Mittwoch, 6. Dezember 2006
nikolaus kontra weihnachtsmann
« frau lässt arbeiten.. | Hauptseite | ich bin zermatscht heute »hab mich ja gestern kringelig gelacht als ich beim autofahren radio hörte.
da ging es um den unterschied von nikolaus und weihnachtsmann.
für viele war es das gleiche. manche verwechselten aber auch die beiden. und wieder andere wußten über die herkunft der beiden gar nichts ![]()
also kurzerklärung...
der nikolaus ist der hl. bischof. er kommt immer in der nacht zu seinem namenstag. das wäre vom 5. auf 6. dezember. in bayern kommt er meist immer am 5. abends
normal hat er eine bischofsmütze auf und seinen bischofsstab dazu.
der weihnachtsmann kommt in der nacht zum 25. dez. sozusagen ein männliches christkindl für geschenke
er trägt zipfelmütze und pluderhose und jacket in rotem outfit.
lach* genau marion :)
wollt nur nicht langweilen mit ausführlicher erklärung ;)
es war übrigens luther zu verdanken das es den weihnachtsmann gibt. seine thesen verboten den hl. nikolaus (das wiederum alles aufzuführen würde auch wieder ewig dauern g*)aber da die leute diese liebenswerte "figur" nicht aufgeben wollten, erfanden sie den weihnachtsmann, und so kamen doch noch kinder zu geschenken.
Nicht doch, nicht doch. Der Weihnachtsmann kam erst mit der "Bürgerlichkeit" im 19. Jahrhundert. Popularisiert dann durch Hoffmann von Fallersleben. Also alles viel, viel später.
Die protestantische "Erfindung" war das Christkind. :o
Und zur Reformationszeit war der Nikolaus ohnehin noch nicht überall der "Gabenbringer", sondern in vielen Gegenden der heilige Martin. (Das hat sich stellenweise in "Heischebräuchen" zum Martinstag noch erhalten, wenn die Kinder, wie in Köln, mit ihren Laternen singend von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten erbitten.) Und mit dem Martin hatten die Lutheraner gar keine Probleme, schließlich war er ja auch der Namenspatron Luthers. Erhalten hat sich das auch regional in der Begrifflichkeit: In manchen Gegenden Frankens kommt am 6. Dezember nämlich der "Belzmärdl", also der "Pelz-Martin", der wiederum eine Kombination aus dem Heiligen Martin und seinem "dunklen" Begleiter, ähnlich dem Knecht Rupprecht, ist.
(Fairerweise sollte ich vielleicht erwähnen, daß ich durch unseren stellenweise recht internationalen Bekanntenkreis zeitweise mit Fragen zu deutschen Weihnachtsbräuchen konfrontiert wurde, die ich so intensiv auch nicht beantworten konnte. Woraufhin ich einige Tage in der Stadtbibliothek verbrachte und zwei große Hefte mit Notizen vollgekritzelt habe. Seither... habe ich ein ausführliches Nachschlagewerk zu deutschen Weihnachtsbräuchen und ihrer Herkunft. *g* )
grins*
ach es gibt soviele versionen... welche da nun mit sicherheit stimmt??? werden wir wohl nie erfahren :(
und der nikolaus war seit seinen lebenszeiten gabenbringer ;) darum ist ja diese "figur" daraus enstanden, weil er immer sachen an arme kinder verschenkte.
aber egal... hauptsache er bringt uns was und steckt uns nicht in den sack ;)
Oh ja, der Versionen gibt es etliche. :o So ab dem fünfzehnten Buch kristallisieren sich dann immerhin einig "Trends" heraus. Aber einheitlich überall gleich waren die Bräuche ohnehin nicht. Den Nikolaus haben ja bis ins elfte Jahrhundert nur die orthodoxen Kirchen im Osten verehrt, den 6. Dezember als Feiertag bekam er erst 1222. Sozusagen noch nicht mal "Halbzeit" seit Beginn der Christentums. :o
Das fand ich eigentlich bei meiner Leserei am Interessantesten: Wie vergleichsweise neu viele unserer Weihnachtstraditionen sind, die wir oft als "war schon immer so" betrachten und verteidigen. Und was wir uns heute als "typisches" Weihnachtsfest vorstellen, mit Tannenbaum im trauten Heim und den Kindern mit ihrem bescherten Spielzeug herum... das ist ein Produkt des 19 Jahrhunderts, also noch keine 200 Jahre. Vorher hat man es 1800 Jahre ganz anders gemacht.
ich find das auch ganz intressant. vorallem wenn man sich mal damit befasst kommt vieles zutage wo eigentlich heidnische bräuche sind.
hast eigentlich auch was bekommen vom nikolaus? ;)
ich war wohl nicht brav genug, bei mir war nix... :(
Ich habe wohl vergessen, meinem Mann... äh dem Nikolaus eine detaillierte Wunschmail mit Link auf die Bestellmöglichkeiten zu schicken. :o)
Aber vielleicht liegt es auch daran, daß der Nikolaus die braven Kinder beschenkt ("...die großen läßt er laufen, die können sich was kaufen.") und da falle ich dann wohl nicht mehr drunter. ;-)
(Und der germanisch-heidnische Hintergrund... ist in der Tat noch mal ein spannendes Thema für sich.)
Hier ist ja was los, wie schön.
Dieser ganze Nikolaus-Kram wurde mir auch erst vorgestern bekannt, als ich meinem Sohn zum Einschlafen aus einem Buch vorlas. Ich kenne Nikolaus und den Ruprecht schon lange, auch dass es regionale Unterschiede gibt, aber dass diese Figur auf zwei geschichtlichen Personen beruht war mir auch neu.
Ach ja: Die rote Kluft vom Santa Claus (der nun wiederum im anglikanischen Raum populär war und zu uns rübergeschwappt ist) wurde ja bekanntlich von Coca Cola erfunden, Anfang des 20ten Jahrhunderts. (Wie sah der bloss vorher aus?)
Als Kind dachte ich auch "Das war schon immer so" aber heute verliert sich die Bedeutung immer mehr. Es beginnt ja schon St. Martin, wenn die ersten Kids sich verkleiden wollen, weil ja grade das vermaledeite Halloween war.(Bei dem auch gesammelt wird, wenn auch aus einem völlig anderen Grund)
Globalisierung kann eine feine Sache sein, aber wenn es die guten alten Bräuche mürbe macht, bin ich dagegen!
Ich will mein altes Christkind wiederhaben, denn das hat mir immer wunderbare Sachen gebracht!
Na guuut, der Nikolaus ist auch ok, denn nachdem ich meine PUMPS vor die Tür gestellt habe, war am nächsten Morgen Schokolade drin! Ihr müsst nur die richtigen Schuhe nehmen, Mädels!
Santa Claus war vorher bunt... grün, braun, rot,... wie der Zeichner Lust hatte. Es gab also auch vor Coca Cola schon rote, nur eben gleichberechtigt mit anderen Farben.
(Und letztlich... ist Santa Claus auch wieder nur der gute alte Nikolaus/ Weihnachtsmann/ Sinterklaas, der aus Europa in die USA wanderte und dann wieder zurückschwappte. :o)
Und Halloween hat auch einen religiösen Hintergrund, allerdings vermutlich eher einen heidnischen: Vertreiben der Geister am "all hollows eve", dem christlichen Allerheiligen... Der Kreis schließt sich wieder. ;-)


Ich glaube, mal wieder eine gute Gelegenheit, ein paar Korinthen zu kacken... ;-)
Nikolaus gibt es schon mal zwei, nämlich einen Bischof von Myra (dessen Grab auch recht früh schon Wallfahrtsort wurde) und einen Abt des Klosters Sion. Die verschiedenen Nikolauslegenden gehen teilweise auf den einen, teilweise auf den anderen zurück.
Und natürlich kommt der Nikolaus am 6.12., denn im Mittelalter kam er da zu den Kindern und fragte ihr Bibel- und Katechismuswissen ab. (Daher auch Schutzpatron der Schüler.) Wieso er in manchen Gegenden schon am 5. kommt kann ich allerdings auch nicht sagen. Ich komme aus Franken, da kam er immer am 6. Dezember.
Und die Verbindung zum Weihnachtsmann ist gar nicht so weit. Der ist ab 1820 belegt und entstand vermutlich tatsächlich aus der Nikolausfigur heraus, der in dieser Zeit bereits zur Gestalt mit Kaputze und Mantel geworden war. (Dies wieder in Verschmelzung mit dem Knecht Rupprecht/ Krampus, die schon ab dem 16. Jahrhundert existierte.)
Also letztlich... ist es die gleiche Figur. Oder so. ;-)