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Freitag, 29. Mai 2009

Der Gaukler wird heiraten

Vor drei oder vier Jahren  ... ich glaube es waren vier ... zog  ein Gaukler in rotem Gewand und vielen Glöckchen bei uns ein. Jedes Jahr an Pfingsten mussten ich danach zur Brautschau nach Rothenburg o.d.Tauber zum Marionettenschnitzer. Nichts zu machen.

Heute guckten mich zwei schöne blaue Augen von der  hinteren Reihe heraus an. Das war sie. Sie kam mit. Sie wird bleiben.

Katharina

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 21:37 Uhr in Geschichte/n

Dienstag, 28. April 2009

nur vorbeigehen? nur von weitem gucken?

... dann doch endlich mal die zwei Schritte noch vorne zum Zelt der Musikanten von Adventon gehen. Dudelsack, Laute und Hümmelchen sind nun mal keine Instrumente, die man an einer  normalen Musikschule mal testen kann.

Adventon Musiker

Ostersonntag in Adventon

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 11:03 Uhr in Geschichte/n

Sonntag, 1. Februar 2009

Ausrasten in Fellbach

 ... war gestern die Aufforderung des Sängers von Cultus Ferox. Aber warum eigentlich? Gibt es einen Grund?

Es war der erste Markt in diesem Jahr. Ich habe endlich mal gesehen wer oder was der Kalvus (der mit den Glaskugeln) ist. Genial.  Cultus Ferox hatten nicht nur Wums, sondern auch melodiöse Stücke. Und Rairda & Poeta  waren eine gute Ergänzung zum Programm und das nicht nur auf der Bühne.

Traumhafter Diamantköper aus cremefarbener Wolle  haben meine Begehrlichkeit geweckt. Aber bei dem Preis, wenn auch gerechtfertigt, muss ich noch genau wissen, was ich daraus nähe. Im 12. Jahrhundert war er bei den Staufern nicht mehr in und die Maße für eine Überbluse hatte ich nicht parat. Ein Wollkleid wäre auch daraus schön. Dieser Stoff fällt  durch seine Webart genial und ist  recht selten zu finden. Visitenkarte habe ich natürlich von der Sagenschneiderey eingesteckt.

Bei der Schmiede- und Böttcherware habe ich mich auch herumgetrieben, mich aber dann doch nicht so entscheiden können. Und wenn ich mal mit dem Brettchenweben weiter bin, wünsche ich mir Utensilien aus Knochen. Aber ob das jemals so weit kommt?

Ich habe die Idee für einen Muff gefunden. Es gab einen so wunderschönen aus Kunstfell mit außen (keltischer oder Wikinger) Stickereien und altem Textilmaterial. Ich werde mir ein Motiv aus einer Liederhandschrift des 12. Jahrhunderts suchen. Das passt eher zu mir. Auch im 21. Jahrhundert.  Und überhaupt hatte dieser Stand nicht den üblichen Kleiderkram. So viele Handstickereien. So schön. Mein Traummantel hätte nur 200 Euro gekostet. Ob da jemand was dran verdient?

Und sonst? Die übliche Leute getroffen, die man auch während des Sommers trifft. Schwätzchen gehalten. Erfahren, dass ich meine Knöpfe aus Eibe  auf Hohenneuffen diesen Sommer  oben auf der Burg bekomme.

Fazit: nun noch mal fix einiges nähen; auch mit der Hand. Und dann kann es Frühling werden und die Freiluftsaison beginnen.
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 17:41 Uhr in Geschichte/n

Montag, 5. Januar 2009

Oma Hanna

... zum Anfassen und Erinnern.

Meine Oma wurde 1907 geboren und ist schon lange tot. Wenn ich als Kind unten auf dem Sofa saß, schaute ich beim Öffnen des Küchenschranks immer mit zu. Es gab dort auch Dinge drin  für gut oder besondere Gelegenheiten. So diese Teekanne

Teekanne

 So weit ich weiß, habe ich daraus noch nie Tee eingeschenkt bekommen. Aber ich kann mich an das Brühen des Tees erinnern. Tee für Erwachsene.  Diese Kanne aus Steingut war schon immer faszinierend. Besonders die Farbe und diese Glasur darüber.

Jetzt steht sie in unserem Haushalt und ich freue mich darauf meinen  ersten Tee darin auf zu gießen.

PS: Ich bekam gesagt, dass es Jugendstil sein könnte, aber sicher bin ich mir nicht. Wer weiß näheres?

PSS: Und das Muster  erinnert mich an Viskosestoffe.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 10:36 Uhr in Geschichte/n

Samstag, 4. Oktober 2008

beinahe im Film

... aber nur beinahe, hätte man zwei Kostüme von mir  in "Zwölf Meter ohne Kopf" sehen können.  Jetzt machen die zwei Komparsen nicht mit.
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 18:42 Uhr in Geschichte/n

Montag, 25. August 2008

Deplatziert auf Burg Hohenneuffen

Trotz nasskaltem Wetter waren wir am Samstag auf der Burg. Wir bemühten uns einigermaßen mittelalterlich angezogen zu kommen. Immerhin bleiben mehr Fragen zur Herstellung authentischer Gewänder offen, als dass sie jemand beantworten kann.  Dass Touristen in Jeans und Regenjäckchen frieren, da sie die Vorzüge von Wolle nicht kennen, das ist zu erwarten. Letztes Jahr  holte man sich schließlich um die gleiche Zeit einen Sonnenbrand. Wer schon einmal dort war, weiß, dass unten der Handwerkermarkt ist und danach, auf halben Weg nach oben,  der Wegzoll kassiert wird.

Wer aber denkt, nun würde es so richtig interessant, wird doch etwas enttäuscht. Okay Musik und Gaukler sind oben und auch die Toiletten (etwas arg eng für Leute mit Gewandung).  Man findet Leute, die authentisch lagern und auch einen Wikinger mit authentischer Ware u.a. wunderbar pflanzen gefärbten Beinwickeln. Aber dann? Die Essensauswahl ist etwas lieblos und hat so garnix mit Mittelalter zu tun (Kartoffelsalat, Tomaten-Mozarellabrötchen, panierte Schnitzel...). Da lohnt es sich nicht zeitgemäß das Essen in den eigenen Holzteller füllen zu lassen. Schade.

Und wenn ich  schon oben bin, gucke ich mir auch die Stände an. Irritierend ... der Räucherstäbchenstand erinnert mich eher an einen Indienbasar in einer Fußgängerzone ... der Kräuterstand hat die Sachen im Angebot und auch genauso so verpackt, die auch mein Naturkostladen vor Ort hat. Und zudem wird auch Aztekentrank (Schokoladenpulver) verkauft. Ist immer noch nicht bekannt, dass die Zeitgrenze zur Neuzeit die Entdeckung Amerikas war?  Ich kam mir arg deplatziert vor. Der Eintritt ist mir dann doch etwas zu hoch, nur um Toilette zu nutzen und etwas in den leeren Magen zu bekommen.

Etwas entschädigt hat  dann uns der Aufenthalt  auf dem unteren Handwerkermarkt. Klaus, der Schmied, bei dem wir uns einen Dreibein zum Kochen vorgemerkt haben. Lederwaren, die von der Auswahl her bestimmt alle Moderichtungen der  1000 Jahre Mittelalter abdecken. Korbwaren, Stoffe, Gewandungen (naja Prunkgewänder aus Dekostoffen für edle Herrschaften), Schuhe, Messer, Scherenschleifer, Löffelschnitzer, Knopfhersteller....

Jetzt ist unser Hausstand um ein authentisches Koch- und Universalmesser und zwei Holzlöffel erweitert worden.  Für das 21. Jahrhundert nahmen wir Eibenholzknöpfe und  Rosen- und Himbeerlikör mit (für Erbsenzähler: Brandwein gab es im Mittelalter noch nicht).  Ein bisschen wurmt mich, dass ich nicht ein paar Meterchen Wollstoff mitnahm.
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 13:00 Uhr in Geschichte/n

Dienstag, 19. August 2008

Ich bin versumpft

... bzw. war in der Lehmgrube bevor ich diese philosophischen Gedanken hier rein setzte.

Füsse

 Einen Tag lang arbeiten, Neues lernen und erfahren, ganz ohne Uhr,  und danach ein Ergebnis sehen, ist für mich Urlaub vom Alltag.

Lehmgrube

 Um zwei Helfer

Helfer

 und den Bauherren

Flo

 mit dem Lehm-Stroh-Gemisch zu beschäftigen muss man sich schon ganz schön ran halten. Demnächst werden wir noch mal bei der letzten Schicht außen helfen. Dann dürfen die Hühner dort einziehen.

 

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 10:48 Uhr in Geschichte/n

Mittwoch, 4. Juni 2008

wieviel ROT verträgt das Mittelalter?

wieviel ROT verträgt das Mittelalter?

Schon lange wartet die Überseekiste einer früheren Nachbarin auf einen Anstrich. Die Kiste soll mit ins Mittelater, da wir ein Möbelstück zur Aufbewarung und zum Hinsetzen brauchen. Bei dieser Kiste geht die alte Farbe wohl nie ganz abzuschleifen und so dachte ich, ich mache das mal fix. Irgendwas wird schon der Keller hergeben. Irgend ein braun, dunkles ochsenblutrot oder zur Not schwarz. Aber weit gefehlt. Ein Legorot war aufzufinden und Fensterweiss. Und nun? Doch nicht etwa ROSA oder was?

Muster? weiss-rot gestreift? Hört sich nach Arbeit an und geht nicht fix.

Dann gehe ich mal davon aus, dass man, wenn man es sich leisten konnte,  die Kleidung  recht knallig einfärbte .... genauso, wie Herrschaften schon mal gerne bis zur Ungeniessbarkeit Pfeffer und Nelken ins Essen kippen liesen. Was man hat, kann man zeigen /images/emoticons/mozilla_smile.gif

Ob wir damit rein dürfen?
Truhe
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 17:52 Uhr in Geschichte/n

Samstag, 12. April 2008

Nostalgie

Bevor ich in der Schule Handarbeiten hatte,  nähte ich schon  zuhause. Natürlich mit der Hand. In der Erinnerung sehe ich immer das Nadelmäppchen mit den nähenden Mädels vor meinen Augen:

Nesthäkchen Prym

 Nach dem Nähen steckte ich immer wieder die Nadel dorthinein zurück. Falls das Fädchen nicht aufgebracht war, blieb es im Öhr für ein  nächstes mal.

innen

 Vor einigen Jahren gab es dieses Mäppchen von Prym noch zu kaufen und ich musste es aus Nostalgiegründen erstehen. Die letzten Tage ist es wieder in meine Hände gefallen. Eigentlich zu schade, um es aufzubrachen, oder?

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 23:17 Uhr in Geschichte/n

Dienstag, 25. September 2007

Gerüchteküche

Wenn man bei Mittelaltermärkten über Nacht bleibt, kann man so manches erfahren. Tags schaut man dem Alchimisten beim Goldmachen zu:

Alchimist

Aber weg vom Touristentrubel erfährt man so machne Geheimnisse, wie  das, daß Kirschbier schwanger macht. Und des Nachts beim Badehaus, als mein Barde auf dem Scheitholz spielte, wurde uns die neueste Wikingerausgrabung präsentiert. Wikinger hatten doch Hörner am Helm:

Wikihelm

Wie sonst konnten sie ihre Besäufnisse so erfolgreich abhalten? Ein Horn immer voll. Eins, das man gerade leert /images/emoticons/mozilla_laughing.gif
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 23:13 Uhr in Geschichte/n

Donnerstag, 2. August 2007

Zwischenstation auf Burg Hohenbeilstein

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Magd ist noch nicht hier angelangt. Ihre jetzigen Herrschaften an der Universität lassen sie nicht ziehen. Der Gelehrte aus der schönen Stauferstadt an der Rems geht seinen Studien nach. Die Kammerzofe möchte kein allzu prunkvolles Kleid. Aber was will sie tun, wenn ihre Herrschaft ihr eins schenkt? Angezogen wird, was da ist. Zofen sind zum Aufbrauchen da. Es kann doch nichts verkommen. Laut letzten Infos verträgt der Mönch auf seiner blosen Haut keine Wolle. Das kratzt angeblich. Und? ... woher kommt eigentlich die Bezeichnung "Büßergewand"? Keine Angst /images/emoticons/mozilla_laughing.gif

Auf der Burg Hohenbeilstein sind kommendes Wochenende Musiker, Gaukler und Händler zu Gange. Ein größeres Fest, denn die Burgherrin hat Jubiläum. So zieht nun das Stauferpaar morgen alleine los.

Beim Blick zum Himmel wird klar, daß all die feinen Gewänder durchnässt werden könnten und bei Minnediensten und Tädeleien appetitliches Erscheinen schicklicher wäre. Also die große Reisekiste packen. Aber wie wasserdicht machen, für den Fall, daß sie im Regen nachts neben der Kutsche stehen muß? Bisher war es nur eine hölzerne Überseekiste die vor bestimmt 80 Jahren über Marseille irgendwo nach Afrika und zurück ging.

Reiseproviant für drei Tage muß noch erstanden werden: Brot, Käse, Rettiche, Karotten, Äpfel, Nüsse, Trockenfrüchte ... einen Bogen um Tomaten und Paprika machen. Drei Tage nur mit Ritterteller, Lauchsalat, Met und Kardamommocca leben, ist zu heftig. Zwei Wasserkanister zum Waschen und Trinkwasser. Beim Wasser machen wir keine mittelalterlichen Experimente. Noch was vergessen?

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 15:38 Uhr in Geschichte/n

Montag, 30. Juli 2007

Die Diva von Adventon

Der letzte Eintrag hier ist lange her. Vom letzten Wochenende im Mittelalter hängt schon die erste Wäsche auf der Leine. Der Rest ist noch feucht und riecht nach Feuer, Lehm und Tieren.

Wir waren wieder in unsrem Lieblingsdorf einen Zaun flechten. Der Zaun ist für den Garten des Hauses von 1507. Dort flechtet der Siedler die Zwischenräume des Fachwerkes mit Haselnussruten aus.

Zaun

Zwichendrin grunzte es recht geschäftig neben uns. Diva hatte ein paar Körner zwischen den Ästen entdeckt.

das Schwein Diva

Der Samstag war recht feucht, aber warm (arbeiten konnte ich lediglich im Unterhemd; züchtig wie Herrschaften herumlaufen, war da nicht drin :-)) ... und zum Glück haben wir jetzt schon ein paar Wechselklamotten. Ich mehr als mein Spielmann. Da muß ich noch was ändern. Mein Barde spiele abends auf dem Scheitholz und einer Gitarre. Ich fing noch an den Schnitt für die Bundhaube zu testen. Vom Ergebnis werde ich später berichten.

Das Übernachten im Auto ging. Ich selbst kam nur wenig zum Schlafen, da auch noch spät in der Nacht ein paar Besucher ewig den Motor laufen liesen, um sich lauthals zu Verabschieden. Am Sonntag flochten wir dann die restlichen etwa vier Meter langen Äste ein, bevor es richtig anfing zu regnen. Der Zaun ist nun einen halben Meter hoch. Ob das für die Hühner reicht? Das Schwein konnte jedenfalls nicht mehr durch.

Festhalten kann ich, daß Hemden, die zum Einsatz bei der Arbeit geeignet sein sollen, unbedingt eingesetzte Rauten oder Vierecke unter den Achseln für die Bequemlichkeit haben sollten. Meine Schitte passe ich immer mehr dem an, was vermutlich so gewesen sein könnte.

Nebenbei habe ich mit Erschrecken festgestellt, daß mein Kleiderschrank für das 21.Jahrhundert bald mehr Lücken aufweisst, als unser Kleiderständer fürs Mittelalter. Bedenklich.

Aber egal. Erstmal habe ich noch ein staufisches Projekt vor. Für den Markt am Rumpenheimer Schloss werden wir zu sechst sein. Ein edles Paar mit Magd. Gewänder für Kammerzofe, Gelehrter und Hausmönch fehlt noch. Ich werde berichten.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 13:20 Uhr in Geschichte/n

Dienstag, 16. Januar 2007

Rückblick auf dieses Datum vor 25 Jahren


Die Nacht vor unsrer Hochzeit war es minus 26 Grad Celsius.





Dieses Hochzeitskleid existiert noch immer. Aber es ist schon fast im Auflösen befindlich. Seit einem Jahr überlege ich, ob ich Teile davon als Borte für ein Mittelalterkleid nehmen könnte. Alles aufbügeln auf ein stabilisierendes Vlies? ... So wie man es mit so alten Ehen auch tut :-)



Geschrieben von doro um 00:29 Uhr in Geschichte/n

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Mittelalterdorf


Da ich gerade nicht zum Weiternähen komme, erzähle ich wenigstens was vom Wochenende. Diesmal stolpete ich über keine Ketchupflasche. Es war kein Weihnachtsmarkt auf der Burg, sondern in einem Dorf, das einmal eine Mittelalterstadt werden wird. Statt elektrischer Beleuchtung Holzkohlenfeuer, Wachsfackeln und Kerzen, Feuerschalen und Öllampen soweit das Auge reicht. Es war naß und kalt und die Wege lösten sich nach Dunkelheit schon etwas auf. Die Schuhe sahen entsprechend matschig aus.



Bei dieser Witterung war es gut dort Bekannte in einem Haus aus Holz zu haben und eine Weile Unterschlupf zu bekommen. Als Gegenleistung konnte mein Gefährte auf seiner Leier Melodien zur Freude von Besuchern und Bewohnern spielen. Claire - die Seele des Dorfs, wie man uns sagte - bereitete in der Zwischenzeit Wikingerrouladen aus Pferdefleisch am offenen Feuer zu.



Als wir gingen, war es schon so dunkel, daß einige Stände zu hatten. Gerne hätte ich mir noch einmal die güldenen Haarreife der Goldschmiedin angeschaut. Auch die Sachen des Schmieds waren nicht zu verachten. Es gab vor allem eine schöne Auswahl an Gewandungen. Wir sahen dort nicht den üblichen Ramsch, sondern alte Handwerkskunst.



Nach der Winterpause werden wir dort öfters sein.



Geschrieben von doro um 23:01 Uhr in Geschichte/n

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Ketchupflasche auf der Burg


Dann will ich mal auf das angerissene Thema zurückkommen. Wir waren also auf der Ronneburg vergangenes Wochenende. Am Samstag kamen wir erst an, als es schon dunkel wurde und machten uns ein grobes Bild der Lage. Tja und das Augenfälligste waren die zwei großen Ketchup- und Senfflaschen aus Plastik mitten im Burghof direkt außen an den Tresen eines Wurstbrötchenstandes. Ich bin ja jetzt keine A-Fanatikerin, wenn es mir auch Spaß macht, mal dann und wann diesbezüglich ein Streit vom Zaun zu brechen ;-) ... aber musste das sein? Am Sonntag standen sie immer noch dort. Innerhalb der Burg waren leider auch ein paar Stände, die mit ihrem Angebot so nicht ganz ins Mittelalter passten. Marmorierte Plastikbaumkugeln in rosa, hellblau und pink? Ach nee!



Kein Wunder, wenn da ein Besucher dem anderen den Markt so erklärte: "Ei, des is wie in de Schtadd, nur e bisii uff äämlisch gemacht!"



Aber trotzdem. Der Minnesänger und Troubadour war im kleinen Burghof recht sangesfreudig. Das Musikertrio im inneren Burghof brillierte ganz ohne Dudelsack und Megatrommeln. Der große Markt außerhalb der Burgmauern war inspirierend. Mitgebracht habe ich mir diverse Borten für ein paar Traumkleider, Wolle, eine Anleitung auf Schwedisch und Hornnadel für Naalbinding, die neue Karfunkel, duftende Seifen, ein Mittelalterkochbuch, Filzwolle, schöne Bücher, ... einen Zweitkorb als Zugabe ... der Winter kann kommen.



Ich werde wiederkommen. Mit dem Raben Rudi im Korb. Er eignet sich als Kommunikationsmittel mit kleinen Kindern ... ach nein ... diesmal sprachen mich eher große Kinder über 20 darauf an :-)



Geschrieben von doro um 00:06 Uhr in Geschichte/n

Dienstag, 31. Oktober 2006

Lernen im Museum


Kennt jemand die wunderschönen Borten, die es schon seit dem sechsten Jahrhundert v.Chr. bei uns gibt? Brettchenwebborten. Samstag um zehn Uhr ging es mit weiteren fünf Teinehmerinnen und einem Teilnehmer im Alamannenmuseum mit Hilke los. Grundkurs mit zehn Brettchen für das Probeband. Wie bekommt man die jeweils vier tischlangen Fäden in jedes Brettchen? Wie entstehen die Muster? Was passiert bei einer Wende mit dem Muster? Wir kämpften uns durch und unsre Kursleiterin war geduldig im Erklären.



Das grau-türkise Band unten im Bild ist mein Ergebnis vom Samstag.





Abends half ich noch drei Stunden eine frühmittelalterliche Leier, welche mein Mann in seinem Kurs baute, glattzuraspeln und schleifen. Fix und Fertig fuhren wir nach 23 Uhr zum Schlafen heim. Manche Teilnehmerin mit langem Anfahrtsweg übernachtete im Wohnmobil. Nach einer kurzen Nacht ging es am nächsten Tag weiter, unser erworbenes Wissen anzuwenden. Selbst ein Muster ausdenken und aufschreiben, die Kette schären und anweben. Bis hierhin war ja alles ok, aber das mit dem ausgedachten Muster für 14 Brettchen klappte nicht bzw. erschien auf der Rückseite. Also umdrehen und so weiterweben. Und unbedingt immer feste den Schuß anschlagen! Geht doch.





Es war ein gelungenes Wochenende in netter Museumsatmosphäre und einem super Kaffeeservice (aufgeschäumte Milch usw.). ... Mein Vorhaben bis zum nächsten Kurs: Musterbrief so schreiben lernen, daß ich bei einer Wende der Brettchendrehrichtung nicht immer eine Zeile verschwinden lasse. Herausbekommen, warum das Muster auf der Rückseite bei mir oft richtig ist und ich es nicht sofort oben hinbekomme. Oder muß ich mich damit abfinden, daß ich es eher wie die Keltinnen machen sollte? Sie schrieben es ja auch nicht auf und konnten es doch sehr kunstvoll.



Keine Antwort fand ich auf die Fragen, welche Muster in verschiedenen Zeitabschnitten in waren und ob es irgend ein Volk im Mittelalter gab, das Widderhornmuster webte.



Ich könnte mir vorstellen solche Bänder in die heutige Mode zu integrieren. Nicht nur als Gürtel oder Taschengriffe. Aber dazu muß ich noch üben ... üben ... üben.



Geschrieben von doro um 19:32 Uhr in Geschichte/n

Montag, 11. September 2006

Modeschau im Museum


Als wir Anfang August in Beilstein auf einem Mittelaltermarkt waren, wies uns die Filzerin Cerid auf die Museumsnacht und das -fest im Alamannenmuseum Ellwangen hin.



Was uns so im Einzelnen dort erwartet wußten wir nicht. Den Hinweis im Internet überflog ich nur und war gespannt auf die teilnehmenden Gruppen. Das Museum ist klein und ich war erstaunt, was es alles zu sehen gab: Zinngießen, Schmieden, Filzen, Brettchenweben, Naalbinding, Schuhherstellung, Sprang, Knochenschnitzen, Garnfärbung, Nähen, Töpfern u.a. Im Moment bin ich noch am Ordnen, was ich alles gesehen, notiert und aufgezeichnet habe. Mitgewirkt hatten Mitglieder der Alamannengruppen Raetovarier, Drachenhort, Dux Huntari und Rhein-Neckar-Alamannen.





Das Beeindruckenste waren die Modenschauen von Rete Amicorum. Das interessanteste Kleidungsstück ist für mich der Klappenrock des Franken. Er hat eine kleidsame Schnittführung. Ich kannte so ein Teil vorher noch nicht und schon garnicht als ein Kleidungsstück für das 5./6.Jahrhundert. Man darf gespannt sein, wenn Andreas Sturm darüber einen Aufsatz schreibt.





Am Samstag lernte man nur die fränkische Mode in einer Ankleideaktion kennen. Von der lockeren Präsentation, dem Gefühl, daß die beiden ihre Recherchen wirklich in der Praxis des authentischen Kleidernähens überprüft hatten und der Bereitschaft die Sachen zu zeigen, war ich so beeindruckt, daß ich wenigstens nachts noch auf die Schnelle auf deren Homepage gehen mußte. Und was stellte sich heraus? Ich guckte mir nur die Zeitschriftenaufsatzliste unter Referenzen an und merkte, daß zumindest die über Unterwäsche und die Trendmode der Staufer auf meiner to-do-Liste liegen. Dies beiden Artikel waren mir beim Erscheinen in sich schlüssig, wenngleich sie mir nicht die Arbeit abnehmen Stoffbahnen am Körper selbst anzupassen. Alles gelesen habe ich jetzt noch nicht, aber für die leidliche A-Diskussion habe ich erst mal Die Zehn Gebote von Rete Amicorum verlinkt. Allerdings weiß ich immer noch nicht, ob ich mal eine ganze Garderobe mit der Hand nähen werde (nur für den Fall, daß mich jetzt jemand festnageln möchte)



Diese Begeisterung war das der zwingende Grund nun nochmal den Weg zum Museum am nächsten Tag zu fahren. Man sah die Mode aus Rom und den Chic nördlich der Alpen im 1.Jhd. nach Christus, gallo-römische Mode des 3.Jahrhunderts und die aktuelle fränkische Mode des 5./6.Jahrhunderts. Die Entwicklung von Rechtecken als Kleidungsstücke bis zum ersten Einsetzen von Geren. Ich wollte mir nur die Modenschau angucken und weitere Notizen machen und bin dann doch am Ende in einem passformunsensiblen Peplos aus Diamantköper als Germanin gesteckt.





Geschrieben von doro um 23:05 Uhr in Geschichte/n

Sonntag, 10. September 2006

Nur schnell mal ins Museum ...


... nur schnell gucken, ob es was Neues gibt, dachte ich mir gestern. Und? Der Abend im Alamannenmuseum reichte mir nicht, ich mußte doch glatt heute am Nachmittag noch zweimal die mittelalterliche Modenschau angucken .. und dann noch mitmachen.



Mein neuer Favorit am Modehimmel ist nun Diamantköper aus zweifarbiger Wolle.



Geschrieben von doro um 23:39 Uhr in Geschichte/n

Mittwoch, 31. Mai 2006

Schnell und billig


Mal schnell ein Blüschen nähen oder ein Mützchen. Dank Schnitte mit einem Punkt geht das ja.



Aber wie sieht das bei den Männerschnitten aus? Alles unter zwei/drei Punkte zieht kein Mann an.



Schon mal genau hingeguckt? Mit was geben wir Frauen uns eigentlich zufrieden?!



Schlabberhosen mit Gummizug ohne gut eingearbeitete Taschen vorne und am Gesäß. Läuft so ein Mann rum? Eine gut sitzende Hose trotz ausgelasteter Hosentaschen ohne irgendwelches Geknubbele und Kneifen.



Blusen? Wir würden beim Nähen am liebsten auch noch auf Abnäher verzichten und bei Männerhemden gibt es eine schöne doppellagiges Rückenpasse, gut sitzender Kragen mit Steg, Manschetten und eine akurat aufgenähte Tasche. Sind wir uns gute Verarbeitung nicht wert?



Und Herrenmäntel oder -jacken? Da sind unsre ach so modischen Teile meilenweit davon entfernt. Als allererstes vermisse ich ein schönes Futter mit mindestens einer Innentasche bei Jacken.



Ach ja ... und wer kennt das nicht?! Lieblingshemd oder -hose eines Mannes müssen ewig halten. Steckt da dann auch vielleicht sogar bessere Qualität des Materials dahinter?



Es hebt das Selbstbewußtsein mal schnell was hinzuzaubern, aber ein bischen mehr darf es dann auch mal sein, oder?



Geschrieben von doro um 20:16 Uhr in Geschichte/n

Mittwoch, 19. April 2006

Historische Modezitate


Dieser Artikel schlummer auf meinem Computer, seit dem ich die Zugangsdaten zu dieser Blogadresse habe. Heute las ich zum ersten Mal 348 Postings zur Entstehung eines Kostüms um etwa 1910 und nun weiß ich, diese Zeilen müssen jetzt raus!



Ok man kann ja das anziehen, was alltagstauglich ist, aber was ist das? Der Alltag im Büro sieht anders aus, als im Supermarkt an der Kasse. Wer Akkord in der Fabrik arbeitet, kleidet sich anders, wie die Erzieherin im Kindergarten. Ist ja auch gut so.



Man stelle sich vor, ich zöge was anderes an, als Jeans, T-Shirt und Pullover zur Arbeit. Schon bei einer Bluse würden die Knöpfe abgerissen werden und lange Ohrringe wären wohl nicht ganz ungefährlich. Andererseits wie fühlt man sich so praktisch angezogen? Äußere Kleidung gibt auch eine innere Haltung. Wie wird man von den Kids dann gesehen? Schon mal probiert in einem Bitte-nicht-anspucken-Kleid zum Dienst zu kommen? Wäre ein Versuch wert.



Einen Kontrast zu meiner Arbeit habe ich ja schon. Einmal im Jahr Hallia Venezia und ab und an in Gewandung auf Mittelaltermärte gehen. Das ist mir aber zu wenig. Von der Stange gibt es zu wenig aufregendes und bei Schnittmustern über der 44er Marke sieht es auch nicht berauschend aus. Aber immerhin kann man gut passende Basisschnittmuster als Grundlage nehmen.



Mir schwebt vor, in den nächsten Monaten historische oder filmische Modezitate einzubauen. Madame Pompadour oder Glen Close in "Gefährliche Liebschaften" oder Sophia Loren in alten Filmen oder Rosa Luxemburg in Margarethe von Trottas Film oder Whoopi Goldberg als weisen Bardame "Guinan" in Star Trek (die ganzen Raumschiff Enterprise Völker haben ihre historischen und ethnischen Anleihen) oder "Elisabeth I" oder ... Keine Ahnung, in wie weit meine Bilder tragbar sind. Ich werde testen.



Jedenfalls werden es keine Kleider im Sinne von klein und zerbrechlich ... wie auch bei meiner Kleidergröße? ... Eine starke Prinzessin ... knallen die doch schon mal Frösche an die Wand!!! Und ... versuche mal mit einem richtigen Hut den Kopf zu senken.



Geschrieben von doro um 22:29 Uhr in Geschichte/n

Donnerstag, 9. Februar 2006

Meine erste Burda

Als ich etwa vierzehn oder fünfzehn war... also müßte das 1972 oder 73 gewesen sein ... war ich mit einer Tante auf der Frankfurter Messe.

 Sie sorgte dafür, daß wir die Burda-Modenschau mitbekamen. War das aufregend! Ich weiß garnicht mehr, was ich da sah. Es war eine Stimmung von Frühling, Sommer und Sonne. Und das schönste Mitbringsel eine Burda. Ein gelbes Modell war auf dem Titelblatt abgebildet.

 Kann man sich vorstellen, wie stolz ich war. Mein erstes eigenes Heft!

 

 

 

Geschrieben von doro um 09:43 Uhr in Geschichte/n