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Samstag, 30. August 2008

Es ist zerschnitten

... das gute alte handgewebte Bauernleinen. Lange habe ich es nicht gewagt, da es für mich unersetzbar ist.  Wenn man bedenkt wieviel Handwerk allein in so einem Stück Stoff steckt wird man ehrfürchtig. Solch ein Stück Stoff stellt heute niemand mehr her.

Da es übergroße Kissen mit handgesticktem Festonrändern waren, trennte ich diese Streifen sorgfältig so ab, so  dass ich sie später noch verarbeitet kann. Vielleicht werden es Teile für eine Patchworkdecke? Dekoelemente an Kleidung?  Geschenkbehälter für Menschen, die so was schätzen?

Den Stoff selbst wird ein handgenähtes Hemd für meinen Mann werden. Das Probehemd hatte ich schon hier besprochen.  Nun habe ich wieder ein schönes Vorhaben um es abends bei Kerzenschein oder Lagerfeuer  zu nähen.

< Zwischenzeitlich sind eine weitere unauthentische  Mittelaltersachen mit der Maschine entstanden: eine Hose, ein Kleid zum Arbeiten. Man muß ja nicht übertreiben, gell? >

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 01:25 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Montag, 25. August 2008

schnell und unauthentisch

... abends wird es kalt und im Fundus liegen noch Wollstoffe, die eher ins Frühmittelalter zu Wikinger, Schotten, Kelten und Alamannen passen. Also mal schnell gestern eine Männertunika zugeschnitten und die Nähte mit der Maschine  runter genäht. Danach alle Nahtzugaben  nach einer Seite umgeklappt und mit mit der Hand  mit Überwendlingsstichen  versäubert und gleichzeitig in einer  Art falschen Kappnaht fixiert. Am Ende den Halsausschnitt nach außen geklappt und eine Brettchenwebborte aufgenäht.

Borte

 Ich hoffe es passt und gibt warm.

Tunika

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 18:41 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Donnerstag, 21. August 2008

Und wenn es jetzt kalt wird

... dann braucht der Barde seine Beinlinge.

Zugeschnitten wurde es aus einem quatratischen Stück  Wollstoff  von ca. 80 cm und es basiert wieder auf einen Artikel aus der Karfunkel von A. Sturm:

Beinling Zuschnitt

Durch diesen schrägen Zuschnitt und der Köperbindung sitzt das am Ende recht gut. Angenestelt wird es jeweils vorne am Bund der Bruche:

 Beinlinge

 So sah nun  ein Mann im Hochmittelalter unter seinem Gewand aus:

von der Seite

Nun wird  mich jede Leserin  verstehen, dass ich mich schleunigst ans Übergewand machen muss /images/emoticons/mozilla_smile.gif

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 00:26 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 20. August 2008

Die erste Unterhose ist fertig

... und das stundenlange Sitzen auf Baumstämmen oder am Badehaus war erfolgreich. Denn was, außer Nähen oder Spinnen tut frau sonst auf Märkten, wenn sie am Schwätzen ist? Meine Vorüberlegungen kann man hier nachlesen. Und so sieht das bequeme Teil von hinten aus:

Bruche hinten

 Laut Auskunft des Barden trägt sie sich gut.  Dem heutigen Schönheitsideal entspricht sie kaum, wurde aber damals quer durch alle Schichten vom Mann getragen.

Bruche von vorne

 Später gibt es die dazu gehörenden Beinlinge zu sehen.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 12:41 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Freitag, 6. Juni 2008

Das Probehemd ist fertig

... und geht jetzt gerade mal über das Knie. Also reichlich genug, wenn es bei Bewegungen nicht stören soll.

Hemd

 Die Lösung mit dem Ärmelerweiterungskeilen am Hinterarm finde ich geschickt. Vorne sieht man keine Naht und hinten ergibt das eine angenehme  Bewegungsweite. Die Armnaht läuft  auch fast mittig am Hinterarm und die Armverjüngung zum Armsaum hin ergibt genau am Ellenbogen den Knick. Das trägt sich auch einfach besser, als die Tuniken des Frühmittelalters bei denen höchstens Erweiterungsecken unter der Achsel eingesetzt wurden.

Keil

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 19:58 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 4. Juni 2008

Hemd des hl. Ludwig - Armbündchen als Hinweis

Nun denn, das Hemd ist zugeschnitten. Webbreite (Elle 80cm) im Bruch an den Schultern, damit es keine Schulternaht gibt. Links oben sieht man aufgeklappt das Eck, das für den Halsauschnitt entfernt wurde. Unten ist die Gere abgeschnitten, die dann mittig vorne und hinte eingesetzt wird (eine der Gêren besteht dann aus zwei Teilen). Rechts unten der kleine Abschnitt ist genau wie das kleine Stückchen für den Halsausschnitt oben links der ganze Abfall. Geniale Idee, oder? Hemdlänge geht hier von einer Elle zu 70cm aus.

Hemd Rumpf

 Der Zuschnitt des Ärmels; die Schnittverengung zum Armbündchen hin ist als eingesetzte Gêre oben am Hinterarm gedacht. Es gibt einige Literaturhinweise. dass im 12.Jahrhundert diese Armerweiterung auf der Armrückseite war und auch die Armnaht selbst.
Arm 1

 hier ist die Armerweiterung angenäht. Ein Test mit den Händen meines Mannes ergab, dass eine Ellenlänge von 80 cm anzunehmen ist, da sonst eine Männerhand nicht durchpasst. Jedenfalls so passt sie nicht durch die Öffnung. Ich werde den Ärmel kürzen müssen.  Auch wenn ich die Abschnitte das nächste mal etwas kleiner zuschneide, wird der Hemdärmel  bei einer Elle von 60 viel zu eng sein.

Arm 2

 Und wenn ich jetzt von einer Elle zu 80 ausgehe, könnte ich mir sogar diese ursprüngliche Länge gut vorstellen. So wie der Hl.Ludwig hier dargestellt ist, kann er das Hemd gut lang tragen. Ein arbeitender Bauer braucht es aber kürzer.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 15:48 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Dienstag, 3. Juni 2008

Hemd des hl. Ludwig

... oder wie lang war eine Elle  wirklich?

 Am Wochenende habe ich mit meiner neuen Bronzenadel weitergenäht und die Bruche ist bald fertig. Nun bin ich zwischenzeitlich aber gefragt worden, ob wir Gewandung verleihen könnten. Nunja, doch wenig, aber ich bräuchte ein Probehemd von einer Rekonstruktion eines bäuerlichen Leinenhemdes angelehnt an das Hemd des heiligen Ludwigs (A. Sturm in Karfunkel 71).

Annahme, die Webbreite ist eine Elle (Saumweite ohne eingesetzte Gêre in der Mitte) und Hemdlänge von Schulter zu Saum gut anderthalb Ellen lang, dann würde das Hemd 120 lang beim bayrischen Mass. Das erscheint mir als kurzes Hemd etwas lang. Bei der Hypothese von 60cm = 1 Elle, würde das Hemd immer noch gut 90 cm lang werden. Das ist reichlich und die Bruche wäre auch verdeckt.

Unlogisch ist, dass die Webbreite des Bauernleinens 80cm  beträgt. Diese Breite ist ja auch geschickt bei Männern mit Schultern. Da es üblich war ohne Verschnitt zu arbeiten (also die volle Breite ausgenutzt wurda)  und diese Webbreite oft auch als Elle angegeben wird. Somit wären wir wieder an dem erbsenzählerischen A hängengeblieben. Das gibt einfach nur Knoten im Kopf.

Letztendlich zerschneide ich mal das Ikeapseudoleinen, als hätte es die Webbreite meinen Bauerleinens und jongliere die Hemdlänge auf tragbar. Einmal Elle lang, einmal Elle kurz ...

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 19:51 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 28. Mai 2008

Unterwäsche oder der ganz lange Weg ins Mittelalter

... oder das schrecklich schöne A.

Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des 12.Jahrhunderts nach Christi Geburt. Wir haben keltische Vorfahren. Unser Wohnort ist 1156 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Vor bald hundert Jahren wurde von dem Grafen von Comburg auf dem Umlaufberg des Kochers  das Benediktinerkloster gegründet.  Bischof Gebhard von Würzburg bestätigt 1156 die Weihe von St.Michael, und wir haben einen Michaelismarkt.  Später -  im Jahre 1189 -  wird bei uns der Heller geprägt. Wir sind eine Reichsstadt.

Früher gehörte ich zu den Herrschaften einer staufischen Burg und sollte mit dem Sohn von #*grr+ (bitte erinnert mich nicht an seinen Namen),  vermählt werden. Er beschloss während eines Gelages mit seinen Kumpeln kurz vor der Hochzeit  am Kreuzzug teilzunehmen.  Ich zog damals in meiner Verblendung mit und  erlebte so einiges.

Die Mode der  Staufer ist mir geläufig und ich sah die  französische, normannische, maurische und die des Orients. Ich sah mein erstes Spinnrad, war aber von der Qualität der Fäden nicht angetan. Ich hörte vom  Briefwechsel zwischen Eleonora und  Hildegard ...

 
... und lernte meinen Troubadour kennen. Jetzt bin ich  Reichstadtbürgerin.

Auf meiner Terasse habe ich keinen Flachs angebaut und im Vorgarten grasen keine Schafe, aber trotzdem werde ich nun  versuchen alles ohne Nähmaschine weitgehend nach Bildnissen, Funden und Beschreibungen zu nähen.

Diesmal fange ich ganz von unten an. Zuerst kommt nun die Unterwäsche dran. Hier liegt flachsfarbener feinerer Leinestoff und eine Rolle Flachsgarn. Am schnellsten ist das Thema Bruche für mich als Frau erledigt. Da verbrauche ich keine Elle Stoff und kein einziges Stückchen Zwirn. (Lediglich einmal im Monat hätte ich so eine Art Windelhosengewickele angezogen. Das sind allerdings Vermutungen. Originalfunde gibt es keine). Und mein Gatte?

Eine Bruche nach Schnittschema von Purrucker  (Artikel von Andreas Sturm in Karfunkel 75)  nehme ich mir vor. Ein Hosenbein besteht aus Webbreite des Stoffes (um die 80cm) und der Länge von drei Ellen - das wäre demnach 120cm - . Das gerade Zwischenstück, das  beim Tragen im Schritt sehr faltig wird, müsste etwa eine halbe Webbreite breit sein. Stoff ist etwas knapp und mein Barde etwas kleiner, so hoffe ich, dass alles am Ende passen wird.

auf geht's:

Naht der Bruche

 eine Art Kappnaht, wobei manchmal nur eine Seite umgeschlagen und die Webkante ohne Umklappen darübergelegt wird

 Bruche

 die Bundweite wird 220 cm werden. Unklar ist, wie ich zu einer weitgehend authentischen Befestigung an der Taille  komme. Die Quellenlage ist zu unpräzise. Strick aus Flachs?

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 18:23 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Fotos haben wir vergessen zu machen ...

aber passen tut das Häubchen meinem Barden und nützlich bei der Kälte ist es auch.  Ich denke mal, ihr habt schon die Männermützchen auf Märkten und in Lagern gesehen, die das Mannsvolk so trägt. Ja ... genau die, die wie Babymützchen aussehen. Die Welt ist es ja jetzt nicht, aber mein erstes durch und durch handgenähtes Teil. Praktisch ist das Handnähen auch, denn es ist gut mitzunehmen und genauso kommunikativ wie Sockenstricken abends auf Fortbildungen am Kaminfeuer.

Ja eigentlich wollte ich nur mal hier anmerken, daß es mich noch gibt. 

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 19:20 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Freitag, 17. August 2007

Fertig

... jedenfalls sag ich einfach mal: "Fertig!" ... und es reicht. Taschen werden improvisiert. An alten abgetragenen Ledertaschen oder Gürteln Löcher eingeknippst. Passt schon.

Hier die Kombination der Kammerzofe aus edler Abstammung:

Kleid

Und da noch die Kopfbedeckung des Gelehrten:

Hut

Der Hut wurde eben gerade schon Probegetragen und passt haargenau. Es geht also, daß man jemanden das Massnehmen genauestens am Telefon erklären kann. Grundlage für den Hutschnitt war burda-Einzelschnitt 4103 Modell A/B - allerdings auf Gr.56 vergrößert und, da aus Filz, nur ganz knapp an der Kante genäht. Und schon geht der Kinderschnitt auch für Erwachsene.

Und nun wird das Nähchaos aufgeräumt und das Auto bepackt. Rumpenheim wir kommen.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 23:02 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Sie fahren schon los

... und ich bin noch nicht fertig. Es steht noch die Verzierung eines Übergewands und eine Kopfbedeckung aus ... und Gürteltaschen wären nett.

Hier das Kleid des Gelehrten, welcher schon im Orient war:

Modell Ephraim

und das Mönchsgewand von hinten:

Mönch

Bei den Borten oben im Bild  habe ich Briefecken gemacht, aber ich denke, daß niemand im Mittelalter so verschwenderisch war. Logischer wäre stumpfes Ansetzen. Jetzt fehlt mir etwa zehn cm Borte. Ich werde eine Lücke lassen müssen.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 15:21 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 15. August 2007

Dessous

... die neuesten Modelle aus dem Hause Kemmenatenschreck sind eingetroffen. Da wird nichts gepusht oder weggeklemmt. Für die schöne Optik ist der Miniaturenmaler zuständig.

Unterkleid

Schön lässig für den Herrn. Eine Bruche passt noch darunter. Das Damenmodell ist etwas länger, die Arme enger und der Halsausschnitt kleiner. Da nur der Mann die Hosen an hat, schnürt kein Beinauschnitt und um die Taille ist es bequem.

Übrigends ist die Mönchskutte ist auch fertig und baumelt auf der Wäscheleine.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 13:50 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Dienstag, 14. August 2007

Tunicam facere militare est ...

... frei nach Seneca: "Vivere militare est" (Zu leben heißt zu kämpfen) ... oder der Stoffkampf für eine Tunika.

Ich habe gesiegt.

Der Gelehrte darf schwarz tragen. Schließlich ist er Alchimist der electronischen Sendboten.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 18:30 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Montag, 13. August 2007

Bericht aus der Kemenate am hinteren Burggraben:

Das zieht sich ... bisher sind erst die zwei Unterkleider fertig. Den schwarzgrauen Stoff kann man drehen und wenden, wie man will. Auch wenn, nur wie bei dem Stand üblich, eine Gêre rechts und links eingenäht wird, ist eine Mönchkutte doch eher für Beleibte gedacht.

So muß nun für den gelehrten Herrn, der auch des Lateins mächtig, zum Tuch gegriffen werden, das eine edlere Farbe hat. In den Gemächern hofft man, daß es genehm sein wird.

Auf denn.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 23:56 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Dienstag, 7. August 2007

Ablassbriefe für Nähsünden im Mittelalter...

... hat es sowas gegeben? Vorsorglich habe ich einen als gesittete Dame bei der Kathedrale in Beilstein gekauft. Auf daß ich nicht ewiglich im Fegefeuer wegen Missetaten und Verbrechen an der authentischer Näherei im Fegefeuer schmoren muß.

So kann ich jetzt im reinen und unschuldigen Zustand zurück an die heimische Nähmaschine.

Also ... die Kleiderschnitte sind rausgemacht. Im Prinzip unterscheiden sie sich nur in einer geringen Weitendifferenz bei Vorder und Rückteil und etwas bei der Länge. Diese sind ja nur gerade Teile. Egal, ob für Frau oder Mann. Eingesetzte Stoffkeile an den Seiten oder gar in der Mitte geben Weite und Gestaltung. Ich habe jede Gewandung mit verschiedenen Buntstiften aufgezeichnet, sonst verwechsele ich am Ende noch die dazugehörenden Gêren oder Ärmel. Auch das Mönchsgewand wird an den Seiten Gêren haben. Allerdings nicht erst ab Taille, sondern schon weiter oben beginnend. Eine übliche Vorgehensweise und stoffsparend. Jetzt schneide ich gerade die Stoffe zu.

Achje ... fragt mich doch jetzt nicht, ob der Schnitt 1150 oder 1250 üblich war. Ich werde bei nächster Gelegenheit nochmal einen Ablassbrief kaufen.

Da fällt mir ein, es gibt einen fast authentischen Schnitt NR.7977 von Burda. Höllenfenster gab es aber erst Ende des 13.Jhd.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 16:26 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 1. August 2007

Staufer unterwegs

Jetzt wird es ernst. Stoffe und Borten sind gesichtet. Eine Warnung vorweg: authentisch wird das Ganze nicht sein.

Bisher sind schon bekannt:

Stauferpaar

das staufische Paar (hier im Odenwald; der Minnesänger himmelt brettchenwebende Dame an)

die Magd wird aus einer Hansestadt anreisen:

Magd

Jetzt fehlt der Gelehrte. Langärmeliges Unterkleid bis Knöchel aus naturfarbenes Wasweißich (altes Bettzeug oder Nessel). Darüber Tunika fast schwarz mit Reitschlitz und den Borten auf dem Bild. Falls der Stoff reicht mit Ärmel.

Stoff Gelehrter

Bei der Zofe ist ein blaues Übergewand angedacht. Bei den Borten entscheide ich mich während der Fertigstellung.

Stoff Zofe

Für den Mönch habe ich eine dunkelbraune Woll-Gugel und einen Hanfstrick (Gürtel). Das Mönchsgewand entsteht aus dem gleichen Stoff, wie das Gewand des Gelehrten.

Damit es schneller von der Hand geht "Cantus Buranus" auf volle Lautstärke gedreht.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 16:10 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Sonntag, 15. April 2007

Keine Nähmaschine, kein Computer, ...

... keine Uhr und noch nicht mal Handnähzeug hatte ich die letzten zwei Tage. Ja wir sind so verrückt und haben es getan: Zäune flechten im Mittelalterdorf.

Das Ganze hat einen doppelten Nutzen. Die Tiere der Siedler bleiben da, wo sie hingehören. ( Die Besucher wissen, wo sie nicht reintreten sollten.) Ich kann die Schnitte und Nahttechniken auf Funktionstauglichkeit im Alltag testen.

Nichts ist dümmer, als eine Thorsberghose, die im Schritt platzt. Diesmal bestanden die Hosenbeine aus je einem Stoffstück von 50 mal 100 cm (Hosenbein ohne Seitennaht) und einem Schrittkeil von 50 cm Schrittlänge (7 am Bund und 25 cm im Schritt ... Keil im Bruch zugeschnitten). Alles mit einer Art Kappnähten zusammengesetzt. So dürfte es dann weitgehend authentisch sein und ... die Hose hielt.

Schicklich lange Ärmel, langes Kleid und Hopftuch schützen gut vor Sonnenbrand. Meine Übertunika ist verbesserungswürdig, da sie zwangsweise Schlitze für die Bewegung brauchte. In Zukunft weiter zuschneiden oder Gêren einsetzen.

Nun kann ich das Ganze mit Hanf-, Leinen- und Wollstoffen mit richtigen Handnähten nachschneidern und muß keine allzugroßen Risiken eingehen.

Ach ja, so weit ich sehe, handelt sich es bei diesem Thorsberghosenschnitt aus einer alten "Pax et Gaudium " um eine stark vereinfachte Form. Es sei denn, es gab dort zwei Funde.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 21:00 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Donnerstag, 12. April 2007

Wikingerfest oder Gartenzwerge in der Seilergasse

Wie schon geschrieben, fuhr ich Samstag mit meinem Mann müde und mit halbfertigem Gewand nach Osterburken. Wir durften uns bei Bekannten in den Garten setzen. Ich nähte mein Hängerock fertig, flochte Bänder für den Verschluß

Flechten im Garten

und mein Mann spiele auf seiner alamannischen Leier. Wir fühlten uns etwas wie Gartenzwerge. Eine schöne Deko im Garten des Seilers und manch jemand mit größerer Kammeraausrüstung hielt sein Objektiv auf uns.

Leierspiel

Das Handnähen hatte etwas erholsames, fast meditatives. Stich für Stich ... eins nach dem anderen ... und ging recht flott. So sah dann abends das fertige Teil aus:

Hängerock

Am nächsten Tag nähte ich weiter. Zuerst warme Wollunterhemden, die wir bei diesem Sonnenschein kaum brauchten. Dann hatte ich mir noch Stoff für ein neues Kopftuch mitgebracht. Außerdem hat es so ein Markt an sich, daß es dort auch Stoffe, ausgefallene Knöpfe und sonstige Zutaten gibt. Das beste ist, daß man auch schöne Leinestoffe für den Sommer findet. Stoffe, die man bestimmt nicht nur für Mittelalterkleidung vernähen sollte.

nähen 

Sonntag Abend wurde dann das Osterfeuer angezündet. Montags waren wir auch den ganzen Tag dort. Schade, daß da schon das Wochenende zu Ende war.

Osterfeuer
Geschrieben von DorosGedankensplitter um 17:47 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Mittwoch, 11. April 2007

Wikinger ... nähtechnischer Nachtrag

An einem unauthentischen Halbkreismantel habe ich die nicht zu gebrauchenden Beschläge aus Zinn abmontiert. Der Stoff sieht A aus und ist aus Wolle. Warum also neu kaufen?! Danach bastelte ich ein Schnittmuster auf der Basis dieses Tunikaschnittes:

http://www.isarviking.de/kleidung/tunika/tunika.htm

Unter den Achseln an den Ärmeln habe ich nicht die angeschnittenen Dreiecke eingezeichnet, sondern jeweils ein quatratisches Stück Stoff eingesetzt. Das ist authentischer und gibt am Ende weniger Verschnitt. Der Halsbesatz des Schlüssellochausschnitts ist aus rotem Fischgratstoff. Der Rest meines Kleides vom letzten Jahr.

Tunika Schnitt 

Tunika Halsausschnitt  

Mein Hängerock besteht aus jeweils ein gerades Stück Stoff als Vorder- und Rückteil, rechts und links Keile mit einer stumpfen Spitze:

Hängerrock Schnitt 

Total gestresst und mit unfertigem Hängerock ging es dann letzten Samstag ab zum Wikingerfest. Ich hatte mir kurz zuvor zwei Finger der linken Hand beim Bügeln verbrannt und war so einfach nicht an meinem Ziel angelangt.

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 22:17 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Donnerstag, 5. April 2007

Es geht zu den Wikingern

Die Männertunika ist bis auf die Säume fertig. Der Besatz des Schlüssellochauschnitts ging fix mit der Hand außen anzunähen.  Bei meinem Hängerock fehlen auch nur noch die Säume unten und oben und ich muß mich entscheiden wie breit die Träger sein sollen und vor allem, wie die Träger befestigt werden, wenn ich keine so edlen Schalenfibeln habe.

Fotos folgen. Morgen stecke ich mein Handnähzeug für unterwegs ein. 

 

Geschrieben von DorosGedankensplitter um 01:11 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Freitag, 30. März 2007

Wie geht es zu den Wikingern?

Wie sieht es aus? Ich war schon einen Monat zum Schreiben nicht mehr hier und jetzt steht der Bloggumzug vor der Tür.

Meine Nähvorhaben für den Alltag liegen immer noch halbfertig da. Na und! Ich brauche dringend Urlaub! Ein Kurztrip an Ostern zu den Wikingern. Aber was anziehen? Wir brauchen noch eine Hose und Tunika für den Mann und für mich ein Überkleid. Da es noch kalt sein wird unbedingt zwei Rechteckmäntel.

Wir hoffen unsre restlichen Utensilien und Kleidungsstücke passen sich der Zeit an.

Geschrieben von doro um 16:56 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Montag, 12. Februar 2007

Karneval der leisen Art


Es regnet immer noch und der lautlose Streifzug der Masken und Gewänder von HALLia Venezia war gestern. Diesmal war es bei uns eine Gewandung der schnelleren Art. Ein einfacher Umhang aus je einem roten und blauen Stoffrechteck mit Hals- und Armbündchen; Hut aus Filz mit Dekostoff bezogen und aus dem gleiche Stoff Beinstulpen.



Hier rechts der Gipsabdruck vom Gesicht und links die darüber entstandene Papiermaske vor der Bemalung:





Mehrere dicke Pullis waren nötig. Alles war danach naß. Hier hat uns der Fotograf des Haller Tagblattes festgehalten. Den angereisten Fotografen und dem übrigen Publikum machte der Regen und Wind nichts aus.





Wer ganz viele Fotos dazu von Hobbyfotografen sehen möchte, guckt hier mal rein.



Jetzt muß ich die Glimmerteilchen, weche beim Zuschneiden und Nähen abfielen, aus unsrer Wohnung wegbekommen. Das Zeug ist recht hartnäckig und recht unangenehm an den Händen, wenn es in diesem Zustand ist.



Geschrieben von doro um 18:12 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Dienstag, 23. Mai 2006

Rokoko ... das Finale


Es ist fertig. Der Endspurt war von Freitag morgen bis Samstag halb zwei Mittags ... ganz ohne Schlaf. Es war ein ziemlich extremes Nähen. Vieles ging nur mit der Hand. Passzeichen gibt es so gut wie keine und alles muß über den Körper oder eine Schneiderpuppe drapiert und geformt werden.

 

 

Perfekt ist es noch nicht. Auch habe ich schon schönere Watteaufalten gesehen. Aber es bleibt erst mal so.

 

 

 

 

Als nächstes nehme ich einen Burdaschnitt. Da muß ich mir nicht mit Nähenglisch über historische Schneiderkunst den Kopf zerbrechen.

 

 

Geschrieben von doro um 23:07 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Samstag, 29. April 2006

Rokoko ... Zwischenbericht

 

Warum ist im Blog nix mehr von mir zu lesen?

 

 

Ich setze zum Endspurt an und hoffe die verbleibenden Stunden reichen überhaupt aus. Unser Stadtfest ist ab dem 20.Mai und ich gehöre zu den Leuten, die auch noch "nebenbei" arbeiten gehen.

 

 

Halbfertig sind Schnürbrust (Plastikfischbein muß noch nachgeliefert werden), Paniers (Krinolinenstahl kam heute) und Unterhemd. Meine schon vorhandenen Schuhe bezeichne ich jetzt mal als geeignet. Der Absatz geht so in etwa. Schnallen fehlen halt. Aber was soll es, wenn ich damit den Tanz ordentlich hinbekomme. Ich habe schon Bammel, denn leider proben die anderen da, wo ich nicht frei bekomme.

 

 

 

 

Und weiße Kniestrümpfe habe ich heute kaufen können. Sind wohl die letzten in unsrer Stadt in meiner Größe. Nicht hundertpozentig Größe 43, aber bei Fersenlosen geht das auch so.

 

 

Die ein Zoll großen Knöpfe für den Rock/Justaucorps meines Mannes lasse ich in unserem Kurzwarenladen mit Stoff überziehen. So weit ich das überblicke, scheint es nicht üblich zu sein, daß man fast 30 Knöpfe von der gleichen Sorte kaufen will. Die Knopfröhrchen im Laden haben wenig Inhalt. Überziehen lassen ist aber sogar billiger und wenigstens exakt abgestimmt (und sogar historisch korrekt).

 

 

Auf an die Nähmaschine!

 

Geschrieben von doro um 16:47 Uhr in Gewandungen und Kostüme

Sonntag, 16. April 2006

Rokoko ... Schnürbrust 4


Das ist einfach nicht zu glauben. In so einem kleinen Stück, nämlich der Hälfte meines Korsetts, stecken jetzt schon fünf Meter Plastikfischbein 10mm, drei Meter Flachfedernstäbchen (endlos) 5mm breit und zwei dünne andere Plastikstreifen.

 

 

 

 

Irgendwie geht nicht in meinen Kopf rein, daß ich mich so verrechnet habe. Noch sieben Meter zu 10mm muß ich nachbestellen.

 

 

In Zukunft werde ich bei einem solchen Projekt gleich acht Meter Flachfedernstäbchen und 16 bis 17 Meter Plastikfischbein kaufen.

 

 

Geschrieben von doro um 22:20 Uhr in Gewandungen und Kostüme