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Dienstag, 31. Oktober 2006

Lernen im Museum

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Kennt jemand die wunderschönen Borten, die es schon seit dem sechsten Jahrhundert v.Chr. bei uns gibt? Brettchenwebborten. Samstag um zehn Uhr ging es mit weiteren fünf Teinehmerinnen und einem Teilnehmer im Alamannenmuseum mit Hilke los. Grundkurs mit zehn Brettchen für das Probeband. Wie bekommt man die jeweils vier tischlangen Fäden in jedes Brettchen? Wie entstehen die Muster? Was passiert bei einer Wende mit dem Muster? Wir kämpften uns durch und unsre Kursleiterin war geduldig im Erklären.



Das grau-türkise Band unten im Bild ist mein Ergebnis vom Samstag.





Abends half ich noch drei Stunden eine frühmittelalterliche Leier, welche mein Mann in seinem Kurs baute, glattzuraspeln und schleifen. Fix und Fertig fuhren wir nach 23 Uhr zum Schlafen heim. Manche Teilnehmerin mit langem Anfahrtsweg übernachtete im Wohnmobil. Nach einer kurzen Nacht ging es am nächsten Tag weiter, unser erworbenes Wissen anzuwenden. Selbst ein Muster ausdenken und aufschreiben, die Kette schären und anweben. Bis hierhin war ja alles ok, aber das mit dem ausgedachten Muster für 14 Brettchen klappte nicht bzw. erschien auf der Rückseite. Also umdrehen und so weiterweben. Und unbedingt immer feste den Schuß anschlagen! Geht doch.





Es war ein gelungenes Wochenende in netter Museumsatmosphäre und einem super Kaffeeservice (aufgeschäumte Milch usw.). ... Mein Vorhaben bis zum nächsten Kurs: Musterbrief so schreiben lernen, daß ich bei einer Wende der Brettchendrehrichtung nicht immer eine Zeile verschwinden lasse. Herausbekommen, warum das Muster auf der Rückseite bei mir oft richtig ist und ich es nicht sofort oben hinbekomme. Oder muß ich mich damit abfinden, daß ich es eher wie die Keltinnen machen sollte? Sie schrieben es ja auch nicht auf und konnten es doch sehr kunstvoll.



Keine Antwort fand ich auf die Fragen, welche Muster in verschiedenen Zeitabschnitten in waren und ob es irgend ein Volk im Mittelalter gab, das Widderhornmuster webte.



Ich könnte mir vorstellen solche Bänder in die heutige Mode zu integrieren. Nicht nur als Gürtel oder Taschengriffe. Aber dazu muß ich noch üben ... üben ... üben.



Geschrieben von doro um 19:32 Uhr in Geschichte/n

 

Kommentar: nowaks nähkästchen am Sun, 12 Nov 22:48 Uhr

Ja, üb schön. Damit du 2007 in Aachen einen Kurs im Brettchenweben geben kannst. ;-)

Kommentar: Peregrina am Sat, 20 Oct 21:39 Uhr

Widderhorn ist erst im 19. Jh. in Kleinasien entstanden :-( Super-Adresse für solche Fragen ist flinkhand.de da gibt's fast alles übers Brettchenweben!

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