine Schulternaht gibt. Links oben sieht man aufgeklappt das Eck, das für den Halsauschnitt entfernt wurde. Unten ist die Gere abgeschnitten, die dann mittig vorne und hinte eingesetzt wird (eine der Gêren besteht dann aus zwei Teilen). Rechts unten der kleine Abschnitt ist genau wie das kleine Stückchen für den Halsausschnitt oben links der ganze Abfall. Geniale Idee, oder? Hemdlänge geht hier von einer Elle zu 70cm aus.

Hemd Rumpf

 Der Zuschnitt des Ärmels; die Schnittverengung zum Armbündchen hin ist als eingesetzte Gêre oben am Hinterarm gedacht. Es gibt einige Literaturhinweise. dass im 12.Jahrhundert diese Armerweiterung auf der Armrückseite war und auch die Armnaht selbst.
Arm 1

 hier ist die Armerweiterung angenäht. Ein Test mit den Händen meines Mannes ergab, dass eine Ellenlänge von 80 cm anzunehmen ist, da sonst eine Männerhand nicht durchpasst. Jedenfalls so passt sie nicht durch die Öffnung. Ich werde den Ärmel kürzen müssen.  Auch wenn ich die Abschnitte das nächste mal etwas kleiner zuschneide, wird der Hemdärmel  bei einer Elle von 60 viel zu eng sein.

Arm 2

 Und wenn ich jetzt von einer Elle zu 80 ausgehe, könnte ich mir sogar diese ursprüngliche Länge gut vorstellen. So wie der Hl.Ludwig hier dargestellt ist, kann er das Hemd gut lang tragen. Ein arbeitender Bauer braucht es aber kürzer.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 15:48 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Dienstag, 3. Juni 2008

Hemd des hl. Ludwig

... oder wie lang war eine Elle  wirklich?

 Am Wochenende habe ich mit meiner neuen Bronzenadel weitergenäht und die Bruche ist bald fertig. Nun bin ich zwischenzeitlich aber gefragt worden, ob wir Gewandung verleihen könnten. Nunja, doch wenig, aber ich bräuchte ein Probehemd von einer Rekonstruktion eines bäuerlichen Leinenhemdes angelehnt an das Hemd des heiligen Ludwigs (A. Sturm in Karfunkel 71).

Annahme, die Webbreite ist eine Elle (Saumweite ohne eingesetzte Gêre in der Mitte) und Hemdlänge von Schulter zu Saum gut anderthalb Ellen lang, dann würde das Hemd 120 lang beim bayrischen Mass. Das erscheint mir als kurzes Hemd etwas lang. Bei der Hypothese von 60cm = 1 Elle, würde das Hemd immer noch gut 90 cm lang werden. Das ist reichlich und die Bruche wäre auch verdeckt.

Unlogisch ist, dass die Webbreite des Bauernleinens 80cm  beträgt. Diese Breite ist ja auch geschickt bei Männern mit Schultern. Da es üblich war ohne Verschnitt zu arbeiten (also die volle Breite ausgenutzt wurda)  und diese Webbreite oft auch als Elle angegeben wird. Somit wären wir wieder an dem erbsenzählerischen A hängengeblieben. Das gibt einfach nur Knoten im Kopf.

Letztendlich zerschneide ich mal das Ikeapseudoleinen, als hätte es die Webbreite meinen Bauerleinens und jongliere die Hemdlänge auf tragbar. Einmal Elle lang, einmal Elle kurz ...

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 19:51 Uhr in Gewandungen und Kostüme