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Donnerstag, 16. März 2006

... nur 18 Minuten länger?

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Nein ich will hier nicht Gewerkschaftsmeinung herunterbeten. Ich bin Betroffene. Meine Arbeitsleistung ist gut. Ich bleibe auch mal eine halbe Stunde länger. Wer schreibt schon bei uns jede Minute auf?!



Wir arbeiten in einem Heim für Menschen mit Behinderungen. An manchen Tagen zehn Stunden. Auf längere Sicht heißt das, noch weniger Fachpersonal, mehr Praktikanten und unausgebildetes Personal.



Gerade unsre Stärke ist es, dass wir fit und stetig präsent im Dienst sind. Zuhause können unsre Leute nicht wohnen, da Eltern 24 Stunden gefordert und überfordert sind. Dieser Vorteil geht so Stück für Stück verloren. Wird eine Kollegin noch eher krank als bisher, wegen dieser Belastung, heißt das noch mehr Einspringen, noch mehr Überstunden. Das rächt sich. Burn out und ältere Kollegen schaffen es nicht bis zur Rente. Super! Wir sind doch ein reiches Land.



Nebenbei: 18 min heißt auch ein Lohnverzicht von 3,7 Prozent. Auch wir haben oft eine Familie und Kinder, denen wir bei unsrem nicht gerade üppigem Gehalt was bieten sollten.



Nein, wir streiken nicht. Wie auch? Aber wir sind froh, dass das unsre Kollegen von der Müllabfuhr tun. Danke.



Und mal ehrlich ... in anderen Länder z.B. Frankreich streikt man richtig. Das können wir in Deutschland garnicht.



Motto: "... alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will ..."



Geschrieben von doro um 00:01 Uhr in Weltgeschehen

 

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